Frage von feminam, 77

Erzeugen Taten mehr Karma, als Worte und erzeugen Worte mehr Karma als Gedanken. Wie kann ich positive Gedanken erzeugen, wenn ich die Dinge realistisch sehe?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von nVega, 37

Erst einmal, "Karma" heißt übersetzt "wollen" und hat eigentlich nichts mit dem zu tun, was wir uns dazu denken.
Nach den Buddhisten, woher das Wort kommt, bedeutet das sowas wie: Du möchtest dich immer mehr entfalten, lernen, leben, wissen, erleben. Das ist Karma. Das führt dazu, dass du immer wiedergeboren wirst. Wenn du nicht mehr wiedergeboren werden willst, dann wirst du es auch nicht.


Zu dem was du meintest - Das heißt Ursache und Wirkung.
Das kannst du alles nachlesen. Einige Menschen glauben so, dass bestimmte Ursachen (du bist geizig, hat jemand ausgeraubt, jemanden geschlagen...) bestimmte Wirkungen einleiten. Diese müssen nicht sofort eintreffen, aber irgendwann und wenn es im nächsten Leben ist. Also (du bist arm, dir wird etwas weggenommen, bekommst einen Schlag zurück).


Was du mit den Gedanken meinst versteht man als Gesetz der Anziehung.
Dazu gibt es einen guten Film auf Youtube: Das Geheimnis.
Lohnt sich sehr den anzuschauen. Es geht nicht um das realistisch oder positiv sehen. Es geht nur um die Sprache, die du in deinen Gedanken verwendest.
Zum Beispiel bei Procrastination: Viele reden sich immer ein "Ich muss die ganze Arbeit noch fertig machen", "Ich sollte mehr Sport machen".. das wäre die schlechte Sprache. Man sollte sich eher eine Wahl lassen, dann fühlt man sich nicht bedränkt, denkt nach und macht es auch. Also eher: "Ich entscheide mich dafür jetzt meine Arbeit fertig zu machen", "Ich entscheide mich dafür jetzt joggen zu gehen".
Das sind nur kleine Beispiele. Der Film beinhaltet noch viel mehr.

Im Grunde kann man mit der Hilfe sein ganzes Leben innerhalb weniger Wochen zum positiven verändern.
Zum Beispiel auch damit, dass man das was man sich wünscht als Bild wo hinhängt und sich jeden Abend vorstellt, dass man das in wenigen Wochen besitzen wird. Mehr dazu im Film. :)


Antwort
von Hardware02, 65

Ich denke, in deiner Betrachtungsweise gibt es zwei Fehler: 

1. Du scheinst zu versuchen, das Karma irgendwie gegeneinander aufzurechnen, also "was erzeugt mehr Karma", "was erzeugt weniger Karma". Aber so funktioniert das doch nicht. Wenn du nur aus Berechnung etwas "Gutes" tust, z.B. Geld spendest, dann erzeugt das meiner Meinung nach weniger gutes Karma, als wenn so eine Geste einfach von Herzen kommt. 

2. Du sprichst da von einer "realistischen" Sichtweise. Aber was ist denn "realistisch"? Und warum kannst du dann die Dinge nicht positiv sehen? ... Natürlich kann man nicht IMMER positive Gedanken zu allem und jedem haben. Aber man kann sich auch mit einigen Dingen arrangieren, die eben nicht perfekt sind. Manchmal sind die Dinge eben so, wie sie sind. Ich erinnere mich da z.B. an dieses Tsunami-Opfer in Japan. Er stand neben seinem Auto, ist noch einmal kurz einen Schritt zurückgegangen und hat die Tür zugemacht, dann ist er um sein Leben gelaufen. Leider gehörte er zu denjenigen, die es nicht geschafft haben. (Das wurde dazu gesagt, man hat es nicht gesehen.) 

Wie geht man jetzt mit so einem Bild um? ... Also ich kann mir das trotzdem ansehen, respektiere diesen Menschen und bedanke mich in Gedanken bei ihm dafür, dass er diese paar Sekunden über das Fernsehbild mit mir geteilt hat. Recht viel mehr kann ich nicht machen. Aber der Tod ist ja nicht das Ende, es geht danach noch weiter - und vielleicht kann ich mir deshalb eben auch eine solche Aufnahme ansehen, ohne dabei negativ zu denken.

