Frage von Bambi201264, 49

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass es funktioniert, Bäume in den Wüsten zu pflanzen. Warum tun wir es trotzdem nicht?

Neulich wurde ich auf die Organisation Plants for the Planet aufmerksam, die 2008 von dem damals 9(!)jährigen Felix iInkbeiner gegründet wurde.

Ausserdem stiess ich auf diesen Link:

Achtung, vier Seiten Text, aber wichtig!

http://www.ithaka-journal.net/walder-in-der-wuste-pflanzen

Also warum bitte tun wir es nicht? Sicher kostet das einen Haufen Geld, aber sonst - sterben wir langsam, aber sicher.

Habt Ihr Ideen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 15

Die Frage wird eigentlich schon im Text direkt und indirekt beantwortet.

Unter dem letzten Punkt "Risiken" findest du heraus, dass Kosten und Nutzen dafür nicht wirklich klar sind und man dafür ersteinmal Versuche durchführen müsste.

Ein anderes, wohlmöglich das entscheidende Problem ist, dass die positiven Effekte tendenziell eher indirekter Natur sind und ganz besonders sind sie extrem langfristig.

Es wird erwähnt, dass die Wälder nach ca. 100 Jahren forstwirtschaftlich genutzt werden "müssten", ich habe keine forstwirtschaftlichen Erfahrung, daher kann ich nicht sagen ob man sie vorher nutzen "könnte". Mögliche Ackerflächen, die als Agrarforste genutzt werden könnten sind zwr sehr positiv zu bewerten, aber auch wieder ein eher indirekter Effekt.

Allgemein, gibt es praktisch kaum Projekte, die ein langfristiges Ziel anstreben, das liegt einfach in der Natur des Menschen. Zudem ist die politische Lage in vielen afrikanischen Ländern sehr instabil, was solche groß angelegeten langfristigen Projekte völlig unmöglich macht.

Kommentar von Bambi201264 ,

Ich hoffte eigentlich, dass in den vergangenen 12 Jahren (der Text ist von 2004) weitere Erkenntnisse gewonnen wurden, denn die Problematik ist ja aktuell wie damals, wenn nicht noch mehr.

Trotzdem schon mal danke sehr für Deine Antwort. :)

Kommentar von Agronom ,

Eine kurze google-Suche gibt doch schon aufschluss, das es langsam voranschreitet.

In Niger machen es Bauern selbst um mehr und ertragreicheres Land zu schaffen: www.taz.de/!5184679/

Liberia oder Äthiopien haben staatliche Projekte und auch in Israel versucht sich eine Organisation mit Aufforstung: www.welt.de/wissenschaft/umwelt/article138661819/Enormer-Zuwachs-fuer-die-Waelde...

www.wiwo.de/technologie/green/living/ausbreitung-der-wueste-pionierprojekte-zeig...

Antwort
von regex9, 24
  • es kostet Geld
  • wahrscheinlich fehlende Verbreitung dieses Wissens
  • vermutlich fehlendes wirtschaftliches Interesse
  • Wer garantiert, dass ein solches Projekt nicht von anderen Menschen zunichte gemacht wird? Bereits die Sahelzone ist durch die kurzsichtige Agrarwirtschaft der Nomaden entstanden. 
Antwort
von Barolo88, 31

uns würde schon helfen, wenn wir nicht ständig den bestehende Regenwald abholzen würden

Kommentar von Bambi201264 ,

Kannst Du das von hier aus beeinflussen? Und den Link hast Du auch nicht gelesen.

Kommentar von Barolo88 ,

ich habe keine zeit 4 Seiten zu lesen, aber ich kann genauso wenig beeinflussen, dass der Regenwald abgeholzt wird, wie das in der Wüste Bäume gepflanzt werden. ich kann aber beeinflussen, dass ich keine Produkte mehr kaufe, für die die Regenwälder abgeholzt werden.  ( Palmöl für Nuttela z.B.) 

Antwort
von nowka20, 9

das ist nur ne wuissenschaftliche mode!

Antwort
von GoodFella2306, 28

Nenne mir die wirtschaftlichen Vorteile, und ich sage dir warum man es nicht tut.

Kommentar von Bambi201264 ,

Lies den Link, dann weisst Du alles, einschliesslich der wirtschaftlichen Vorteile.

Kommentar von GoodFella2306 ,

so war das nicht gemeint, ich hatte eher einen philosophischen Ansatz im Sinn. Wenn es wirklich wirtschaftliche Vorteile gäbe, meinst du dann nicht dass man schon längst diesen Schritt getan hätte und Bäume in der Wüste gepflanzt hätte? niemand, aber auch wirklich niemand lässt sich ein gutes Geschäft entgehen. Kapitalismus ist eine, wenn nicht die größte treibende Kraft auf diesem Planeten, insofern wäre es mehr als wahrscheinlich

Kommentar von Agronom ,

Die Vorteile liegen klar auf der Hand, das Problem ist dabei nur, dass sie vermutlich erst nach 100 Jahren oder mehr auch effektiv zu spüren wären.

Kommentar von realfacepalm ,

Ein weiteres Problem ist auch, dass diese Aufforstung nicht von einem einzelnen "Gewinner" monetarisiert werden kann - Stichwort "Tragik der Allmende"  https://de.wikipedia.org/wiki/Tragik_der_Allmende

Antwort
von Bambi201264, 42

* Felix Finkbeiner (sorry)

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