Frage von TaylorGangOrDie 27.07.2012

Existenzgründung / Selbstständig machen in der Gastronomie

  • Antwort von paulfritzpeter 27.07.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Also, um es mal vorneweg zu nehmen, es ist ein sehr entbehrungsreicher und steiniger Weg. Ich rede gar nicht mal von der richtigen (bezahlbaren) Location am richtigen Standort. Das ist schon eine Wissenschaft für sich und eine Portion Glück gehört auch dazu. Wenn ich lese "einstellen" kann ich Dir nur raten, mach langsam. Die Realität sieht so aus, dass Deine Angestellten mehr verdienen als Du. Gerade am Anfang wirst Du um Kosten zu sparen mehr als je zuvor und allein arbeiten. Selbstständig bedeutet selbst und ständig...Du hast keinen Sonntag, keinen Feiertag und kein Wochenende mehr. Und das ganze tauschst Du dann gegen Unzufriedenheit und wenig Verdienst (wenn überhaupt) ein. Wenn Du die richtige Location gefunden hast, die Einrichtung mit all den erforderlichen Maschinen steht und die erforderliche Deko vorhanden ist kann es ja erst mal los gehen. Vorher musst Du natürlich eine kochbare Speisekarte Schreiben. Dein Angebot sollte sich abheben, das Essen hervorragend sein und Du solltest einen Koch haben der Deine Ideen teilt. Denk auch daran was passiert wenn Dein Koch krank wird oder von heute auf morgen geht weil er 100 € mehr verdienen kann. Du musst an folgende Kosten denken : Einmalige Gründungskosten, Miete, Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Gema-Gebühr, Pflichtbeitrag IHK, Berufsgenossenschaft, Steuerberater, Löhne, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Umsatzsteuer für das Finanzamt, Gewerbesteuer, überteuertes Bier wegen Brauereivertrag, Kosten für Bierleitungsreiniger, Druckerzeugnisse, Wareneinkauf, Finanzierung des liegenden Warenbestandes, Firmenfahrzeug, Steuer und Versicherung dafür, unnatürlicher Schwund (Diebstahl), Abschriften durch Verderb, Entsorgungskosten für Bio-Müll, Hausmüll, Fettabscheider usw.....Übrigens musst Du Dir z.B. 2000,00 € monatliche Privatentnahme aus dem Geschäft nehmen. Für Deine Wohnungsmiete, Deine Privaten Kosten die ja bisher durch Dein Gehalt gedeckt waren. Davon solltest Du gleich 500,00 € weglegen, da das Finanzamt am Jahresende von Dir Einkommensteuer haben will. Rechne alle Kosten zusammen und teile durch 26 Öffnungstage. Soviel Umsatz brauchst Du am Tag um überhaupt vorwärts zu kommen. Ist die Zahl realistisch? Solltest Du dich immer noch selbstständig machen wollen empfehle ich Dir DRINGEND das Buch "Willst Du die totale Pleite". Sehr amüsant geschrieben, kostet knapp 20,00 € und hast Du in 3 Tagen gelesen. Extra für die Gastronomie vom Fachmann geschrieben. DANACH entscheidest Du dich. Bitte glaub mir. Ich bin 57 Jahre alt Metzgermeister und Betriebswirt mit 20 Jahre Gastro Erfahrung.

  • Antwort von Schelli001 27.07.2012
    2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

    Also zuerst würde ich sagen ist es immer sinnvoll zu gucken, wo das ganze stattfinden soll.

    Du brauchst einen Ort wo auch viele Touristen oder Einheimische langkommen, die Gegend spielt dabei auch eine Rolle, nicht das ein Glascontainer daneben ist oder dergleichen.

    Du brauchst einen Buisnessplan der gut durchdacht sein sollte und willst du die Küche selber leiten? Denke immer daran Selbstständig heißt "selbst" und "ständig" du kannst nicht mal eben so frei machen wie andere. Du kannst nicht nur durch Angestellte den Laden leiten lassen.

    Am Anfang steckst du viel Geld rein, auch dein eingenommenes Geld steckst du wieder in den Laden, die ersten Monate der Selbstständigkeit sind nicht leicht.

    Hast du schon mal mit einem Finanzberater gesprochen oder mit dem Arbeitsamt?

