Frage von Pfiati, 38

Es wird schon wieder / werden?

Ist da ein Unterschied?

Kontext: Jemand leidet unter etwas.

Freunde / Familie sagt: A) Es wird schon wieder. B) Es wird schon werden.

Gehen alle beide mit gleicher Bedeutung?

Antwort
von safur, 24

Für mich nicht. Meiner persönliche Meinung ..

A) Ist persönlich und richtet sich direkt an die Person. Man spricht direkt das "ES" an. Man fühlt also mit der Person mit, möchte diese ggf. aufmuntern.

B) Eher oberflächlich mit Distanz. Man guckt passiv zu.

Expertenantwort
von LolleFee, Community-Experte für deutsch, 16

Guten Morgen, pfiati!

Mein Empfinden:

"Es wird schon wieder" ist für mich positiv gestimmt, aufmunternd, hoffnungsvoll. Durch das "wieder" wird auch der ursprüngliche Zustand wieder angestrebt. 

In "Es wird schon werden" fehlt mir dafür das "wieder". Für mich ist es nicht so positiv und es schwingt ein "irgendwie" mit. Da ist nicht so klar, dass alles wieder so wird wie früher, sondern dass es halt irgendwie weitergehen wird. 

Fügte man das "wieder" auch in den zweiten Satz, dauert es durch das Futur II nur länger als im Satz mit Futur I. 

Kommentar von Pfiati ,

Moin, Lolle---ja, irgendwie kapiere ich deinen beschriebenen Unterschied.

Es wird schon wieder = It will all be okay. (positiv)

Es wird schon werden = Things will somehow work out. (genau weiß man es nicht)

Naja---danke dir für "Feinheiten". ;-)

Kommentar von earnest ,

That's exactly it, Pfiati (in my humble opinion of course).

;-)

Antwort
von HansH41, 16

Auch guten Morgen, Pfiati.

Der Bedeutungsunterschied, den Lollifee beschreibt, ist meiner Meinung nach sehr marginal.

Ich glaube eher, das deine beiden Sätze nahezu gleichbedeutend sind, aber eben mit folgender Einschränkung:

Im Deutschen sind wir schlampig mit den Zeiten und verwenden die Gegenwart, auch wenn die Handlung in der nahen Zukunft liegt.

"Es wird schon werden" wäre somit die grammatikalisch korrektere Form. Aber verwendet wird beides.

Kommentar von LolleFee ,

Loll**e**Fee bitte ;))

Ich habe *mein Empfinden* diesbezüglich geschrieben, darauf auch immer wieder hingewiesen (für mich, mir, mein). Für *mich* gibt es diesen Bedeutungsunterschied - für andere dagegen offenbar nicht. Ich mache aber bspw. auch einen artikulatorischen Unterschied zwischen Bären und Beeren, die andere in einen Topf werfen.

Meiner Meinung nach solltest Du in Deiner Antwort - wenn Du schon Bezug auf andere (in dem Fall mich) nimmst, deren Meinung Du nicht teilst - Deine Meinung auch entsprechend markieren, denn hier gibt es keine allgemein verbindliche Wahrheit. Und das "wir" und das Passiv wirkt schon sehr verallgemeinernd, findest Du nicht? 

Freundliche Grüße.

Kommentar von HansH41 ,

Entschuldige LolleFee, ich habe deutlich vermerkt

......."ist meiner Meinung nach".........

Kommentar von LolleFee ,

Nein, Hans, Deiner Meinung nach ist meine Meinung falsch. Und dann kommst Du mit den Verallgemeinerungen daher, die vermeintliche Gepflogenheiten weismachen wollen, die dann Deine Meinung stützen. 

Kommentar von earnest ,

Mit Grammatik hat das meiner Ansicht nach nichts zu tun, Hans.

Korrekt ist für mich beides, aber ich sehe einen beträchtlichen Bedutungsunterschied.

P.S.: Den Gebrauch des Präsens für futurische Handlungen halte ich für völlig normal, das Futur empfände ich in bestimmtem Kontext als geradezu affektiert: "Morgen werde ich drei Kornrustis kaufen." Wer sagt das schon so?

Das hat daher für mich auch mit Schlampigkeit nichts zu tun.

Kommentar von HansH41 ,

OK, dann einigen wir uns auf: Im Deutschen wird die Zukunft bereits durch Wörtchen wie "morgen" definiert.

Ich fahre morgen nach Frankfurt = ich werde morgen nach Frankfurt fahren.

Mir ging es um den Unterschied zum Englischen.

Kommentar von earnest ,

Nach dem Unterschied zum Englischen war nicht gefragt.

Aber auf den bestehenden Unterschied können wir uns gern einigen.

Antwort
von Leopatra, 15

Absolut, du kannst es synonym verwenden.

Kommentar von earnest ,

Nein, das sehe ich anders - siehe die Antwort von Lollefee.

Aber es kommt natürlich auch auf den Tonfall (tröstend?) und die Gestik (bedröppelte Miene?) an.

Kommentar von Leopatra ,

Stimmt, jetzt sehe ich es auch differenzierter :-)

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