Frage von sarahmueller66, 170

Erwerb eines leerstehenden Hauses über Notar möglich?

Hallo zusammen,

ich bin aus Frankfurt a. Main und habe eine etwas komplizierte Frage, dessen Beantwortung für mich von großer Bedeutung ist.

Es geht darum, dass mein Mann gerade davor steht, über einen "Freund" von Ihm (er kennt ihn erst seit ca. 2 Jahren) ein Haus zu erwerben. Allerdings scheint mir der Kaufprozess von vorne bis hinten sehr untransparent, so dass ich mir Sorgen mache, dass es sich um einen Betrüger handeln könnte.

Das Haus steht seit ca. 5-6 Jahren unbewohnt leer da, es befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Der Freund meines Mannes hat gesagt, dass er über Gerichte festgesellt habe, dass es keinen Erbe gebe. Der Eigentümer sei wohl auch nicht mehr hier, man vermutet er sei tot.

Angeblich haben sie gemeinsam mit meinem Mann einen Notar für die Aktion beauftragt. Wir haben dem Notar anscheinend ein Gebot aufbereitet, dieses Gebot soll wohl das höchste sein, dass unter allen eingereicht wurden, usw.

Nun ist er an dem Punkt, dass er sagt, wir müssten dem Notar gemeinsam nur noch eine Zusicherung von einer Bank geben (Kreditzusage), und das Haus würde uns gehören.

Meine Angst: Ich vertraue diesem Freund nicht. Es läuft alles auf "freundschaftlicher" Basis. Er ist kein Makler, kein Immobilienhändler. Mein Mann vertraut ihm sehr, er möchte das Haus sehr gerne kaufen und versprach seinem Freund auch eine Belohnung von 18.000,-€ (das Haus wollen sie für 390.000€ erwerben, der tatsächliche Wert ist jedoch deutlich höher).

Könnt ihr mich darüber aufklären, was die Risiken eines solchen Versuchs sind ? Könnte sein Freund mit den 390.000 € einfach abhauen ? Kann man ein leerstehendes Haus überhaupt über solch einen Weg erwerben (angenommen, es gibt keinen Erbe) ? Falls ja, macht man es dann über einen Notar ? In welchen Ämtern, Behörden könnte ich mich über diesen Sachverhalt schlau machen, wie kann ich überprüfen, ob die Sachen, die der Mann erzählt auch richtig sind ?

Ich hoffe, ich habe nicht zu viel geschrieben. Über Hilfen würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank.

Viele Grüße aus Frankfurt

Sarah

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Antwort
von expermondo, 5

Hallo sarahmueller66,

Schau mal bitte hier:
Betrug Stadt

Expertenantwort
von ichweisnix, Community-Experte für Erbe, 47

Der Freund meines Mannes hat gesagt, dass er über Gerichte festgesellt habe, dass es keinen Erbe gebe.

Es gibt immer einen Erben. Sollte sich kein gesetzlicher oder testamentarischer Erbe finden, so erbt das Land, ist ein solches nicht zuzuordnen, der Bund.

Der Eigentümer sei wohl auch nicht mehr hier, man vermutet er sei tot.

Ist der Eigentümer nicht mehr auffindbar, so kann vom Gericht ein
Abwesenheitspfleger bestellt werden. Der Verkauf einer Immobilie dürfte
aber genehmigungspflichtig durch das Gericht sein. Der Kaufpreis wäre dann vermutlich beim Gericht oder beim Notar zu hinterlegen.

Falls ja, macht man es dann über einen Notar ?

Verfügungen über Grundstücke müssen grundsätzlich notariell erfolgen. Es ist dabei Aufgabe des Notares dafür zu sorgen, das alles mit rechten dingen zugeht, also insbesondere das das Eigentum auch tatsächlich übertragen wird. Der Notar beräht sie auch wie sichergestellt werden kann, das das Geld nicht zu ihren Lasten verschwindet. Zu prüfen wäre hier vor allen, das es sich tatsächlich um einen Notar handelt.

Könnte sein Freund mit den 390.000 € einfach abhauen ?

Das Geld ist natürlich nicht den Freund zu überweisen.

Antwort
von Ronox, 46

Es gibt keine Häuser bzw. Grundstücke, die niemandem gehören. Von den seltenen Fällen der Eigentumsaufgabe mal abgesehen. Hatte der verstorbene Eigentümer keine Erben, erbt der Landesfiskus. Und auch nur dieser kann das Grundstück an euch veräußern.

Da Grundstückskaufverträge notariell beurkundet werden müssen, gibt es zumindest hier ein wenig Sicherheit, denn die wenigsten Notare sind Gauner. Wenn dein Mann seinen Kaufpreisanteil nicht gerade an den Partner überweist, was sehr untypisch wäre, hat dieser keine Möglichkeit, sich mit dem Geld davonzumachen (normalerweise wird das Geld ohnehin direkt vom Finanzierungsgläubiger (Bank) ausgezahlt). Nach Zahlung des Kaufpreises wird die Auflassung erklärt und das Grundbuchamt nimmt nach einiger Zeit die Eigentumsänderung vor. Dann ist die Sache erledigt.

