existenzalismus von jean-paul satre?

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1 Antwort

Die Existenz geht der Essenz voraus.

ist eine prinzipielle Aussage, welche die monistische Einstellung Sartres mit zum Ausdruck bringt (das Sein ist ein Einziges und kein Geschöpf einer höheren Wesenheit, sodass daraus ein Dualismus "Geist-Materie" entspringt). Er sagt: Die geistigen Fähigkeiten des Menschen ruhen auf der Evolution des Lebens und dann weiter auf der kulturellen Evolution des Menschen. Es gab keinen (platonisch-idealistischen) Geist, der erst die Bedeutungen setzte und diese dann erst ins Materielle abgeglitten sind.

Aber, anders als Demokrit z.B. und Epikur folgend sagt er auch den wichtigen Satz: Der Mensch ist zur Freiheit verdammt. Sartres Weltsicht schließt keinen lückenlosen Determinismus ein. Nicht Kant sondern Hume liegt seinem Kausalitätsverständnis zu grunde. Kausalität ist menschliche Deutung - nicht unabänderlicher Sachzusammenhang. Wir selbst, Familie, Freunde und Unbekannte deuten die Welt um uns ohne Garantie, dass die jeweilige Deutung richtig ist. Schon in dieser Deutung ist Ungewissheit versteckt.

Aber wir Menschen gestalten unser Schicksal mit, indem wir in eine uns relativ unbekannte Zukunft handeln, immer wieder vor ungewisse Entscheidungen gestellt sind. Zwar beeinflussen die Deutungen der Familie oder von Freunden unsere eigenen Deutungen, doch die Wahlhandlung müssen wir nach Gewichtung der Deutungen selbst treffen. Das ist nicht die Freiheit der Entscheidung, dass sich die Welt links oder rechts rum dreht, es ist nur die kleine Freiheit, ob ich ein Stück Kuchen jetzt oder erst morgen esse.

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