Frage von AuroraBorealis1, 71

Es gibt natur- / biologisch gegebene Tatsachen...wenn man diese schrittweise aufweicht, ist es ein Einschnitt, der uns eher schaden wird als nützen?

Bsp:

Wir wissen, dass wir geboren werden, leben und sterben müssen ...Punkt.

Wir wissen, wir kommen mit einem bestimmten Geschlecht zur Welt, was wir akzeptieren tun...ganz automatisch. Punkt !

Wenn aber immer mehr Menschen meinen, sie seien im falschen Körper und lassen sich umoperieren, dann akzeptieren sie nicht die Natur / Biologie, sondern stellen sich darüber. Wie sieht es dann mit den anderen Dingen aus, wie mit dem Tod ???

Warum akzeptiert der mensch nicht einfach etwas und lebt so gut wie er es kann ? Warum diese massiven Eingriffe in die Natur / Biologie ???

Macht sich der Mensch zu Gott, im Deckmantel Minderheiten ein besseres leben zu geben, aber übersieht die ganzen negativen Folgen der menschlichen Akzeptanz ?

Antwort
von SlowPhil, 1

Es gibt natur- / biologisch gegebene Tatsachen…

Ja, die gibt es. Das sind aber, wie die Bezeichnung schon sagt, Tatsachen, also etwas deskriptiv Feststellbares, das wir vorfinden.

Und womit wir weiterarbeiten können und müssen. Eine naturgegebene Tatsache ist nämlich die, dass wir Menschen keine natürlichen Waffen zur Jagd oder zur Verteidigung wie Klauen besitzen, dafür aber ein sehr großes und leistungsfähiges Gehirn, das uns befähigt, uns Waffen zu basteln.

Der Mensch macht normative Vorgaben, die besagen, dass man nicht alles, was man tun kann, auch tun soll, oder dass man umgekehrt etwas tun soll, auch wenn es nicht notwendigerweise dem kurzfristigen persönlichen Vorteil dient.

Es ist aber problematisch und gefährlich, solche Vorgaben aus tatsächlich oder auch nur vermeintlich naturgegebenen Tatsachen herzuleiten. In letzter Konsequenz wäre dies auch der Verzicht darauf, Mensch oder überhaupt zu sein.

Es dürfte in der Steinzeit wohl kaum jemanden gegeben, haben, der meinte, wir sollten akzeptieren, dass uns die Natur keine Klauen gegeben hätten, und deshalb den Gebrauch künstlicher Waffen kategorisch abgelehnt hätten, und wenn, so stammen wir von diesen ganz sicher nicht ab.

Darüber hinaus ist anzuführen, dass Systeme, die den vermeintlichen Willen der Natur zur Grundlage einer Gesetzgebung gemacht haben, meist totalitär und nicht selten verbrecherisch agieren. Die Ideologie, die einst Konrad Lorenz als »angewandte Biologie« bezeichnete, war immerhin der Nationalsozialismus.

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Wir wissen, wir kommen mit einem bestimmten Geschlecht zur Welt, was wir akzeptieren tun...ganz automatisch.

Klar. Hans Magnus Enzensberger nennt das Cissexualität (als Antonym zu »Transsexualität«), und jeder, der Cissexuell ist, hat schlicht Glück gehabt, hat er doch ein gewaltiges Problem weniger als seine Mitmenschen.

Wenn aber immer mehr Menschen meinen, sie seien im falschen Körper und lassen sich umoperieren, dann akzeptieren sie nicht die Natur / Biologie, sondern stellen sich darüber.

Da entgegne ich das, was ich oben geschrieben habe. Klar, man muss und sollte nicht alles tun, was man tun kann, aber dabei ist kein vernünftiges Kriterium, ob man etwas auch natürlich könnte oder Technologie dafür braucht, und bei einer Diskussion im Internet ist eine solche Position auch nicht glaubwürdig vertretbar.

Macht sich der Mensch zu Gott,…

Sicherlich nicht, denn der braucht erstens keine Technologie, und zweitens wird selbst die futuristischste Technologie nicht mehr können, als bestehende Naturgesetze auszunutzen.

Um Gott zu sein, müssten wir ein Universum mit eigenen Naturgesetzen selbst schaffen können, was ein Ding der Unmöglichkeit ist.

Antwort
von skyberlin, 31

Die Menschen gefährden sich durch Raubbau an der Natur und Ausbeutung der Ressourcen der Erde, durch Kriege, Hass und Feindseligkeit.

Aber nicht durch operative Geschlechtsumwandlung.

Auf dem Teppich bleiben: Überbewertungen sozialer Änderungen, die sich an den Rändern, der so genannten Normalverteilgung befinden (Gaußsche), sind einfach völlig unnötig.

Und: ruhig bleiben, denn Schwule, Lesben, Transgender und Umgebaute beißen nicht und sind keine Kannibalen ;-)



Kommentar von AuroraBorealis1 ,

es geht um die allgemeine Akzeptanz / Des Nicht Akzepieren wollen.. und nicht um den Menschen, der es macht ! 

