Frage von Erdentochter, 69

Ex-Mann möchte Sachen haben die ihm nicht zustehen und auch, das sein Kind bei ihm lebt?

Hallo Community,

meine Cousine (34) hat sich vor etwa 3 Monaten scheiden lassen, sie und ihr Ex haben ein gemeinsames Kind (9). Sie wollte die Scheidung, da ihr Ex in den letzten 2 Jahren ihr gegenüber immer aggressiver wurde, was u.a. von seiner Spielsucht kommt, die auch vor 2 Jahren begannt. Er fing anfang des jahres an, sie zu misshandeln und da reichte es ihr, was ja völlig verständlich ist, sie hatte auch angst um ihr Kinde.

Jetzt ist es so, das er in eine 4-Zimmer Wohnung gezogen ist, hat seinen Krempel mitgenommen, aber z.B. TV, Sessel (...) sind im Haus meiner Cousine geblieben. Vor einigen tagen hat er angerufen und gesagt, er wolle das Sofa und die Mikrowelle hohlen kommen, schließlich habe er das Sofa bezahlt und er hätte ein recht auf Dinge die in diesem Haus sind, wo er gelebt hat. Das Haus selber hat allerdings meine Cousine (+ihre Eltern) vor 8 Jahren gekauft & abgezahlt.

  1. Frage, er hat das Sofa vor einigen Jahren gekauft, hat er Anspruch darauf?

Dem Jugendamt bzw. dem Gericht ist die Spielsucht und die Aggressionen (sagt man das in dem fall?)bekannt, der Vater darf sein Kind erstmal nur zusammen mit der Mutter sehen, er will bald in Therapie gehen und wenn die anschlägt, darf er wahrscheinlich auch alleine was mit dem Kind unternehmen (ich kenne mich damit nicht aus das ist nur eine Vermutung.) Allerdings besteht er darauf, die Wochenenden mit seinem Kind zu verbringen, d.h. dass das Kind auch bei ihm übernachtet. Das möchte aber die Mutter nicht. Sie hat das alleinige Sorgerecht, kann sie das dem Vater verbieten? ( also mit gerichtlichem Beschluss).

MfG Erdentochter

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von gnarr, 29

ihr wurde per gericht das alleinige sorgerecht übertragen mit beschluss oder einfach nur niedergelegt wo das kind derzeit lebt?

unabhängig davon, wird das umgangsrecht nicht an das sorgerecht gekoppelt. das umgangsrecht hat der vater und wenn es gerichtlich nicht eingeschränkt wurde, dann kann er sein kind ohne einschränkung über das we abholen und kind übernachtet dort. die aggressionen gegenüber der mutter haben mit dem kind nichts zu tun und solange er das kind nicht krankenhausreif schlägt und missbraucht, wird sich daran auch nichts ändern. - das wären auch die einzigen gründe für entzug des sorgerechtes. bist du dir also sicher, ein gericht hätte das umgangsrecht derart eingeschränkt? wenn nicht, kann die mutter garnichts verbieten, das steht ihr garnicht zu.

wenn der vater erst klagen muss auf umgangsrecht, wird das auf längere sicht ein schlechtes licht auf mutti werfen. sie sollte also recht zügig eine vernünftige umgangsregelung für das kind finden. eine betreuung in ihrem beisein, ist definitiv nicht vernünftig.

Antwort
von Mira1204, 46

Die beiden sollten sich vernünftig einigen. Es gibt sicher kein Beleg mehr wegen des Sofas, das heißt, er müsste erstmal nachweisen, dass er dieses gekauft hat und das geht ohne Belege nunmal nicht.

Wenn das Jugendamt sagt, er darf das Kind nur mit der Mutter gemeinsam sehen, hat er sich daran zu halten.

Antwort
von Sanja2, 39

Wenn gerichtlich festgelegt wurde, dass der Vater das Kind nur in Begleitung der Mutter sehen darf, dann darf er das genau so lange wie das Gericht es bestimmt hat. Übernachtungen sind dann sicher nicht integriert. Schade, dass die Eigentumssachen nicht bei der Scheidung mit besprochen wurden, denn dann wäre es jetzt klar geregelt. Ob die Möbel also ihm gehören hängt von vielen Faktoren ab, das ich mich nicht getraue jetzt hier eine Aussage zu treffen.

Antwort
von Giwalato, 31

Zur ersten Frage:

Wurden im Rahmen der Scheidung der Hausrat nicht bereits aufgeteilt?

Wenn sein Herz an dem Sofa und der Mikrowelle hängt, würde ich ihm diese Dinge überlassen und lieber neu kaufen. Aber danach muß Ruhe sein, er kann nicht alle paar Wochen mit neuen Ansprüchen kommen.

Beim Umgangsrecht würde ich in der aktuellen Situation nicht nachgeben. Die Mutter hat das alleinige Sorgerecht und damit auch das Aufenthaltsbestimmungsrecht nicht grundlos.

Erst wenn er erfolgreich eine Therapie absolviert hat, ist er wieder in einer Position, wo er verhandeln kann. 

Ich würde als Mutter außerdem das Gespräch mit dem Jugendamt suchen, zur Stärkung meiner Position.

Kommentar von gnarr ,

das sorgerecht und das abr haben mit dem sorgerecht überhaupt nichts zu tun. das abr regelt nur wo das kind gemeldet wird und wer das festlegt. mehr ist es nicht.

das jugendamt entscheidet keine umgangsdinge und stärkt auch keine position.

Antwort
von Dichterseele, 9

Grundsätzlich gilt bei einer Scheidung, dass der gemeinsame Besitz geteilt wird. Wurde das nicht geregelt, wer was kriegt?

Wenn sie das alleinige Sorgerecht hat und der Vater das Kind nur in ihrem Beisein treffen darf, hat er keinen Anspruch darauf, es übers WE zu sich zu nehmen - das wäre auch unverantwortlich, wenn er gewalttätig ist.

Offenbar fehlt diesem Mann jegliches Realitätsempfinden.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community