Antwort
von holodeck, 66

Wie kann ich positive Gedanken erzeugen, wenn ich die Dinge realistisch sehe?    

;-))    

Ja, das ist schon eine Crux mit dem Realitätssinn. Meiner Erfahrung nach findet das Universum sofort willige Vollstrecker im sozialen Kollektiv, die dir dafür eins über die Rübe ziehen; somit freundlicherweise dich sofort von deinem miesen Karma reinwaschen, um nunmehr ihrerseits mieses Karma zu produzieren. Hauptverfehlung in diesem Fall: unerträgliche Selbstgerechtigkeit, Selbsterhöhung und Prinzipienreiterei bei maximaler Ausweitung blinder Flecken. Da mach' dir mal keine Gedanken. Dass es in Karmadingen zugeht, wie beim Plumpsack, ist auch eine Realität.      

Grundsätzlich:  

Die Dinge zu sehen, realistisch zu sehen, ist das eine.  
Sie zu bewerten und zu (ver-, be-) urteilen das andere. An sich ist nichts gut oder schlecht. Das Denken macht es erst dazu.       

 
Nichtanhaftung heißt auch hier das Zauberwort.   
  

Vollzieh das notwend'ge Werk, denn Tun ist besser als nichts tun; selbst die Verrichtungen des Leibs auf einer Tätigkeit beruhn. Ans Dasein bindet jedes Tun, das nicht geschieht aus Opferpflicht; vollbringe darum zwar ein Werk, doch hänge an demselben nicht.

(Bhagavad Gita 3. 8 - 9)


Antwort
von jimithechainsaw, 77

Realistisch betrachtet: Karma gibt es nicht.

Kommentar von feminam ,

Was dann? Warum ist jedes Leben anders? 

Kommentar von gabiOEBI ,

na ja - was ist realistisch - schon dieses Wörtchen kann man hinterfragen... - mit Karma ist  ja  das Schicksal und die Ausstrahlung eines Menschen verbunden - so gesehen kann ein schlechtes Gewissen infolge schlimmer Taten auch rein psychologisch betrachtet, eine entsprechende Wirkung auf das Leben eines Menschen haben - z.B. Herzprobleme, Depressionen, Nervosität etc.etc. - und in Folge sein Schicksal beeinflussen - daher finde ich, ist das nicht unbedingt unrealistisch, sondern eine andere Betrachtungsweise, die zum selben Ergebnis kommt.

LG

Antwort
von Fagottist, 23

Eine vollständige karmische Auswirkung entsteht aus einer Handlung, wenn 5 Punkte erfüllt sind. Du mußt sie (alles ganz bewußt) wollen, planen, organisieren, durchführen und danach mit dem Erebnis  zufrieden sein. Es wirkt also beides mit: Denken und Handeln. Karma ist ja kein geheimes Buch, in dem über Dich geurteilt wird und kein Gott, der Dich beobachtet, sondern Dein eigener Geisteszustand und die Welt, wie Du sie wahrnimmst.

Positive Gedanken entstehen im buddhistischen Weltbild dadurch, dass Buddha glücklich wurde und Du exakt die gleichen Möglichkeiten dazu hast.

Die Lehre von der Buddhanatur ist das, was uns Mut gibt, die vom Karma die, die uns nicht abheben läßt.

Antwort
von Emma60, 50

Schlechte Taten und schlechte Gedanken erzeugen gleichviel Karma.

Verletzt nie jemanden. Wir verletzen andere, indem wir schlecht über sie denken. Wir denken schlecht von ihnen, wir intrigieren. Das ist nicht gut, denn Gedanken sind sehr mächtig. Wenn ihr schlecht über andere denkt, überträgt sich das auf sie wie über eine Telegrafenleitung. Auch wenn ihr zu niemandem etwas über andere sagt, sondern nur an sie denkt, hat das eine Ausstrahlundg.. ~Sant Kirpal Singh

Das schlimmste Karma ist der Wunsch. Der Wunsch ist die Ursache der Bindungen und der Wiedergeburten. Der Wunsch ist die Grundursache allen Leidens. Die heiligen sagen: Seid Wunschlos

"Wie kann ich positive Gedanken erzeugen, wenn ich die Dinge realistisch sehe?"

Das ist ein Wunsch von dir und erzeugt also schon sehr viel schlechtes Karma. 

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