Wo beginnt Akzeptanz aufzugeben ohne die Natur und Gesellschaft ( Moral, Werte, Ziele, usw)  wirklich zu schaden ?

Kommentar von skyberlin ,

tja, was meinst Du denn selbst?

Wo siehst Du die Grenzen zur Gefährdung der Menschheit durch andere Lebensweisen in Prozent = wieviel Prozent der Menschheit dürften anders leben als der Rest, ohne Gefährdung der Menschheit?

Hinweis: die Welt wird durch Überbevölkerung extrem belastet, Du brauchst Dir um die Fortpflanzung also keine Sorgen zu machen.

Im Tierreich sind homosexuelle Verhaltensweisen weit verbreitet. Dadurch ist werde eine Art oder Rassse ausgestorben, sondern fast ausschließlich durch die schlechteren Lebensbedingungen auf unserem Planeten.

Was ist also Deine eigentliche Frage und wovor hast Du eigentlich Ängste?

Kommentar von AuroraBorealis1 ,

Es geht nicht um homosexuelle...es war nur ein Beispiel ! es geht um das nicht -akzeptieren wollen von schützenden Maßnahmen der Natur / Biologie, die uns in der Zukunft sicherlich nicht nur nützen werden !

Die egoistische Arroganz und das Gott-spielen der Menschen wird uns in jeden Bereich eher belasten als allgemein nützen !

Kommentar von skyberlin ,

Du hast Dich in eine Auffassung verrannt, die durch kurze Statements nicht zu beantworten, oder zu korrigieren ist.

Du hast auch meine Fragen nicht beantwortet, sondern bringst wieder neue Argumente für Deine moralisch-ethischen Ängste zur befürchteten oder vermuteten Belastung oder Bedrohung der Menschheit.

Dies ist kein Chat, sondern ein Forum für Fragen und Antworten.

Wenn es Dich so sehr beschäftigt, suche Dir eine Telefonhotline oder Beratung bei den im Netz bekannten Einrichtungen.

Meine Konversation beende ich hiermit.

Antwort
von Ahzmandius, 5



Wenn aber immer mehr Menschen meinen, sie seien im falschen Körper und lassen sich umoperieren,

Diese Meinungen entstehen im Bewusstsein. Das heißt auch diese Meinungen, Gefühle sind Teil der Natur.

Denn auch die Vorgänge im Gehirn sind Teil unserer Biologie.




Antwort
von StevenArmstrong, 14

Hallo,

darüber denkt jede und jeder anders. Die einen sagen, Veränderung und Fortschritt sind gut, die anderen sagen, "das alte hat immer funktioniert, also warum etwas ändern?".

Dauernde Veränderung kann durchaus schädlich sein, aber dauerhafte Stagnation ebenfalls.

MfG

Steven Armstrong

Antwort
von Stellwerk, 39

Warst Du jemals beim Arzt? Hast Du jemals Essen verzehrt, dass Du nicht selbst erlegt oder angebaut hast? Bewegst Du Dich in einem treibstoffgetriebenen Vehikel mit 100 km/h voran?

Warum stellst Du Dich so über deine Natur als Jäger, Sammler und Fußgeher?

Kommentar von AuroraBorealis1 ,

Ärzte gab es schon immer, aber keine massiven Operationen und Hormone, die dem Mensch extern zugeführt  wurde

Antwort
von omnibusfreakn, 29

Auch früher waren Menschen schon im falschen Körper. Das ist nichts neues. Nur konnte man damals noch nicht umoperieren.

Kommentar von AuroraBorealis1 ,

Manche dinge sollte man auch nicht beginnen...denn dann hört der Mensch gar nicht mehr auf !

Die Menschen verlieren die Akzeptanz, weil alles möglich ist !

Antwort
von nowka20, 34

die meisten menschen sind veranlagt, etwas zu verändern, punkt.

Kommentar von AuroraBorealis1 ,

dennoch geht es nur in einem gesunden Rahmen. Nur der Mensch erweitert die Rahmen, egal wer ( Gesellschaft, Umfeld, usw)oder was ( Moral, Akzeptanz, usw) dabei zu schaden kommt

Kommentar von nowka20 ,

und wer bestimmt den "gesunden ramen", DU?

Antwort
von skyberlin, 28

Der Mensch hat spätestens seit der Aufklärung, aber schon immer, auch vor der Antike einen freien Willen, den niemand verbieten kann.

In unserem Kulturkreis wird dies, wenn der Wille nicht gegen Gesetze verstößt, akzeptiert, auch wenn man/frau nicht mainstream ist.

Solange Menschen mit Ihrem willensbedingten Verhalten weder andere, noch sich selbst gefährden, oder verletzen: suum cuique & Immanuell Kant: kategorischer Imperativ.

Im Rheinland: jeder Jeck ist anders, lass de Lück doch sin, wie se wollle.

