Frage von BlaueDose, 26

Eure Berufs/Studiumswahl! ?

Da ich mich selbst nicht entscheiden kann, wollte ich euch mal fragen wie ihr zu eurem jetztigen Beruf gekommen seid bzw. warum ihr gerade "XY" studiert. Was sind eure Motivatoren "XY" zu machen bzw. "XY" gerade nicht zu machen.

Weiterhin:
Falls ihr jemanden kennt der "XY" macht und auch wisst wieso er es macht nicht andere Dinge, wäre es nett , wenn ihr das erwähnen könntet :)

Antwort
von Dontblink, 26

Ich habe zunächst viele Jahre überlegt, was mich am meisten interessiert. Da ich schon im Teenageralter angefangen habe, Kinder zu betreuen, war für mich klar, dass ich das Thema Erziehung total spannend finde. Dann habe ich meine Eltern gefragt, welche Berufe man machen kann, wenn man mit Kindern arbeiten möchte. Ich habe daraufhin dann ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht und habe somit Feedback von den Mitarbeitern über den Job bekommen, bzw. haben sie mir Anreize gegeben, welche anderen Berufe es noch in dem Bereich gibt. 
Als ich dann mein Abitur fertig hatte, habe ich auch angefangen zu überlegen, wie ich später leben möchte. Möchte ich einen einfachen Job haben oder etwas was mich herausfordert? Wie wichtig ist mir gutes Gehalt? Kann ich mir vorstellen, jeden Tag das selbe zu machen oder mein ganzes Leben lang in einem Bereich zu bleiben? 
Ich habe dann mit sehr vielen verschiedenen Leuten gesprochen. Mit Erziehern, mit Lehrern, mit Sonderpädagogen, mit Kinderpsychologen, mit anderen Kindertherapeuten uvm. und alle konnten mir die Vor- und Nachteile ihres Berufes erläutern und haben mir sehr geholfen, eine Entscheidung zu treffen. 

Auch habe ich mir mit der Entscheidung bewusst sehr viel Zeit gelassen. Ich habe nach dem Abitur ein FSJ an einer Förderschule gemacht, um in den Bereich Schule einen Einblick zu bekommen. Weil ich mir danach immer noch unsicher war und ich die Unabhängigkeit, die ich nach dem Abi hatte, genießen wollte, bin ich nach dem FSJ für ein Jahr als Au Pair ins Ausland gegangen und konnte somit auch meinen Wissensdurst über das Thema Erziehung etwas stillen. Dort habe ich wiederum wieder sehr viele Menschen getroffen, die mich beraten und unterstützt haben. 

Inzwischen studiere ich Sonderpädagogik (Lehramt) und bin mehr als zufrieden mit dieser Entscheidung. Ich bin nämlich zu der Erkenntnis gekommen, dass mir ein abwechslungsreiches Leben sehr wichtig ist und ich keinen eintönigen Alltag später haben möchte. Auch ist mir mein späteres Gehalt nicht unwichtig, da ich unglaublich gerne reise und auch später in der Lage sein möchte, überall hinreisen zu können. Als Sonderpädagoge verdient man zwar nicht überdurchschnittlich viel aber man verdient auch nicht wenig. Auch habe ich die Möglichkeit mich therapeutisch weiterzubilden und habe somit nicht die Gefahr, in einer Sackgasse zu landen. Desweiteren hat man als Sonderpädagoge in der Schule je nach Stundenplan sehr unterschiedliche Arbeitszeiten, was mir ebenfalls wichtig ist, um keinen eintönigen Alltag zu haben. 

In dem Sinne habe ich (bis jetzt) alle Punkte erfüllt, die mir für mein späteres Leben wichtig sind. 

Kommentar von BlaueDose ,

Danke für deinen ersten mutigen Beitrag :)
und auch das du dir so viel Zeit genommen hast :)

Antwort
von CaseOfInterest, 17

Moin,

Wie ich zum meinem jetzigen Studium gekommen bin ? Durch probieren. Entsprechend sieht mein Lebenslauf auch aus.

Ich habe das Problem, dass ich mir alles immer super ausmalen, planen und vorstellen kann, aber wenn es an die Umsetzung geht, Probleme gibt.

So wollte ich eigentlich immer Historiker werden, habe entsprechend in der Schule Latein und Geschichte als zwei der fünf Leistungskurse gewählt.
Nach dem Abitur habe ich dann auch ein entsprechendes Studium angefangen, indem mir aber schnell klar geworden ist, dass das so nichts wird, einmal auf das Studium und einmal auf das spätere Arbeitsleben bezogen.

Dann stand ich ein bisschen dumm da, weil ich keine Ahnung hatte, was ich jetzt machen soll. Zuerst habe ich mir dann technische Ausbildungen angeschaut und bin dadurch zu dem Schluss gekommen, dass ich ein technisches Studium anfangen möchte.

Geworden ist es dann der Studiengang Erneuerbare Energien, aber nicht weil ich ein großer "Ökofreak" oder dergleichen bin, sondern weil ich ein sehr großes Interesse an thermischer Energietechnik bzw. Kraftwerkstechnik erfahren habe und mich dementsprechend auch ausrichten will.

Mein Plan ist es, nach dem Bachelor einen Master in Energietechnik zu machen und mich dann auf Feuerungs- und Kraftwerkstechnik, sowie auf die numerische Simulation der dortigen Strömungen, sprich Thermo- und Fluiddynamik, zu spezialisieren.



Kommentar von BlaueDose ,

Erstmal Danke für deinen Beitrag :)

Ich selbst interessiere mich dafür Jura zu studieren, allerdings ist es so, dass ich mittlerweile herausgefunden habe, dass der Arbeitsmarkt überschwemmt ist von Juristen :(

Deswegen suche ich nach einer alternative.

An alle die das lesen:
Habt ihr da Impulse?

Kommentar von Dontblink ,

Ich würde mich davon nicht abhalten lassen - du weißt nie, wie es in fünf oder sechs Jahren aussieht, bzw. wo du später mal landen wirst. Vielleicht zieht es dich ja später aus irgendeinem Grund ins Ausland, wo Juristen dann ganz dringend benötigt werden und dann ärgerst du dich, dass du deinem Berufswunsch nie nach gegangen bist... 
Als Impuls würde ich dir geben, dich mit Juristen oder Jurastudenten in Kontakt zu setzen. Du kannst zum Beispiel mal bei fb nach "Jura Uni XY" je nach dem in welcher Stadt du wohnst, suchen und dort in der Gruppe das Thema einfach mal ansprechen ;-) Vielleicht kennen diese Leute ja auch Alternativwege, die man im juristischen Bereich einschlagen kann. 
Es ist sicherlich wichtig, seine Berufswünsche kritisch zu hinterfragen, aber ich würde mir niemals meine Zukunftspläne von anderen Leuten ausreden lassen. Wenn es das ist, was du am liebsten machen möchtest, dann mach es!  ;-)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten