Frage von Lessuelsch, 250

Evolutionstheorie, sind Menschen im Grunde auch nur Tiere?

Da ich eigentlich Agnostikerin bin, habe ich lange Zeit diese Meinung vertreten. Ich arbeite in einem sehr kreativem Bereich und auch meine Freitzeit verbringe eher kreative. Ich male mit allem was ich finde, vorzugsweise Öl, ich zeichne, Fotografiere und auch die Musik gehört zu meinen Leidenschaften. Vor ca. einem Monat musste ich eines meiner schmerzlichsten Erfahrungen machen. Ich fand herraus, dass mein Partner mir fremdgegangen ist und auch sein Umgang anschließend war alles andere lindernd. Der letzte Monat wirkte ziemlich unwirklich und ich war und bin es vermutlich immer noch kurz davor in ein wirklich tiefes Loch zu fallen. Da er meine erste Liebe war, plagten mich auch Zukunftsängste, ob ich jemals wieder jemanden vertrauen könnte etc.

Und genau da wurde mir der Unterschied zwischen Mensch und Tier bewusst. Ich liebe Tiere, weil sie in meinen Augen im Gegensatz zu Menschen wirklich unschuldig sind. Aber wie ist es Möglich, dass wir so sehr leiden können, weil wir uns betrogen fühlen. Dass wir dermaßen starke Eifersucht, demütigung und Leid spüren. Wie ist es möglich, dass wir ein Verständnis für Kunst haben? Dass Kunst uns emotional berühren kann? Das alles kann man doch nicht mit Bedürfnissen und Trieben erklären. Kann es nicht doch viel mehr sein, dass wir tatsächlich so etwas wie eine Seele besitzen?

Ich habe ehrlich gesagt nie viel von Religionen gehalten, ich sah mich gern als Freigeist und doch fühle ich mich derzeit gefangener den je... Religionen sehe ich weiterhin sehr kritisch, aber einige Punkte brachten mich doch zum nachdenken..

"Der Menscht ist entstanden aus Staub, Gott hauchte es eine Seele ein". Im Grunde bestehen wir aus Materie, eine Mischung aus allem was die Erde hergibt und trotzdem können wir fühlen und Kunst verstehen. Religion sagt, dass sexualität nur im Rahmen der Ehe stattfinden sollte. Ich regte mich darüber immer auf und fand es zu konservativ, da ja schließlich jeder tun und lassen könne wonach im sei, das gehöre nun mal zur Freiheit.

Aber was genau ist sexualität, sind es wirklich nur die Befriedigung unserer Triebe? Entwerten es nicht damit viel zu sehr? Sexualität ist doch eigentlich die Essenz des Lebens, es besitzt die Macht Leben zu erschaffen, es erzeugt einen Moment der unfassbaren Nähe, Geborgenheit und wir kriegen dadurch mit die Höchsten Gefühle. Kann man wirklich sexualität so einfach von der Liebe trennen? Wir leben in der Zeit der "freien" ausgearteten Sexualität. In einer Zeit wo man zu jeder Tageszeit mit Hilfe eine E.-films Menschen beim GV beobachten können, wo Frauen überwiegend als ein Objekt betrachtet werden, in einer Zeit wo man Komplexe kriegen muss, wenn man nicht wie die Frauen in den E.-filmen ist. In einer Zeit wo das sogar ganz offen erwartet wird, wo Frauen als Lustobjekte verkauft werden, Wo Männern eine "normale" Frau eigentlich längst nicht mehr ausreicht, Wo sich junge Mädchen bis auf die Knochen runterhungern um akzeptanz zu fnden. Ist das wirklich freie Sexualität?

Antwort
von Ottavio, 6

Meine liebe Lessuelsch, 

Deine Frage ist derart komplex, dass ich mir kaum zutraue sie mit einer Erwiderung beantworten zu können. Aber einen ersten Versuch will ich unternehmen.

Zuerst aber möchte ich Dir mein Mitgefühl ausdrücken. Du warst zum ersten Mal verliebt. Er hast Dich betrogen. Es ist aus. Du leidest. Es tut mir Leid. Wie soll ich mich in dieser Deiner Situation angemessen ausdrücken ?

Hat der Mensch eine Seele ? Als meine Tochter ihr Psychologiestudium begann, fing der Professor seine Vorlesung mit den Worten an: "Eine menschliche Seele gibt es nicht". Ich denke, dass das als Provokation gemeint war. 

Und ob der Mensch eine Seele hat. Eine allzu sterbliche allerdings, zu lieben, zu hassen, zu leiden zu freuen sich (Goethe). Die menschliche Psyche=Seele ist der Forschungsgegenstand (das "Objekt") der Psychologie. Allerdings ist die noch weit entfernt davon, verbindliche Aussagen über sie machen zu können. Sie stochert noch stochastisch herum, und sie ist nicht die einzige Wissenschaft, die sich mit diesem Gegenstand beschäftigt.

Die Theologie tat das, aber ihre Aussagen gelten als abgetan. Eine "unsterbliche Seele" gibt es nicht. Die Gehirnforschung tut das, steckt aber noch ganz in den Kinderschuhen. Die Angst ist der einzige Affekt, der als "gut erforscht" gelten kann. Die Psychoanalyse tut das und kommt zu weitgehenden Aussagen. Die Psychologen weisen sie als "Spekulation" zurück. Die Psychopathologie tut das, sie analysiert aber nur Krankheiten.

Die Primatenforschung tut es auch. Sie Menschen nur Tiere ? Sie sind es nicht "nur", aber eben ganz unvermeidlich auch.  Sie haben Kunstempfinden und Vernunft, aber sie haben ebenso auch Instinkte und Triebe. Und das ist gut so. Ich habe vier Kinder gezeugt. 

Selbst der Mann, dessen Vernunft gepriesen wird über die aller anderen Menschen, Immanuel Kant, hat in seiner Grundlegung zur Metaphysik der Sitten zugegeben, dass kein  Mensch ein nur vernünftiges Wesen ist. Er blieb ehe- und kinderlos. Konnte er wirklich wollen, dass seine Maximen allgemeines Sittengesetz sein sollten ?

