Frage von SchlaflosIn, 58

Welche Erziehung braucht ein Kind im 1. Lebensjahr?

Mein Kind ist 6 Monate alt, ein echtes Goldstück und macht mir fast nur Freude.

Das Nachbarskind ist 1 Jahr alt und seine Mutter erzählt mir immer wieder ausführlich von der aktuellen "2. Bockphase", in der es sich befindet. Die 1. habe man mit etwa 8 Monaten erlebt.

Nun frage ich mich 1. was es mit diesen "Bockphasen" auf sich hat und 2. (etwas grundsätzlicher) ab wann Kinder "nein" verstehen und Grenzen brauchen.

Danke!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Steffile, 20

Ich behaupte, dass, wenn es eine Bockphase gibt, etwas schiefgelaufen ist. 

Kommentar von SchlaflosIn ,

Weil ein kurzes Schmollen nicht in einer ganzen "Phase" enden muss, oder wie meinst du das?

Kommentar von Steffile ,

So ungefaehr :)

Meine Kinder sind schon relativ gross, und was ich gelernt habe ist, dass Kinder uns natuerlicherweise nachfolgen, sich Verhalten abschauen. Das ist der Default: sie wollen von uns lernen und sie wollen sich dabei sicher fuehlen. Und manchmal sind sie unser Spiegel, wie meine Kinder wenn sie etwas tun sollen und mir antworten: Gleich!

Wenn wir als Erwachsene ihnen Fuehrung, Fuersorge, Geduld und Liebe nicht geben, was natuerlich bei den besten Absichten mal vorkommt, dann machen uns unsere Kinder durch ihr Verhalten darauf aufmerksam. Bocken oder Schmollen oder wie immer man es nennen will, passieren nie aus heiterem Himmel, und nicht phasenweise. 

Diese Sichtweise bedeutet ueberhaupt nicht antiauthoritaere Erziehung, aber sie setzt einen gewissen Respekt auch fuer die ganz Kleinen vorraus, und einen Glauben daran, dass die Natur einen Mechanismus des Erwachsenwerdens entwickelt hat. 

Deine Bekannte, deren Kind sich "in der 2. Bocksphase" befindet, scheint da etwas mit der kognitiven Entwicklung von Babies verwechselt zu haben.

Antwort
von Micha84w, 12

Du wirst es am Besten sehen wie und wo du was machen musst. Kinder wollen ihre Grenzen und testen sie aus, ist auch richtig so für die weitere Entwicklung und schmollen tun sie irgendwann einmal alle, tun wir ja auch noch manchmal nur nicht so offensichtlich. :)

Antwort
von hourriyah29, 38

Hallo SchlaflosIn,

im ersten Lebensjahr brauchen Kinder vor allem Liebe, Geduld und Fürsorge.

Grenzen brauchen sie dort, wo sie etwas gefährliches ausprobieren wollen, Menschen oder Tieren weh tun oder etwas kaputt machen.

Nein verstehen sie, sobald es auch benötigt wird.

Ich würde Dir das Buch "Das glücklichste Kleinkind der Welt" empfehlen, damit bereitest Du Dich auf die "Bockphasen" vor, die irgendwann auch das liebste Goldstück hat. Ich nenne sie lieber "Autonomiephasen".

LG und alles Gute!

Hourriyah

Kommentar von SchlaflosIn ,

Autonomiephasen ... Prima Wort. Danke!

Kommentar von Luteovirus ,

Ja, Autonomiephase trifft es auch eher. Die Kleinen wollen alles selber ausprobieren. Das ist auch prima. Nur wenn es eben mal nicht geht, weil Mama ihren Sprössling nicht allein auf ein hohes Klettergerüst krabbeln lassen oder morgens eben mal keine halbe Stunde Zeit hat, bis sich das Kleine die Schuhe selber übergestülpt hat, dann geht das "Bocken" los und ein ständiges "NEIN!" ist zu hören verbunden mit auf-den-Boden-schmeißen und Schmollen. Aber solange man selbst dieses süße Schmollgesicht niedlich finden kann und selbst dabei lächelt, kann man dem Kind bei aller klarer Grenzenziehung gleichzeitig genug Liebe vermitteln. Es weiß, wo die Grenzen sind und ist sich gleichzeitig der grenzenlosen Fürsorge der Mutter/des Vaters bewusst.

Kommentar von VisiteurG2 ,

Japs, super Antwort. Sobald Kinder selbstständig werden und feststellen, dass sie nicht immer alles so haben können wie sie möchten und auch Eltern eigene Bedürfnisse haben, können sie auch mal bockig werden. Das ist natürlich unterschiedlich heftig, aber ohne diese "Reibereien" geht es nicht. Ich bin überzeugt, wenn Kinder das nicht zeigen sind sie in ihrem Autonomiestreben gestört. Aber ist natürlich auch eine Wahrnehmungssache der Eltern. Manche Eltern können nämlich mit einem "Nein" von ihrem Kindern noch viel weniger umgehen, als Kinder mit einem "Nein" von ihren Eltern.

Falls du gute Bücher suchst kann ich dir Jesper Juul wärmstens ans Herz legen. Gibt auch gute Sachen von ihm auf youtube zu sehen.

Lass dich nicht verrückt machen, vertraue auf deine Intuition und lass dein Kind immer wissen, dass du es bedingungslos liebst und wertschätzt. Dann kann nix schief gehen ;-)

Antwort
von AmandaF, 58

Lass dich von niemanden verrückt machen. Jedes Kind entwickelt sich in einem anderen Tempo. Da gibt es keine Schablone. Mein Kind hatte keine Bockphasen. Vielleicht habe ich nur Glück gehabt?

Antwort
von angy2001, 49

Hier gibt es die sogenannten Elternbriefe, die passend für das Alter deines Kindes die wichtigsten Entwicklungen darstellt und dir Hinweise und Erläuterungen gibt: http://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Sozialreferat/Jugendamt/Beratungs...

Antwort
von Nessza, 3

Kinder brauchen kein "nein". Kinder brauchen liebe, fürsorge, nähe, ein respektvolles miteinander, erklärungen auf Augenhöhe... Ich werfe jetzt einfach mal "Jesper Juul" in den Raum. Er hat einige tolle Bücher geschrieben :)
Als einzig sinnvolle methode der "Erziehung" sehe ich die Bedürfnisorientierte (Attachment Parenting). :)

Antwort
von Bulls44, 39

Oh kinder umd babys verstehen schon alles nur wollen sie nicht wie du es willst.vor allem über 1 jährige testen ihre Grenzen. Sie wollen wissen wie weit sie bei dir auf der nase rumtanzen können. Meine 4 wussten schon sehr früh was ein NEIN bedeutet. Hör auf niemanden Erziehe dein kind so wie du es für richtig hälts. Und lass Baby baby sein und Kind ein Kind.

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