Frage von RemusScofield, 83

Ethisch verwerflich oder nicht?

Ich beziehe mich speziell auf den Utilitarismus : Ich vergewaltige eine Person die im Nachhinein nicht weiß, dass sie vergewaltigt wurde. Beispielsweise mit Betäubungsmitteln die vom Subjekt unabsichtlich eingenommen wurden (siehe Inception).

Ich setzte voraus, dass es keine mentalen oder körperlichen Schäden gibt die sie auf besagte Handlung schließen lassen.

"Diejenige Handlung bzw. Handlungsregel (Norm) ist im sittlichen bzw. moralischen Sinne gut bzw. richtig, deren Folgen für das Wohlergehen aller von der Handlung Betroffenen optimal sind."

ALSO...
Die Person hat keine Folgen die ihr Wohlergehen beeinträchtigen da sie von nichts weiß. Somit bin ich, davon ausgeschlossen ich würde Gewissenprbleme bekommen, optimal aus der Handlung hervorgerufen und die Summe ist positiv.

Fazit die Handlung ist moralisch richtig/gut.

Natürlich ist dies nur ein Gedankenexperiment und jeglicher Inhalt ist hypothetisch.

Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Sexualitaet, 22
  • Selbst unter streng utilitaristischen Gesichtspunkten empfinde ich hier eine starke Diskrepanz zwischen "Wohlergehen aller" und nicht einvernehmlicher Betäubung.
  • Betäubung ohne Einvernehmen ist zunächst mal Freiheitsberaubung und liegt keineswegs im "Wohlergehen aller". Mal ganz davon abgesehen, dass es im realen Leben eben keine ungefährliche, nebenwirkungsfreie Betäubung gibt. Aber selbst wenn, dann wäre es definitiv nicht im Sinne des Wohlergehens des Betroffenen.
  • Vergewaltigung stellt immer eine Gefahr für die Übertragung von Krankheiten, für Verletzungen oder Befruchtung dar, und Kondome können diese Gefahren nicht vollständig und sicher ausschließen. 
  • Ich denke, das Hauptproblem bei solchen Gedankenexperimenten ist immer die Annahme von allen möglich theoretischen Aspekten, die real nicht umsetzbar sind. Daher können aus falschen Annahmen eben auch keine richtigen Folgerungen entstehen.
  • Aber ja, WENN es alles so folgenlos wäre, wenn man zaubern könnte, wenn man all das machen könnte, DANN... aber ganz ehrlich, solche Spekulationen sind weder im Sinne des Utilitarismus noch bringen sie irgendwelche verwertbaren Schlussfolgerungen hervor. 
  • Ich rate selbst bei Gedankenexperimenten dazu, die Annahme realistisch zu halten und die möglichen Gefahren, Risiken und Konsequenzen nicht alle weg zu theoretisieren.Auch Gedankenexperimente ergeben nur dann interessante Ergebnisse, wenn zumindest alle Auswirkungen realistisch berücksichtigt werden, egal wie absurd sie ansonsten auch sein mögen.
Antwort
von Aliha, 27

Du glaubst also die Vergewaltigung einer hilflosen Person sei in Ordnung? Das wäre nicht nur ethisch verwerflich sondern auch strafbewehrt.

Antwort
von alcaponymo, 28

Die Folgen (was sind denn die Folgen? ) sind für die vergewaltigte Person nicht optimal würde ich mal behaupten. Und los von jeglicher Definition, wer über gesunden Menschenverstand verfügt, braucht sich die Frage nicht stellen ob es gut oder schlecht ist zu vergewaltigen.

Antwort
von maybflue, 28

Wenn du dich ausschließlich auf den Utilitarismus beziehst, hast du Recht.
Man merkt - ethische Bewertungen unter eine Regel zu bekommen ist fast unmöglich.

Kommentar von RemusScofield ,

Ich glaube Sie sind der Erste der die Frage vollständig versteht, wenn man sich die restlichen Antworten so durchliest XD

Antwort
von Andracus, 41

Meine Ansicht: Wenn die Person wüsste/mitbekommen hätte,was ich getan habe, dann hätte sie durchaus Schaden genommen. Ich muss die Person erst ohne ihr Wissen betäuben (was definitiv gegen ihre Willen wäre, wüsste sie Bescheid). Sprich: Um die psychische und physische Unversehrtheit der Person gewährleisten zu können, muss ich sie hinter ihrem Rücken ihrer Handlungsfreiheit berauben. Dadurch muss mir selbst doch klar sein, dass es sich um keine gute oder vertretbare Tat handelt.

Antwort
von Timcaros, 25

Man merkt es nur leider, wenn man irgendwo am Boden zu sich kommt. 

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