Das alles heisst aber natürlich nicht, dass es unbedingt eine gute Idee sein muss, diese Immobilie zu erwerben. Das sollte wirtschaftlich schon gut durchdacht sein.

Behörden, vor allem das Amtsgericht als Grundbuchamt, werden dir keine Auskünfte über die Eigentumsverhältnisse geben. Auch beim Nachlassgericht dürftest du nichts erfahren.

Antwort
von lesterb42, 36

Wenn es keine Erben gibt, wird das Objekt herrenlos. Das Land hat ein Aneignungsrecht. Dieses kann es abtreten. So erwirbt man ein herrenloses Grundstück. Ohne einen "Verkäufer" geht es also nicht. Ohne Notar auch nicht.

Antwort
von ThePoetsWife, 95

Hallo Sarah,

ihr solltet auf jeden Fall Einsicht im Grundbuchamt vornehmen. Da müsste der Besitzer des Hauses, bestehende Hypotheken vermerkt sein.

Mir kommt dass sehr suspekt vor. Gegebenenfalls einen Anwalt einschalten, der vorab überprüft, ob der Hausverkauf legal ist.

Liebe Grüße

Kommentar von sarahmueller66 ,

Vielen Dank für deine Antwort. Darf ich als Privatperson solch eine Einsicht vornehmen ? Wie sollte ich solch ein Vorhaben begründen? lG

 

Kommentar von ThePoetsWife ,

Da euch dieses Haus zum Kauf angeboten wurde, habt ihr auf jeden Fall Anspruch auf Einsicht - es ist kostenpflichtig, aber eigentlich sollte man schon in Erfahrung bringen, wem das Haus gehört hat - ob es eine Übertragung an eine andere Person gegeben hat, usw.

Kommentar von BalisongOwner ,

du bist so ein schlumpf, genau das macht der notar alles für dich

dafür haftet er sogar, mit seinem schönen vermögen

unsere notare sind alle reich

Kommentar von ichweisnix ,

dafür haftet er sogar, mit seinem schönen vermögen

Nö über seine Haftpflichtversicherung. Allerdings ist die Notarhafung subsidär, d.h. kann erst bei einen unabwendbaren Schaden geltend gemacht werden.

Kommentar von BalisongOwner ,

die antwort ist sehr schlecht, weil genau diese dinge der notar tut

anwalt ist rausgeworfenes geld, außer er soll über dne preis verhandeln

Kommentar von sarahmueller66 ,

Also spielt bei diesem Prozess der Notar eine Schlüsselrolle soweit ich verstanden habe, richtig ? Gibt es nicht dennoch Risiken ?

Kommentar von BalisongOwner ,

nein, mit einem nicht-kriminellen notar eigentlich nicht

du bezahlst den auch, du kannst den alles fragen

Kommentar von sarahmueller66 ,

Also gut: Wenn der Notar mir das alles persönlich auch so bestätigen kann, kann eigentlich nichts schief gehen sagst du ?

Eine weitere seltsame Sache, die mich stört ist, dass sein Freund meinem Mann sogut wie nichts vom Notar persönlich zeigt ? Er erzählt immer sehr viel, auf die Frage, ob es denn zu dem ganzen nun auch irgendetwas Schriftliches vom Notar gebe, sagt er dann immer, es fehlt nur noch ein Schritt: Kreditzusage ! 

Ich sollte dann darauf drängen, auch mit persönlich beim Notar zu sein um diesem dann persönlich auch zu fragen...

Kommentar von ichweisnix ,

Eine weitere seltsame Sache, die mich stört ist, dass sein Freund meinem Mann sogut wie nichts vom Notar persönlich zeigt ?

Einfach ein Termin mit den Notar machen und sich mit den Notar beraten.

Kommentar von ThePoetsWife ,

Ich weiß nicht, was an meiner Antwort schlecht sein soll, es muss doch wirklich überprüft werden, ob es noch einen Besitzer gibt, oder noch Hypotheken bestehen. Die Fragestellerin hat doch selbst ein sehr schlechtes Gefühl bei dem Geschäft. Da geht es um sehr viel Geld, da überprüfe ich doch selbst die Besitzverhältnisse.

Kommentar von BalisongOwner ,

das bekommst du vom notar als ausdruck

Kommentar von Ronox ,

Das würde allein schon daran scheitern, dass sie vom Grundbuchamt keine Auskunft erhalten würde. Ein bloßes Interesse genügt nicht für eine Einsichtnahme.

Kommentar von Tigerkater ,

Natürlich ist Deine Antwort nicht schlecht. Die Alternative wäre eben. alles einem Notar zu überlassen ! LG

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