Was rechtfertigt es eigentlich, z.B. Schimpansen und Bonobos, mit denen wir 99% unseres Erbgut gemeinsam haben, mit den Regenwürmern zusammen in die Kategorie "Tiere" zu fassen und Menschen in eine andere ? Wir sind eine Gattung der Primaten unter anderen, mit denen wir vieles an Affekten, Trieben und Instinkten gemeinsam haben.

Ist der Kerl ein triebgesteuertes Wesen, und ist er es stärker als ein Frauenzimmer ? Vorausgesetzt, wir meinen mit "Trieb" vor allem den Sexualtrieb, und verstehen unter diesem jenes seelische Bedürfnis, das durch das Hormon Testosteron gesteuert wird, dann ist die Antwort ein klares Ja. In seinen "besten Mannesjahren", so etwa von 20 bis 55, hat ein Kerl zehnmal so viel Testosteron im Blut wie ein Frauenzimmer. 

Sexualität ist für ihn nicht nur ein Trieb, sondern ein Bedürfnis. Sie ist nicht alles, Kerle können auch anderes, aber ohne sie ist für ihn alles nichts. Da ihm die Kultur enge Grenzen setzt, sein Bedürfnis zu erfüllen, wird er, wenn er kann, seine Lebensplanung daran ausrichten. Alle feministischen Forderungen, er habe sich gefälligst den Frauenzimmern anzugleichen, werden daran nichts ändern.

"And when I touch you, I feel happy inside; and such a feeling made my love, I can't hide", sangen die Beatles. Für den Mann geht häufig die Liebe nicht durch den Magen, sondern durch den Sex, oft reicht aber auch schon die körperliche Berührung, die Umarmung, der Kuss. Ich denke, zumindest das letzte gilt auch für Frauen, und dafür ist nicht Testosteron zuständig, sondern ein anderes Hormon, das ebenfalls bei beiden Geschlechtern beim GV ausgeschüttet wird: das "Kuschelhormon" Oxytocin.

Die naturwissenschaftliche Untersuchung des Affekts Liebe ist noch wenig vorangeschritten. Ich bin überzeugt, dass es ihn auch bei Tieren gibt, die eine lebenslange Paar- oder Gruppenbindung aufweisen. Meine Selbstbeobachtung sagt mir, dass das Oxytocin  daran heftig beteiligt ist, dass es Glücksgefühle hervorruft, aber süchtig macht. Wenn es dann fehlt, ist der Mensch unglücklich.Er leidet wie Du gerade jetzt.

Kann man Sex von Liebe trennen? Man sollte es möglichst nicht, aber manchmal kann man es, insbesondere da zwei verschiedene Hormone dafür zuständig sind. Ein Knabe und ein alter Mann können eine Frau lieben ohne Sex, ein Kerl im besten Mannesalter kann es höchstens eine Zeit lang. Ein Kerl der zur Prostitutierten geht oder masturbiert, hat Sex ohne zu lieben. Das alles sind Banalitäten.

Das Problem ist der Seitensprung. Da habe ich wenig Erfahrung, aber mehr als gar keine. Hätte ich jemals sagen können, "es war nur Sex" ? Ich denke nein. Aber natürlich ist die Antwort Ja möglich, und ebenso sicher würde sie die Frage nach sich ziehen: "Warum tust Du es dann?" Die einzig sinnvolle Antwort wäre dann: "Weil Du mir den Sex verweigerst."  Sie natürlich nur dann sinnvoll, wenn sie den Tatsachen entspricht.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass sowohl Männer als auch Frauen gleichzeitig verschiedene Partner_innen lieben können.

Es grüßt Dich herzlich Ottavio.

Antwort
von Libertinaer, 13

Evolutionstheorie, sind Menschen im Grunde auch nur Tiere?

Sicherlich.

Ich fand herraus, dass mein Partner mir fremdgegangen ist

"Monogamie" ist nicht gerade ein Rezept der Evolution. Ganz im Gegenteil. Das Überladen der Sexualität ist ein SEHR menschliches Konzept. Genauer: Insbesondere ein Konzept der drei monotheistischen Buchreligionen (also Judentum, Christentum und Islam - wobei das Christentum auch noch die Monogamie beigesteuert hat, die in den anderen beiden Buchreligionen, sowie in vielen polytheistischen Religionen eher unüblich ist).

Ich liebe Tiere, weil sie in meinen Augen im Gegensatz zu Menschen wirklich unschuldig sind.

Alleine schon die Verwendung des Begriffes "unschuldig" zeigt, wie sehr Du doch von unseren religiösen Traditionen beeinflusst wurdest.

Dass wir dermaßen starke Eifersucht, demütigung und Leid spüren. Wie ist es möglich,

Weil wir das so beigebracht bekommen. Sowohl direkt (ggf. durch die Eltern), als auch indirekt (halt durch die Gesellschaft): "Eine der großen Lügen, die wir Kindern erzählen, ist, dass Sex für Liebe steht. Menschen nutzen Sex, um alle möglichen Gefühle und Motive auszudrücken, etwa Abenteuerlust oder Fürsorge, aber auch Wut oder Verachtung." (Dr. David Schnarch, Sexualtherapeut)

Andere Menschen haben ein anderes Bild von Sexualität!

Ich kann z.B. meiner Partnerin von Herzen gönnen, wenn sie sexuelle Bedürfnisse woanders stillt, die ich nicht stillen kann (oder möchte). Und ich weiß, auch aus eigener Erfahrung, dass man "Liebe" im Sinne von gelebte Partnerschaft und "Liebe" im Sinne von aufregendem, sexuellem Date durchaus trennen, bzw. auch durchaus gleichzeitig spüren kann.

Und da bin ich nicht alleine. Googel mal nach Polyamorie ...

Kann es nicht doch viel mehr sein, dass wir tatsächlich so etwas wie eine Seele besitzen?

So etwas wie? IMHO sicherlich. Das sagt man auch Tieren nach - zumindest den intelligenteren und sozial lebenden Tieren. Unsere Intelligenz versetzt uns aber in die Lage, Kunstwerke nicht nur anzuschauen/zu hören, sondern eben auch selber herstellen zu können. DAS ist der Unterschied. ;-)

Aber was genau ist sexualität, sind es wirklich nur die Befriedigung unserer Triebe? Entwerten es nicht damit viel zu sehr?

Der Mensch ist evolutionär darauf geprägt, in allem einen "Sinn" zu sehen. Wer weiß? Der Schatten dort drüben könnte auch ein Tiger sein, der dich gleich fressen will!

Mehr Intelligenz = mehr Sinnsuche. Auch wenn es gar keinen Sinn gibt. Bzw. er entsteht erst in unserem entsprechend erzogenem Gehirn: "Der gesunde Menschenverstand ist nicht mehr als eine Anhäufung von Vorurteilen, die man bis zum 18. Lebensjahr erworben hat." (Albert Einstein, Physiker)

Kann man wirklich sexualität so einfach von der Liebe trennen?

Viele können das.

Wir leben in der Zeit der "freien" ausgearteten Sexualität.

LOL - nicht wirklich. Menschen werden vor der Sexualität als "unschuldig" bezeichnet (als wenn mit dem Sex irgendeine Schuld käme). Wir haben "Schamhaare" (obwohl der Grund der Haare nicht die Scham ist, sondern sie dienen dazu, andere geschlechtsbereite Menschen anzulocken, weil eine größere Oberfläche eine bessere Verdunstung der Lockstoffe bewirkt). Wir wachsen mit dem monogamen Bild der ewigen, gegengeschlechtlichen Beziehung auf, getragen von ebenso ewiger Liebe (blanker Unsinn). Usw.

in einer Zeit wo man Komplexe kriegen muss, wenn man nicht wie die Frauen in den E.-filmen ist. In einer Zeit wo das sogar ganz offen erwartet wird, wo Frauen als Lustobjekte verkauft werden, Wo Männern eine "normale" Frau eigentlich längst nicht mehr ausreicht,

Muss man nicht! Und da kennst Du anscheinend die falschen Männer!

Wo sich junge Mädchen bis auf die Knochen runterhungern um akzeptanz zu fnden. Ist das wirklich freie Sexualität?

Nein. Das ist die Gesellschaft, die dir Normen vorgibt. Die Kunst besteht darin, schon als Kind zu lernen, sich diesem Druck, sich diesen vermeintlichen "Normen" nicht zu beugen.

Und genau das wird heute immer noch viel zu selten "gelehrt", in einer Gesellschaft, die, erneut religiös-traditionell verursacht, Unterordnung und Gehorsamkeit favorisiert. Wir dürfen laut Grundgesetz unsere Persönlichkeit frei entfalten. Aber wehe, wenn das mal wirklich jemand tut! Ja, der Staat und die Kirche sind mittlerweile getrennt, und sie dürfen sich da nicht mehr einmischen. Aber "die Nachbarn"? Was sollen bloß "die Nachbarn" sagen? ^^

Andere Gesellschaften - auch andere Religionen - waren und sind da durchaus anders ...

PS: "Die bedeutendste negative Leistung des Christentums war die 'Problematisierung' der Sexualität (...) Wir brauchen eine Geisteshaltung, die in der Sexualität kein 'Problem', sondern ein 'Vergnügen' sieht. Den meisten Leuten fehlt dazu die Sicherheit - und oft auch die Liebe." (Dr. Alex Comfort, Arzt, Psychologe, Wissenschaftler und Schriftsteller)

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 80

Mensch als Tier

Ich bin Buddhist und aus meiner Sicht ist der Mensch ein Tier, dessen ethische Entwicklung nicht mit der intellektuellen Entwicklung Schritt hält.

Heißt: Wir haben intellektuelle einen hohen Wissensstand, aber es fehlt häufig die charakterliche Reife, dieses Wissen verantwortungsbewusst einzusetzen.

Stattdessen schaffen wir uns mental eine Menge Leiden, das ein Tier mit geringeren intellektuellen Fähigkeiten vermutlich gar nicht nachvollziehen könnte, weil dieses Leiden nicht immer möglich ist.

Leiden durch mangelnden Erfolg...mangelnden Status...übertriebenen Egoismus...Leiden durch Suche nach Glück....einem Sinn....Leiden weil wir nie mit dem zufrieden sind, was wir sind...

Zur Sexualität

Sexualität dient primär der Fortpflanzung, aber Tiere nutzen sie auch, um emotionale Spannungen abzubauen.

Ich sehe in einer verantwortungsbewusst ausgelebten Sexualität grundsätzlich kein Problem, so lange dabei die Schaffung von Leiden vermieden wird.

Dass die Erotikindustrie ein verzerrtes Frauenbild nutzt, um Kundschaft zu generieren ist nicht neu und ist aus meiner Sicht auch nur ein Zeichen dafür, dass wir häufig in Entfremdung zu uns selbst leben.

Fazit

Nur weil ein Tier intellektuell hoch entwickelt ist, muss es deswegen nicht automatisch glücklich sein.

Einer unsterblichen Seele bedarf es zu diesem Erklärungsmodell meiner Meinung nach nicht.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Partnerschaft & Sexualitaet, 32
  • Selbstverständlich sind aus naturwissenschaftlicher Sicht Menschen auch Tiere. Diese Aussage ist gesichert und zweifelsfrei korrekt.
  • Der Mensch unterscheidet sich nur insofern von anderen höheren Tieren, als dass sein Denkvermögen so deutlich größer ist, dass sich beim Menschen Sprache und damit Kultur und Technik entwickeln konnten.
  • Sexualität dient der Fortpflanzung der Species -- bei allen Species, auch beim Menschen. Gefühle wie Verliebtheit und Liebe sind evolutive Optimierungen, die beim Menschen Paarbindung und gemeinsame Aufzucht des Nachwuchses ermöglichen. Lustvoller Sex und versteckte Fruchtbarkeit der Frau sind weitere Strategien, um Sexualpartner aneinander zu binden.
  • Moderne Exzesse wie Magersucht, Hypersexualisierung der Gesellschaft und dergleichen sind Auswüchse unserer Kultur. Mal ist eine Epoche zu verklemmt und verkrampft, mal zu freizügig -- recht machen kann man es niemals allen. Noch eine Anmerkung: Genau wie Schminken ist auch Magersucht eine Sache, die Frauen sich selbst oder gegenseitig einreden. Die allermeisten Männer wünschen sich eine natürliche, ganz normale Frau, die nicht nur Salat knabbert. Wirf das nicht den Männern vor!
Antwort
von Verjigorm, 94

Der Mensch ist tatsächlich auch nur ein Tier. Hochentwickelt und sehr intelligent, was gleichzeitig auch die beiden größten Probleme darstellt. Zwar zeigen auch Tiere mehr oder weniger barbarisches Verhalten, wie z.B. gerade in einer Dokumentation über Ameisen gesehen, aber der Mensch kann das durch seine Fähigkeiten auf die Spitze treiben.

