Frage von germanblonde, 74

Fahrerflucht, obwohl er weg ist?

Hallo,

ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Vor 2 Tagen wollte ich mit meinem Auto nach dem einkaufen, aus einer Seitenstraße nach Rechts auf die Hauptstraße abbiegen. Ich blieb vorne an der Straße stehen, sah nach links und recht, lies 1-2 Autos durch und wollte dann losfahren. Plötzlich war jedoch in dem Augenblick als ich anfuhr, ein Fahrradfahrer vor meinem Wagen, den ich leicht anfuhr. Schande über mich, ich war völlig geschockt, stieg aus und wollte mich entschuldigen. Jedoch lies der Herr mich nicht eine Sek zu Wort kommen: Was für eine blöde Kuh ich sei, dass ich mein Auto stehen lassen und mein Führerschein abgeben solle, Frauen seien ja sowieso unfähig Auto zu fahren usw, in einer Lautstärke, dass inzwischen jeder in einem Umkreis von 2km davon mitbekommen hatte. Schreiend und Fluchend ging der Mann nun weiter und beleidigte mich fortwährend. Nachdem er dann so ca 100m weiter gegangen war und mich weiter beleidigte ohne Luft zu holen, wurde es mir zu bunt und ich fuhr weiter. Ich rief dann meinen Partner an und der sagte alles gut, mach dir kein Kopf. 

Falsch gedacht, heute war dann der Brief der Polizei da, in dem man mir "Unerlaubtes entfernen vom Unfallort" vorwirft. Laut der Aussage des "Geschädigten" wäre ich nur kurz ausgestiegen, hätte "es tut mir leid" gesagt und wäre weggefahren. Nach dem Motto ich fahre nen Radfahrer an und fahr gemütlich weiter. Ich bin ehrlich gesagt stinksauer. Klar ich habe diesen Mann angefahren - aber ich wollte aussteigen mich entschuldigen und mit ihm gemeinsam die Polizei rufen, um die Geschichte angemessen zu klären. Jedoch hat er mir zu keiner Sekunde eine Chance dazu gegeben. 

Was soll ich nun tun? Zeugen habe ich keine obwohl da sehr viele Menschen waren, ich könnte höchstens Zettel aushängen. Danke schonmal.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Messkreisfehler, 27

Mit sowas rechnet man natürlich im Normalfall nicht. Allerdings hast Du da schlechte Karten. Prinzipiell wäre es am sinnvollsten gewesen, die Polizei zu rufen, unabhängig davon ob der Radfahrer weitergefahren ist oder nicht. Deine Aussage, dass Du dich ja erkundigen wolltest wird der Radfahrer sicherlich als Schutzbehauptung abtun.

Antwort
von jungyukim, 31

Ich bin zwar kein Experte in diesem Bereich, aber was hätte dich denn gehindert dennoch die Polizei zu rufen? Du brauchst doch nicht die Erlaubnis des Unfallgegners dafür - hättest ihn einfach weiterfluchen lassen, ihn ignorieren und die Polizei rufen sollen. Klar kann man einen Unfall bilateral auch ohne Polizei klären, was ich dennoch NIEMALS dazu raten würde (aus Erfahrung), selbst wenn man der Unfallverursacher war. 

Aber so..... unabhängig vom miesen Charakter des Unfallgegners würde ich es dennoch als Fahrerflucht definieren, denn du hast dich einfach vom Unfallort entfernt.

Kommentar von germanblonde ,

Er hat sich entfernt, ich bin da stehen geblieben und hab gewartet zu Wort zu kommen. Nachdem er schon so weit weg war, dass ich seine Belisigungen nicht mehr verstand. Bin ich weg.

Bei einem Auffahrrunfall, bei dem uns jemand auf die Anhängerkupplung ist, sagte mir die Polizei wenn keiner den anderen Anzeigen möchte, dann kann man das über die Versicherung klären. 

Wenn der einfach weg geht, gehe ich wohl davon aus, dass es sich für ihn erledigt hat. Wegen was hätte ich die Polizei denn rufen sollen, um mich selbst gegen einen Unbekannten anzuzeigen, der sich grad rege auf den Heimweg gemacht hat? 

Kommentar von jungyukim ,

Leider falsch gedacht. 

