Frage von Michi199812345, 6

ethische urteilsbildung?

ist sterbehilfe korrekt oder nicht korrekt...wenn der kranke sterben möchte sollte man das einfach zulassen? es könnte ja noch hoffnung geben...oder sollte man den leidenden unterstützen ? was ist eure ethische urteilsbildung zu dem thema sterbehilfe?

Antwort
von Malavatica, 4

Hoffnung worauf denn? 

Hast du eine Ahnung, wie sehr manche Menschen leiden? Unter Schmerzen oder Atemnot. Es gibt viele schlimme und unheilbare Krankheiten. 

Wenn derjenige seinen freien Willen noch äußern kann und klar ist, dass er sonst nur qualvoll stirbt, sollte man diesen Wunsch respektieren. 

Deutschland ist da leider noch weit entfernt von. 

Antwort
von Gwynplaine, 3

Das Problem, das dahinter steht, ist doch folgendes: Bestimme ich den (metaphysisch unbedingt positiv besetzten) Wert "Leben" quantitativ - d.h. als Summe der Lebensprozesse, wie z.B. Stoffwechsel, Gehirnaktivität oder Reizreaktion? Oder bestimme ich den Wert Leben qualitativ anhand von in einem ethischen Meinungsbildungsprozess gewonnenen Kriterien, wie z.B. Selbstwahrnehmung, Lebensfreude, Grad des Leidens, Grad der Autonomie etc.?

Im ersten Fall wäre klar: Leben wird als ein Wert "an sich" gesetzt und Sterbehilfe wäre grundsätzlich und in jedem Fall abzulehnen. Im zweiten Fall wäre die Unantastbarkeit des Lebens bedingt. Hierbei bestünde zudem die Schwierigkeit, einen diskursiven Konsens über die Kriterien herzustellen.

Ich persönlich neige sehr der zweiten Möglichkeit zu, sehe aber keinen einfachen oder gar allgemeingültigen Weg, die Schwierigkeiten, die sich damit ergeben, zu überwinden. Es wird sich immer die Frage stellen, wer kann über die Kriterien entscheiden? Wie sieht es mit unmündigen leidenden Menschen aus? Wie ist es bei aktiver Sterbehilfe - wie kann der/die Tötende die Entscheidung über die Kriterien rechtfertigen? Ist die uneingeschränkte Anerkennung der Autonomie des Anderen im Sterben universalisierbar?

Leider wird bei dieser Frage medial viel zu häufig über Meinungen und Positionen diskutiert, als dass einmal gründlich wissenschaftliche Fundamentalethik betrieben wird.

Antwort
von DasPj, 4

Versetze dich mal in die Lage von jemanden, der beispielsweise querschnittsgelähmt, blind und taub ist. Stell dir vor, du weißt, du hast keine Chance auf ein besseres Leben als dies; würdest du dann nicht einfach schön sterben wollen? In dem Falle finde ich es erbärmlich, gegen Euthanasie zu sein, immerhin quält man diesen Menschen damit, wenn man ihn am Leben hält. Der Tod ist in dem Fall das Beste, was einem passieren kann.

Antwort
von Omnivore11, 2

wenn der kranke sterben möchte sollte man das einfach zulassen?

"einfach zulassen" auf gar keinen Fall. Wenn dann unter strengen Auflagen!

was ist eure ethische urteilsbildung zu dem thema sterbehilfe?

Also. Rechtlich ist ein Selbstmord nicht strafbar. Daher gibt es auch kein Beihilfe zum Selbstmord, wenn ich dem Selbstbörder eine Dreistufenleiter besorge um über die Brüstung der Brücke zu springen, wenn ich das mal so makaber ausdrücken darf.

Unter medizinischen und rechtlichen Gesichtspunkten sieht das etwas anders aus, wenn man aktiv an der Tötung beteiligt ist.

Es ist schön dass du explizit dazuschreibst was "eure" ethischen Ansichten sind.

Ich halte das eigentlich so wie bei den Niederländern. Von mir aus kann man "ja" zur Sterbehilfe sagen, aber nur unter sehr strengen Auflagen.

Das wäre unter anderem die medizinische Beurteilung von 3 unabhängigen Ärzten. Außerdem muss der Patient darüber richtig aufgeklärt werden. Und der Patient sollte den Todesknopf selbst bedienen können (ohne Fremdeinwirken).

Auf keinen Fall dürfen Angehörige darüber befinden, denn das würde mMn eine Welle der Tötungen durch Habgier eröffnen!

Im Prinzip bin ich nicht dagegen, aber nur halt unter sehr strengen Auflagen!

Antwort
von Kenfmisttoll, 4

Wenn sich jemand umbringen will, wird derjenige das auch machen. Die Frage ist, ob man es ihm möglichst schwer,schmerzhaft und unwürdig macht oder eben nicht.

Ich halte es für ethisch und moralisch verwerflich, Menschen anzulügen(Z.B die immer wieder benütze Lüge, es gäbe keinen schmerzfreien Selbstmord), oder sie gegen Ihren Willen am Leben zu halten .

Es gibt keine Absolute Warhheit, die sagt, wie wichtig das Leben eines Menschen ist und ob das Leben alleine schon gut genug ist, trotz möglichen körperlichen und seelischen Schmerzen. Menschen, die gegen eine Sterbehilfe sind, sagen ja, dass sie besser wissen was ein Mensch will als der Betroffene selbst, was schwachsinn ist.

Antwort
von Meatwad, 3

Manchmal gibt es keine Hoffnung mehr. Nur Schmerzen und ein absehbares Ende. In diesen Fällen behandeln wir unsere Haustiere humaner als uns selbst.

Antwort
von Muhviehstarx3, 2

Ich empfehle dir einen Film/Buch zu diesem Thema.

"Johnny zieht in den Krieg".

Antwort
von futzlbaum, 2

Wenn jemand sich aus freiem Willen dafür entscheidet Ohne dabei andere zu gefährden sollte man ihn gewähren lassen

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