Was Religion angeht, so ist die Forschung der Meinung, dass Glaube geistige Stabilität bringen kann. Ob das stimmt, weiß der Geier; allerdings scheint mir die Fähigkeit, an etwas glauben zu können, abzugehen und könnte damit viel zu Borderline (Diagnose bestätigt) beigetragen haben. Obwohl ich vielleicht behaupten könnte, an die Wissenschaft - dem Suchen nach Wissen und das Bedürfnis zu verstehen - zu glauben.

Was die Sexualität angeht: Da hat jeder seine eigene Haltung dazu. Für mich sind Sex und Liebe zwei Paar Schuhe und müssen nicht notgedrungen zusammen kommen.

Und entartet ist nur, welche Bilder einem die Gesellschaft aufdrückt. Und die realitätsfremden Bilder beschränken sich ja nicht nur auf Sex. Wie auch erwähnt betrifft das ebenso die Selbstwahrnehmung, was ein Mensch besitzen sollte, die Opferrolle der Frau und so weiter. Das prasselt alles tagtäglich auf einen ein. Dem muss man sich widersetzen. Unser Gehirn dient eben nicht nur als unmittelbarer Informationsfilter, sondern weitergehend auch dazu, Fehlinformationen zu erkennen und mit ihnen umzugehen.

Insgesamt halt ein sehr komplexes Thema.

Antwort
von Dahika, 56

Ja natürlich sind Menschen letztlich "nur" Säugetiere. Was sonst sollen sie sein? Seitdem der genetische Code von uns und anderen Tieren entschlüsselt ist, sollte man über diese Frage hinaus sein.

Antwort
von gnhtd, 60

Meinschen sind nur Tiere. Man kann es drehen wie man will...

"Das alles kann man doch nicht mit Bedürfnissen und Trieben erklären."

Machen auch nur Leute, die andere Leute wie dich dazu bringen wollen die Evolution nicht zu akzeptieren - die und Leute die nun wirklich nicht in der Schule aufpassen... 

Etwas lustiges dabei ist aber, dass es die psychologische Theorie der Triebe wirklich einmal gab: Im 19.Jh oder so. Mittlerweile weiss man aber, dass das Menschliche neuronale Netzwerk in Verbindung mit Hormonen und doch auch der Psychologie ALLE Gefühle, emotionen usw. erklären... Ich könnte dir einen Hormoncocktail spritzen und du wärst der depressivste, paranoidste Mensch der Welt... Zumindest solange die Hormone halten. 

So etwas wie eine "Seele" ist Augenwischerei.

"Im Grunde bestehen wir aus Materie, ..."

Und das ist dann eben genau das gefällige an religiösen Texten: "Leicht" zu interpretieren, irgendwo steht immer etwas das einem gefällt, ... Da muss man aufpassen (vor allem wenn man sich selber 'kritisch' nennt...)

Kommentar von OlliBjoern ,

Ich bin mir nicht sicher, ob das alles wirklich so einfach ist. Ich denke nicht, dass dies alles eine einfache Frage von "richtig" und "falsch" ist. Natürlich bin ich auch dafür, etwas in der Schule zu lernen, und ich bin ich auch der Meinung, dass die Evolution eine sinnvolle Modellierung der Vorgänge ist.

Aber es scheint mir etwas zu simpel, alles andere gewissermaßen mit einer Art Schulterzucken wegzuwischen, als ob Jahrhunderte der Religion und Philosophie bedeutungslos gewesen wären. Meiner Meinung nach sind sie das nicht gewesen.

Und nein, es ist nicht so, als ob die Psychologie alle Gefühle einfach so erklären kann. Vieles ist da Empirie (wie zum Beispiel die Medikamente wirken). Ich kenne da viel aus eigener Erfahrung und auch aus indirekter Erfahrung.

 

Kommentar von gnhtd ,

"... das Menschliche neuronale Netzwerk in Verbindung mit Hormonen und doch auch der Psychologie ALLE Gefühle, emotionen usw. erklären..."

Deine antwort: "...nicht so, als ob die Psychologie alle..."

Was gibt es da falsch zu verstehen?

"... als ob Jahrhunderte der Religion und Philosophie bedeutungslos gewesen wären"

Komplexität oder Langlebigkeit sind keine Argumente / Beweise. 

Man dachte auch relativ lange Katastrophen (Wirbelstürme, Erdbeben, ...) seien wortwörtlich 'die Strafe Gottes' und würden durch 'unmoralische' Sachen wie Prostitution ausgelöst...

Kommentar von Mark1616 ,

ich bin ich auch der Meinung, dass die Evolution eine sinnvolle Modellierung der Vorgänge ist.

Schön das das deine Meinung ist. Leider ist sowohl deine Meinung, als auch meine, oder die jedes anderen Menschen so unwichtig wie der Sack Reis in China.

Die Evolution ist ein Fakt. Die Evolutionstheorie beschreibt diesen Fakt. Meinungen sind in dieser Hinsicht irrelevant. Meinst du die Evolutionswissenschaftler haben beim erstellen ihrer Theorien gewürfelt?

Aber es scheint mir etwas zu simpel, alles andere gewissermaßen mit einer Art Schulterzucken wegzuwischen, als ob Jahrhunderte der Religion und Philosophie bedeutungslos gewesen wären. Meiner Meinung nach sind sie das nicht gewesen.

