Frage von Vincenzo210, 135

Ex-Frau will dass unser gemeinsamer Sohn nicht mehr in die Kirche mitkommt , geht das?

Antwort
von Mieze1231, 44

Also generell zählt die religiöse Erziehung also die Einigkeit darüber zum gemeinsamen Sorgerecht und beide Eltern müssen zustimmen.

Wie jeder einzelne das beschlossene dann aber umsetzt gehört zur alleinigen Alltagssorge, die auch du hast, während des Umgangs.

Mit anderen Worten: beide Eltern entscheiden ob das Kind getauft wird oder nicht. Wird es getauft ist es aber beiden Elternteilen selbst überlassen, wie oft sie mit dem Kind in die Kirche gehen und wie stark sie den Glaube einbeziehen.

Sollte das Kind aber nicht getauft sein, die Mutter also von Anfang an komplett etwas gegen eine religiöse Erziehung gehabt haben, kann sie das durchaus erstmal verlangen, dass du das Kind nicht mitnimmst. Dann müsste im Zweifel ein Gericht entscheiden. (Ich vermute es würde zu deinen Gunsten entscheiden.)

Sollte das Kind getauft sein, kannst du es mitnehmen zur Kirche. Wenn die Mutter ihre Meinung über die allgemeine religiöse Erziehung geändert hat müsste sie erstmal einen Antrag beim Gericht stellen... Das darf sie ja nicht einfach allein entscheiden.

Generell würde ich aber nochmal mit ihr ein Gespräch suchen. Was sind ihre Befürchtungen und vielleicht Ängste? Warum möchte sie das nicht?

Antwort
von haufenzeugs, 24

wenn das kind bei ihr lebt, dann kann sie in ihrer umgangszeit machen was sie will und auch den umgang mit der gemeinde beenden. was du dann in deiner zeit machst, ist ihre sache. wenn sie das kind austreten lassen will dann muss sie entweder das mit deiner einwilligung machen oder eben klagen.

sollte sich die sache um eine sekte drehen, hat sich deine frage wohl erübrigt, da eine sekte kindeswohlgefährdend ist.

Kommentar von KaeteK ,

Dann muß man gerichtlich erstmal klären, was eine Sekte ist...So einfach ist das nicht, denn in unserem Land gilt  noch die Religionsfreiheit. lg

Kommentar von haufenzeugs ,

das mag ja sein. zu den sekten gehören die scientologen, die zeugen jehovas sind als solche gelistet bspweise. allerdings kann die mutter weder gerichtlich oder durch den anwalt verbieten, das kind und vater sich darüber unterhalten, das sie in irgendeine kultstätte gehen oder kirche, was auch immer und sich dort berieseln lassen.

Antwort
von newcomer, 77

vom gesetzlichen darf sie das. Vom Glauben hat sie bei der Taufe den Pfarrer versprochen ihren Sohn im Glauben zu erziehen und dazu gehört auch der regelmäßige Besuch einer Kirche.
Wenn der Sohn aber 14 Jahre geworden ist könnte er sich dazu entschließen aus der Kirche auszutreten. Dies entscheidet aber er, nicht seine Eltern

Kommentar von Vincenzo210 ,

Dafür habe ich vollstes Verständnis und sehe des ebenso genauso , dass er sich selbst dafür entscheiden muss. Ich zwinge ihn nicht doch nunmehr will sie bzw. Der Anwalt bestätigt haben , dass er nicht mehr mit in die Gemeinde geht und da frag ich mich ob des einfach so geht, denn ich habe ebenso umgangsrecht und geteiltes Sorgerecht ..

Kommentar von newcomer ,

das kann sich ihr Anwalt abschminken sprich so eine Forderung ist nicht gesetzlich geregelt.
Falls es sich bei dieser Kirche um z.B. eine Sekte handelt wäre es Kindswohlgefährdung.
Da dies aber bei kath. und ev. Kirche nicht der Fall ist und höchstwarscheinlich auch Klassenkameraden zur Kirche gehen wäre es für Ihn von Nachteil wenn er da nicht mehr hin darf.
Sprich mit Jugendamt denn die wissen mehr als der Anwalt was für Sohn gut ist.

http://dejure.org/gesetze/GG/4.html

Kommentar von newcomer ,

Grundgesetz

   I. Die Grundrechte (Art. 1 - 19)   

Art. 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des
religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Kommentar von newcomer ,

Sehr geehrter Herr Anwalt!

