Frage von papagei2002, 91

Eure Erfahrung bei der Kastration von alten Kaninchen?

Hallo, ich habe jetzt einen Rammler (ca. 8-9 Jahre). Er ist unkastriert und hat wahrscheinlich schon fast sein ganzen Leben allein gelebt. Ich will natürlich nicht das er alleine lebt, deswegen habe ich mich über eine Kastration in dem Alter schon etwas Informiert. Im Internet steht das die Kastration auch nicht mehr Risiken birgt, sofern das Kaninchen gesund ist. Klar, bei einer Op kann immer etwas passieren, aber ich wollte einfach mal eure Erfahrungen mit der Kastration von älteren Ninchen wissen. Habem sie es gut Überstanden? War es viel Stress?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Ostereierhase, Community-Experte für Kaninchen & Tiere, 38

Hi du,

Stress haben Kaninchen immer, sobald sie ihr Territorium verlassen. Man kann nur schauen, dass man dieses durch ruhiges und wissendes Handeln so gering wie möglich hält.

Ich würde dir dringend zu einer eingehenden Voruntersuchung raten, wenn möglich mit Blutuntersuchung und, falls unproblematisch machbar, mit einem Röntgen des Brustkorbs, um Herz und Lunge einzuschätzen.

Zur Narkose würde ich für ein altes Tier nur Inhalation (wenn die Lunge absolut untadelig ist) oder eine komplett antagonisierbare Narkose (am besten mit Venenzugang), wenn dein Kaninchen Herz oder Lungenprobleme hat. Letztere wird leider nur sehr selten in Praxen eingesetzt, da sie sehr teuer und aufwändig in der Verwaltung ist.

Vor der Narkose wird ein Mittel zur Reduzierung der Schleimsekretion gegeben, dazu eventuell etwas zur Beruhigung und ein Schmerzmittel.

Die OP an sich ist einfach und schnell. 10-15Minuten und ein geübter Tierarzt ist fertig mit allem.

Wichtig ist, dass die Narkose gut überwacht wird, sprich, dass Herzleistung und Sauerstoffsättigung überprüft werden und bei Bedarf mit Sauerstoff nachgeholfen werden kann, wenn es Probleme gibt, so dass diese sich gar nicht erst verschlimmern.

Nach der OP ist eine gute Versorgung A und O. Wärme, eventuell eine Infusion, Beobachtung, bei Bedarf Zwangsfütterung, wenn das Kaninchen nicht von allein frisst.

Ich hab früher einige alte Kaninchen operiert, aber es ist definitiv die Ausnahme. Bei mir ging alles gut. Wichtig ist aber für alle alten Tiere das gleiche: Narkose anpassen, Überwachung, Nachsorge.

Mit diesen Mitteln ist eine OP bei einem alten, gesunden Tier vom Risiko aus meiner Sicht auch nicht schlimmer, als eine OP mit schlechter Rundumversorgung bei einem jungen.

Kommentar von Dackodil ,

Nur mal interessehalber, in welcher Größenordnung liegt man denn dann für eine Kastration mit diesem Aufwand?
Und wieviele Leute sind dann noch dazu bereit, daß für so ein altes Tier auszugeben?
Das "lohnt" sich doch gar nicht mehr.

Kommentar von Ostereierhase ,

Die Größenordnung kann ich dir schwerlich nennen. Die hängt vom Satz des jeweiligen Tierarztes, davon ob er ein eigenes Labor oder ein Fremdlabor beauftragt und der gewählten Narkose sowie auch der örtlichen Lage ab. Ich gebe aber zu, dass der Gesamtaufwand, falls man alles abklären lässt, durchaus 200 Euro erreichen kann, sogar mehr, wenn der Satz sehr hoch angesetzt ist.

Ob sich das lohnt, muss allerdings der Tierbesitzer selbst wissen. Ich selbst hab für 1 Ratte in einem Jahr 1000 Euro Tierarztkosten angehäuft, als ich noch nicht selbst praktizierte. Mir war mein Tier das allemal wert und ich kenne viele, die es ähnlich wie ich handhaben. Für sie sind Tiere Teile der Familie. Ich kenne aber auch Hundebesitzer, die noch nicht mal bereit sind, eine Impfung zu bezahlen und meckern, wenn ihr 60 Kilo Hund 30 Euro allein für die Antibiotika verschlingt. Den Wert des eigenen Haustieres bestimmt eben jeder selbst.

Allerdings frag ich mich dann im Gegenzug, Dackodil, warum sich so oft Leute mit viel Brimborium (nicht auf den Fragesteller bezogen) alte (kranke) Tiere anschaffen. Dafür Lobhudelei erwarten und dann nicht bereit sind, die Kosten die mit diesen Tieren einhergehen, zu bezahlen.