Religion und Philosophie sind Geisteswissenschaften. Punkt. Was gibts dazu sonst noch zu sagen? An der Bibel ist genauso wenig übernatürliches Wissen wie an jedwedem anderen religiösen Buch.

Antwort
von dadita, 67

Ja auch Menschen sind Tiere.

All diese Eigenschaften, welche du aufzählst, sind nur die logische Konsequenz der Überlebensstrategie unserer Spezies: Ein überdurchschnittlich großes Gehirn.

Diese Überlebensstrategie ist nur eine von vielen, sie stellt uns nicht über oder unter andere Tiere. 

Sexualität und Liebe haben nicht wirklich etwas miteinander zu tun. Sex dient der Reproduktion und der Sicherung des Fortbestands jeder Spezies. Emotionen dienen der Förderung der Bindung zwischen Partnern, bei Menschen ist dies besonders ausgeprägt, da der menschliche Nachwuchs besonders hilflos ist. Es war evolutionär erforderlich eine Bindung zwischen Menschen zu schaffen, eine Gruppen um die Sicherheit und Erziehung des Nachwuchses zu gewährleisten.  

Antwort
von Hamburger02, 27

Auf meiner langen Liste, wodurch sich der Mensch vom Tier unterscheidet, ist nur noch ein einziger Punkt übrig geblieben, nachdem ich alle Punkte gestrichen habe, die auch bei Tieren vorzufinden sind.

Dieser Punkt ist die Fähigkeit, über abstrakte Themen zu kommunizieren, was die notwendige Grundlage zur Entwicklung einer Zivilisation ist.

Antwort
von DarkSepia, 51

Menschen sind Tiere. Man kann sie auch weiter eingränzen: Wirbeltiere, Säugetiere, Primaten, Menschenaffen und so weiter.

Ich liebe Tiere, weil sie in meinen Augen im Gegensatz zu Menschen
wirklich unschuldig sind. Aber wie ist es Möglich, dass wir so sehr
leiden können, weil wir uns betrogen fühlen. Dass wir dermaßen starke
Eifersucht, demütigung und Leid spüren. Wie ist es möglich, dass wir ein
Verständnis für Kunst haben?

Viele Tiere haben gar keine Emotionen. Aber wie kommst du darauf, dass Menschen hinsichtlich Leid, Eifersucht und Demütigung einzigartig seien?

Das alles kann man doch nicht mit Bedürfnissen und Trieben erklären.
Kann es nicht doch viel mehr sein, dass wir tatsächlich so etwas wie
eine Seele besitzen?

Deine Argumentation ist leider ein typischer Fehlschluss vieler Theisten (und scheinbar einiger Agnostiker): Wenn sich unser Verhalten nicht auf eine bestimmte Weise ohne Annahme einer Seele erklären, lässt, bedeutet das nicht, dass sich unser Verhalten nur durch eine Seele erklären lässt! Wie genau menschliches Verhalten zu erklären sei, ist wahrscheinlich noch lange nicht geklärt. Dazu ist es viel zu komplex. Es gibt aber interessante neue Ansätze aus der Philosophie des Geistes, wie Externalismus und Scaffolded Mind Theorien.

Aber was genau ist sexualität, sind es wirklich nur die Befriedigung unserer Triebe?

Menschen kultivieren viel. Man denke an Humor: Bereits Kinder können über Ereignisse lachen und die frühsten Menschen womöglich auch. Zum Beispiel Schadenfreude! Durch Kultivierung entwickelten sich daraus Satire, Splastick, Parodien und so fort. Bei Sex ist es ähnlich: Natürlich gibt es einen Trieb, aber wir kultivieren auch hier vieles.

Kann man wirklich sexualität so einfach von der Liebe trennen?

Der Begriff "Liebe" muss deshalb nichts mit Sexualität zu tun haben, weil es sich um einen Überbegriff handelt. Platonische Liebe kann man von Sexualität trennen. Bei romantischer Liebe hingegen geht es nicht.

Ist das wirklich freie Sexualität?

Frei wovon denn?

Kommentar von Ottavio ,

Dass man "platonische Liebe" ganz von Sexualität trennen kann, ist ein frommes Gerücht hunderter Generationen von Pädagogen. Man lese nach in Platons Symposion (Gastmahl): Es geht um die Liebe des Pädagogen zum unterrichteten Knaben einschließlich nackt ausgeführter Ringkämpfe. Ich erkenne darin ein hohes Maß an (homo- pädophiler) Sexualität, auch wenn es nicht zum GV kommt.

Kommentar von DarkSepia ,

Mit platonischer Liebe ist heute etwas anders gemeint. Was du beschreibst ist Päderastie.

Antwort
von Ahzmandius, 93
Ich liebe Tiere, weil sie in meinen Augen im Gegensatz zu Menschen wirklich unschuldig sind.

Der eigentliche Grund für diese Aussage ist der Versuch mancher Menschen die Tiere in eine Ecke zu stellen, die quasi weit weg von der Menschlichkeit ist.

Das ist der Versuch den Tieren eine gewisse "natürlichkeit" zu geben, um beim menschlichen Verhalten darauf zu verweisen, dass Tiere das ja überhaupt nicht tun und deswegen der Mensch was ganz besonderes (in manchen Fällen ist die Absicht zu zeigen, dass bestimmte Menschen ganz besonders abnorm sind) ist.

Es gibt aber viele, unzählige Beispiel, die eben zeigen so viel anders ticken die Tiere doch nicht.

1)Es wird oft behauptet Tiere töten nur um sich selbst zu nähren.

-Nein, das stimmt nicht. Es gibt z.B. Affenrassen, die andere Affenkrassen jagen und erschalgen und zwar ohne das Ziel diese zu essen.

2)Tiere empfinden keine Eifersucht(einer deiner Aurgemente)

-Auch das ist falsch. Schon mal was davon gehört, dass man Baby und Hunde nicht alleine lassen sollte?

Es gibt zahlreiche Fälle, wo ein Hund ein Baby getöt hat, weil das Baby die ganze Aufmerksammkeit bekommen hat.

