Frage von NosUnumSumus, 67

Es heißt, wahre Freude fließt aus mir in das ein, was ich tue. Wie ist das zu verstehen?

Es macht für mich den Eindruck, dass das, was ich tue, darüber entscheidet, ob es mir Spaß macht oder nicht...

Wie siehst Du das?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Enzylexikon, 28

Meiner Meinung nach ist das einfach eine Frage der eigenen Sichtweise.

Wir sehen die Dinge ja in der Regel nicht so, wie sie wirklich sind, sondern durch einen Filtern aus Erfahrungen, Vorlieben, Meinungen und Vorurteilen.

Jemand, der in der Schule den Handarbeitsunterricht, oder das Kochen in Haushaltskunde nicht mochte, wird später vermutlich wenig Begeisterung für diese Dinge zeigen - er hat bereits ein festgefügtes Bild, in dem "Freude an..." nicht vorkommt.

"Wahre Freude" bedeutet für mich, den zahlreichen Erscheinungsformen möglichst unvoreingenommen begegnen zu können.

Ein strahlender Sonnenschein ist genau so toll, wie ein Regenschauer - es gibt kein falsches Wetter, nur falsche Kleidung.

Mit dieser Erfahrung "wahrer Freude" kann man sich in jede Handlung begeben, egal wie trivial oder niedrig sie sein mag, und dabei neue Dinge über sich und sein Verhältnis zur Umwelt erfahren.

Das Bild das entsteht, der Text der verfasst wird, oder der tönerne Krug sind vielleicht nicht professionell, in perfektem Versmaß oder ebenmäßiger Form  geschaffen - aber aus dem Bewusstsein der wahren Freude.

"Wahre Freude" ist dabei für mich nichts anderes, als die Dinge achtsam zu tun und sich nicht durch Bewertungen in seiner unmittelbaren Erfahrung trüben zu lassen.

Dauerhaftes Glück kommt meiner Meinung nach nicht von außen und es entsteht auch nicht, wenn man zwanghaft versucht, glücklich zu werden. Es gibt keine "Optimierung" des Glücks und keinen "Glücks-Turbo"

Glück entsteht nicht durch das WAS man macht, sondern dadurch, WIE man es macht.

Mit welcher geistigen Haltung machst du es? Voreingenommen, oder unvoreingenommen?

Du kannst dein Leben bereichern, oder veröden. Es ist eine Frage deiner eigenen Haltung.

Meiner Meinung nach ist das entscheidende die unverstellte Wahrnehmung des Jetzt. Dadurch wird das Leben gleich viel reicher.

Man kann nicht glücklich werden, sondern nur glücklich sein.

Und das auch nicht für ewig, denn nichts ist für die Ewigkeit gemacht. Man kann aber jedes Glück neu entdecken.

Kommentar von Enzylexikon ,

Vielen Dank für den Stern. :-)

Antwort
von vonGizycki, 19

Grüß Dich NosUnumSumus!

In der Lebensweise des Seins, nichts des Habens, kommt es darauf an, das in erster Linie etwas getan wird um des Tuns willen, es ist der unmittelbare Ausdruck von Liebe und Menschenfreundlichkeit, wenn es nicht zerstörerisch wirkt. Natürlich braucht jeder auch ein Feedback. Aber wer die Breitschaft besitzt, sich so zu verhalten, erhält auch genau das, was er sich wünscht, Freude.

Doch erst in der Gesamtschau der eigenen Tätigkeiten wird sich diese Freude einstellen, denn auch Niederlagen und Mißgunst sind Ausdruck des Lebens und nicht zu vermeiden. Sie tragen auch zur Freude bei. Das Gute ist nicht ohne das Schlechte im Leben zu haben, den erst über das Schlechte (oder das Böse im Menschen) wissen wir was gut ist.

Und da kommt es zu dem Paradoxon, dass wir zwar das Böse im Menschen immer bekämpfen müssen, damit das Gute in der Welt sei und wir Freude haben, doch ohne das Böse im Menschen wissen wir eben nicht was gut ist.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von NosUnumSumus ,

Ist "das Gute" wirklich gut, solange es ein Gegenteil hat?

Wie kann ich jemanden, den ich liebe, im nächsten Moment (wenn er meine Erwartungen verfehlt) dafür verurteilen oder gar hassen? War es dann wirklich Liebe?

Bis zu dem Punkt, an dem Du sagst, es könne das Gute nur mit dem Bösen sein, stimme ich Dir zu! :-)

Kommentar von vonGizycki ,

Um das ein wenig zu verdeutlichen würde ich sagen, wenn alles nur Gut ist, dann wird es wieder böse. Das hätte nämlich zur Folge, das es gegen die eigene Fehlerhaftigkeit und Unvollkommenheit gerichtet ist, die uns aber nun mal angeboren und unsere Natur ist. Und das wäre wieder schrecklich und somit böse. 

Das Gute ohne das Böse ist daher nicht denkbar und doch müssen wir so tun, als könne das verwirklicht werden. Der Mensch strebt danach, die Welt und sich selbst zu verbessern. Aber die Wege dorthin, sie können böse im Sinne von gegen die Menschenrechte gerichtet sein. Das hat etwas mit dem Glauben zu tun, der Glaube an eine Wahrheit, die aus sich selbst heraus kreiert wurde statt sich am Zustand, den Tatsachen, der Gedschichte und des Denkens der Welt zu messen (Aufklärung). Es ist dabei unerheblich, was ich glaube, ich brauche dafür noch nicht mal im traditionellen Sinne religiös zu sein. Ich kann ja auch Glauben, das wenn es regnet, das ich nass werde. Da darf Glauben zur Gewissheit werden, weil es den Tatsachen entspricht, selbst wenn ich in der Wüste lebe und Regen nicht kenne. 

