Frage von Memosbz, 94

Fahrlässige Körperverletzung nach Paragraph 229?

Habe heute einen Brief vom Staatsanwaltschaft erhalten, indem steht drin, dass ich innerhalb 1-Monat 300 Euro für die Aufgebung des Verfahrens zahlen soll. Vorfall war vor ca. 4 Monaten, eine Dame wollte ins Taxi von mir einsteigen ( bin Taxifahrer), bevor sie eingestiegen ist habe ich die Bremse losgelassen, worauf sie hingefallen ist und eine sehr kleine Wunde hatte, sie war daraufhin sauer und hat geschrien ich wollte ihr helfen, jedoch ging sie schnell in ein anderes Taxi. Meine Frage ist für was sind die 300 Euro und soweit ich weiß hat sie keine Ärztliche Bescheinigung muss ich einen Schmerzengeld evtl. zahlen?

Antwort
von Artus01, 71

Das "Angebot" ist wahrscheinlich mit § 153a Nr. 2 StPO begründet. Du mußt es nich annehmen. Das geht ganz einfach indem Du nicht zahlst, mehr ist nicht nötig. Die Folge wird eine Anklageschrift sein auf die später ein Gerichtstermin folgt.

Wie Du bei den Anderen Antworten angegeben hast lag eben schon eine fahrlässige Körperverletzung vor, daher solltest Du Dir genau überlegen was Du tust. Bei einer Verhandlung kommst Du sicher nicht besser weg. Wenn Du es nicht glaubst frag einen Anwalt.

Was eventuellen Schandensersatz angeht so kannst Du nur abwarten was noch kommt. Die Tatsache das die Frau erst 3 Wochen später eine Anzeige erstattet hat, hat nichts zu bedeuten. Sie könnte sich am gleichen Tag noch in ärztliche Behandlung begeben haben.

Kommentar von furbo ,

Aber auch ein Einstellungsangebot fällt nicht so einfach vom Himmel. Irgendein Vernehmungsangebot hat es sicherlich gegeben , ob es wahrgenommen wurde oder nicht, weiß hier sicher nur der Fragesteller.

Er könnte sich allenfalls mit der StA in Verbindung setzen um ggf. eine Minderung der Geldauflage zu erreichen. 

Kommentar von Artus01 ,

Sicher hat er die Gelegenheit erhalten sich zu der Sache zu äußern, das hätte ihm möglicherweise einen günstigeres Angebot eingebracht. Im Nachinein feilscht der Staatsanwalt nicht mehr herum. Er hat das Angebot bemacht um sich weitere Arbeit und dem Beschuldigten weiteren Ärger zu ersparen. Wenn das nicht angenommen wird, wird es eben richtig durchgezogen.

Antwort
von BananenXD, 94

würde daher sagen nein (sihe subjektiv...) soltest aber dennoch mit deinem anwalt oder dem der firma sprechen (da subjektiv) kannst auch begründen dass du helfen wolltest ect.

Die Bestrafung von Verkehrsteilsnehmern wegen fahrlässiger Körperverletzung hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Fälle, in denen es - z.B. wegen eines Vorfahrtsverstoßes - zu einer Körperverletzung des Unfallgegners gekommen ist, wurden früher häufiger als heute nur als Ordnungswidrigkeit behandelt. Der Verkehrsteilnehmer wird zum Straftäter nach § 229 StGB. Der Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung setzt objektiv voraus, dass ein anderer Mensch körperlich misshandelt oder in seiner Gesundheit beschädigt worden ist. Eine körperliche Misshandlung ist eine üble, unangemessene Behandlung, die entweder das körperliche Wohlbefinden oder die körperliche Unversehrtheit nicht nur unerheblich beeinträchtig(BGH NJW 1995, 2643). Dies wird problemlos z.B. bei offenen Wunden, dem Verlust von Zähnen, dem Verlust des Gehörs oder bei einem schweren Schock vorliegen – nicht ohne weiteres bei „blauen Flecken“. Die Schädigung der Gesundheit besteht im Hervorrufen oder Steigern eines, wenn auch nur vorübergehenden pathologischen Zustandes. Die fahrlässige Körperverletzung setzt subjektiv voraus, dass der Täter die Körperverletzung und den dahin führenden Geschehensablauf in seinen wesentlichen Grundzügen im Endergebnis voraussehen konnte. Eine fahrlässige Körperverletzung kann mit einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mitGeldstrafe bestraft werden.

quelle: Fahrlässige Körperverletzung durch Verkehrsunfall Strafrecht 123recht.net

Antwort
von Reanne, 84

Das ist kein Scmerzensgeld, sondern für die Aufhebung des Verffahrens und geht an die Gerichtskasse. Es würde sehr wahrscheinlich teurer, wenn Du auf ein Gerichtsverfahren bestehst mit Zeugen, Anwalt, Gegenanwalt, dann könnte auch ein Urteil verhängt werden und Schmerzensgeld. Schau unter STgB $ 229 im Netz, was da steht

Kommentar von Memosbz ,

Danke für die Antwort Reanne, falls ich einen Gerichtsverfahren in Betracht ziehen sollte was ich eigentlich auch vorhabe, denn Zeugen habe ich und soweit ich es mitbekommen habe ist sie erst nach ca. 2- 3 Wochen nachdem Vorfall zur Polizei gegangen, d.h höchstwahrscheinlich hat sie auch keinen gültigen Arztbescheinigungen. Worauf ich hinaus will ist sie hätte doch eigentlich keine Chance sich zur Verteidigen und wer müsste eigentlich die ganzen Kosten Dann zahlen?

Kommentar von Alien0127 ,

Nicht sie muss sich verteidigen, sondern du gegenüber dem Richter und letztendlich dem Staatsanwalt. Und wenn dieser Klage erhebt, kann er das Verfahren seiner Meinung nach mit den vorliegenden Beweisen auch gewinnen.

Antwort
von peterobm, 62

dass ich innerhalb 1-Monat 300 Euro für die Aufgebung des Verfahrens zahlen soll. 

zahl die 300, damit wird es keine Gerichtsverhandlung geben. Das ist nur die normale Strafbarkeit. Die Dame kann trotzdem noch auf zivilrechtlichem Weg Schmerzensgeld fordern. 

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