Frage von Sparky1992, 34

Ewiger Kampf im Elternhaus, Bremse oder weiter?

Hallo zusammen,

Ich bin der Fabi und 23 Jahre alt, mache momentan eine Weiterbildung zum Arbeitstherapeuten(in einer Einrichtung für Psychisch kranke Menschen) .

Mein Geschichte ist wie folgt:

Alles begann in frühem Kindesalter,was ich jetzt erst erkannt habe. Meine Mutter war überfordert mit ihrer Rolle als Mutter, und so wurde ich auch unter schweren Bedingungen erzogen. Nicht mit physischer,doch mit verbaler Gewalt, täglich. Als ich 17 Jahre alt war begann ich eine Ausbildung zum Straßenbautechniker - die Ausbildung macht mir Spaß und alles war toll. Im 3. Lehrjahr wurde bei mir im Alter von 19 Jahren ein Bandscheibenvorfall diagnostiziert und so musste ich die Ausbildung unter Krücken abbrechen. In meiner 3 Monatigen Krankheitsphase lernte ich eine Frau kennen, sie begeisterte mich von Anfang an und so kam es das wir ein Paar wurden.. Die Beziehung mit ihr ist bis heute das schönste was ich je erlebt habe, meine Liebe zu ihr war grenzenlos und ich widerfuhr das selbe, aus tiefstem Herzen ,jeden Tag. Ich fühlte mich in dieser Zeit grenzenlos und schwerelos m,es war wie ein Traum von dem ich hoffte niemals auf zu wachen. Während dieser Beziehung begann ich eine Ausbildung in 100km entfernung ,so musste ich jeden Tag 200km pendeln. Leider blieb ich dieser täglichen Belastung nicht stand und bekam so einen Burnout und die Beziehung ging in die Brüche. Kurz nachdem sah ich mich gezwungen zu meiner Ausbildungsstelle zu ziehen, wobei ich jedoch aufgrund der sozialen Isolation,ohne Freunde und Kontakte eine Depression bekam und diese mich bis heute belastet. Nach dieser Ausbildung begann ich nun eine Weiterbildung zum Arbeitstherapeuten. Dieser Beruf ist für mich erfüllend, jeden Tag zur Arbeit zu gehen, mit dem wissen. Die kleine große Welt eines einzelnen Menschen jeden Tag zu erhellen und ihm zeigen, es lohnt sich, den Kopf oben zu halten und jeden Tag für das zu kämpfen an was man glaubt. Der Haken: ich lüge jeden Tag ,- denn den glauben habe ich selbst verloren.

DIe Beziehung zu meinen Eltern ist schwer, ich versuchte in meinem Leben alles richtig zu machen. Mit Sicherheit bin ich nicht perfekt. Doch wurde mir von klein auf für nichts Anerkennung gegeben. Meine Mutter verlor letztes Jahr ihren Job aufgrund ihrer psychischen Erkrankung, was sie zu einer gebrochenen Frau machte. Die Streits und Diskussionen mit meinen Eltern werden immer irrationaler, es ist immer nur ein A gegen B , so arg ich auch versuche es auf einer pädagogisch korrekten Ebene auszutragen, schlägt alles fehl. Das Endresultat ist immer das selbe, ich und meiner Bruder sind schlecht Menschen und alle Fehler liegen bei uns, keine Anerkennung, kein Lob, keine Liebe. Ich bin endgültig an dem Punkt an dem ich mir sage. Bis hier und nicht Weiter! . Doch an diesem Punkt..zerbreche ich selbst... . MIr fehlt der Mut,die Kraft und die Liebe. Ich will und kann nicht mehr mit meinen Eltern, ich möchte sie nicht mehr in meinem Leben haben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von nesi1939, 11

Hallo, das, was du durchgemacht und immer noch machst,  ist alles sehr schwer und ich kann dich gut verstehen, dass du jetzt an dem Punkt angekommen bist, wo es so unter keinen Umständen mehr weiter geht. Ich muss dich aber auch bewundern, wie und was du bis jetzt alles geschafft hast, um nicht ganz unterzugehen. Das sagt mir, dass du innerlich sehr stark bist, auch wenn dort eine große Leere ist und deine Gefühle unter einem großen Schutthaufen liegen. Aber mit 23 Jahren bist du noch so jung, dass du dein Leben total neu ordnen solltest und zwar,  indem du nur an dich denkst und nur an das, was dir in Zukunft gut tut und wie du leben möchtest. Alle anderen, auch Familie, musst du dafür ganz weit hinter dir lassen und ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, denn wie du siehst können sich auch durch deine großen Bemühungen die Gegebenheiten nicht ändern. Das ist zwar mehr als traurig, aber du bist dafür nicht verantwortlich. Du brauchst dafür deine Mutter nicht zu vergessen, denn sie ist und bleibt deine Mutter. Aber sie konnte dir nie geben, was ein Kind von einer  Mutter  braucht, um sich auch gut zu entwickeln. Du hast also nichts von ihr bekommen und was man nicht hat, kann man auch nicht verlieren. Mein Rat ist: Ordne deine Gedanken nur allein für dich und baue dir ein neues Leben auf. Du schaffst das ganz bestimmt und ich wünsche dir, dass du bald dafür wieder den Mut , die Kraft und die Energie findest.

Kommentar von Sparky1992 ,

vielen vielen lieben Dank für die netten Worte und das du dir die Zeit genommen hast fü den Ratschlag, der Schritt ist leider nur unglaublich schwer. 

Kommentar von nesi1939 ,

Hallo Sparky, vielen Dank für die Auszeichnung. Ja ich weiß, dieser Schritt ist wirklich sehr schwer, aber den musst du machen,    denn deine Eltern lassen sich nicht helfen und alles was du für sie versuchst, ist genauso umsonst, als würdest du eine Mauer biegen wollen. Nimm die wenige Energie die du noch hast und baue dir eine Welt auf, in der du endlich leben , lieben und lachen kannst. Du verbannst deine Eltern zwar aus deinem Leben, aber nicht aus deinem Herzen, denn da werden sie immer einen Platz haben. Und mit diesem Gefühl, wirst und brauchst du deinen Schritt bestimmt nicht bereuen.

Antwort
von Sparky1992, 32

Ich traue mich nicht sie aus meine Leben zu verbannen.... ich habe Angst es für immer zu bereuen... 

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