Frage von 1panda, 32

Eure Meinung zu Glyphosat?

Hallo,

Vor nicht einmal so kurzer Zeit, war Glyphosat in jeder Schlagzeile. Was ist eure Meinung darüber und weswegen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Agronom, 27

Ich bin zufrieden mit der Entscheidung der EU-Kommission, auch wenn ich nicht denke, dass in den 18 Monaten neue bzw. bessere Studien zur Bewertung möglich sein werden.

Wir nutzen diesen Wirkstoff seit rund 40 Jahren, wäre es das "Gift" als das manche es bezeichnen, hätten wir das wohl schon lange mitbekommen. Die Bewertung des IARC bezieht sich nur auf ein Krebsrisiko allgemein, dieses Risiko besthet für alle möglichen Stoffe mit denen wir täglich zu tun haben, so ist z.B. Alkohol oder Holzstaub als "sicher krebserregend" eingestuft, Glyphosat hingegen nur als "wahrscheinlich krebserregend". Die Einstufung des JMPR, die Glyphosat als "nicht krebserregend" eingestuft hat, wurde in den Medien falsch als Gegenteil zur Einschätzung des IARC kommuniziert, das ist aber schlicht falsch, denn das JMPR hat sich bei der Einstufung lediglich auch "normale" Dosen bezogen, in denen man mit Glyphosat in Kontakt kommt, schließt aber eine Schadwirkung bei höheren Dosen nicht aus.

Die Bewertung ist sehr schwer, da man immer beachten muss, ob man nun den Wirkstoff Glyphosat für sich oder ein komplettes Handelspräparat mit all seinen Beistoffen bewertet. Neben diesem Punkt kommen viele Studien eben nicht zu eindeutigen Ergebnissen, sodass man keine klare Aussage über die Nebenwirkungen machen kann.

Bisher ist meine Einschätzung, dass der Nutzen das Risiko überwiegt. Es ist ein guter Herbizider Wirkstoff, mit geringem Resistenzpotenzial und im Vergleich zu anderen Herbiziden noch toxikologisch realtiv wenig bedenklich. Der Einsatz muss aber weiterhin beschränkt bleiben bzw. weiter eingeschränkt werden, eine maßvolle Anwendung in der Landwirtschaft, wo es die beste Variante darstellt, finde ich unproblematisch.

Antwort
von michi57319, 25

Wir Menschen sind mal wieder perfekte und unbezahlte Versuchskaninchen. Das gilt allerdings für viele Stoffe, nicht nur für Glyphosat.

Der Stoff lässt sich selbst in Kleinkindern finden, aber da es keine Langzeitstudien über die Gefährdung gibt, werden wir vermutlich mal wieder aus Schmerzen und Leid lernen.

Eine Anreicherung fremder Stoffe im Körper hat sich bislang sehr häufig als schädlich erwiesen.

Ich persönlich habe diesen Stoff nie genutzt, weil wir Tiere haben und ich den Kontakt zwischen Gift und Tier immer vermeiden wollte.

Trotzdem ist es nicht möglich, der Belastung aus dem Weg zu gehen, wie die gemessenen Werte in Kleinkindern zeigen. Da möchte ich gar nicht wissen, wie hoch meine ist.

Kommentar von Agronom ,

Eine Anreicherung ist i.d.R. schlecht, soweit richtig, aber für Glyphosat ist keine Anreicherung nachgewiesen und das alleinige Vorhandensein eines Stoffes ist relativ wenig aussagekräftig. Ein direkter Kontakt zwischen Wirkstoff/Präparat und Mensch/Tier ist selbstverständlich auch immer zu vermeiden.

Kommentar von michi57319 ,

Wir hatten in diesem Thema ja schon mal das Vergnügen miteinander :-) Ich stehe der Sache einigermaßen neutral gegenüber, bin aber aufmerksam, was die gemessenen Blutkonzentrationen betrifft. Da beißt die Maus keinen Faden ab, es ist vorhanden. In recht hohen Konzentrationen. Das finde ich besorgniserregend und dazu gibt es noch keine Antworten seitens der Forscher. Deshalb schlägt meine Meinung auch geringfügig in Richtung Negativ aus.

Abwarten heißt die Maxime, wilder Aktionismus hat noch nie zu einer passablen Lösung geführt.

Kommentar von Agronom ,

Genau, ich spreche mich dabei ja auch immer für einen maßvollen sach- und fachgerechten Einsatz aus, was eben auch Konzentrationen in Lebensmitteln auf ein Minimum beschränken würde.

Bei der Diskussion geht es meist auch weniger um Glyphosat selbst, sondern eher stellvertretend um die industrielle Landwirtschaft allgemein

Kommentar von michi57319 ,

Ich habe da absolut nur den Wirkstoff und seine möglichen Auswirkungen im Blick. DDT war gestern, heute reden wir über Glyphosat. Der Grund der Anwendung stand dabei immer nur am Rande zur Debatte. Aber das siehst du sicherlich anders, weil du ein Betroffener bist. Aus der meinigen Verbrauchersicht geht kein Weg an derartigen Hilfsmitteln vorbei, wenn wir weiterhin die Bevölkerung mit einer Rundrumsorglosversorgung absichern wollen.

Weniger ist mehr, aber wenn dann Konsequenzen drohen, schreien ja auch alle wieder, das gänge so aber nicht.

Kommentar von Agronom ,

Direkt betroffen bin ich auch nicht, bin kein praktizierender Landwirt. Bei DDT gibt es die Anreicherung im Fettgewebe, Glyphosat hat aber andere chemische Eigenschaften, daher wird es z.B. über Urin ausgeschieden, bzw. meiste geht es bei den "Glyphosatfunden" nicht um de Wirkstoff, sondern um dessen Abbauprodukt, das AMPA.

Ein Verbot von Glyphosat würde in jedem Falle eine Erhöhung der Lebensmittelpreise mitbringen, da die Alternativen mehr Arbeitsaufwand erfordern und man konsequenterweise eben auch Importe von mit Glyphosat belasteten Lebens- und Futtermitteln stoppen müsste.

Antwort
von zetra, 24

Hier wird von relativer Belastung gesprochen. 40 Jahre ist dieses Mittel "schon" im Einsatz usw. Wir haben das Jahr 2016, was haben wir denn die ganze Zeit gemacht, um die Bevölkerung satt zu bekommen.

Die Drohung von höheren Preisen, ziehen solange nicht, wenn man es mit seiner Gesundheit bezahlen muss.

Antwort
von brummitga, 25

zur Zeit besteht ja angeblich nur der Verdacht, dass G. für den Menschen schädlich ist. Es sollte erst zugelassen werden, wenn sicher ist, dass es unschädlich ist. Aber da werden Monsanto & Co. schon ihre Lobby nutzen, um das zu verhindern.

Antwort
von unlocker, 22

es ist sicher nicht gesund. Ob es wirklich krebserrregend ist, keine Ahnung. Aber Monsanto allgemein ist ein rotes Tuch...

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