Frage von PemDeluxe, 77

Escitalopram 5mg, Tropfen + Tabletten?

Hallo, Ich leide seit Jahren schon unter Angstzustände und Panikattacken - die bisher aber immer gut Händelbar waren. Leider hatte es sich zwischenzeitlich so extrem verschlimmert das ich einen Termin beim Psychiater vereinbarte. Den Termin beim Psychiater hatte ich Vorgestern, am Donnerstag. Mein Zustand hat sich seit der extremen verschlechterung vor ca. 6 Wochen aber wieder etwas gebessert, von alleine, und stabilisiert. Trotzdem schaffe ich es nicht zur Arbeit zu gehen und meine Ausbildung steht auf der Kippe. Ich stehe im Zwiespalt. Ich habe Escitalopram 5mg als Tabletten bekommen - und Escitalopram 20mg als Tropfen. Man hatte mir empfohlen mit 1Tropfen Mittags zu starten - und ich pro Tag es um 1 Tropfen steigern soll, bis ich bei 5 Tropfen bin und dann auf die 5mg Tabletten umsteigen kann.

Leider hab ich panische Ängste vor Medikamenten. Und ich hab panische Ängste vor dem, wie es mir mit dem Medikament ergehen wird da ich aus verschiedenen Erfahrungsberichten herausgelesen habe das erstmal eine strake verschlechterung auftritt die bis zu 8 Wochen andauern kann. So schlimme verschlechterung das die Leute teilweise versucht haben sich das Leben zu nehmen, sich einweisen zu lassen oder das Haus nicht mehr verlassen...... Ich würde gerne mit dem Medikament beginnen, aber der Angst vor einer erneuten so schlimmen verschlechterung macht mir wirklich Angst. Ich kann keine 8 Wochen lange verschlechterung brauchen. Was soll ich tun? Hat jemand erfahrung mit Escitalopram?

LG

Antwort
von Seanna, 30

Ängste entstehen wenn man nicht ausreichend informiert ist. Also informiere dich mehr über das Medikament und dessen Wirkungsweise im Hirn, dann musst du auch keine Angst haben.

Steigerung mg-weise ist übertrieben... üblicherweise kann man direkt auf 20mg gehen und dann falls nötig auf 40mg. Wenn es unbedingt sein muss, geht auch 10mg-weise, aber alles andere verlängert die Einstellung und Erstverschlechterung nur unnötig.

Ja, diese Nebenwirkungen gibt es, aber sie treten nicht bei jedem auf und keinesfalls ALLE bei EINEM Patienten!

Man kann es nicht voraussehen, denn das Medikament wirkt bei jedem anders. Wie alle Psychopharmaka.

Eine Erstverschlechterung tritt wenn dann idr nur für 2-3 Wochen auf, dann geht es meist bergauf. Und wenn du davor soooo eine Panik hast, geh für die Einstellung in die Klinik. 8 Wochen halte ich für massiv übertrieben und wenn es dir schlechter geht, merkst du das ja auch und kannst handeln. Ist ja nicht so dass man dann plötzlich zum Zombie wird und sich umbringt.

Ich kenne Escitalopram gut und bei den meisten wirkt es auch sehr gut mit wenigen oder aushaltbaren Nebenwirkungen. Das Medikament IST übrigens bereits eine Weiterentwicklung des Citalopram - welches oft weniger gut wirkt und mehr Nebenwirkungen hat. Darin sind schon die wirksameren Bestandteile enthalten mit weniger Nebenwirkungen.

Also kein Grund so ne Panik zu schieben.

Wenn du es nimmst, könnte es schlimmer werden, bevor es besser wird, ja. Wenn du es NICHT nimmst, wird es ziemlich sicher gar nicht besser.

Antwort
von KatzenEngel, 50

Vertraue Deinem Arzt. Fang an das Medikament zu nehmen.

Weißt Du, es muss nicht unbedingt sein, dass Du ganze 8 Wochen lang eine Verschlechterung spürst. Und sollte es tatsächlich so sein, dann ist davon auszugehen, dass es Dir nach den 8 Wochen viel besser geht. Und das allein zählt.

Wenn Du das Medikament verweigerst bleiben Deine Panikattaken und Angstzustände :( Ein Versuch ists wert.

Alles Gute :)

Kommentar von user8787 ,

Es besteht noch die Möglichkeit dich stationär einstellen zu lassen. Fakt ist, du musst etwas tun um wieder am normalen Alltag teilnehmen zu können. 

Mom. steigerst du dich immer weiter rein, die Angst vor der Angst ist ein lästiger Begleiter. Das Medikament hat so keine Chance zu wirken. 

Suche ein Gespräch mit deinem Hausarzt und findet eine adäquate Lösung. 

Antwort
von paranomaly, 28

Mir wurden einmal Escitalopram 5 mg verschrieben. Zu mir meinte man, dass es mehrere Wochen dauert bis die Wirkung anschlägt und es in der Regel schlimmer wird. Es kann auch zu Selbstmordgedanken kommen, sagte man mir.

Aber ganz ehrlich, um ein Leiden wirklich zu beenden ist es wirklich sinnvoll die Grundursache zu behandeln und nicht das Symptom. Mit Medikamenten merkt man zwar das Symptom nicht mehr, die Grundursache bleibt aber dennoch erhalten. Die Grundursache zu behandeln müsste man, anstatt das Symptom.

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