Frage von Socat5, 152

Warum nur drängen Lehrer und Erzieher darauf, ADHS diagnostizieren zu lassen?

Hallo, es geht um den Sohn meiner Kollegin. Der Kleine ist 3 und das erste Jahr im Kiga. Dort hieß es ziemlich schnell, er hätte wohl ADHS und sie haben sie mit dem Kleinen zum Gesundheitsamt geschickt. Sie müsse das, wenn der Verdacht besteht. Da hab ich schon gesagt, dass ich gar nicht so sicher bin, dass sie das muss.

Jedenfalls hat die Untersuchung dort kein ADHS ergeben. Sie wurde sicherheitshalber noch zu einem Kinderpsychologen geschickt, der hat nach einiger Beschäftigung und Beobachtung auch keine Anzeichen feststellen können; der Kleine sei schon ein lebhaftes Kind, aber weit von ADHS entfernt, also von solchen Fällen wie er sie aus der Praxis kennt. Auch der behandelnde Kinderarzt sagt, kein ADHS.

Aber die Erzieherinnen wollen sich damit nicht zufrieden geben und drängen sie jetzt, zu einem ganz bestimmten, von ihnen ausgesuchten Kinderpsychologen zu gehen und nur wenn der sagt, das Kind hat nichts, dann stimmt das auch. Die Diagnosen oder eben Nichtdiagnosen der anderen Ärzte und Psychologen zählen plötzlich nicht mehr, obwohl sie sie ja da hingeschickt haben. Es sieht aus, als wollten sie unbedingt, dass dieses Kind ADHS hat.

In der Gruppe sind schon zwei Kinder mit ADHS und laut meiner Kollegin würde mit einem dritten auch eine dritte Erzieherin in die Gruppe kommen. Ich frage mich, ob es denen vielleicht nur darum geht? Darf das denn sein? Meine Kollegin ist noch sehr jung und auch ein bisschen unsicher, evtl. ist man der Meinung, mit ihr "könne man es machen", weil sie unbedingt ein drittes ADHS-Kind brauchen? Und vor allem ist die Frage, ob das mit dem Psychologenzwang so in Ordnung ist. Ich meine, sie hat das Kind an drei verschiedenen Stellen vorgestellt, reicht das nicht? Man kann sie doch nicht zwingen, zu diesem ausgesuchten Psychologen zu gehen, oder?

Mir kommt das alles deshalb komisch vor, weil man meiner Tochter damals auch in der Grundschule unbedingt diesen Stempel aufdrücken wollte, da hat aber ein Psychologe gereicht, der "Quatsch" gesagt hat. Warum nur drängen einige Lehrer und Erzieher darauf, ADHS diagnostizieren zu lassen?

Antwort
von Steffile, 59

So ein Quatsch. Mit 3 kann Verdacht auf ADHS bestehen, aber eine Diagnose wird so frueh nur in extremen Einzelfaellen gemacht, und sicher nicht bei einem einzigen Termin beim Gesundheitsamt.

Antwort
von jonashima, 72

Die Geschichte hört sich sehr heftig an.
Das mit den ADHS ist generell eine schwierige Sache, meistens ist das nämlich der einfachste Weg „unregelmäßigkeiten" zu erklären aber weis Gott nicht der Richtige.
Ich wage an der Existenz von ADHS als echte Krankheit zu bezweifeln. Vielmehr halte ich es für ein soziales Phänomen, was erklären würde warum man in Naturvölkern keine findet, die mit ADHS vergleichbare Symptome haben.
Die Diagnose ADHS ist leider auch mit gefahren verbunden, da eine Therapie die Vergabe von Rital in der Regel beinhaltet, was zu sozialen Defiziten führen kann. Vielmehr sollte auf pädagogischer oder psychotherapeutischer Ebene gearbeitet wird um solchen Menschen wirklich zu helfen anstatt sie einfach nur ruhigzustellen.

Aber zurück zur Frage: diesem Drängen der Erzieherinnen würde ich nicht nachgehen, ist ja auch Stress für das Kind, außerdem wurde es ja schon bestätigt und seit wann kennen sich diese Leute besser aus als zwei verschiedene Experten?
Außerdem wer war schon mit drei Jahren ein Musterkind?
Die sollen sich damit zufrieden geben, dass sie falsch lagen und die Diagnosen akzeptieren.

Kommentar von jonashima ,

Ritalin, nicht Rital

Antwort
von aribaole, 64

Die wollen nur Mehrkosten durchdrücken. Für mich wäre das ein Grund den Kiga zu wechseln., auch in der heutigen Zeit!

Antwort
von Sarinara, 49

Ich empfehle das Buch "Kindheit ist keine Krankheit" 

Mit einer Diagnose ist der Arzt berechtigt verschiedenen. Sachen zu verordnen, Ergotherapie, Logopädie etc. fühlt sich ganz so an als ob das in die Richtung ginge!

Im Buch sind genau diese Dinge beschrieben und beschreibt das Kinder unterschiedlich sind und deswegen nicht jedes Kind ADHS oder sonstige Therapiebdürftige "Defizite" hat. 

Antwort
von einfachichseinn, 52

Mit drei Jahren wird kein vernünftiger Facharzt dem Kind eine adhs Diagnose stellen, da es viel zu jung ist!

Das sollte die Mutter den Erziehern mal als erstes erklären.

Wenn das Kind nun eine.adhs Diagnose hätte und es ginge wirklich, um einen anderem Betreuerschlüssel könnte es sein, dass diese Diagnose noch mal von einem Amtsarzt bestätigt wird.
Aber das ist ja nicht der Fall. Von daher sollte die Mutter sich von den Erziehern nicht unter Druck setzten lassen.

Antwort
von Chaos53925, 64

Wenn ihr schon die Bescheinigung habt, dass das Kind kein ADHS hat, dann müsst ihr nicht nochmal zu einem ganz bestimmten Kinderpsyschologen. Da können die Erzieher überhaupt nichts daran machen.

Antwort
von cg1967, 9

Warum nur drängen Lehrer und Erzieher darauf, ADHS diagnostizieren zu lassen?

Warum wohl? Es bringt Geld. Oder zusätzliches Personal. Oder.

Dem Kind, auch wenn es Inklusion benötigt, dient es nicht.

Antwort
von mrDoctor, 63

Hallo

ADHS ist für mich ein Dorn im Auge. Eine aktuelle Modeerscheinung, welche mich etwas besorgt. Natürlich gibt es Kinder, welche tatsächlich an ADHS leiden. Jedoch wird viel zu schnell Ritalin verschrieben. Ein Kind hat eine menge Energie, welche es auch los werden muss. 

Meiner Meinung nach ist der Anstieg an ADHS Patienten eine Reaktion auf überforderte Eltern.

Deine Kollegin soll die KIGA-Betreuerin getrost ignorieren oder in die schranken weisen. Ich würde so schnell nicht zulassen, dass mein Kind mit Psychofarmaka vollgepumpt wird.

Kommentar von Socat5 ,

Ich seh das genauso. Ich hab ihr auch gesagt, sie soll das nicht machen. Aber sie wird tatsächlich jeden Tag angesprochen, ob sie endlich einen Termin gemacht hat.

Antwort
von Goodnight, 28

Nein das dürfen sie nicht. Ich würde für mein Kind einen anderen Platz suchen. Könnte es sein, dass das Kind ziemlich unerzogen ist?

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