Existenzgründung / Selbstständig machen in der Gastronomie
Hallo,
ich bin 41 Jahre und stehe beruflich an einem Wendepunkt. Schon immer träume ich von einem eigenen Cafe und Bistro.
Kann mir jemand Tipps oder Anregungen geben, mir Mut machen oder mich doch lieber warnen? Ich bin für ALLES offen.
Wie beginne ich eine berufliche Selbstständigkeit? Was für finanzielle Möglichkeiten bzw. Vorraussetzungen habe oder brauche ich?
Vielen Dank schon mal für Eure Antworten...
(Schreibe von dem Account meines Sohnes.)
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Also, um es mal vorneweg zu nehmen, es ist ein sehr entbehrungsreicher und steiniger Weg. Ich rede gar nicht mal von der richtigen (bezahlbaren) Location am richtigen Standort. Das ist schon eine Wissenschaft für sich und eine Portion Glück gehört auch dazu. Wenn ich lese "einstellen" kann ich Dir nur raten, mach langsam. Die Realität sieht so aus, dass Deine Angestellten mehr verdienen als Du. Gerade am Anfang wirst Du um Kosten zu sparen mehr als je zuvor und allein arbeiten. Selbstständig bedeutet selbst und ständig...Du hast keinen Sonntag, keinen Feiertag und kein Wochenende mehr. Und das ganze tauschst Du dann gegen Unzufriedenheit und wenig Verdienst (wenn überhaupt) ein. Wenn Du die richtige Location gefunden hast, die Einrichtung mit all den erforderlichen Maschinen steht und die erforderliche Deko vorhanden ist kann es ja erst mal los gehen. Vorher musst Du natürlich eine kochbare Speisekarte Schreiben. Dein Angebot sollte sich abheben, das Essen hervorragend sein und Du solltest einen Koch haben der Deine Ideen teilt. Denk auch daran was passiert wenn Dein Koch krank wird oder von heute auf morgen geht weil er 100 € mehr verdienen kann. Du musst an folgende Kosten denken : Einmalige Gründungskosten, Miete, Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Gema-Gebühr, Pflichtbeitrag IHK, Berufsgenossenschaft, Steuerberater, Löhne, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Umsatzsteuer für das Finanzamt, Gewerbesteuer, überteuertes Bier wegen Brauereivertrag, Kosten für Bierleitungsreiniger, Druckerzeugnisse, Wareneinkauf, Finanzierung des liegenden Warenbestandes, Firmenfahrzeug, Steuer und Versicherung dafür, unnatürlicher Schwund (Diebstahl), Abschriften durch Verderb, Entsorgungskosten für Bio-Müll, Hausmüll, Fettabscheider usw.....Übrigens musst Du Dir z.B. 2000,00 € monatliche Privatentnahme aus dem Geschäft nehmen. Für Deine Wohnungsmiete, Deine Privaten Kosten die ja bisher durch Dein Gehalt gedeckt waren. Davon solltest Du gleich 500,00 € weglegen, da das Finanzamt am Jahresende von Dir Einkommensteuer haben will. Rechne alle Kosten zusammen und teile durch 26 Öffnungstage. Soviel Umsatz brauchst Du am Tag um überhaupt vorwärts zu kommen. Ist die Zahl realistisch? Solltest Du dich immer noch selbstständig machen wollen empfehle ich Dir DRINGEND das Buch "Willst Du die totale Pleite". Sehr amüsant geschrieben, kostet knapp 20,00 € und hast Du in 3 Tagen gelesen. Extra für die Gastronomie vom Fachmann geschrieben. DANACH entscheidest Du dich. Bitte glaub mir. Ich bin 57 Jahre alt Metzgermeister und Betriebswirt mit 20 Jahre Gastro Erfahrung.
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Also zuerst würde ich sagen ist es immer sinnvoll zu gucken, wo das ganze stattfinden soll.
Du brauchst einen Ort wo auch viele Touristen oder Einheimische langkommen, die Gegend spielt dabei auch eine Rolle, nicht das ein Glascontainer daneben ist oder dergleichen.
Du brauchst einen Buisnessplan der gut durchdacht sein sollte und willst du die Küche selber leiten? Denke immer daran Selbstständig heißt "selbst" und "ständig" du kannst nicht mal eben so frei machen wie andere. Du kannst nicht nur durch Angestellte den Laden leiten lassen.
Am Anfang steckst du viel Geld rein, auch dein eingenommenes Geld steckst du wieder in den Laden, die ersten Monate der Selbstständigkeit sind nicht leicht.
Hast du schon mal mit einem Finanzberater gesprochen oder mit dem Arbeitsamt?
