Frage von MorgenJr, 107

Es ist die Politik von Spanien so schlecht, wie Griechenland?

Was denke Deutschland über Spanisch? es ist nur ein Ferienort?

Antwort
von berkersheim, 43

Das wird sich erst noch herausstellen und gnade uns Gott, dass die schlimmsten Befürchtungen nicht eintreffen. Spanien hat ja im letzten Herbst gewählt und das Wahlergebnis hat zu keiner neuen Regierung geführt. Jetzt soll wieder gewählt werden - was immer eine Zeit schleppender Regierungsaktivitäten ist, weil die ja Wahlkampf machen und viel versprechen müssen. Wenn Podemos eine Mehrheit erhält, können wir hier Trauer tragen. Denn die haben, wie jetzt schon in Portugal geschehen, angekündigt, wieder kräftig Schulden zu machen, sodass wir deren Banken und Staat wieder für viele Milliarden retten dürfen. Die aktuell größte Pleitebank steht in Portugal, nicht in Griechenland und was an maroden Banken in Italien steht wird geheim gehalten. Wann steht die größte Pleitebank wieder in Spanien? Diese EURO-Illusion ist eine Hydra mit mindestens 7 Köpfen, die schneller nachwachsen, als man sie abschlagen kann.

Kommentar von vitus64 ,

"Diese EURO-Illusion ist eine Hydra mit mindestens 7 Köpfen, die schneller nachwachsen, als man sie abschlagen kann."

<sarkasm>Aber wenigstens spart jetzt jeder 2,50 DM Wechselgebühren bei jeder Reise in den Euroraum</sarkasm>

Herrn Walter von der Deutschen Bank möchte ich heute mal hören. Für jeden, der etwas von der Sache versteht, musste klar sein, dass so etwas (Finanzchaos in Südeuropa, Bailout, ...) passiert.

Kommentar von RalfCanaria ,

Wo hat den bitte Podemos erklaert mehr Schulden machen zu wollen?
Und Ihre Sorge das diese "Partei" eine Mehrheit bekommt koennen Sie beruhigt streichen. Die Populariät ist hier in Spanien schon jetzt gewaltig gesunken.
Und unsere Banken, unseren Staat haben sie (Deutschland) schon mal gar nicht "gerettet"
Auch wenn sie es gerne so hätten.

Antwort
von soissesPDF, 5

Es gibt keine bessere oder schlechtere Politik, im Vergleich zu anderen Staaten.
EU und Euro sind eine andere Ebene der Betrachtung.

Zunächst einmal gibt es Wahlen, das Ergebnis der Wahlen geht u.a Deutschland nicht das Geringste an.

EU und Euro basieren auf multilateren Verträgen, von begrenzter Gültigkeit.
Einer der davon ist der Vertrag von Maastricht, das Schuldenbrimborium im Euro betreffend.
Der Durchsschnitt der Verschuldung im Euroraum beträgt 93%, jedenfalls nicht 60% wie zu Maastricht vereinbart.
Deutschland hat eine Verschuldung von 78% , Spanien um 100%, Griechenland um 200%, Italien 139% usw. usw.

Da sich niemand an Maastricht hält ist der Vertrag faktisch ausgesetzt.
Würde die EU-Komission Defizitverfahren einleiten müsste sie dieses auch gegen Deutschland tun.
Die EU hat sich entschieden Maastricht nicht anzuwenden.

Antwort
von barfussjim, 41

Ganz so schlecht wie in Griechenland ist die spanische Politik nicht. Es gibt weniger Korruption und das System der Steuereintreibung funktioniert besser. Horrend ist allerdings die Jugendarbeitslosigkeit, ca. 30 %, in manchen Regionen bei über 50 %. Viele spanische Jugendliche haben keine Lebensperspektive.

Antwort
von DieterSchade, 70

Ich denke, dass Spanien eine gute Politik für seine Bürger macht, und ich bin einer der wenigen Menschen die wissen, dass die Spanier im statistischen (geometrischen) Mittel reicher sind als die Deutschen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Verm%C3%B6gensverteilun...

Vermögen/Erwachsener in USD (Median), Spanien 52.223 gegenüber Deutschland 43.898

Natürlich haben die Spanier einige Probleme mit der Arbeitslosigkeit, aber ich bin einer der wenigen Menschen die wissen, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland in Wahrheit noch viel höher als in Spanien ist, nur dass in Deutschland die wenigsten "Arbeitslosen" auch in der Statistik erscheinen, bzw. die Menschen in Deutschland Vollzeit arbeiten müssen und es trotzdem zum Leben nicht reicht und sie staatliche Transferleistungen benötigen. 

Natürlich ist auch die Geburtenrate in Spanien deutlich höher als in Deutschland (die BRD macht es WELTWEIT am schlechtesten) und besseres Wetter haben sie in Spanien auch. Oh glückliches Spanien, passt bloß auf dass ihr niemals wieder in die Fänge eines "ach so beliebten" Diktators gelangt. Das Volk der Deutschen ist echt zu doof, um zwischen Demokratie und Diktatur unterscheiden zu können.