im Auftrag meiner Ex fordern sie dass mein Sohn nicht mehr zur Kirche gehen darf.
Im Grundgesetz Art 4. ist verankert dass jeder seinen Glauben ungestört ausüben darf.
Desweiteren wurde mein Sohn bisher wie es im Taufversprechen von beiden Elternteilen durchgeführt wurde im Glauben erzogen.
Dies beinhaltet auch regelmäßigen Besuch einer Kirche.
Viele seiner Freunde besuchen ebenfalls die Kirche und so wäre es ein Nachteil für ihn dass er dort nicht mehr hin darf.
Desweiteren wäre die Sache mit der Aufsichtspflicht.
Da ich und meine Partnerin regelmäßig gemeinsam zur Kirche gehen wäre zu dieser Zeit niemand zu Hause sprich Sohn wäre ohne Aufsicht.
Hiermit widerspreche ich dieser Forderrung und werde Sohn weiterhin mit zur Kirche nehmen.

Gruß, Amen

Kommentar von newcomer ,

https://de.wikipedia.org/wiki/Taufe#Rechtliche_Bedeutung

Innenrecht der Religionsgemeinschaft („Kirchenrecht“)

In vielen Religionsgemeinschaften begründet die Taufe in kirchenrechtlicher Hinsicht die Mitgliedschaft des Getauften in der Ortsgemeinde und zugleich der Religionsgemeinschaft. So bestimmt etwa § 6 Satz 1 des Kirchenmitgliedschaftsgesetz der EKD:

„Die Kirchenmitgliedschaft wird durch die Taufe in einer
Kirchengemeinde, die einer Gliedkirche der Evangelischen Kirche in
Deutschland angehört, erworben.“

§ 6 Satz 1 des Kirchenmitgliedschaftsgesetz der EKD

Die Voraussetzungen der Taufe sind in den evangelischen Landeskirchen in den Lebensordnungen geregelt, in der römisch-katholischen Kirche im Codex Iuris Canonici.[55]

Die Taufe ist eine Amtshandlung, die meist in die Kirchenbücher einzutragen ist (Beurkundung). So bestimmt es etwa Art. 10 Abs. 1 Satz 1 der Kirchlichen Lebensordnung „Taufe“ in Verbindung mit § 1 der Kirchenbuchordnung der Evangelischen Landeskirche in Baden.
In das Taufbuch werden dabei neben dem Datum und Angaben zu Taufendem
und Täufling auch der Taufspruch angegeben (§ 9). Über die Taufe wird
ein Taufschein ausgestellt (vgl. etwa Art. 10 Abs. 2 der genannten
Lebensordnung).

Kommentar von newcomer ,

Staatliches Recht („Staatskirchenrecht“)

Dieser Artikel oder Absatz stellt die Situation in Deutschland dar. Hilf mit, die Situation in anderen Staaten zu schildern.

Neben dieser kirchenrechtlichen Bedeutung der Taufe kann sie auch
Rechtsfolgen für die staatliche Rechtsordnung haben. Inwieweit der Staat
die durch Taufe begründete Kirchenmitgliedschaft anerkennt, regelt das
(weltliche) Staatskirchenrecht.

In Deutschland ist es dem Staat auf Grund der Trennung von Staat und Kirche
und seiner weltanschaulichen Neutralität verwehrt, zu bestimmen, wer
einer Kirche angehört. Die mitgliedschaftliche Zugehörigkeit zu einer
Religionsgesellschaft ordnet diese vielmehr nach Art. 137 Abs. 3 WRV in Verbindung mit Art. 140 GG als eigene Angelegenheit selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes.[56]

Anders sieht es aber dann aus, wenn die Religionsgemeinschaften vom
Staat abgeleitete Befugnisse wahrnehmen oder das staatliche Recht an die
Mitgliedschaft Rechtsfolgen knüpft (z. B. Kirchensteuereinzug). Dann nämlich ist die negative Religionsfreiheit des Mitglieds, also das Grundrecht, einer Religion nicht anzugehören, gegen das Selbstbestimmungsrecht der Religionsgemeinschaft abzuwägen.

Das Bundesverfassungsgericht sieht aber durch die Taufe und die staatlichen Kirchenaustrittsgesetze
der Länder sichergestellt, dass niemand gegen seinen Willen im
staatlichen Recht als Mitglied einer Religionsgemeinschaft behandelt
wird. Dies gelte auch für die Kindstaufe, wo die sorgeberechtigten
Eltern für ihre Kinder handelten. Im Ergebnis erkennt das staatliche
Recht also die durch Taufe begründete Mitgliedschaft auch da an, wo
daraus Rechte oder Pflichten im staatlichen Bereich folgen.

Kommentar von haufenzeugs ,

den widerspruch kannst du dir schenken, denn dein sohn wird nur noch in deinen umgangswochenenden zur kirche gehen. deine frau ist nicht verpflichtet an ihren wochenenden zur kirche mit kind zu gehen. tut mir leid, aber das wird dann nur noch alle 2 wochen stattfinden.