Man muss das im 21. Jahrhundert weder erklären, noch rechtfertigen, auch nicht gegenüber einem Fragesteller auf gutefrage!!!


Kommentar von AuroraBorealis1 ,

Nee, sollen sie doch machen was sie wollen, aber es geht mir darum, ob es nicht ein beginn ist alles nicht mehr zu akzeptieren was uns die Natur, auch als schutz, vorgegeben hat...dass, wenn wir uns alles erlauben und uns damit mehr schaden tun ?

Kommentar von skyberlin ,

dann lies doch meinen zweiten Beitrag, wenn Du solche Angst vor Schaden an der Menschheit hast.

Antwort
von BellAnna89, 17

Was sind denn deiner Meinung nach die negativen Folgen? Dass sich jemand darüber empört? Hm...

Kommentar von AuroraBorealis1 ,

den tod / das alter nicht mehr akzeptieren, seine grenzen nicht mehr akzeptieren ...eben  technik in seinen körper einsetzen oder medikamente zur steigerung, was über die gewollte Natur / Biologie ist !

Alle wertebehaftete Formen verneinen und sich nur noch egoistisch bewegen ! ...eben weil sie meinen, dass sie es können

Kommentar von BellAnna89 ,

Also da gibt es wohl wichtigere Probleme auf der Erde. Zum Beispiel... Menschen, die sich über alles erdenkliche aufregen, ohne selbst einen besonderen Beitrag zur Menschheit zu leisten...

Kommentar von AuroraBorealis1 ,

wenn du meinst, sich nicht mal mit sowas zu befassen, dann lies deine BILD weiter :)

Kommentar von BellAnna89 ,

Nein, die Themen der Bild wären ja genauso hohl und unbegründet wie die Frage, aber hab du ruhig deine Meinung und reg dich auf, wenn du dann an deinem Herzinfarkt nicht verreckst, weil Ärzte dir, Dank der Wissenschaft und Medizin, helfen, wird dir vielleicht klar, wie wertvoll Fortschritt ist.

Kommentar von omnibusfreakn ,

Wer soll denn die gewollte Natur / Biologie definieren? Wie kann man feststellen, was die Natur will?

Kommentar von SlowPhil ,

Alle wertebehaftete Formen verneinen und sich nur noch egoistisch bewegen !

Was ist in diesem Zusammenhang »wertebehaftet«? Was ist das Werthafte daran, unnötigerweise Leid als »naturgewollt« hinzunehmen, statt diesem »egoistischerweise« mit Hilfe von Technologie zu begegnen?

Antwort
von achimhausg, 12

Rosa von Praunheim,


der Schwule der Nation, hat es mal auf den Punkt gebracht:

  "Der Schwule wünscht sich nichts mehr, als nur ein Mal einen richtigen Mann, aber sie bekommt immer nur einen Schwulen."

Wenn Schwültum genetisch bedingt wäre, und keine psychosoziale Störung, dann hätte sie sich im Laufe der Evolution ausgemendelt.


Punkt!


Kommentar von SlowPhil ,

Wenn Schwültum genetisch bedingt wäre, und keine psychosoziale Störung, dann hätte sie sich im Laufe der Evolution ausgemendelt.

Das Wort »Störung« beinhaltet schon eine negative Wertung, die man für sich zu treffen natürlich frei ist, mit der man aber nicht argumentieren sollte. Abgesehen davon wäre es dann konsequent, statt »genetisch bedingt« das Wort »Erbkrankheit« zu benutzen.

Nun aber zum eigentlichen Thema:

Zum einen gibt es genetische Veränderungen, die sich immer wieder »im Laufe der Evolution ausmendeln«, weil ihre Träger nämlich keine Nachkommen haben, aber immer wieder auftreten.

Desweiteren ist dieses »entweder - oder« bei der Frage, ob ein Merkmal genetisch bedingt sei oder umweltbedingt, nicht nur überholt, sondern schon ohne Wissen darüber sagt einem die Logik, dass Monokausalität praktisch immer eine grobe Vereinfachung ist.

Homosexualität wird nicht genetisch bedingt sein, aber dass es genetisch Faktoren gibt, die diese zumindest begünstigen, dafür spricht sehr viel mehr als dagegen.

Ich führe gern die Manns an. Thomas Mann war insgeheim schwul. Dass er verheiratet war und 6 Kinder hatte, ist kein Gegenbeweis, denn es war ungleich schwieriger als heute, sich zur »Urningsliebe« (Karl Heinrich Ulrichs,1825-1895) zu bekennen. Immerhin waren von seinen 6 Kindern nur 3 dezidiert heterosexuell, was dafür spricht, dass genetische Faktoren sie sexuelle Ausrichtung beeinflussen können.

So gesehen würde Homosexualität vermutlich dann durch »Ausmendeln« seltener, wenn Repression abnähme, denn dann könnten Schwule (und natürlich auch Lesben) einfach als solche leben und würden seltener direkte Nachkommen hinterlassen.

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