3)Tiere können keine tiefen emotionalen Beziehung eingehen(scheint auch einer deiner Argument zu sein).

-Falsch, Tier können, z.B. Hunde, die beim Militär oder Polizei arbeiten bauen eine hoch emotionale Bindung zum Herrchen auf. Wenn das Herrchen stirbt, sind die Hunde völlig zerstört.

Kennst du den Film Hachiko? Unbedingt anschauen, ist nach einer wahren Begebenheit.

4)In der Tierwelt gibt es keine sexuellen abnormen(Homosexualität etc.)

-Auch das stimmt nicht

Kann man wirklich sexualität so einfach von der Liebe trennen?

Ja das geht, siehe das älteste Gewerbe der Welt ;-)

Wir leben in der Zeit der "freien" ausgearteten Sexualität.

Na ja wohl eher nicht. Es gibt zwar immer mehr die damit an die Öffentlichkeite gehen oder ihrer Gesinnung nachkommen, aber gesellschaftlich ist es bei weitem nicht "normal".

Der große Unterschied zwischen Tier und Mensch ist aber wohl, dass wir über unser Handeln reflektiren können (wobei das nur eine Spekulatoin ist, vielleicht können das Tiere auch in ihren Möglichkeiten)

Antwort
von DieKatzeMitHut, 92

Ja, natürlich ist der Mensch auch nur ein Tier, auch wenn er sich in seiner geistigen Entwicklung natürlich gleichzeitig sehr davon unterscheidet.

Du tust so, als könnten nur Menschen "tiefere" Gefühle empfinden und stilisierst diese hoch. Auch Tiere kennen Schmerz, Trauer und Verlust. Und auch Tiere können "Liebe" füreinander empfinden, viele Tierarten bleiben mit einem einzigen Partner zusammen.

Genauso leben auch Tiere Sexualität aus und "besitzen die Macht Leben zu erschaffen". Wo soll da der Unterschied liegen?

Kommentar von Lessuelsch ,

Kann ein Tier niederträchtig sein, kann es bösartig sein, oder gar heimtückisch? Versteht ein Tier die Kunst, kann es in Metaphern denken, oder Sarkasmus? Ich behaupte nicht, dass wir über den Tieren stehen oder besser seien, oftmal denke ich eher das Gegenteil, aber dass uns doch mehr unterscheiden könnte, als bisher angenommen. Dass mit Sexualität viel zu achtlos umgegangen wird. Und unser jetziger Umgang damit scheint die Menschen auch nicht wirklich glücklicher gemacht zu haben. Allein im letzten Jahr haben sich in Deutschland 10.000 Menschen selbst umgebracht. Zu den häufigsten Gründen Liebeskummer und finanzielle Sorgen. Ich behaupte auch nicht, dass die Religionen damals damit besser umgegangen sind, aber dass ein Mittelweg vielleicht doch besser ist, als das was wir heute haben.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Natürlich gibt es Tiere, die heimtückisch sind. Unten wird das Beispiel von Katzen aufgeführt.

Und wer sagt denn, dass ein Tier keinen Sinn für Schönheit hat? Beispielsweise Affen können auch tatsächlich lachen, Witze und Tricks verstehen, ...

Wer bestimmt denn, was ein "zu achtloser Umgang" mit Sexualität ist? Du? Wohl kaum. Und auch da unterscheiden Tiere sich nicht.

Kommentar von Lessuelsch ,

Die Resultate zeigen es. Wir haben absolut keinen Respekt mehr vor dem Sex. Wir sind bereit Menschen zu verletzen seelisch und einige sogar körperlich zu verletzen um Befriedigt zu werden.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Was hat das damit zu tun, ob ein Mensch Tier ist oder nicht?

Zumal du hier ganz schön verallgemeinerst ;)

Und was heißt überhaupt "keinen Respekt mehr"? Denkst du das war je anders?

Antwort
von Gastnr007, 81

also zur wohl Hauptfrage: ja wir sind ein Tier, aber nicht nur: wir haben Verstand der es uns ermöglicht uns selbst zu sehen und unsere biologischen Schwächen auszugleichen. Sexualität ist für verschiedene Menschen wohl Verschiedenes, aber ja Sexualtrieb und schließlich der erfüllte Wunsch ganz nah bei einer geliebten Person zu sein. Fehlt der 2. Teil ist es tierischer Sex. Kunst verstehen wir dank Verstand, der uns vor langer Zeit viel zu komplexe Fragen stellte, woraufhin wir uns eine Religion schufen. Dein Liebeskummer ist völlig normal, gibt sich aber mit der Zeit - denke nicht an seine schlechten Seiten sondern an die tolle gemeinsame Zeit, die ihr miteinander hattet, selbst wenn sie vorbei ist.

freie Sexualität ist (für mich) schwer zu bewerten, doch bin ich mir sicher, dass du als Freigeist wieder in Freiheit schaffen kannst, vllt indem du was schönes malst, um deine Erlebnisse zu verarbeiten. Mach dir nicht zu viele Sorgen und sieh das Morgen (und wenn ich noch mehr reime schreibe ich bald so schön wie du xD)

Antwort
von MeliS1998, 52

Wir sind auf jeden Fall verwandt mit den ständig Sex habenden Bonobos und den hin und wieder auch mal Krieg führenden Schimpansen...

Antwort
von Accountowner08, 33

Wie weisst du, dass Tiere nicht eifersüchtig sind und nicht leiden, wenn der Partner fremdgeht?

übrigens laut Forschung sind die Bindungen der Menschen (Ehen) umso stabiler je weniger Rechte / Selbständigkeit / Besitz die Frauen haben.

Je matriacharalischer die Kultur, desto weniger kümmern sich Väter um ihre Kinder...

Aber in den patriarchalischen Kulturen sind die Männer auch nicht treu, die sind meist selbst polygam und verlangen treue von der frau... also insofern ist das Ganze nicht zu gewinnen...

Antwort
von OlliBjoern, 37

Warum "nur"?

"Dass mir der Hund das Liebste sei,
sagst du, o Mensch, sei Sünde?
Der Hund blieb mir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde."

