Frage von MilesForever, 30

fändet ihr es gut, wenn es wieder so etwas wie die FDJ, die Freie Deutsche Jugend, gäbe?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von N0Nentity, 15

Meine Antwort an den Fragesteller und insbesondere an Vision Dativ:

Als gelernter DDR-Bürger und ehemaliges freiwilliges FDJ-Mitglied weiß ich, wovon ich rede.

Die Hitlerjugend wurde zum Völker- und Rassenhass erzogen, zum Glauben an das Herrenmenschentum der Deutschen, zur Vorbereitung auf die
Unterwerfung und Einverleibung anderer Länder nach dem Motto Hitlers:
Flink wie Windhunde, Zäh wie Leder, hart wie Kruppstahl: Von Klugheit
und Intelligenz hat er nicht gesprochen, Die braucht man nicht, um das
andere zu erfüllen.

Die FDJ war auch eine staatlich gelenkte Jugendorganisation, die zur Friedensliebe, zur Völkerfreundschaft, zur Achtung der Menschen aller Nationen erzogen wurde und gar nichts mit der Hitlerjugend gemein hatte.

Die ständig hier zu findenden dummen Äußerungen über die FDJ, die in erster Linie leider dem Bildungssystem anzulasten sind und der DDR noch einen zusätzlichen Stempel eines Unrechtsstaates aufdrücken sollen, sprechen für sich und werfen die Frage auf, was mit solchen Diskreditierungen erreicht werden soll.

Wenn man sich die Erscheinungen im Freizeitverhalten der Jugendlichen von heute ansieht, kann man sich diese Frage selbst beantworten.

Komasaufen, Kiffen und andere Drogen zu konsumieren, Schulverweigerungen, Gewalt und vor allem, die Perspektivlosigkeit der Abgehängten - und davon gibt es nicht wenige - sind das Resultat  dessen, dass Kindern und Jugendlichen viel zu wenig geboten wird, was sie von der Straße holt und ihnen Selbstwertgefühl gibt.

Dabei rede ich nicht von den Kindern reicher oder wohlhabender Eltern, denen alles offen steht, wenn sie über das nötige Kleingeld verfügen.

Allein das Beispiel von Kindern der "Unterschicht", die aus Geldmangel auf Klassenfahrten verzichten müssen, empfindet jemand aus der DDR als unmögliche Demütigung, eine unter so manchen anderen, und ist für viele, die das erleben, der Beginn einer verhängnisvollen Entwicklung.


Kommentar von MilesForever ,

Danke für die tolle Antwort!

Ich stimme zu, dass die Jugend heute Opfer dessen ist, dass sie sozusagen im Stich gelassen wird, dadurch, dass ihr nicht mehr genug Möglichkeiten gegeben wird, Teil einer Gemeinschaft zu sein, die erfüllend ist in verschiedenen Hinsichten.

Kommentar von N0Nentity ,

Ich danke dir für den Stern :)

Kommentar von Claud18 ,

Für Kinder aus der "Unterschicht", deren Eltern sich die Kosten einer Klassenfahrt nicht leisten können, gibt es einen Zuschuss vom JobCenter! Darauf sollte wirklich keiner aus falscher Scham verzichten!

Kommentar von N0Nentity ,

Es ist mir klar, dass es diese Möglichkeit gibt, wo nach Antrag, Bearbeitung, evtl. Ablehnung und EInspruch dem Antrag vielleicht!!! stattgegeben wird und dann die Klassenfahrt bereits Geschichte ist.

Schlimm ist es, dass es eine Schicht gibt, die als Unterschicht definiert wird, und ebenso schlimm ist es, dass Eltern für ihre Kinder solche "Wohltätigkeitsmaßnahmen" in Anspruch nehmen müssen.
"Falsche Scham" ist nicht der richtige Ausdruck. Schämen muss sich nämlich niemand für etwas, was er selbst nicht verschuldet hat.
"Gefühl der Demütigung und des Abgehängtseins" würde es schon eher treffen.

