RolfHoegemann am 14.06.2007 um 21:50 Uhr
Heute ist mat das wieder in der Strassenbahn aufgefallen: Schüler oder Studenten - kaum in der Bahn drin, Tasche auf, Brot, Chips, Nüsse, Salat und es wird gefuttert, was das Zeug hält. Auf der Strasse vor einer Schule ein ähnliches Bild - Schule ist aus, Kinder gehn' raus und haben Tüten mit allem Möglichen in der Hand und futtern, was das Zeug hält. Zu gute Letzt: im Kindertheater (wenn man sie lässt) futtern die Kleinen oder werden von den Eltern/Grosseltern dazu aufgefordert "Iss doch noch was, bevor es anfängt..." Und da wundert man sich, dass soviele Menschen zu dick sind....
Weitere Fragen zu verwandten Themen finden Sie hier:
Das gleiche gilt fürs Trinken, die Kinder werden von klein auf durch essen und Trinken "ruhig gestellt". Ich bin 60 Jahre alt und habe vor ca. 20 Jahren im Umgang mit Canadiern und Amerikanern zum ersten mal erlebt, dass die mit der Kaffeetasse oder einem anderen Getränk von einem Büro zum anderen gingen, es mit ins Auto nahmen oder sonstwohin. Heute scheint das bei den Leuten normal zu sein, man sieht auf der Straße Leute, die die Getränkeflasche dabei haben und trinken. Schlechte Angewohnheit?, Disziplinlosigkeit? oder Fortschritt? Mit dem Essen ist es das gleiche, mal eben bei Mac oder Burger was holen und unterwegs essen. Die Folgen sind die vielen Dicken, die sich nicht an geregelte Zeiten zur Nahrungsaufnahme halten. Für uns früher gabs Chips zum Fernsehen nur bei der Fußball WM.
Ja, ich würde sagen aus Langeweile und aus Gewohnheit. Die meisten Menschen haben verlernt, wie sich Hunger anfühlt und wie herrlich es ist, hungrig ein gutes Essen einzunehmen.

Essen in sich hineinstopfen ist eine Sucht. Und ich glaube schon, dass Suchtverhalten mit Langeweile zusammenhängt.
Essen dient, außer der Sättigung natürlich, der oralen Befriedigung. Wer nicht neugierig und interessiert genug ist sich Befriedigung auf anderen Gebieten zu suchen, der isst eben dauernd...

Das Phänomen der Übergewichtigkeit hat schon seine Ursachen und das Beschriebene ist eines davon. Essen ist ohne Unterbrechung jederzeit vorhanden, essen kann man überall, man hält sich nicht mehr an drei Mahlzeiten am Tag, man isst gedankenlos, Kinder schauen bei den Eltern ab, wie sie abends beim fernsehen Chips nund dergleichen essen, Essen ist das Füllen von Langeweile, eine verlorene Eßkultur, die Folgen hat.

Eindeutig ja!
Nicht nur nach der Schule, auch in jeder Pause und, falls der Lehrer das zulässt, während des Unterrichts wird (fast) pausenlos gegessen oder getrunken.
Wenn man das verbietet, dann kommen sofort Sprüche wie "Meine Eltern haben gesagt, ich müsste viel trinken" o.ä..
Und falls wirklich mal nicht gegessen oder getrunken wird, dann wird wenigstens ein Kaugummi im Mund gewälzt.
Wenn man dann vor der Klasse steht, hat man das Gefühl, sich in den Kuhstall verirrt zu haben bei den vielen Wiederkäuern.
RolfHoegemann am 15. Juni 2007 12:46 Oh ja, dieses Problem kenne ich auch zur Genüge. Wir sind jedoch einfach konsequent bei unseren Auftritten in Schulen und lassen Essen und Trinken einfach nicht zu . und das wird dann zum Glück akzeptiert.
demosthenes am 15. Juni 2007 17:08 @R&H:
Bei mir gibt es das auch nicht - aber die erstaunten Gesichter, wenn ich es verbiete, sind immer wieder ein Vergnügen.

Der Überfluss machts möglich, und das ist sicher auch mit für das Dicksein verantwortlich. Aber auch daß wir uns immer weniger bewegen, also weniger verbrennen als wir an "Brennstoff" zu uns nehmen.
Würde Dir für diese Antwort gerne 10 Daumen geben - ich bin nicht allein...