Frage von tarreh7799, 188

Erwachsenen Hund stubenrein bekomme?

Hey zusammen (:

Wir haben seit ein paar Tagen eine erwachsene Mischlingshündin (Riesenschnauzer-Schäferhund-Mix) aufgenommen.

Das blöde ist nur, dass sie ihr Leben lang (4 Jahre) davor im Zwinger gelebt hat und deshalb nicht weiß wie man sich im Haus "verhält".

Ich würde sie so gerne stubenrein bekommen. Außerdem ist sie im Haus immer so "aufdringlich" und lässt einen nicht in Ruhe. Ich weiß...sie hat große Verlustängste weil sie früher immer alleine war. Aber auf Dauer kann das ziemlich nervig werden wenn man immer aufpassen muss dass man nicht über den Hund fällt.

Habt ihr Tipps wie ich sie am schnellsten stubenrein bekomme? Und wie stelle ich es am besten an, dass sie in ihrem Körbchen schläft? Weil sie weiß ja überhaupt nicht was das ist und liegt sie nie hinein /:

Danke schon mal im Voraus!

lg

Antwort
von Virgilia, 101

Ich habe ehemalige Straßenhunde, die, als sie zu mir kamen, zwischen 1,5 und 4-6 Jahre alt waren. Wir haben sie in den ersten Wochen ähnlich wie Welpen behandelt. Sprich Tag und Nacht alle 2-3 Stunden raus und den Abstand immer verlängert. Nach kurzer Zeit haben sie auch angezeigt, dass sie raus mussten. Nach (relativ) kurzer Zeit haben ihnen dann die normalen Zeiten gereicht. Wenn wir doch mal nicht aufgepasst haben und sie in die Wohnung gemacht haben, haben wir es kommentarlos weggemacht und sind mit ihnen rausgegangen. Bei unseren hat es nur ein paar Tage gedauert :) 

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 82

Hi,

der Hund ist bestimmt total verunsichert, bedenke das er womöglich die Wohnung nicht kennt und es ihr entsprechend gruselt, deswegen stalkt sie dich. Wegen der Stubenreinheit nutzt nur beobachten, wenn sich zB von dir loslöst in der Wohnung ist die Wahrscheinlichkeit hoch das raus muss, da dann schnell Anleinen und raus gehen. Wenn sie Gassi gehen auch nicht kennt lieber kürzere Strecken wählen die nicht ganz so viele neue Reize bieten. Denn auch das kann ablenken so das sie erst drin sich lösen kann. Sollte der Hund sehr ängstlich draussen sein am besten doppelt sichern mit Geschirr und Halsband. 

Wegen der Körbchen einfach zwischendurch mal reinlocken und belohnen wenn sie sich hin setzt oder hinlegt. Sie kennt es evtl nicht so das man es ihr erstmal schmackhaft machen muss. 

Antwort
von teafferman, 47

Wie schon andere empfahlen, behandeln wie einen Welpen. 

Ich habe nicht alle Antworten gelesen, aber bei jenen, die ich gelesen habe, fehlt mir 

dem Hund zu vermitteln, dass Du ein starker Rudelführer bist der weiß, was er will. 

Ich habe auch mehrere Hund aus prekären Verhältnissen gehabt. Bei mir war es jedes Mal tatsächlich umgekehrt: Der Hund hat sich irgendwann vor mir verkrochen. 

Denn ich bin davon ausgegangen, dass das Tier aus sehr schlechten Verhältnissen kommt und mich deshalb möglichst rund um die Uhr braucht, bis es in der für ihn angenehmen Welt angekommen ist. 

Wenn ich Das nicht leisten konnte, habe ich mir erst gar kein Tier aus solcher Situation angeschafft. 

Für den Hund bedeutete es, er lernte von mir, dass in meinem Rudel üblich ist, erst von seinen Bedürfnissen zu berichten und sie dann an dafür vorgesehenem und bevorzugtem Ort leben.