Es gibt mehrere Stellen die dich beraten können. Liebe Grüße und Viel Erfolg
Kommentar von tarasuntarasun 01.08.2012Das Einheimische auch tatsächlich kommen, steht in den Sternen das dachte mein Ex auch immer, er war ein Dauerträumer, ich möchte dir auch sagen warum, weil er in einem Werbegebiet noch einen Imbiss aufmachen wollte vielmehr hat er sich bequatschen lassen, manchmal dachte ich (damals) sein Hirn sei ausgelaufen... . Wenn ich grad drüber nachdenke, fällt mir wieder alles ein, wie Blöd der war
Kommentar von Schelli001Schelli001 02.08.2012Ja das ist ja das Problem, die Leute denken nur an das Geld was sie einnehmen und nicht daran, dass sie auch Ausgaben haben für ihre Sachen, spannend wird es denn, wenn das Finanzamt kommt und die Hand aufhält.
Ich bin froh zu hören, dass es dein EX ist und du dich wahrscheinlich rechtzeitig getrennt hast.
Liebe Grüße
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Also, als ich eben deine Zeilen lass - dachte ich ganz automatisch an meinen Ex, er hat auch immer von der Selbstänigkeit geträumt, er wollte reich werden und dabei vergessen was alles an der Angel hängt, obwohl man es ihm von Seiten unserer Hausbank abriet.
Ich hatte neben meinem Hauptjob in diesem von ihm gegründeten Unternehmen gearbeitet für lau, jeden Sonntag, Feiertag, von Montag bis freitag hatte ich einen 18 Std.Tag, Krank sein war nicht drin, meinen Urlaub hatte ich für dieses Unternehmen geopfert und wenn ich mal einen Wunsch (pillepalle) hatte, war der nicht drin - als ich für immer ging --- da ging auch er in die Insolvenz.
Darum überlege dir sehr genau was du tust, denn Selbständig heißt auch selbst und ständig, sehr wichtig sind auch Menschen denen du bis aufs Blut vertrauen kannst, doch das ist nicht immer möglich, denn man schaut immer nur vor den Kopf und nie hinein.
Eine sehr ausführliche Antwort hast du bereits von Paulfritzpeter bekommen. Überdenke noch einmal deinen Traum, ich wünsche dir von Herzen viel Glück.
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Eine Existenzgründung will stets wohl überlegt sein und birgt auch immer ein Risiko. Es ist definitiv keine Entscheidung von heute auf morgen, sondern muss reifen. Pauschal Mut machen oder warnen ist schwierig, wenn man die Person nicht kennt, die sich damit beschäftigt. Sind Sie ein Unternehmertyp? Macht Ihnen ein wenig Risiko etwas aus? Können Sie sich vorstellen, am Anfang sehr viel arbeiten und sich gleichzeitig gedulden zu müssen, bis der gewünschte Erfolg eintritt? Haben Sie eine konkrete Idee oder einfach nur die grobe Wunschvorstellung?
Nur als Anregung: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Franchisepartner eines Franchise-Unternehmens im Gastronomie-Bereich zu werden? Sie machen sich selbständig, sind eigenständiger Unternehmer und schließen sich einer Marke an. Sie erhalten ein funktionierendes Konzept und Unterstützung durch die Franchisezentrale und können eine etablierte Geschäftsidee übernehmen, falls Sie keine eigene "grandiose Geschäftsidee haben". Das bekannteste Beispiel aus der Gastronomie ist natürlich McDonald's, doch es gibt gerade in der Gastronomie und im Coffee-Shop-Bereich sehr viele Franchise-Unternehmen. (siehe z.B. unter http://www.franchiseportal.de/franchise-kategorien/Gastronomie-Lieferservice.htm )
Dies nur als Anregung. Vielleicht ist das eine Idee für Sie. Natürlich sollten Sie sich genau mit den Vor- und Nachteilen einer Franchise-Gründung informieren, bevor Sie einen solchen Schritt wagen.
Viele Grüße und viel Erfolg!
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Um zu prüfen, ob dein Konzept erfolgreich sein kann, solltest du einen professionellen Gründercoach aufsuchen. Der prüft deinen Businessplan, deckt eventuelle Schwachstellen auf und überarbeitet ihn bei Bedarf gemeinsam mit dir. Des weiteren erläutert er dir alles, was du für die Selbstständigkeit wissen musst und steht dir vor und während der Gründung zur Seite.
Die Leistungen eines Gründercoach werden je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe vom Staat gefördert. Bei uns in Bayern z.B.gibt es das Vorgründungscoaching, bei dem dessen Leistungen zu 70% vom Staat bezahlt werden. Einen zertifizierten Gründercoach in deiner Nähe findest du in der Beraterbörse der KfW.
