Frage von Daniel7979, 77

Es ist doch richtig, das Psychiater keine anerkannten Ärzte sind, oder?

Krankheiten, Diagnosen und Medikamente sind doch alles Erfindung der Pharmaindustrie! Warum werden Leute den es gerade emotional nicht vor sowas gewarnt?

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo Daniel7979,

Schau mal bitte hier:
Psychiatrie psychose

Antwort
von blechkuebel, 33

Doch, Psychiater sind Ärzte (mit abgeschlossenem Medizin-Studium), nicht umsonst ist man als Psychiater z.B. "Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie".

Aber natürlich ist die Forschung zum Thema psychische Krankheiten noch längst nicht abgeschlossen und das Diagnose-System ist nicht perfekt und muss ständig überarbeitet werden. Aber es ist auch nicht schlecht, und hilft vielen Menschen.

Wenn man Medikamente einsetzt, muss man natürlich immer abwägen, ob der Nutzen z.B. die möglichen Nebenwirkungen rechtfertigt. Es gibt Fälle, da kann man kaum anders als Medikamente einzusetzen.

Aber dass die Diagnosen völlig imaginär sein sollen, das erscheint mir irgendwie nur dann haltbar, wenn man noch nie mit "psychisch Kranken" zu tun hatte, bzw. wenn man noch nie die Leidensgeschichten gehört hat, die mit psychischen Störungen verbunden sind. Es gibt Leute, die trauen sich vor Angst nicht aus dem Haus. Es gibt Menschen, die haben durch eine Händewaschzwang blutige Hände und verschwenden 4 Std. am Tag mit Zwangshandlungen. Oder Leute, die gar nicht mehr aufstehen, weil sie so depressiv sind. Soll das alles "erfunden" sein?

Natürlich ist das nicht so sichtbar wie ein gebrochenes Bein. Und es besteht ja weiterhin immer noch die Debatte, ob man das ganz als "körperliche Störung" oder als "Verhaltensstörung" auffassen soll. Es gibt zu den Störungsbildern Depression, Zwangsstörungen und Schizophrenie z.B. neuronale Korrelate. Also man weiß, dass bestimmte Prozesse im Hirn anders ablaufen. Natürlich heißt das nicht, dass man deswegen mit Medikamenten arbeiten MUSS. Man kann diese Prozesse auch möglicherweise mit Psychotherapie verändern. Oft ist es aber sinnvoll und in bestimmten Fällen auch unbedingt angezeigt, mit Medikamenten zu arbeiten (v.a. bei Schizophrenie).

Wer selbst betroffen ist, kann natürlich Pech haben und an Therapeuten geraten, die sich zu sehr auf ihr Gefühl verlassen und damit falsch liegen. Das ist aber nicht unbedingt korrekte Vorgehensweise. Therapeuten sollten sich eigtl. darum bemühen, Diagnosen möglichst objektiv zu stellen.

Als Patient ist man natürlich gerade dann, wenn es einem nicht gut geht, in gewisser Weise "ausgeliefert". Aber in Kliniken wird man von einem ganzen Team betreut, und im Team können falsche Diagnosen eher korrigiert werden. Ansonsten gibt es ja auch Supervision. Man kann sich außerdem vorher informieren (genau wie bei anderen Ärzten), wer ein guter Psychiater oder Psychotherapeut ist, z.B. auf Ärzteportalen wie jameda.de oder indem man Mitmenschen fragt.

Auch muss man verstehen, dass man selbst nicht die Diagnose ist und das Wörter wie "Depression" usw. einfach nur beschreibenden Charakter hat. Man kann sich auch informieren, was genau man unter einer Depression versteht (ICD- oder DSM-Kriterien). Das Wort soll nur beschreiben, was im Moment los ist. Natürlich kann man sich so ändern, dass die Kriterien einer Depression z.B. nicht mehr zutreffen, dann wäre man halt nicht mehr depressiv. Potential zur Änderung ist jederzeit gegeben. Die Begriffe sollen einen nicht auf ein bestimmtes Bild "festnageln", sondern erleichtern vor allem die Kommunikation.

Kommentar von Daniel7979 ,

danke für deine Antwort! War 8 Jahre Psychiatrie Patient bezgl Depressionen und Panikstörung. Habe 8 Jahre regelmäßig Tavor (Benzodiazepine wie zb valium) und Antidepressiva Venlafaxin und trimipramin genommen. Bis zu den Zeitpunkt als ich den Herd zu Hause immer angelassen habe und das mit 36 Jahren. Habe mich dann entschieden die ganzen Tabletten von einen Tag auf den anderen angesetzt, die schlechte Betreuung beim arzt war auch der Auslöser! Gesagt getan. Ich hatte zwei Wochen extemst Todesängste wäre fast aus den Fenster gesprungen, allein schon ein permanenter Bluthochdruck von 190 zu 130 und ständiger Hyperventilation mit Bewusstsein s Ausfälle. Nach ca. 2 Wochen normalisierte sich mein Zustand, vor allem hat mein Gedächtnis wieder funktioniert, auch ließ die Angst nach wie von Zauberhand. Allem in allem habe ich es bereut jemals in die Psychiatrie gegangen zu sein. Ich habe 8 Jahre durch diese ganzen Drogen verloren und geholfen hat mir am Ende nur alle Medikamente wegzuwerfen und mich dort nicht mehr blicken zu lassen. Irgendwie ist man dort Versuchskaninchen bezgl Medikamente und bringen tuts nicht. Ich kann nur andere davor warnen

Kommentar von blechkuebel ,

Wow, dann war wohl einfach die Lösung, dass Du Dich Deinen Ängsten stellst. Auch das ist eigentlich ein Prinzip, dass in der Verhaltenstherapie z.B. zum Einsatz kommt. Schade, dass der Arzt das nicht gesehen hat. 

 Vor deinem Hintergrund ist es verständlich, dass Du ein negatives Bild von der Psychiatrie hast. Kann dazu nichts weiter sagen (bin nur Psychologiestudent und habe noch nicht so viel Erfahrung in dem Bereich sammeln können). 

Kommentar von Daniel7979 ,

Dann hoffe ich dass du mal besser wirst als die Leute hier an der lvr Klinik. Dort gibt man ein falsches Wort von sich bei ständig wechselnden Assistenz Ärtzen dir dann meinen man hätte sie angeschrien oder einfach nur falsch dir Hand gegeben -:)

Kommentar von Daniel7979 ,

Verhaltenstherapie habe ich auch gemacht. Ich finde aber diese sollte man in Erwartungstherapie umbenennen :-) Psychotherapeuten sind OK und machen einen nicht mit überflüssigen Medikamenten kaputt :-)

Antwort
von joriti1999, 45

Also ich bezweifel, dass Krankheiten und Diagnosen von der Pharmaindustrie erfunden wurden.

Antwort
von Lavazzza, 35

doch Sie sind Anerkannte Ärzte, Psychiater sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie. Oder Fachärzte für Neurologie und Psychiatrie. 

Medizinstudium + Facharztausbildung

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