Frage von MightyArrow, 120

Ex-Arbeitgeber stellt Arbeitszeugnis nicht aus, was tun?

Hallo,

Kurz zur Sachlage:

Arbeitsverhältnis ist beendet. Ich habe den Arbeitgeber mehrfach per Mail + Frist aufgefordert, mir ein Arbeitszeugnis auszustellen. Keinerlei Reaktion ! Ich muss dazu sagen, dass ich schon vorher keinerlei Reaktion bekommen hatte, als ich meine Arbeitspapiere (u.a. Zwischenzeugnis und ausstehende Lohnzettel der letzten drei Monate) eingefordert hatte. Nach gefühlten 100 Versuchen hat es dann endlich geklappt. Nun verstreicht am Mittwoch die nächste Frist. Danach möchte ich ich es per Einschreiben probieren. (Keine Lust auf Gericht, etc.)

Meine Frage hierzu. Kann ich bei dem Schreiben §630 BGB und §109 GewO nennen, und ihn somit darauf hinweisen, dass ich einen rechtlichen Anspruch habe, bzw. dass er mit rechtlichen Folgen rechnen muss, wenn er diese Frist verstreichen lässt? Denn wenn es so nicht klappt, bleibt mir ja wohl oder übel nichts anderes übrig.

Danke für Antworten

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von BekirIzmir35, 82

Wenn das Verhältnis so schwierig ist würd ich eher empfehlen auf das Arbeitszeugnis zu pfeifen und es in meinen Unterlagen nicht beizulegen, wenn zukünftige Arbeitgeber bei ihm anrufen und du ihm auf deutsch gesagt (auch wenns berechtigt ist) so auf dem Senkel gehst dann kannste dir Vorstellen wie solche Gespräche dann ablaufen würden.

Kommentar von MightyArrow ,

Da hast du recht ja, aber viele Arbeitgeber verlangen eben ein Arbeitszeugnis. Ich habe zwar ein Zwischenzeugnis aber mich dann jedes mal zu rechtfertigen, warum ich kein abschließendes Zeugnis habe, möchte ich auch nicht unbedingt.

Anderer Seits habe ich auch keinerlei Lust das gerichtlich regeln zu müssen, weil selbst auf ein Anwaltsschreiben pfeifen die !

Ich war nach fast 10 Jahren Anstellung zum ERSTEN Mal krank, leider länger und in dem Betrieb war Krankheit so etwas wie eine Straftat. Wenn man mal einen Tag nicht kommen konnte bzw. eher nach Hause ist, stand man am nächsten Tag vor "Gericht". Totaler Wahnsinn. Und da es dann eben nicht nur drei Tage waren, wurde ich direkt gekündigt.

Kommentar von BekirIzmir35 ,

Probier es wie du es geplant hast mit dem Einschreiben, die Paragraphen kannst du natürlich nennen. Ob es diesmal erfolgreich ist musst du dann sehen, kann dich da echt verstehen. Wäre auch Fassungslos wenn sowas nach 10 Jahren Anstellung so abläuft.

Dennoch würd ich das Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber (falls du es bekommst) in der Zukunft zurückbehalten und nur abgeben wenn explizit danach gefragt wird. Dabei kannst du dann auch angeben dass das Verhältnis trotz 10 Jahre Firmentreue zum Schluß angespannt war. Wichtig ist das du nicht über den Ex Chef ablederst sondern möglichst objektiv darüber berichtest.

In solchen Arbeitszeugnissen gibt es so ne interne Sprache, für laien klingt alles immer positiv aber anhand von Begriffen werden schnell mal die negativen Attribute kommuniziert. Aber ich denke du kennst dich da bestimmt auch gut aus.

Wünsche dir aufjedenfall für die Zukunft alles gute und lass dich nicht unterkriegen.

Kommentar von johnnymcmuff ,

In solchen Arbeitszeugnissen gibt es so ne interne Sprache, für laien klingt alles immer positiv aber anhand von Begriffen werden schnell mal die negativen Attribute kommuniziert. Aber ich denke du kennst dich da bestimmt auch gut aus.

Sollte man das Zeugnis einklagen, dann wird der Richter schon sagen dass es wohlwollend sein soll.

Macht er das nicht, bzw. stehen da Sachen drin die nicht in Ordnung sind, muss er mit einer erneuten Klage rechnen.

Antwort
von johnnymcmuff, 58

Danach möchte ich ich es per Einschreiben probieren. (Keine Lust auf Gericht, etc.)

Reichlich spät, das sollte man immer nur so machen.

Meine Frage hierzu. Kann ich bei dem Schreiben §630 BGB und §109 GewO nennen, und ihn somit darauf hinweisen, dass ich einen rechtlichen Anspruch habe, bzw. dass er mit rechtlichen Folgen rechnen muss, wenn er diese Frist verstreichen lässt?

Darfst Du.

Schau mal hier rein

http://www.hensche.de/Rechtsanwalt_Arbeitsrecht_Handbuch_Zeugnis.html#tocitem11

Du gehst einfach zum Arbeitsgericht und lässt dort die Klage aufnehmen und in erster Instanz brauchst Du keinen Anwalt, die Sache ist ja eh eindeutig.

MfG

johnnymcmuff

Kommentar von johnnymcmuff ,

Weiter Hilfe  willst Du ja anscheinend nicht, na dann vg.

Antwort
von JanRuRhe, 70

Ich empfehle Notfalls einen Anwalt einzuschalten. Das kostet ( erkundige dich vorher, wie viel - sollte so um die 50..80€ kosten) zwar, aber mit einem Anwaltsbriefkopf wirkt manchmal Wunder.

Kommentar von MightyArrow ,

Dort leider eher nicht.... Da wird kein wert drauf gelegt...

Kommentar von JanRuRhe ,

Dann soll der Anwalt ein Gericht anfordern. Scheint ja ein herzlicher Laden gewesen zu sein... Viel Glück

Kommentar von johnnymcmuff ,

Ich empfehle Notfalls einen Anwalt einzuschalten.

Das Geld kann man sich sparen. Die Sache ist eindeutig und in meiner Antwort seht, wie man das kostenlos machen kann.

Ich habe schon mal eine Klage eingeleitet, allerdings aus anderen Gründen und mit Anwalt.


Antwort
von skychecker, 43

Den §630 BGB kannst du dir sparen. Für Arbeitnehmer gilt §109 GewO.

Trotzdem kann eine entsprechende Klage vor dem Arbeitsgericht die Sache deutlich beschleunigen.

Wie du wird auch der Arbeitgeber wohl wenig Lust zeigen, wegen einem Arbeitszeugnis vor Gericht erscheinen zu müssen und das Zeugnis dann sicher auch vor dem Gütetermin bereits fertig haben.

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