Frage von KS1987, 25

Extrem schneller Ekel und Würgereiz, was tun?

Hallo zusammen!

Gleich vorweg, es geht hier nicht um eine Frage zu (Oral)Sex. Ich betone das nur extra, weil ich aus Erfahrung weiß, dass viele sofort daran denken.

Mein Problem ist aber ein anderes. Ich ekel mich einfach wahnsinnig schnell vor Dingen, die für andere ganz alltäglich sind. Allein Zähneputzen ist für mich eine Herausforderung. Ich ekele mich vor dem was ich ausspucke und ausspüle so stark, dass ich dabei täglich mehrmals würgen und mich zusammenreißen muss, mich nicht zu übergeben. Ganz abgesehen davon, wenn neben mir noch jemand seine Zähne putzt, das geht gar nicht, da muss ich den Raum verlassen.

Ich würde gern mehr Beispiele schreiben, aber mir fällt es echt schwer, allein davon zu schreiben reicht, dass ich mich fast übergeben muss.

Dieses Problem habe ich auch schon immer. Meine Eltern können ein Lied davon singen. Ein Beispiel aus meiner Kindheit: Wenn wir beim Frühstück saßen und ich einen Kakao vor mir stehen hatte und dazu einen Teller mit einer Semmel und dann aus dem Kakaobecher ein Tropfen auf dem Teller gelandet ist und die Brösel aufgeweicht hat, habe ich mich übergeben. Mit der Zeit haben meine Eltern das natürlich gemerkt und haben versucht, das zu vermeiden und dann in dem Fall einfach schnell den Teller weggenommen und ausgetauscht.

Klar, da steh ich mittlerweile drüber. Überhaupt ist es schon viel besser geworden. Ich bemühe mich auch echt, mich zusammenzureißen. Aber trotzdem gibt es noch so viele Situationen, wo es mich extrem einschränkt.

Als ich dann meine Ausbildung angefangen habe, haben viele sich gefragt, ob das wirklich das Richtige sein kann für mich, allein aus diesem Grund. Ich bin Erzieherin im Kindergarten und da hat man natürlich auch des Öfteren mit menschlichen Ausscheidungen zu tun. Aber vieles macht mir dabei gar nichts aus. Mit Kot und Urin habe ich zum Beispiel gar kein Problem. Auch mit Blut nicht. Lediglich mit allem, was aus dem Mund kommt (Speichel, Schleim, etc.) Witzigerweise bin ich sogar die, die freiwillig zum Wickeln geht wenn ein Kind Durchfall hat, weil andere sich davor extrem ekeln und es mir gar nichts macht.

Nun, im Normalfall versuche ich einfach Situationen zu meiden, die Ekel bei mir auslösen. Aber immer geht das halt nicht. Ganz aktuell spiele ich in einem Theaterstück mit, in dem ein Patient aus heiterem Himmel anfängt Blut zu spucken. Er bekommt dazu ein "Frühstück" serviert und in der Tasse ist Rote-Bete-Saft. Er "trinkt" also aus seiner Kaffeetasse und spuckt danach "Blut". Ich muss dann auf die Bühne und ihn mitsamt Bett rausfahren. Das ist eine derartige Überwindung für mich, ich stehe jedes Mal davor hinter der Bühne und würge ein paar Mal und schaffe es nur mit äußerster Konzentration, ohne mich zu Übergeben.

Woran kann es liegen, dass ich so extrem auf Ekel reagiere? Hat jemand ähnliche Erfahrungen? Kann ich irgendwas dagegen machen?

Ich bin dankbar für jeden Tipp, das Problem beschäftigt mich schon mein ganzes Leben...

Antwort
von Nunuhueper, 20

Dir hilft nur eine Verhaltenstherapie. Das heißt: nicht "eklige" Situationen meiden, sondern sich ihnen aussetzen. 

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