Diktatoren sind ein schlechtes Beispiel dafür, sie definieren, was sein soll und was gut ist. Dagegen müssen wir uns wehren. Das Gute ist immer wieder am Bösen im Menschen neu zu definieren. Was gestern als gut geglaubt wurde, muss heute nicht unbedingt genau so sein. Das Gute ohne das Böse zu denken, ist unmöglich.

Natürlich kann aus Liebe Hass werden, wenn man nicht gegenseitig die Bedürfnisse so befriedigen kann, das Zufriedenheit eintritt. Da wird Liebe zum Gefängnis und es ist dann keine Liebe. Verliebt sein ist das eine, Liebe das andere. Durch Lieder und Werbung, die durchweg Verliebtsein propagieren und eigentlich nur davon handeln, wird eine Sicht erzeugt, die Liebe sogar unmöglich macht. Das Bild im Kopf wird falsch. Verliebtsein führt nur zusammen, allein die Liebe trägt.

Liebe ist die Überwindung des Verliebtseins.  Liebe ist ein Kind der Freiheit und bedeutet, Achtung, Respekt, Freiheit und Loslassen und die Freude am Entwickeln des anderen. Das bezieht sich nicht nur auf den Partner, sondern auf alles was ist. Diese grundsätzliche liebevolle Haltung über die Hindernisse des Lebens ist erst dann Liebe. Natürlich machen wir Fehler und daher kann es zu Trennungen führen, aber die Liebe versucht zu verstehen nicht zu verurteilen. 

Ich bin der Meinung, das es tragisch ist, das so viele Partnerschaften scheitern, weil sie einem Missverständnis von Liebe unterliegt. Da brauchen wir eine neue andere Sicht, die die Formen von Partnerschaft und das Zusammenleben völlig neu definiert.

Liebe ist das richtige Mittel dafür, das Böse im Menschen zu überwinden, aber keines um es zu vernichten. Das ist unmöglich.

Empfehlung:

Erich Fromm - Die Kunst des Liebens

Hier ist das Buch als PDF

http://www.postswitch.de/wp-content/uploads/2010/11/Die-Kunst-des-Liebens.pdf

Erich Fromm https://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Fromm

Antwort
von Akascha7, 22

Du kannst auch eine doofe Arbeit gut finden also entscheidest du das ganz für dich ob es toll ist oder nicht.

Und wegen den Freude einfließen lassen, dass heißt das man es sieht wen man was mit liebe oder Freude gemacht hat oder nicht. ;)

Antwort
von joergbauer, 12

Was objektiv "wahre Freude" ist, kann man pauschal vielleicht nicht klar definieren. Jeden freut etwas anderes. Aber es gibt sicherlich allgemeine Dinge, über die man sich generell freuen sollte. Zum Beispiel Gesundheit, Geld, Liebe, Geborgenheit, Freundschaft, Versorgung etc. Wer recht motiviert ist und manche Sachen einfach gerne macht, der macht sie vermutlich auch richtig und gut. Man kann manches auch schlampig, oberflächlich und notgedrungen erledigen - dann ist das Ergebnis (je nachdem um was es sich dreht) eben entsprechend. Freude vermittelt man durch Tatkraft, verbunden mit Selbstlosigkeit und indem man eben auch Zeit und Arbeit investiert um z.B. jemandem praktisch zu helfen. Gute Worte können auch schnell zu hohlen  Floskeln werden, wenn man ansonnsten keinen Finger krumm macht.

Wenn man gläubig ist (du hast diese Frage ja unter dem Thema "Gott" gestellt) dann ist das ähnlich. Wer nur schematisch und eher gelangweilt "glaubt", der ist maximal religiös aber nicht im biblischen Sinne gläubig. Sicherlich erlebt ein Christ auch Tage und Momente, wo er müde und sensibel ist und auch mal Frust schieben kann. Aber wenn wir Gott gehorsam sind, die Bibel lesen und beten und die Gemeinschaft nicht vernachlässigen, dann zeigt das auch, daß man echt ist und kein frommes Abziehbild nach Schema F. Und wenn man die rechte Einstellung zu Gott hat (nämlich eine persönliche Beziehung) dann investiert man in seine Taten eben auch diesen Glauben, der aus Liebe und Vertrauen und auch Freude besteht. Jesus Christus ist der Grund der Freude für einen Gläubigen, weil ER die Sünden vergibt und einem einen Sinn im Leben schenkt.

Antwort
von AlphaundOmega, 7

Jeder ist seines Glückes Schmied, doch nicht jeder schmiedet sein Glück ...

Antwort
von Netie, 4

Die Freude ist die Triebfeder seines Handelns.

Antwort
von Jonas66666, 19

Hallo,

ich denke es heißt so viel wie:

Wenn du zum Beispiel ein Bild malst und Freude daran hast, das man das später in dem Bild sieht. Also man sieht das du dir durch die Freude mehr Mühe gegeben hast. So würde ich das verstehen.

MfG

Antwort
von gottesanbeterin, 4

Wir könnte unsere Sichtweise dir denn helfen?

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