Kommentar von newcomer ,

seine Ex möchte dass er seinen Sohn wenn er bei ihm ist nicht mehr mit zur Kirche nimmt deshalb ist Widerspruch durchaus berechtigt

Kommentar von haufenzeugs ,

ich würde da überhaupt nicht drauf reagieren. der anwalt kann wollen was er möchte, aber darauf muss der kv nicht reagieren. widerspruch ist nicht nötig. er hat in seiner umgangszeit die alleinige alltagssorge und kann tun was ihm beliebt. wenn kind irgendwann die kirche verweigert, weil mutti lange genug gegen gewirkt hat, wird er es auch nicht ändern können. wenn sie sonntags nicht mit dem kind in die  kirche geht und gebete bei tisch unterbindet, muss er auch damit leben. da kann sich der anwalt auf den tisch stellen, die mutter fordern was sie will - es ist seine umgangszeit. wenn sie daran was ändern wollte, müsste sie klagen und wird damit auf die nase fallen. warum also baustellen eröffnen wo keine sind. es ist ihre baustelle und sie muss damit zurecht kommen, dass er die kirchliche seite fördet.

Antwort
von Alexuwe, 79

Habt ihr ein gemeinsames Umgangsrecht? 

Dann bedarf es einer Absprache.

was möchte das Kind ?

Notfalls, wenn es keine Einigung geben sollte  wird ein Gericht darüber entscheiden müssen! !! Wollt ihr das wirklich? ????

Kommentar von Vincenzo210 ,

Ich habe meinen Sohn nicht gezwungen und kein schlechtes gewissen gemacht. In keinerlei Form wird unser Sohn von seiner Mutter gefragt was er will und es hört sich vielleicht blöd an aber ich gebe ihm sehr sehr oft die Möglichkeit mit zu entscheiden. 

Kommentar von Alexuwe ,

Das finde ich richtig und auch gut.

Das Problem welches ich sehe ist das Problem zwischen Ihnen und Ihrer Frau 

Sie sollten , zumindest versuchen ein gemeinsames Ziel zu haben.

dazu gehört das Kind 

Absprechen was möglich ist , im Interesse des Kindes 

auch wenn es schwer fällt,  das ist es auch aber das ist die beste Möglichkeit gerade für Ihr Kind 

dazu alles Gute 

Antwort
von Othetaler, 58

Wie alt ist denn der Junge. Ab 14 ist das seine Entscheidung.

Und vorher solltet ihr euch irgendwie einigen.

Kommentar von Vincenzo210 ,

8 Jahre 

Antwort
von Menuett, 26

Wie alt ist das Kind, wer hat wie lange vorher das Kind religiös erzogen?

Kommentar von Vincenzo210 ,

Nun, ich will nicht sagen, dass es eine religiöse Erziehung gegeben hat in dem Sinne aber seit nunmehr als 3 Jahren gehen wir jeden Sonntag in die Kirche und singen Lieder die Gott loben und Preisen und wir beten vor dem Essen und vor dem schlafen gehen gemeinsam mit den Kindern. 

Kommentar von Menuett ,

Wenn das schon jahrelang so ist, dann hat die Mutter kein Widerspruchsrecht mehr. Damit hätte sie direkt kommen müssen.

Ärger machen kann sie natürlich trotzdem und versuchen dagegen zu klagen auch.

Da dürfte sie aber keine Chance haben.

Kommentar von Vincenzo210 ,

Ups und hinzufügen möchte ich noch dass er 8 Jahre alt ist 

Kommentar von Menuett ,

Da das bereits 3 Jahre läuft, hat sie da kaum noch eine Chance auf Widerspruch. Versuchen und Ärger machen kann sie natürlich trotzdem.

Kommentar von haufenzeugs ,

nun in ihrer zeit lobt sie niemanden, geht auch an ihren sonntagen mit kind nicht in die kirche und betet eben nichit zu den mahlzeiten. das kannst du aufrechterhalten in deiner umgangszeit. wenn sie das ablehnt musst du damit leben. wenn irgendwann demnächst dein kind das ablehnt, musst du auch damit leben

Kommentar von Menuett ,

Es geht aber darum, dass die Mutter über seine Zeit bestimmen will.

Kommentar von haufenzeugs ,

das kann sie ja versuchen, aber das wird ihr nicht gelingen. das geht sie garnichts an. wenn er in die kirche gehen will in seiner umgangszeit, dann kann er das tun und wenn er werte wie tischgebete pflegt, dann geht sie das auch nix an, dann tut er das eben. ich würde den brief in einen ordner packen und ignorieren.

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