Mit deinem Berater solltest du auch das Thema Finanzierung besprechen. Für Existenzgründer gibt es zinsgünstige Darlehen mit Haftungsfreistellung. Haftungsfreistellung bedeutet, dass der Staat für dich bürgt. Im Falle des KfW-Gründerkredit-Startgeld sogar mit 80%.
Eine gute Antwort, die andeutet, was es alles zu beachten gilt. Etwas leichter könnte es mit der Unterstützung eines Franchise-Unternehmens gehen, welches als Franchisegeber ein paar der genannten Punkte abnimmt (Logo, Werbung / Druckerzeugnisse, Wareneinkauf, Speisekarte) oder zumindest dabei hilft (Standortanalyse, Businessplan usw.). Aber niemals komplett und es ist immer mit viel Arbeit und Risiko verbunden, soviel steht fest. Danke für den Buchtipp.
Hallo und danke für die Blumen. Es gibt im Netz genügend Anbieter von Franchisemodellen. Es gibt sogar einen Verband der Franchisegeber. Sicherlich hilft man dem Franchisenehmer aber natürlich nicht uneigennützig. Bedenke auch die fällige Eintrittsgebühr. Unter 50 T€ tut sich nicht viel. Es ei denn Du willst so etwas wie eine Quickbox eröffnen. Übrigens sind viele McDonald auch Franchiseobjekte. Du musst auch ein monatliches Salär - meist Umsatzbezogen - entrichten. Dafür macht man dann die Buchhaltung (nichts bleibt geheim) oder die Werbung usw. Das Problem ist, das Du oft nach relativ kurzer Zeit merkst wie der Hase läuft und den Franchisegeber nicht mehr benötigst. Aber Du hast ja einen Vertrag...Übrigens werden die Franchisenehmer auch kontrolliert. Wenn dieser sich einbildet das Du jetzt diese neue Kaffeemaschine brauchst für 2500€ dann musst Du diese kaufen. Natürlich hilft man Dir gerne bei der Finanzierung. Am Kaffeepreis merkst Du dann die Hilfsbereitschaft. Mach dich mal im Netz schlau bevor Du so etwas angehst. Du kannst mich jederzeit anschreiben. Habe auch umfangreiche betriebswirtschaftliche Kenntnisse. Gruß
Ich kann dem nur zufügen, einmal Selbständig und nie wieder!
Was haben Sie denn gemacht?? Ich hatte eine Metzgereiproduktion und 13 Filialen und Gaststätte mit Saal sowie Partyservice. Also das volle Programm...Jetzt arbeite ich als Fahrer. Wissen ist leider nicht gefragt und Erfahrung auch nicht...Bin aber zufriedener als vorher...
Er - mein Ex hat mitte 90 eine Fleischerei eröffnet, als sich das als eine totale Fehlplanung entpuppte, lies er sich von dem Verpächter den Imbiss aufquatschen, der angeblich eine Goldgrube sein ( der 2.Imbiss im Gewerbegebiet sollte auch eine Grube des Goldes sein, na klar). Ich habe diesen Schritt den ich machte und ihn verlassen - bis heute nicht bereut, es geht mir 99 x besser als zu der bereits beschriebenen Zeit.
Übrigens, ein du & du macht vieles einfacher, oder :)??
Hallo Tarasun, das ist doch bestimmt nicht Dein Name oder? Wie ich an Deiner Beschreibung sehe hast Du ähnliche Probleme durch. Ich kann auch Bücher schreiben. Na ja es hat halt nicht sein sollen. Meine Mutter ist 93 und ihr Standardspruch lautet : "Das Leben geht immer weiter". Und damit hat Sie Recht. Gruß, Peter
Hallo lieber Peter, tarasun ist nicht mein Name - stimmt, aber Tara ist ein Mädchenname und deren Herkunft ist hebräisch, indisch und auch irisch, mit mehreren schönen Bedeutungen - wie Morgenstern na und was sun bedeutet wissen wir alle. Meine Nichte war mit ihren 20 Jahren für 6 Mon.auf einem Indien - Trip, ganz allein wanderte sie durch den Dschungel, sie hielt sich am Flusslauf, übernachtete hin und wieder bei ganz armen und doch sehr liebevollen freundlichen Menschen die ihr soviel Gastfreundschaft entgegenbrachten, die man in unserer Welt verlernt hat zu geben, von dort hat sie diesen Namen mitgebracht und ihrer Tochter diesen Namen gegeben. Deine Mama hat ein stolzes Alter "Glückwunsch" und sie hat mit ihrem Spruch des Standards völlig recht, das Leben geht 100 pro immer weiter. Und wenn ich nicht so faul ,,,grins,,, wäre, hätte ich längst über mein Leben ein Buch geschrieben. Viele Grüße, ts