(Franz von Assisi, 1182 - 1226)

https://de.wikipedia.org/wiki/Hachik%C5%8D

Antwort
von Philipp59, 21

Hallo Lessuelsch,

Du hast in Deiner Frage bereits zwei Bereiche genannt, die von Evolutionsbefürwortern nicht auf zufriedenstellende Weise erklärt werden können: die Kunst und sie Sexualität des Menschen. Beides zeigt sehr deutlich, dass wir nicht einfach höher entwickelte Tiere sind. Hirnorganisch betrachtet ist für unser Fühlen und Denken der "Frontallappen" zuständig. Dieser ist weit ausgeprägter als beim Tier und macht eigentlich das aus, was wir als Person sind.

In dem Buch Human Anatomy and Physiology heißt es über diesen Teil unseres Gehirns: "Die präfrontale Hirnrinde . . . ist stark beteiligt an der Gedankenentwicklung, an der Intelligenz, der Motivation und der Persönlichkeit. Sie assoziiert Erfahrungen, die für das Erzeugen abstrakter Vorstellungen, für Beurteilungen, Beharrlichkeit, Planung, die Sorge um andere und das Gewissen nötig sind. . . . Durch die Gedankenentwicklung in dieser Region heben sich die menschlichen Lebewesen von den Tieren ab" ( Marieb, Human Anatomy and Physiology).

Das, was uns ebenfalls vom Tier abhebt sind auch unsere kommunikativen Fähigkeiten. Das ermöglicht  der Teil unseres Gehirns, der als "motorische Rinde" bezeichnet wird. Dieser steuert u.a. die über 100 Muskeln, die insgesamt am Sprechen beteiligt sind. Kommunikation im Tierreich findet zwar auch statt, jedoch auf einer weite niedrigeren Stufe als beim Menschen.

Die von Dir bereits erwähnte menschliche Gabe der Kunst spricht eindeutig gegen eine evolutive Entwicklung des Menschen. Der Sinn für Schönes bringt uns keinen Überlebensvorteil. Er ist einfach da und macht uns Menschen zu einzigartigen Wesen. Professor Michael Leyton schreibt in seinem Buch Symmetry, Causality, Mind. darüber: "Kunst ist vielleicht das unerklärlichste Phänomen der Spezies Mensch". Ein Tier nimmt zwar auch einen schönen Abendhimmel wahr, doch bleibt es ebenso wie ein Mensch davor sitzen, um ihn staunend zu bewundern? Wohl kaum!

Weitere Unterscheidungsmerkmals zum Tier sind auch unsere moralischen Wertvorstellungen sowie unsere Fähigkeit, im Hinblick auf die Zukunft zu denken und zu planen. Ein Tier sammelt zwar auch Nahrungsvorräte, um z.B. über den Winter zu kommen, doch wird es dabei von Instinkten gesteuert . Es denkt nicht über die Zukunft nach, z.B. über die kommende kalte Jahreszeit, und es plant auch nicht im Hinblick darauf. Auch besitzt nur der Mensch die Fähigkeit, über Raum und Zeit, sowie über deren Unendlichkeit nachzudenken.

Schlussendlich besitzt auch nur der Mensch ein religiöses Bewusstsein. Auch dieses passt nicht in das Konzept "Evolution", denn es gehört im Kampf des Überleben des Tüchtigsten sicher zu dem Überflüssigsten überhaupt. Dennoch ist die Religion Bestandteil praktisch jeder Kultur und jeden Volkes. Darüber heißt es in dem Buch Is God the Only Reality?: "Das religiöse Verlangen nach Sinn . . . ist die gemeinsame Erfahrung jeder Kultur und jeden Zeitalters seit dem Hervortreten der Menschheit".

Diese wenigen Merkmale zeigen, dass die Kluft zwischen Mensch und Tier unüberbrückbar groß ist. John Polkinghorne von der Universität Cambridge kam zu folgender Überlegung:"Der theoretische Physiker Paul Dirac entdeckte die sogenannte Quantenfeldtheorie, die für das Verständnis der physikalischen Welt grundlegend ist. Ich kann nicht glauben, daß Diracs Fähigkeit, jene Theorie zu entdecken, oder Einsteins Fähigkeit, die allgemeine Relativitätstheorie zu entdecken, eine Art Abfallprodukt von unseren Vorfahren ist, die sich vor Säbelzahntigern verstecken mußten. Etwas Tiefgründigeres, Rätselhafteres ist im Gange" (Commonweal). Könne dieses "Rätselhafte" etwa mit Gott zu tun haben? Viele sind zu diesem Schluss gekommen, weil sie über die Einzigartigkeit unseres Lebens nachgedacht haben.

LG Philipp

Kommentar von NewSummer ,

Die wirklich einzige vernünftige Antwort zu diesem Thema.

Kommentar von AlbatrossFLIGHT ,

Super Darlegung - wer es jetzt immer noch nicht verstehen will.....

DH philipp!

Antwort
von EmoCandy, 91

Der Mensch ist das schlimmste aller Tiere, da man ihm Ziele zuordnen kann, die nicht nur zum (über)Leben dienen. Rein biologisch sind wir natürlich alle Tiere, aber auch Katzen zB wird nachgesagt, dass die mit ihrer Beute spielen, was (sollte es irgendwann nachgewiesen werden) auch eine Form des sadismus wäre und damit nicht viel anders als unser Verhalten.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

"Sollte es irgendwann nachgewiesen werden"? Wie willst du es denn sonst nennen, wenn Katzen Tiere töten um sie dann liegen zu lassen?

Kommentar von EmoCandy ,

Während sie noch lebt meinte ich. Danach ist es kein sadismus mehr, dann hat sie es aus Spaß gejagt, spielt sie aber mit der sich fürchtenden Beute, dann ist das sadismus.

Kommentar von DieKatzeMitHut ,

Ja, Katzen machen das auch mit Tieren, die noch leben ;)

Antwort
von Geistchrist16, 33

Auch wenn es interessant ist, fasse dich bitte etwas kürzer, damit wir dir helfen können.

Menschen und Tiere sind Geister.

