Frage von gogi2403, 131

Fahrerflucht nicht bemerkt/ Geschädigter möchte Anzeig zurückziehen?

Hallo an alle Lieben die sich mein Leid anhören wollen.

Gestern Nachmittags bin ich bei einem Ausweichmanöver in ein parkendes Auto gefahren. Ich muß gestehen ich habe ein Geräusch gehört. Konnte es nicht zuordnen. Radio, frischer Erkältung mit stumpfen Ohren. Hatte natürlich in Verdacht das ich das parkende Auto berührt und bin ein Stück zurück gefahren. Aus dem Auto aus habe ich geschaut und nichts gesehen. Habe ein zerknüllte Pet-Flasche auf der Straße gesehen und vermutet das ich darüber gefahren sein muss. Und bin weiter gefahren. Mein Fehler!!! Wäre ich nur ausgestiegen. Unter der Stoßstange eine schramme wie sich später rausstellte.Mein Auto hat mehrere Blessuren daher bin ich erstmal von nichts bösen ausgegangen. Paar Stunden später stand die Polizei vor der Tür. Ich war überrascht. Sie untersuchten eine alte Schramme. Nach dem die Polizei weg war durchforschte mein Mann unser Auto und fand an einer anderen Stelle eine Schramm. Die mußte von dem Auto sein. Wir sind noch am selben Abend zum dem gerammten Auto. Haben den Halter ausfindig gemacht, der noch ein flüchtiger Bekannter von mir ist und erzählten im alles. Ich habe den Schaden mit ihm geregelt und am nächsten tag mit ihm zur Polizei gefahren. Wie nun mal allen bekannt ist kann er die Anzeige leider nicht zurückziehen. Die Polizei riet ihm ein Schreiben auf zu setzten das er um Einstellung der Anzeige bittet da wir uns geeinigt haben und das es sich um einen geringen Schaden handelt. Das möchte er machen. es tut mir soooo leid das er jetzt noch Ärger hat und das für mich macht. Oh man ich sage Euch ich habe gelernt sofort bei einem undefinierbaren Geräusch aus zu steigen und um auf Nummer sicher zugehen die Polizei zu informieren.

Mit was für einer Strafe muß ich rechen?

Antwort
von Hugito, 94

Also die Sache ist nicht ganz unproblematisch. Denn eine Verurteilung oder ein Strafbefehl wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort zieht nach sich, dass nach § 69 StGB die Fahrerlaubnis entzogen wird.

Eine Strafanzeige kann hier nicht zurück gezogen werden. Die Staatsanwaltschaft muss entscheiden, ob sie das Verfahren einstellt.

Du machst geltend, dass Du den Unfall nicht bemerkt haben willst. Mit dem was Du schreibst wird der Staatsanwalt aber Zweifel haben. Denn Du hast ja bemerkt, dass du ein Geräusch gehört hast. Du wärst verpflichtet gewesen, das genau zu prüfen und nicht einfach wegzufahren.

Aber die Umstände sind trotzdem so, dass eine Einstellung möglich ist (Argumente: Irrtum, daher ohne Vorsatz hinsichtlich des Unfalls, Schaden in Ordnung gebracht und hoffentlich nicht vorbestraft). Falls der Staatsanwalt das nicht machen will, gibt es die Möglichkeit, das Verfahren gegen Zahlung eines Geldbetrages an eine gemeinnützige Einrichtung, einzustellen, § 153 StPO. 

Es macht Sinn, dem Staatsanwalt das vorzuschlagen, falls er weiter machen will mit einem Strafbefehl. Er hat auch Adressen von Einrichtungen, die dafür als Zahlungsempfänger in Frage kommen. Er kann mit dieser Art der Einstellung des Verfahrens sich selber viel Arbeit sparen und die Sache korrekt vom Tisch bekommen.

Jedenfalls entgehst Du damit dem Risiko einer Verurteilung mit Entzug des Führerscheines.

Viel Glück !

Kommentar von gogi2403 ,

Also warte ich das Schreiben vom Staatsanwalt ab? Ich bin nicht vorbestraft. Null Punkte seit 20 Jahren Führerschein quasi nie aufgefallen.

Du gehst also von zwei Möglichkeiten aus?

Einstellung oder Fahrerlaubnisentzug bei der ich dann die Möglichkeit habe eine Zahlung an eine gemeinnützige Einrichtung anzubieten oder bietet er das selber an?

Kommentar von Hugito ,

Ich würde ein Schreiben an die Staatsanwaltschaft schicken.

Darin Solltest Du betonen, dass Dir die Sache leid tut und Du deshalb den Schaden vollständig in Ordnung gebracht hast. Außerdem solltest Du betonen, dass Dir nicht klar war, dass Du das andere Fahrzeug berührt hast und deshalb insoweit keinen Vorsatz hattest, sondern dass das ein Versehen war.

Dann würde ich darum bitten das Verfahren wegen Geringfügigkeit einzustellen "Ich bitte um Einstellung des Verfahrens". Und weiter: "Falls die Staatsanwaltschaft sich außerstande sieht, das Verfahren einzustellen, biete ich hilfsweise an, das Verfahren gegen eine Geldzahlung in Höhe von 500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung nach Vorschlag der Staatsanwaltschaft einzustellen."

Also alles in einem Schreiben. Dann wird der Staatsanwalt mitteilen, was er darüber denkt.

Antwort
von gogi2403, 67

Der geschädigte Bekannt hat mir gerade Mitgeteilt das er den Brief mit Bitte um Einstellung des Verfahrens abgeschickt hat. Er hat noch erwähnt das wir und sofort zwecks Schadensregulierung sofort geeinigt haben. Dann werde ich nun leider abwarten müssen.

Antwort
von teutonix1, 70

In dem Fall denke ich, dass das Verfahren eingestellt wird.

Kommentar von gogi2403 ,

Wielange dauert es bis ich informiert werde was mit mir passiert? Hat da Jemand Erfahrung? Sollte ich mir einen Anwalt nehmen.

Ich bin echt so dumm man würde von einer 36ig jährigen mehr Verstand erwarten.

Kommentar von teutonix1 ,

Mit Anwalt würde ich warten, bis eine (was auch immer für) Nachricht kommt von der Staatsanwaltschaft.

Kommentar von gogi2403 ,

Danke 

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