Noch eins:

Vergleicht man mal das BIP pro Kopf 

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Länder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pr...

Deutschland 40.007 i$, Spanien 29.851 i$

Danach sollte es den Deutschen eigentlich besser gehen als den Spaniern. Woran liegt es denn, dass die Spanier reicher sind als die Deutschen, wie die Statistik ganz oben zeigt? In Deutschland ist die Kapitaleinkommensquote die ins Ausland fließt extrem hoch. Von all den Werten die in Deutschland erarbeitet werden, bleibt zu wenig hier im Land. Das gilt sowohl für die Waren (Deutschland ist eine Exportnation), als auch für das hier erarbeitete Geld - auch dieses fließt zu einem großen Teil ins Ausland. 

Da wundert es nicht, dass Deutschland WELTWEIT den letzten Platz belegt.

 

Kommentar von DieterSchade ,

http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/deutschland-hat-die-niedrigste-geburte...

Selbst Nordkorea und Burundi machen es besser als das einst reiche Deutschland. Und hierbei geht die hohe Vermehrungsrate der Neudeutschen sogar noch positiv in die Statistik ein. 

Kommentar von barfussjim ,

"Ich denke, dass Spanien eine gute Politik für seine Bürger macht, und ich bin einer der wenigen Menschen die wissen, dass die Spanier im statistischen (geometrischen) Mittel reicher sind als die Deutschen".

Das ist historisch bedingt. Viele deutsche Familien haben im Zweiten Weltkrieg ihr gesamtes Vermögen verloren, während es in Spanien über viele Generationen bis heute weitervererbt werden konnte. Dazu zählt insbesondere Immobilienbesitz.

Auch die Ostdeutschen ziehen den deutschen Schnitt nach unten, da im Sozialismus kein privater Vermögensaufbau stattfinden konnte. 

Hinzu kommt das in südlichen Ländern lange Zeit etablierte System der Steuervermeidung, durch das viele spanische Bürger auf Kosten des Staates und seiner Infrastruktur Geld anhäufen konnten.

Viele Spanier zehren von einem Vermögenspolster, das vergangene Generationen angelegt haben. Das Ganze der aktuellen Regierungskoalition anzurechnen, ist völlig unsinnig. Die aktuelle wirtschaftliche Lage in Spanien ist keinesfalls besser als in Deutschland.


Kommentar von DieterSchade ,

>Das ist historisch bedingt. Viele deutsche Familien haben im Zweiten Weltkrieg ihr gesamtes Vermögen verloren, während es in Spanien über viele Generationen bis heute weitervererbt werden konnte. Dazu zählt insbesondere Immobilienbesitz.

Der Krieg ist über 70 Jahre her. Das Argument mag noch vor vielleicht 30-40 Jahren seine Berechtigung gehabt haben, aber doch heute nicht mehr! Im übrigen waren noch vor 30-40 Jahren die Deutschen reicher als die Spanier. 

>Auch die Ostdeutschen ziehen den deutschen Schnitt nach unten, da im Sozialismus kein privater Vermögensaufbau stattfinden konnte.

Wenn das Vermögen in Staatsbesitzist, oder Länder- oder kommunalen Besitz ist, wird es rechnerisch einfach umgelegt. Z.B. gehört ein städtisches Hallenbad allen Erwachsenen der Stadt anteilsmäßig. Das wurde von den Wirtschaftswissenschaftlern natürlich berücksichtigt.

>Hinzu kommt das in südlichen Ländern lange Zeit etablierte System der Steuervermeidung, durch das viele spanische Bürger auf Kosten des Staates und seiner Infrastruktur Geld anhäufen konnten.

Das war und ist in Deutschland aber noch schlimmer, deshalb steht Deutschland doch so schlecht da, obwohl es vom BIP pro Kopf gar nicht so sein sollte.

>Viele Spanier zehren von einem Vermögenspolster, das vergangene Generationen angelegt haben. Das Ganze der aktuellen Regierungskoalition anzurechnen, ist völlig unsinnig. 

Das gilt für Deutsche aber noch mehr, schließlich waren vor 30-40 Jahren die Deutschen noch reicher als die Spanier. In Deutschland wurde etwa ab den 80-er eine hundsmiserable Politik gemacht, eigentlich ging es schon Anfang der 70-er nach unten. Die Politik in Spanien war dagegen gar nicht so schlecht.

>Die aktuelle wirtschaftliche Lage in Spanien ist keinesfalls besser als in Deutschland.

Sie ist nicht gut, aber auf jeden Fall immer noch besser als die in Deutschland.