Wie schon gesagt bin ich kein Experte in Sachen Unfälle mit Personenschaden. Ich persönlich hatte mal einen Unfall mit leichten Blechschaden bilateral mit dem Unfallgegner geklärt ohne die Polizei mit einzuschalten - was sich später als großer Fehler entpuppte.

Aber ob bei Personenschäden (auch wenn es keine sichtbaren Verletzungen ersichtlich sind) auch ohne Polizei geht - kann ich leider nicht sagen.

Aber zumindest hättest du als Pflichtbewusster Bürger den Unfall bei der Polizei melden sollen. Aber so hat nun der Radfahrer sehr leichtes Spiel. Am besten solltest du einen Anwalt einschalten.

Kommentar von germanblonde ,

Pflichtbewusst. Ja das bin ich. Jedoch bin ich der Meinung, dass Menschen Fehler  machen können und sich deshalb nicht bis zum geht nicht mehr beleidigen lassen müssen. Da muss es doch sowas wie Gerechtigkeit geben.

Wenn ich mich entschuldigen und ihm helfen will und er mich statt das anzunehmen beleidigt, wieso ist es dann MEINE Pflicht dass der Polizei zu melden. Zumal ich 1. nicht einen Anhaltspunkt zu seiner Person habe, da er abgedampft ist und ich 2. sowieso der Meinung bin, dass er wohl hätte stehen bleiben sollen, da ich schon vorne an der Ecke stand, bzw schlauerweise hinter meinem Wagen hätte langfahren sollen.

Ich will nicht beschönigen, dass ich nicht aufgepasst und einen Fehler gemacht habe. Aber muss ich mich beleidigen lassen und mich dann selbst gegen unbekannt anzeigen. Ich habe mich NICHT EINFACH vom Unfallort entfernt, sondern er! 

Kommentar von jungyukim ,

wieso ist es dann MEINE Pflicht dass der Polizei zu melden

So sind nun mal die Gesetze. Dies gilt übrigens auch für unbeteiligte Zeugen, ansonsten wäre das unterlassene Hilfeleistung - Punkt.

Aber muss ich mich beleidigen lassen und mich dann selbst gegen unbekannt anzeigen

Du kannst ja versuchen über die Beleidigungs/Sexismus-Schiene dich rauszureden, ob das aber klappt - unwahrscheinlich. Denn wenn du zu dem Zeitpunkt Zurechnungsfähig warst, hättest du trotz Beleidigungen die Polizei rufen können. Außerdem hat ja keiner gesagt dich selbst anzuzeigen, sondern einfach den Unfall zu melden. Wenn das Unfallopfer sich dann nicht gemeldet hätte, so wäre der Fall einfach unter dem Tisch gelandet. Aber so hast du dem Radfahrer eine Steilvorlage geliefert - und das zu Recht.

Ich habe mich NICHT EINFACH vom Unfallort entfernt, sondern er! 

Wie schon bereits mehrfach erwähnt, nicht nur von mir, ist es einfach Gottverdammtnochmal deine Pflicht gewesen dennoch die Polizei zu rufen. Einfach aus demselben Grund warum man auch die Polizei ruft wenn man als Zeuge einen Einbruch, Gewalttat, Vergewaltigung oder Mord beobachtet hat.

Jedoch bin ich der Meinung, dass Menschen Fehler  machen können und sich deshalb nicht bis zum geht nicht mehr beleidigen lassen müssen. Da muss es doch sowas wie Gerechtigkeit geben.

Ja, Menschen können Fehler machen und ja, man muss sich nicht beleidigen lassen. Ich in diesem Fall hätte sogar lauthals zurückgebrüllt. Aber Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei Dinge und werden von Justitia bestimmt, also unserer Justiz. Subjektiv empfundene Gerechtigkeit hat und sollte in diesen Fällen nie eine Rolle spielen - Willkommen in der Demokratie.

Antwort
von Neela1997, 17

Sobald der Geschädigte, in dem fall,  zuerst zur Polizei geht, hast du Fahrerflucht begangen weil du es nicht rechtzeitig oder gar nicht bei der Polizei gemeldet hast. Man bekommt sehr schnell Fahrerflucht angehängt, da sollte man vorsichtig sein.

Antwort
von Neela1997, 18

Ich denke nicht das du da rauskommst, selbst wenn er nicht mit dir die Polizei gerufen hätte, hättest du es bei der Polizei melden sollen bzw. wärst direkt zur Polizeistation gefahren

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