Frage von Chiefcommander, 37

Fahren unter BtmG und ohne Fahrerlaubnis - Wie hoch wird man bestraft?

Ein Bekannter von mir ist vor rund 5 monaten beim Autofahren von den Cops gestoppt worden. ´Dei Sherrifs führten einen Drogenschnelltest aus, der positiv auf Amphetamin ausgefallen ist (625 ng). Daraufhin wurde ihm die Fahrerlaubnis entzogen. Da der Kollege aber sehr gerne und viel Auto fährt, hat er sich nicht lange an das Fahrverbot gehalten. Max 1,5 Wochen hats gedauert bis er sich wieder hinters Steuer setzte. Und dann wurde er vor 2 Monaten wieder angehalten und auf Drogen getestet. Test fiel wieder positiv aus mit einem Wert um die 850 ng. Was beim zweiten Test dann noch dazu gekommen ist, ist das fahren ohne Fahrerlaubnis. Laut StGB wird das fahren ohne Fahrerlaubnis recht hart bestraft (Freiheitsstrafe möglich) Hat jemand erfahrung bzw. kann jemand ne grobe Richtung sagen, wie hoch die Strafe ausfallen könnte

`THX im vorraus

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von uni1234, Community-Experte für Recht, 11

Insgesamt hat Dein Bekannter bei den drei Taten zweimal gegen § 316 StGB sowie zweimal gegen § 21 Abs. 1 StVG verstoßen. Beide Straftaten sehen jeweils eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder Geldstrafe vor. Für alle Taten wird eine gemeinsame Gesamtstrafe gebildet.

Weitergehende Angaben kann man nur schlecht machen, da die genaue Höhe der Strafe von vielen Umständen abhängt, z.B. etwaigen Vorstrafen oder dem Verhalten vor Gericht.

Angesichts der Rückfallgeschwindigkeit und der offensichtlchen Missachtung für das Gesetz kommt hier meiner Meinung nach sogar eine kurze Freiheitsstrafe in Betracht, die allerdings zur Bewährung auszusetzen ist. Abgesehen davon dürfte für eine erhebliche Zeit die Fahrerlaubnis entzogen werden (bis zu 5 Jahre, § 69a StGB).

Kommentar von aXXLJ ,

Die Formulierung "Rückfallgeschwindigkeit" dürfte in einem etwaigen Urteil m.E. kaum Aussicht auf Verwendung finden, weil "Rückfälligkeit" in punkto Drogenkonsum einen festgestellten, vor erneuter Tatbegehung dauerhaften Konsum  erfordert.
Bezogen auf die zweimalige Auffälligkeit von Fahren unter Drogeneinfluss ist demgemäß eher die Formulierung  "Wiederholungstat" wahrscheinlich.

Aber sonst - Daumen hoch für die sachliche Erläuterung.

Kommentar von uni1234 ,

Kann sein dass Rückfallgeschwindigkeit ein wenig missverständlich ist, das stimmt. Aber was auf jeden Fall im Urteil berücksichtigt wird ist, dass der Angeklagte dieselbe Tat innerhalb nur kurzer Zeit mehrfach begangen hat.

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