Die Materie ist nichts als verdichteter, lebloser Geist, der durch schlechtes Karma entstand.

Die Probleme, die wir heute haben, haben ihre Wurzeln im schlechten Karma, denn: "Was der Mensch säht, erntet er!"   

Die Evolution ist nur eine Folgeerscheinung der Reinkarnations- und Aufstiegsstufen, dessen Endprodukt der Mensch ist.

Antwort
von DerBuddha, 53

natürlich sind wir auch nur tiere..............schau dir die natur an, die tiere selbst, denn ALLES was wir tun, kommt auch im tierreich vor, der einzige unterschied ist nur, dass wir darüber nachdenken, wären die tiere es einfach tun......

tiere spielen mit ihrer "jagdbeute" bis diese tote ist, ohne dass sie diese dann fressen, sie machen aus reinem spieltrieb.......kann man bei orcas sehr gut sehen und beweisen.............tiere verkaufen sich für sex, um futtervorteile zu haben, z.b. sehr gut bei vielen affenarten zu sehen............löwen bringen den nachwuchs des weibchens um, dass sie begatten wollen, nur um dann eigenen nachwuchs zeugen zu können..........vogelarten besetzen fremde nester, werfen die jungen einfach raus und setzen sich so ins gemachte nest................ameisen, bienen, termiten usw. bilden ganze staaten, mit allem was dazu gehört, kindermädchen, soldaten, futtersucher, aufseher, königinnen usw......spinnenarten fressen den ehepartner nach dem sex.......es bilden sich sogar oftmals gruppen bei den säugetieren, die dann jagd auf eigene artgenossen machen und diese töten, sehr oft bei affen zu sehen...zudem sieht man bei affen auch, dass sie sex geniessen und bei schimpansen z.b. wird sex groß geschrieben und jeder streit wird dort mit sex "beendet"...........selbst missbrauch ist weit verbreitet im tierreich, da macht man nicht mal vor kindertieren halt, homosexualität ist ebenso weit verbreitet und dabei hat das wort liebe eine viel größere bedeutung als bei uns menschen, denn z.b. bleiben schwule schwäne ihr ganzes leben zusammen und wenn der eine mann stirbt, bleibt der andere bis zum eigenen tod alleine, er nimmt sich nie wieder einen partner.....

das kann man in alle bereiche weiter führen, die spanne ist unendlich groß und zeigt, dass wirklich alle facetten im tierreich und teilweise sogar in der pflanzenwelt vorhanden sind.............die natur hat nämlich nur ein gesetz und dass heisst, leben, ausbreiten und überleben um jeden preis und dass macht die natur schon seit milliarden von jahren und ziemlich erfolgreich..........

selbst bakterien und viren sind wie wir............sie bilden sogar gemeinschaften mit anderen stämmen, um dann größere und stärkere stämme zu vernichten und wenn sie beide dann nur noch übrig sind, bekriegen sie sich auch noch..................

und auch die kreativität kommt in der natur vor, und dass im überfluss............wäre es nicht so, würde es keine evolution geben können, denn alles basiert auch auf die kreativität.............

man sieht z.b. so schön bei heimischen vogelarten, dass sie lernfähig und sehr kreativ im umgang mit neuen futtermöglichkeiten sind.........seit einigen jahren ist zu beobachten, dass z.b. vogelarten nüsse einfach auf bestimmten straßenbeläge aus hoher höhe fallen lassen, und sie so ohne große mühe an die nuss kommen, diese technik ist "neu" und wurde erst seit einiger zeit beobachtet........es gibt viele solcher kreativen beispiele......:)

man sollte also nicht an einen gott glauben, den wir menschen selbst erfunden haben, weil wir uns viele dinge nicht erklären können..........das leben selbst zeigt nämlich, dass nicht nur alles möglich ist, es gibt auch keinen unterschied zwischen uns und dem rest der lebensformen auf unserem planeten...............:)

Kommentar von AlbatrossFLIGHT ,

Armer Buddha....

deine Welt ist so klein und so eng, da möchte ich niemals leben. Zumal deine Welt auch nur von dir selbst gezimmert ist und du kannst nicht begreifen, daß es Dinge gibt, die du anscheinend niemals erfassen wirst. Du willst es ja nicht anders.

Kommentar von DerBuddha ,

*g*....wie willst du wissen, wie meine welt ist............

und mal im ernst, die gesamtheit unserer erde MIT allen lebensformen darin ist die erste religion der welt gewesen, nämlich die naturreligion, wo die gläubigen immer davon sprachen MIT der natur zusammen im einklang zu leben und KEINE unterschiede mit den anderen lebensformen zu machen, sprich mit den tieren und pflanzen und diese naturvölker waren und sind viel schlauer als du mit deiner eigenen engstirnigen denkweise...............:)

wenn du meinst, meine welt ist klein und eng, nur weil ich alles zusammen mit einbeziehe, dann gebe ich dir recht und sage mal, ok, ja, und damit kann ich sehr gut leben...................mit sicherheit viel ruhiger und besser als du mit deinem glauben an einen gott der nur aus dem unverständnis der naturgewalten von damaligen dummen menschen erfunden wurde und heute von den menschen gelebt und geglaubt wird, die zu feige zum eigenständigen leben sind................denn ihr braucht immer einen gott, um dinge erklären zu können, um eine belohnung am ende eures armseligen leben zu bekommen und nicht zugeben zu müssen, dass der körperliche tot endgültig ist..............und zudem verschliesst ihr eure augen vor der realität, die realität, die zum vorschein kommt, wenn ihr mal die geschichte der religionen genau anschauen würdet, die entstehungsgeschichte der götter.......................:)

viel spaß in DEINER kleinen und engstirnigen welt...........*zwinker*

Antwort
von loema, 61

Du spannst einen sehr weiten Bogen. Da kann man schwer drauf antworten.
Frauenhass, Sexfilmindustrie, Sexfilmkonsum, Schönheitsterror sind allerdings Zeichen der Zeit.

Antwort
von josef050153, 25

sind Menschen im Grunde auch nur Tiere?

Wenn man sich die Welt so anschaut ist das eine Beleidigung - für die Tiere.

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