    Es gibt mehrere Stellen die dich beraten können. Liebe Grüße und Viel Erfolg

  • Antwort von tarasun 01.08.2012
    1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

    Also, als ich eben deine Zeilen lass - dachte ich ganz automatisch an meinen Ex, er hat auch immer von der Selbstänigkeit geträumt, er wollte reich werden und dabei vergessen was alles an der Angel hängt, obwohl man es ihm von Seiten unserer Hausbank abriet.

    Ich hatte neben meinem Hauptjob in diesem von ihm gegründeten Unternehmen gearbeitet für lau, jeden Sonntag, Feiertag, von Montag bis freitag hatte ich einen 18 Std.Tag, Krank sein war nicht drin, meinen Urlaub hatte ich für dieses Unternehmen geopfert und wenn ich mal einen Wunsch (pillepalle) hatte, war der nicht drin - als ich für immer ging --- da ging auch er in die Insolvenz.

    Darum überlege dir sehr genau was du tust, denn Selbständig heißt auch selbst und ständig, sehr wichtig sind auch Menschen denen du bis aufs Blut vertrauen kannst, doch das ist nicht immer möglich, denn man schaut immer nur vor den Kopf und nie hinein.

    Eine sehr ausführliche Antwort hast du bereits von Paulfritzpeter bekommen. Überdenke noch einmal deinen Traum, ich wünsche dir von Herzen viel Glück.

  • Antwort von FranchisePORTAL 30.07.2012

    Eine Existenzgründung will stets wohl überlegt sein und birgt auch immer ein Risiko. Es ist definitiv keine Entscheidung von heute auf morgen, sondern muss reifen. Pauschal Mut machen oder warnen ist schwierig, wenn man die Person nicht kennt, die sich damit beschäftigt. Sind Sie ein Unternehmertyp? Macht Ihnen ein wenig Risiko etwas aus? Können Sie sich vorstellen, am Anfang sehr viel arbeiten und sich gleichzeitig gedulden zu müssen, bis der gewünschte Erfolg eintritt? Haben Sie eine konkrete Idee oder einfach nur die grobe Wunschvorstellung?

    Nur als Anregung: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Franchisepartner eines Franchise-Unternehmens im Gastronomie-Bereich zu werden? Sie machen sich selbständig, sind eigenständiger Unternehmer und schließen sich einer Marke an. Sie erhalten ein funktionierendes Konzept und Unterstützung durch die Franchisezentrale und können eine etablierte Geschäftsidee übernehmen, falls Sie keine eigene "grandiose Geschäftsidee haben". Das bekannteste Beispiel aus der Gastronomie ist natürlich McDonald's, doch es gibt gerade in der Gastronomie und im Coffee-Shop-Bereich sehr viele Franchise-Unternehmen. (siehe z.B. unter http://www.franchiseportal.de/franchise-kategorien/Gastronomie-Lieferservice.htm )

    Dies nur als Anregung. Vielleicht ist das eine Idee für Sie. Natürlich sollten Sie sich genau mit den Vor- und Nachteilen einer Franchise-Gründung informieren, bevor Sie einen solchen Schritt wagen.

    Viele Grüße und viel Erfolg!

  • Antwort von mkreuzer 30.07.2012

    Um zu prüfen, ob dein Konzept erfolgreich sein kann, solltest du einen professionellen Gründercoach aufsuchen. Der prüft deinen Businessplan, deckt eventuelle Schwachstellen auf und überarbeitet ihn bei Bedarf gemeinsam mit dir. Des weiteren erläutert er dir alles, was du für die Selbstständigkeit wissen musst und steht dir vor und während der Gründung zur Seite.

    Die Leistungen eines Gründercoach werden je nach Bundesland in unterschiedlicher Höhe vom Staat gefördert. Bei uns in Bayern z.B.gibt es das Vorgründungscoaching, bei dem dessen Leistungen zu 70% vom Staat bezahlt werden. Einen zertifizierten Gründercoach in deiner Nähe findest du in der Beraterbörse der KfW.

    Mit deinem Berater solltest du auch das Thema Finanzierung besprechen. Für Existenzgründer gibt es zinsgünstige Darlehen mit Haftungsfreistellung. Haftungsfreistellung bedeutet, dass der Staat für dich bürgt. Im Falle des KfW-Gründerkredit-Startgeld sogar mit 80%.

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