Frage von Gismor, 131

Fahrerlaubnis verlieren durch zusage des Cannabis Konsums?

Hallo Community,

bei mir wurde eine Wohnungsdurchsuchung gemacht und die haben ca. 130g Pflanzen verschnitt, 2 Bongs, eine Aufzuchtlampe und Grinder gefunden (Mitbewohner hat angebaut). Vor Gericht muss ich jetzt sagen das ich ab und zu konsumiert habe da eine Bong in meinem Zimmer gefunden wurde. Muss ich jetzt mit rechnen, das ich mein Führerschein verliere, habe seid einem halben Jahr nichts mehr zu mir genommen, habe jetzt regelrecht angst vor dem Zeug. Verliere ich jetzt den Führerschein, nur weil ich das vor Gericht sage? Blutproben oder Ähnliches haben sie nie von mir verlangt und ich hatte davor auch eine weiße Weste. Wenn sie eine Probe verlangen ist mir das egal, finden werden sie eh nichts, aber wenn ich sage das ich konsumiert habe, reicht das schon als Grund für eine MPU? Ich kenn mich da echt nicht mit aus, wenn eine MPU kommt verliere ich meinen Job...

mfg Gismor

Expertenantwort
von TheGrow, Community-Experte für Polizei, 62

Hallo Gismor,

die Polizei ist verpflichtet der Fahrerlaubnisbehörde mitzuteilen, wenn sich aus einer polizeilichen Feststellung der Verdacht ergibt, dass eine Person zum Führen von Kraftfahrzeugen ungeeignet ist.

Das hat aber nicht direkt zur Folge, dass Die die Fahrerlaubnis entzogen wird.

Die Fahrerlaubnisbehörde kann von Dir aber gem. § 11 FeV ( http://www.gesetze-im-internet.de/fev_2010/__11.html ) zur Auflage machen, dass Du Deine Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen vorlegen musst. Das kann durchaus soweit gehen, dass Du auf Deine Kosten die MPU über Dich ergehen lassen musst und das positive Ergebnis der Fahrerlaubnisbehörde vorlegen musst. 

In der Regel gibt einem die Fahrerlaubnisbehörde 3 Monate Zeit zum Vorlegen eines positiven Ergebnisses. Erst wenn diese Frist nicht eingehalten wird, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.

 Das alles kannst Du in dem eben angeführten Link nachlesen.

Aber Dir wird keine Sperre auferlegt in der Dir keine neue Fahrerlaubnis erteilt werden darf, sondern Du kannst jederzeit die MPU nachholen und sobald Du der Fahrerlaubnisbehörde das positive Ergebnis der MPU vorgelegt hast, kann Dir auf Antrag eine neue Fahrerlaubnis erteilt werden.

Schöne Grüße
TheGrow

Kommentar von Gismor ,

Also in der Regel muss ich ein Ärztliches Gutachten über mich ergehen lassen, wo Urinprobe oder der gleichen genommen werden und mir ein paar fragen gestellt werden? Oder habe ich das jetzt falsch verstanden.

Kommentar von Gismor ,

Und habe ich nichts zu befürchten, da ich nicht konsumiere?

Kommentar von TheGrow ,

Also in der Regel muss ich ein Ärztliches Gutachten über mich ergehen lassen, wo Urinprobe oder der gleichen genommen werden und mir ein paar fragen gestellt werden?

Das ist so richtig, aber nur unter der Vorrausetzung das die Fahrerlaubnisbehörde überhaupt in Kenntnis gesetzt wurde. Ob das der Fall ist, ist immer eine Sache der Beamten und hängt vom Einzelfall ab.

Und habe ich nichts zu befürchten, da ich nicht konsumiere?

Auch das ist eigentlich so richtig. Will dabei aber auch nicht verschweigen, dass die MPU nicht den besten Ruf hat und es sogar schon vorgekommen ist, dass Testpersonen die z.B. von Namhaften Automobilclubs dorthin geschickt worden sind und tatsächlich durch die MPU gefallen sind, was nicht gerade von der Seriosität der Tests zeugt.

Kommentar von Gismor ,

ich danke dir für die schnelle Antwort, ich habe morgen nehmlich mein Prozess und mir geht sooo die Pumpe, da ich ein großes problem habe wenn mir der Führerschein entzogen wird. Schlafen fällt auch schon ziemlich schwer die letzten Tage :/

Antwort
von Laleu, 73

Warum musst du denn sagen, dass du konsumiert hast? Weil eine Bong in deinem Zimmer gefunden wurde? 

Kommentar von ninamann1 ,

Weil er als Zeuge vor Gericht die Warheit sagen muß

Kommentar von Gismor ,

Was heißt Zeuge, mein Mitbewohner ist in Berufung gegangen und jetzt habe ich alles an der Backe, ich bin jetzt der Hauptangeklagte und er sagt als Zeuge aus, ich weiß, das ist echt Fair!

Kommentar von TheGrow ,

Weil er als Zeuge vor Gericht die Warheit sagen muß

Ich würde es eher so formulieren:

Als Zeuge darf er vor Gericht nicht lügen, aber sehr wohl hat er das Recht zu schweigen, wenn er sich oder einen Angehörigen belasten würde.

Egal ob Angeklagter oder Zeuge, Niemand muss sich vor Gericht oder sonst wo selber belasten

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