Kommentar von vitus64 ,

"... und ich bin einer der wenigen Menschen die wissen, dass die Spanier im statistischen (geometrischen) Mittel reicher sind als die Deutschen."
Das liegt wahrscheinlich daran, dass die in den letzten Jahren auf Pump finanzierten Immobilien als Vermögen gelten. Nur dass den Banken die Kredite jetzt in der Krise um die Ohren fliegen.
"aber ich bin einer der wenigen Menschen die wissen, dass die Arbeitslosigkeit in Deutschland in Wahrheit noch viel höher als in Spanien ist,"
Woher haben Sie dieses "Wissen" denn? Wenn Sie Teile der arbeitenden Bevölkerung mitzählen, weil diese ergänzend "staatliche Transferleistungen" (zählen Wohngeld und Kindergeld auch?) erhalten, dann müssen Sie das in Spanien auch tun, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen.
Solche Leistungen gibt es in Spanien garnicht in dem Umfang? Ja soll das jetzt ein Argument dafür sein, dass es Spanien wirtschaftlich besser geht als uns?
"Von all den Werten die in Deutschland erarbeitet werden, bleibt zu wenig hier im Land. Das gilt sowohl für die Waren (Deutschland ist eine Exportnation), ..."
Sie scheinen da etwas falsch verstanden zu haben. Wir verschenken die Exportgüter nicht, sondern diese werden verkauft. Also kommen im Gegenzug Werte (Devisen) ins Land. Arbeitsplätze werden auf diese Weise auch geschaffen.

Kommentar von DieterSchade ,

Sie scheinen da etwas falsch verstanden zu haben. Wir verschenken die Exportgüter nicht, sondern diese werden verkauft. Also kommen im Gegenzug Werte (Devisen) ins Land. Arbeitsplätze werden auf diese Weise auch geschaffen.

Möglicherweise hast du es wirklich nicht verstanden, was ich oben mit Zahlen belegt habe. Die "Devisen", d.h. der Gegenwert der Waren in Geld, das Kapital, fließt zwar kurzfristig zurück nach Deutschland, dann aber sofort wieder raus an ausländische Firmeneigner, Aktionäre und Banken. Eine andere Erklärung gibt es dafür nicht, dass von dem pro Kopf-BIP bei den Deutschen so wenig ankommt. 

Kommentar von vitus64 ,

"Die "Devisen", d.h. der Gegenwert der Waren in Geld, das Kapital, fließt zwar kurzfristig zurück nach Deutschland, dann aber sofort wieder raus an ausländische Firmeneigner, Aktionäre und Banken."

Woher genau hast du eigentlich deine wirtschaftswissenschaftlichen Kenntnisse?

Kommentar von DieterSchade ,

Ich habe meine Aussage doch oben mit Zahlen und Links belegt. Warum ich so viel mehr als andere weiß? Weil ich eine gute Ausbildung hatte. 

Kommentar von vitus64 ,

"Selbst Nordkorea und Burundi machen es besser ..."
Machen was besser?
Eine hohe Geburtenrate ist nicht unbedingt ein Zeichen von Wohlstand, weder in Nordkorea, noch in Burundi. Ebensowenig das bessere Wetter in Spanien.

Kommentar von DieterSchade ,

Eine hohe Geburtenrate ist nicht unbedingt ein Zeichen von Wohlstand, 

Eine niedrige Geburtenrate ist aber IMMER ein Zeichen für relative Armut, das heißt, dass das Volk gesellschaftlich bedingt nicht die Zeit und nicht das Geld hat, eigene Kinder aufzuziehen. In Deutschland geht zu viel Lebenszeit für Ausbildung und Beruf drauf und der Beruf bringt zu wenig ein, um eigene Kinder aufzuziehen, das ist die schlichte Wahrheit. Und in dieser Beziehung läuft selbst in Nordkorea und in Burundi die Wirtschaft besser als bei uns, im einstmals reichen Deutschland.

Kommentar von vitus64 ,

"Eine niedrige Geburtenrate ist aber IMMER ein Zeichen für relative Armut, das heißt, dass das Volk gesellschaftlich bedingt nicht die Zeit und nicht das Geld hat, eigene Kinder aufzuziehen."

Vor allem, wenn man Deutschland mit Nordkorea und Burundi vergleicht. 

Ein weiterer Beweis, dass man deine Argumente nicht ernst nehmen muss.

Kommentar von DieterSchade ,

Du wirst schon noch verstehen. Und ein paar Jahre später wirst du sogar eingestehen, dass du es verstanden hast.

Kommentar von RalfCanaria ,

Ich lebe seit 20 Jahren in Spanien und auf den Kanaren und habe gerade herzhaft gelacht!

Ich danke Ihnen für den lustigen Start in den Tag.

Antwort
von Licker, 75

Spanien ist ein starkes wirtschaftsland, das einzige Problem ist die hohe Jugendarbeitdlosigkeit und die Uneinigkeit im Parlament, sowie die strittigkeiten mit Katalonien

Kommentar von vitus64 ,

Und die Überschuldung des privaten Sektors (faule Immobilienkredite), schlechte Konjunkturaussichten, Arbeitslosigkeit im Allgemeinen, mangelnde Investitionsbereitschaft, Probleme bei der Regierungsbildung, ...

Antwort
von voayager, 10

Wird in Spanien nicht ganz so schlimm wie in Griechenland sein, allerdings hat die Jugendarbeitslosigkeit in diesem iberischen Land erschreckende Ausmaße angenommen. Die Jugend hat zu einem großen Teil keine Perspektive.

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