Frage von Corndog91, 81

Erstellen eines Onlineshops als Privatperson?

Guten Tag alle zusammen,

Zunächst einmal zu meiner Person:
Ich habe mich nach einer bereits erfolgten Ausbildung und 2 Jahren im Berufsleben nun erneut dazu entschieden eine weitere Ausbildung zu beginnen.
(2-Jahre im selben Betrieb wie bisher da es eher als Weiterbildung gedacht ist).

In meiner Freizeit beschäftige ich mich gerne mit handwerklichen Dingen und der Verarbeitung von Leder und Textilien, was wohl meinem Berufsleben geschuldet ist)

Da die nächsten 2 Jahre finanziell also wieder etwas geringer ausfallen, habe ich mir überlegt einen Online-Shop zu eröffnen in dem ich gefertigte Lederartikel vertreibe.

Nachdem ich mich bereits um die Erstellung von Impressum, AGB's etc gekümmert habe, interessiert mich nun vor allem folgendes:

- Darf ich als Privatperson überhaupt einen Online-Shop eröffnen?
Ich habe nicht vor eine UG oder sonstige Gesellschaftsform zu eröffnen, zumal ich das laut meinem Arbeitgeber nicht wirklich dürfte respektive es ungern gesehen wird.

- Was gibt es wegen Steuern zu beachten?
In der erneuten Lehre verdiene ich wieder so wenig, dass ich nichtmal normale Steuern zahlen muss.

-Die ganze Sache ist wirklich nur so gedacht, dass ich in der Freizeit "bastle" und die Sachen nach Feierabend in den Onlineshop zum Verkauf anbiete.

Allerdings will ich um Gottes Willen nicht irgendwann einen Brief in Händen halten, dass ich Steuern hinterzogen oder sonstige Straftaten begangen hätte, etc.

Ich freue mich auf eure Antworten!

Vielen Dank! :)

Antwort
von BenLam, 44

Hallo Corndog91,

es handelt sich bei einem Onlineshop um eine selbstständige auf Dauer angelegte Tätigkeit, die zum Zwecke der Gewinnerzielung angelegt ist.

Das bedeutet: Die Gewerbeanmeldung ist Pflicht!

Darf ich als Privatperson überhaupt einen Online-Shop eröffnen?

In dem Moment in dem du Gewinne erzielen möchtest musst du ein Gewerbe anmelden. Du bist ab diesem Moment Gewerbetreibender und musst alle erdenklichen Dinge beachten. Hier sei beispielsweise das Widerrufsrecht genannt.

Was gibt es wegen Steuern zu beachten?

Die Gewinne aus dem Gewerbebetrieb werden deinem zu versteuernden Einkommen hinzugerechnet. Du zahlst hierfür Einkommensteuer, sofern du über dem Grundfreibetrag liegst. Je nach Umsatz folgen noch andere Steuerarten wie Gewerbesteuer und Umsatzsteuer.

Die ganze Sache ist wirklich nur so gedacht, dass ich in der Freizeit
"bastle" und die Sachen nach Feierabend in den Onlineshop zum Verkauf
anbiete.

Das macht erst einmal keinen Unterschied. Wer gewerblich tätig ist, der handelt als Unternehmer. Du musst an diesem Punkt auch die Sozialversicherungen im Blick behalten.

Allerdings will ich um Gottes Willen nicht irgendwann einen Brief in
Händen halten, dass ich Steuern hinterzogen oder sonstige Straftaten
begangen hätte, etc.

Diese Situation tritt nur auf, wenn du dein Gewerbe nicht ordentlich anmeldest und Angaben verschweigst. Läuft alles sauber, dann hast du hier nichts zu befürchten.

zumal ich das laut meinem Arbeitgeber nicht wirklich dürfte

Dein Arbeitgeber kann dir die Tätigkeit nicht verbieten, wenn diese nicht in Konkurrenz zum Unternehmen steht oder deine Arbeit darunter leidet. Eine Meldung an den Arbeitgeber muss trotzdem erfolgen, wobei die Gerichte hier ziemlich nachsichtig sind.

Du hast grundsätzlich das Recht auf freie Entfaltung.

Antwort
von kevin1905, 45

- Darf ich als Privatperson überhaupt einen Online-Shop eröffnen?

In dem Moment wo du eine Gewinnerzielungsabsicht hast, handelst du gewerblich mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen (Gewerbeanmeldung, Buchführungspflichten, Steuererklärung, Impressumspflicht, Widerrufsrecht, Sachmängelhaftung).

- Was gibt es wegen Steuern zu beachten?

Welche?

Umsatzsteuer, Einkommensteuer oder Gewerbesteuer? Etwas konkreter bitte!

Hast du überhaupt einen Businessplan, dich generell mal mit Zahlen beschäftigt?

Kommentar von Corndog91 ,

Einen Businessplan als solchen habe ich nicht, da ich ja wie gesagt keine Gewerbeanmeldung respektive Gesellschaftsgründung vollziehen möchte.

Daher die Frage, ob es quasi "Freigrenzen" bei der Gewinnerziehlung gibt, unter der man diese Schritte nicht vollziehen muss.

Viele Grüße!

Kommentar von kevin1905 ,

Daher die Frage, ob es quasi "Freigrenzen" bei der Gewinnerziehlung gibt, unter der man diese Schritte nicht vollziehen muss.

Nein gibt es nicht.

Sobald du anstrebst (es geht um die Absicht, nicht das Ergebnis!)

  • mehr als 0,- € p.a. zu verdienen
  • die Tätigkeit regelmäßig ausführst (vs. einmalige Gefälligkeit)i

ist die Tätigkeit gewerblich und du hast gegenüber den Behörden und deinen Kunden Pflichten zu erfüllen, die diese auch gegen dich einklagen können.

Die Definition geht aus § 15 Abs. 2 EStG eindeutig und unmissverständlich hervor.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 23

Wo siehst Du denn einen Unterschied zwischen einem Gewerbebetrieb und was Du machst?

Die Gestaltung der Arbeitszeit kann es wohl nicht sein. Für statistische Zwecke gibt es bei der Gewerbeanmeldung die Frage ob es im Neben- oder Vollerwerb erfolgen soll.

Mache keinen eigenen Shop. Da geht richtig viel Zeit in Werbung. Nimm Dir lieber Dinge wie ebay, dawanda (Schreibweise bitte selber prüfen) oder Amazon unter die Lupe. Da kannst Du auch einen eigenen Bereich führen. Da ist das mit dem Marketing noch umfangreich genug.

Kommentar von FionaAmann ,

Dawanda ist sicher eine Alternative aber dennoch betreibt derjenige einen Handel. Deswegen besteht auch bei Dawanda  Impressumspflicht und die Verbraucherrechte gelten ebenso. Dawanda nimmt einem nur die Shop-Technik ab, sonst nichts.

Kommentar von Dirk-D. Hansmann ,

Ähm? Habe ich was anderes behauptet? Ich habe darauf hingewiesen, dass ein eigenständiger Shop zu viel Aufwand verlangt. Dafür lieber einen auf einer entsprechenden Seite eröffnen.

Rechtliche Hinweise, wie Impressumspflicht habe ich nicht angesprochen. Aber es ist doch klar. Es sind ja alle verpflichtet, die nicht ausschließlich über sich selber schreiben ein Impressum zu führen.

Antwort
von grubenschmalz, 29

Du bist dann keine "Privatperson" mehr.

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