Frage von Flohrianus, 75

Fahrlässig oder Vorsätzlich in diesem Fall?

Hallo,

an anderer Stelle hier gab es eine Unstimmigkeit : https://www.gutefrage.net/frage/ich-brauche-rat-fuer-private-haftpflichtversiche...

Der Dortige Fragesteller hat geschildert, dass er: >* Ich habe letztens in einem Streit aus Wut eine Jacke aus meinem Zimmer in den Flur geworfen und damit die Scheibe der Eingangstür komplett zerstört.*

Meine Meinung war, dass die zerstörung der Tür fahrlässig war. (Ziel der Handlung war das Wegwerfen der Jacke)

Andere Nutzer sind der Meinung das die Zerstörung der Tür vorsätzlich war, da die Handlung aus Wut durchgeführt wurde.

Wer kann Klarheit liefern? Bin jetzt selber verwirrt.

Vielen Dank

Beste Grüße Florian

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Expertenantwort
von furbo, Community-Experte für Recht, 17

Hatte der Werfer die Absicht die Türe zu beschädigen? Nein! Also fahrlässige Sachbeschädigung.

Hatte der Werfer nicht die Absicht, die Tür zu beschädigen, nahm aber eine eventuelle Beschädigung in kauf? Ja. Bedingter Vorsatz. 

Wollte der Werfer die Tür beschädigen?  Ja. Vorsätzliche Sachbeschädigung.

Aber: Wie kann man mit einer Jacke eine Türe beschädigen?

Antwort
von Apolon, 24

maßgebend bei einem Schadensfall ist immer die Schadensschilderung.

Wenn also ein VN einen Schaden einreicht und schreibt ich habe mit Wut einen Stein aus dem Fenster geworfen, bedeutet dies, dass er auch damit rechnen musste, dass damit ein Kind verletzt werden kann.

Hätte er jetzt geschrieben ich habe meine Jacke aus der Tür geworfen und dabei ist die Tür beschädigt worden, würde die Versicherung ja auch zahlen, denn dann wäre es max. grob fahrlässig.

Allerdings wie bei dem Fall auf den du dich beziehst, würde mich mal interessieren, wie eine Wohnungstür komplett zerstört werden kann in dem man eine Stoff-Jacke dagegen wirft.

War evt. ein Ziegelstein in der Stoff-Jacke versteckt ?

Kommentar von Flohrianus ,

Der Vermutung dass die Schilderung eventuell ein Täuschungsversuch ist... da würde ich Ihnen nicht wiedersprechen.

Bei der Schilderung, schwere Lederjacke und dünne Glasscheibe könnte ich mir Vorgang allerdings vorstellen.

Kommentar von Apolon ,

Bei einer normalen Zimmertür würde ich dies sogar selbst als Fahrlässigkeit bezeichnen.

Nur nicht bei einer Eingangstür, die meist mit Sicherheitsglas verstärkt ist. Und da dürfte es schwer fallen, selbst mit einer Lederjacke eine Glasscheibe beim werfen zu zerstören.

Antwort
von SchizoSync, 34

Der subjektive Tatbestand, also der Vorsatz  wäre nicht erfüllt.

Ein etwas extremeres Beispiel: du schießt mit einem Gewehr auf einen Schatten, den du für den eines Tieres hältst. Tatsächlich aber ist es der eines Menschen. Durch den Schuss kommt der Mensch um, von der Straftat her ist es aber versuchter Totschlag und kein Mord/Totschlag

Kommentar von SchizoSync ,

Fahrlässiger und nicht versuchter*

Kommentar von furbo ,

von der Straftat her ist es aber versuchter Totschlag und kein Mord/Totschlag

weder noch. Es wäre fahrlässige Tötung. 

Kommentar von Apolon ,

Hier ist es völlig egal, wie das Urteil lauten würde.

Eine Privathaftpflichtversicherung würde hier nicht  leisten!

Antwort
von Goodnight, 35

Das war sicher kein Vorsatz. Die Jacke wurde nicht mit dem Ziel die Tür kaputt zu machen geworfen. Niemand geht davon aus, dass deshalb eine Tür Kaputt geht. Einfach ein dummer Zufall für den die Haftpflichtversicherung zuständig ist, sofern man eine hat.

Antwort
von luke1893, 33

Würd auch fahrlässig sagen

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