Deine Frage vermittelt mir mal wieder das Gefühl, Tiere sind immer noch Dinge. Man will sie jung und unverbraucht. Das sie irgendwann alle mal alt werden und dann sehr wahrscheinlich Geld kosten, sollte man sich aber auch bei der Anschaffung eines Jungtieres vor Augen halten. Sonst ist man für die Tierhaltung aus meiner Sicht nicht geeignet, denn dann zahlt man im Alter auch keine Abszessbehandlung oder eine langwierige Magen-Darm-Problematik. Die klettern nämlich auch schnell mal in die von mir genannten Höhen.

Antwort
von neununddrei, 49

Er ist jetzt 8 oder 9 und hat jetzt wie lange allein gelebt?
Bist du dir sicher das er noch gesellschaftsfähig ist?

Ich musste meinen Herren mit 12 Jahren einschläfern lassen. Kastriert wurde er mit 1 Jahr.

OP allgemein ist immer so eine Sache.
Von daher wäre zu überlegen ob es nicht besser ist ein Kastraten zu holen. Männlein oder Weiblein ist da egal. Weiblein wäre sicher einfacher zu vergesellschaften.
Und vom Alter würde ich kein Jüngling empfehlen, sondern eher gleichaltrige.

Kommentar von Dackodil ,

Mit Weiblein könnte er bald mehr Kaninchen haben, als er wollte.

Kommentar von neununddrei ,

Mit einem kadtrierten Weibchen nicht!

Lesen. Verstehen.

Kommentar von Dackodil ,

O.k., ich hatte Kastraten nur auf das Männlein bezogen.

Kommentar von neununddrei ,

Kastrierte natürlich

Kommentar von papagei2002 ,

Du meinst einen kastrierten Rammler zu meinem unkastrierten Dazuholen? Sowas kann nicht gut gehen

Kommentar von neununddrei ,

Weshalb soll das nicht gut gehen?
Du musst eh probieren wie verträglich er ist.
Dann nimm ein kastriertes Weib.
Würde ich persönlich eh zu tendieren.

So aus der Ferne kann man schlecht urteilen.

Kommentar von neununddrei ,

Ja okay , da würde ich mir jetzt aber noch mehr Meinungen und Erfahrungen einholen.

Was sagt dein Tierarzt dazu?

Wielange ist er denn jetzt schon allein und weshalb hat da seine Manneskraft noch nicht gestört?

Antwort
von Dackodil, 48

Viele Kaninchen haben völlig ohne Symptome Lungenerkrankungen, die ihre Lungenfunktion einschränken.
Im Alltag kommt das nicht zum Tragen, aber bei einer Operation mit Narkose ist es oft die Ursache für ansonsten unerklärliche Todesfälle während und nach der Operation.

Versuche doch lieber, ihm ein kastriertes Böckchen zu zugesellen, oder vielleicht gibt es ja im Tierheim eine unfruchtbare Zippe. Manchmal gibt es auch kastrierte Zippen.

Kommentar von papagei2002 ,

Hm... Ich hab schon viel gelesen und wenn man zwei Männchen halten will, dann muss man beide kastrieren lassen. Auch bei einem kastrierten Weibchen soll das nicht gut gehen... Aber danke.

Kommentar von Dackodil ,

Ich habe auch gelesen, daß es mit 2 unkastrierten Männchen nicht gut geht. Ich kenne aber ausgesprochen schöne Männerfreundschaften.

Ich könnte mir vorstellen, daß dein älterer Herr nicht mehr ganz so machomäßig drauf ist und mit einem jüngeren kastrierten Böckchen gut harmonieren könnte.

Es liegt auch viel an genügend Platz und Versteckmöglichkeiten, damit sie sich auch aus dem Weg gehen können.

Kommentar von monara1988 ,
Versuche doch lieber, ihm ein kastriertes 
Böckchen zu zugesellen, oder  vielleicht gibt
es ja im Tierheim eine unfruchtbare Zippe.

Das bringt aber meist nichts, denn dann ist er immer noch unkastriert und somit leided er ja weiter unter seinem Vermehrungstrieb und wäre dennoch agressiver. Und unkastrierte Männchen bedrängen/berammeln die kastrierten Männchen oder Weibchen meist, weshalb es zu Dauersteress kommt. Daher sollten Männchen immer kastriert sein, egal mit wem man sie zusammen hält ,)

Zippen

Kastrierte Singdrosseln? XD
Bei Kaninchen heißt das Zibbe ;)

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