Ich bin übrigens die erste Zeit mit solchen Hunden immer an den gleichen Ablöseort gegangen und das Umfeld mied ihn so lange mit eigenen Tieren, bis der Hund den Kontakt zu Artgenossen verkraften konnte. - Nein, kein Hund hat das Auto voll gemacht. Obwohl es gerade für die erste Zeit nötig war. 

Antwort
von Goodnight, 58

Stubenreinheit erreicht man wie bei einem Welpen.

Wenn du die Anhänglichkeit deines Hundes nicht magst, hättest du dir keinen Hund anschaffen dürfen.

Wenn du das kaputt machst, ist es auch mit dem Abrufen aussichtslos.

Der Hund darf doch schlafen wo er will. Hunde wechseln öfters in der Nacht ihren Schlafplatz. Ein Hund legt sich nun mal nicht ins Bett wie ein Mensch und schläft da die Nacht durch.

Kommentar von tarreh7799 ,

Das hab ich alles schon versucht, aber anscheinend ist sie im Haus so aufgerecht, dass sie deshalb überall hinmacht.

Es ist nicht so, dass ich die Anhänglichkeit von ihr nicht mag! 
Aber wenn sie z.B. in der Küche dauerhaft neben dir steht oder manchmal sogar mit den Vorderpfoten auf die Tresen springt kann das erstens sehr gefährlich werden wenn Messer o. Ä. herumliegen und zweitens ist es auch etwas nervig wenn du auf der couch liegst und ein 30 kg schwerer Hund auf dir herumtrappt. Ich habe ja nichts dagegen wenn sie sich neben mich liegt und den Kopf zb auf meinen Schoß legt, aber kaum wenn ich aufhöre sie zu streicheln (auch wenn ich mich mal kurz kratzen, etwas trinken o. Ä. will) springt sie auf und trampelt auf mir herum, bis ich sie wieder streichle.

Ja klar, darf sie schlafen wo sie will! Aber ich würde sie gerne an das Körbchen gewöhnen, damit sie weiß dass das "ihr Bereich" ist und niemand anders dorthin kann und es so etwas wie ihr Rückzugsort ist. 

Antwort
von Capricornio, 84

Hey,

Also ich weiß nicht genau, ob das auch bei älteren Hunden noch funktioniert, aber bei Welpen soll man ja alle 2 Stunden mit ihnen rausgehen, um sie stubenrein zu bekommen. Und die Dauer wird dann eben langsam immer länger, bis der Hund versteht: Okay, ich komm raus und kann da machen.

Was das Körbchen angeht, kannst du es vielleicht mit Leckerlies/Spielzeug versuchen.
Am Anfang immernoch an den Rand das Leckerlie/Spielzeug legen und dann immer weiter rein legen, sodass sie reinmuss und sie dann vlt auch mal drin sitzen lassen o.ä.
Aber an sich denke ich, Hunde lernen auch so, wo sie hindürfen und wo nicht.
Meine liegen überall. Mal in ihrem Bett, mal auf dem Teppich, mal auf ihren Decken... Sie suchen sich ihre Plätze ja meistens.
Aber sie muss ja auch erst mal bei euch ankommen, also lass ihr am besten Zeit sich einzuleben :)

Viel Erfolg!

Antwort
von DreiBesen, 63

Ich denke, wenn du die Sauberkeitserziehung genauso wie bei einem Welpen angehst, bist du auf der sicheren Seite; sie wird es bestimmt schnell lernen, weil sie im Gegensatz zu Hundebabys Blase und Darm kontrollieren kann.

Wenn du merkst, dass sie mal muss (Schnüffeln, Unruhe, Hinhocken), unterbinde dies mit einem "Nein" (sofern sie das Nein schon kennt) und nimm sie sofort mit nach draußen. Wenn sie sich löst, reichlich loben.

Das mit dem "Verfolgen"  abgewöhnen wird sicher ein hartes Stück Arbeit.

Schau dir doch mal diese Sendung an, da geht es u. a. um eine Frau, die genau das selbe Problem hat. 