Antwort
von Claud18, 14

Nein, eine staatlich gelenkte, einheitlich organisierte Jugendorganisation würde ich nicht gut finden, besser mehrere Organisationen von verschiedenen Trägern. Diese sollten sich aber untereinander vernetzen. Leider wird jedoch heute das Geld für die Jugendarbeit zusammengestrichen und Jugendklubs geschlossen, so dass viele Jugendliche - vor allem, wenn sie keine Arbeit haben, auf der Straße abhängen.

Antwort
von derhandkuss, 25

Es gibt genug Jugendorganisationen, wo Jugendliche tätig werden können - wenn sie denn möchten!

Antwort
von Marsy09, 19

Nein, da die FDJ, und auch die anderen damaligen Organisationen, ja fast schon ein Zwang in der DDR war und heute gibts ja schließlich genug Alternativen/Möglichkeiten für eine sinnvolle Freiteitgestaltung der Kinder u. Jugendlichen.

Ja das ist meine Meinung...aber jeder hat schließlich eine andere Meinung.

Wenn du eine Freizeitmöglichkeit für deine Kinder bzw. Jugendlichen suchst, es gibt genug Anlaufstellen, vor allem in Städten, die Rat geben könnten.

Antwort
von Schnoofy, 20

Wir brauchen keine staatlich gelenkten Jugendorganisationen.

Antwort
von Liesche, 22

Nein, da die Jugend von der FDJ zu viel bevormundet wurde!

Kommentar von N0Nentity ,

Dass die Jugend von der FDJ bevormundet wurde, heißt. Die Jugend hat sich selber bevormundet.

Nicht in der FDJ war ein verschwindend geringer Teil der DDR-Jugend, vorwiegend konfessionell Gebundene, ZJ und solche, die sich als Widerstandskämpfer verstanden.

Kommentar von Claud18 ,

Du tust ja geradewegs so, als hätten die Jugendlichen die FDJ gegründet und in der Hand behalten. Das war vielleicht 1945 so, aber schon 1953 wurden jene, die sich zur Kirche hielten, hinausgeworfen. Im Statut der FDJ verpflichtete man sich zur Weiterverbreitung des Marxismus-Leninismus. Eigeninitiative war nur im Sinne des Staates erwünscht, nicht im Sinne der Jugendlichen und ihrer Interessen.Warum trotzdem fast alle Jugendlichen ab den 60er Jahren in der FDJ waren? Weil man sonst Probleme und, bis auf wenige Ausnahmen, auch keinen Studienplatz bekam. Es gehörte sich eben so.

Kommentar von N0Nentity ,

Niemand wurde aus der FDJ hinausgeworfen, wenn er sich nicht gerade asozial verhalten hat. Lach!
Ich weiß nicht, aus welcher Ecke du kommst, aber bestimmt nicht aus solcher, die die überwiegende Mehrheit der DDR-Bürger ausmachte.
Deine Aussagen mit den Studienplätzen sind sicher deiner eigenen Erfahrung geschuldet und haben mit meinen Erfahrungen und denen meiner Mitschüler auf der Erweiterten Oberschule, von denen fest ein Drittel konfessionall gebunden waren, nichts zu tun.
Dass es dennoch zu Ausschlüssen kam, ist ein Kapitel für sich, was nicht unter "allgemeingültig" fällt. Genau zu dieser Thematik gibt es genügend gute Beiträge hier auf GF!

Ich erlaube mir mal festzustellen, dass du hier persönliche Erfahrungen, und damit meine ich solche, die dich betreffen, zum DDR-Maßstab machst, warum auch immer.

Antwort
von VisionDativ, 20

Eine Zwangsorganisation, die zur politischen Indoktrinierung gemacht ist?

Das war die FDJ, von der Hitlerjugend nur durch das Dogma und die Uniformen zu unterscheiden.

Sowas brauchen wir wirklch nicht mehr.

Kommentar von N0Nentity ,

Du solltest dich zu solchen Themen nicht äußern, wenn du keine Ahnung hast.

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