Vllt. kannst du ja was mitnehmen... viel Glück euch beiden.

Antwort
von klausbacsi, 61

Wenn der Hund nicht stubenrein ist, dann beobachten und mit einem Tuch oder Zeitung eine leichten Klatsch geben, wenn er das Bein heben will. Und dann gleich nach draußen, nach dem Geschäft loben.

Expertenantwort
von inicio, Community-Experte für Hund, 70

bei einem erwachsenen hund trainiert man das genauso wie mit einem welpen. sehr haeufig raus gehen und erfolge loben.

drinnen alles kommentarlos(!) gruendlich reinigen. schnell geht es nicht, weil der hund muss sich bei euch einleben. also bitte geduld.

beoebachte den hund, du wirst schenll an seinem verhalten merken, wann er raus muss und die abstande die zwischen ahrungsaufnahme vergehen und wann das ausgeschieden werden muss.

ich habe einen frueheren strassenhund aus spanien aufgenommen, auch der musste erst elren , dass man zum pinkeln und hauefllein machen wieder raus msuss..

schenke deinem hund aufmerksamkeit und liebe, dann wird das mit der verfolgung auch nachlassen. im moment muss er sich halt vergewissern, dass du fuer ihn da bist.

lass ihn am anfang auch nicht alleine und steigere spaeter deine abwesenheit nur in minischirtten.

dann wirst du und der hund sicher gluecklich miteinander

Kommentar von Madmoisele ,

Wie soll der Hund kapieren, dass er "Scheisse gebaut" hat, wenn alles ohne Kommentar weggemacht wird? Das ist bestenfalls im Krankheitsfall oder wenn der Mensch zu faul war rauszugehen, die richtige Methode. Ansonsten darf und soll der Hund wissen, was er falsch macht. Das muss man ihm (und sich) zugestehen!

Kommentar von teafferman ,

Falsch, Mädchen!!!!

Ein Hund ist von Natur aus stubenrein. Bei solchen Hunden ist aber widernatürliches Verhalten ankonditioniert. Der Hund braucht also nur die Gewissheit, dass sein natürliches Bedürfnis anerkannt und befriedigt wird. 

Eine Umkonditionierung funktioniert nun mal durch verstärkende Reaktion schneller und leichter als durch bestrafende. 

Hier geht es um Nichts weiter als um eine Umkonditionierung von lange erlebter Folter - ist es für einen Hund - hin zu für ihn natürlicher Lebensführung. 

Antwort
von Neugiersnase007, 73

Möglich ist es schon, auch einen erwachsenen Hund noch zu erziehen - aber es braucht halt deutlich mehr Zeit als bei einem Welpen.

Ich würde mir zur Unterstützung eine gute Hundeschule mit einem/r erfahrenen, sympathischen Hundetrainer/In suchen.

"Liebevolle Konsequenz" ist das Zauberwort in der Hundeerziehung (meiner Erfahrung nach). Den Hund beobachten, wenn er Anzeichen macht, dass er muss - sofort hinausgehen und solange draußen bleiben, bis der Hund sein "Geschäft" gemacht hat. Unmittelbar darauf deutlich loben (anfangs ruhig etwas übertreiben), evtl. auch ein Leckerli geben, erst dann wieder hineingehen. Und das machst Du dann (gefühlte) 12.000 mal, bis der Hund kapiert hat, was Du von ihm erwartest.

Wenn der Hund "drinnen" gemacht hat zumindest Anfangs kein Drama daraus machen - eher kommentarlos wegmachen. Später, wenn der Hund weiß, was Du von ihm willst durchaus etwas schimpfen (aber nicht schlagen, oder ähnliches).

Ich denke, das kann Monate dauern, bis der Hund "normaler" wird - eventuell/wahrscheinlich bleibt er sein Leben lang eher ein "Problemhund" - aber durchaus ein Lieber (sonst hättest Du Dich ja nicht dafür entschieden)

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