Erste Tage im Job- schon überfordert?

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7 Antworten

Die "Selbsterfüllende Prophezeiung" - nur andersherum.

Einen schlechten Tag zu haben ist normal und das es dann auch zu emotionalen Ausbrüchen kommen kann, ist ebenfalls keine unnatürliche Reaktion. Gerade das Weinen von Kindern, kann eine solche Reaktion, zum richtigen Zeitpunkt, recht leicht auslösen. Das ist an und für sich nicht unbedingt ungewöhnlich und kann auch einer Erzieherin passieren.

Entscheidend könnte der Umgang damit sein und da kommt die "Selbsterfüllende Prophezeiung" ins Spiel. Diese besagt ursprünglich, dass man ein Verhalten von seinem Gegenüber erwartet (die Prophezeiung) und dieses Verhalten mit seinem eigenen Verhalten dann mehr oder minder bewusst herbeiführt (die Selbsterfüllung). Das kann sich aber auch drehen. 

Die obige Situation, einen plötzlichen emotionalen Ausbruch zu bekommen, kann die Angst schüren, dass dies öfter passiert. Die Angst davor, kann zu einer Art Erwartung werden, dass dies wieder passieren wird, wenn ein Kind weint (die Prophezeiung). Damit wird die Angst weiter geschürt, du gerätst in Stress und Unsicher - Labilität stellt sich ein und damit die Selbsterfüllung. Du prophezeist damit dir selbst ein Verhalten, dass sich danach auf erfüllt.

Eine mögliche Erklärung könnte dies zumindest sein und die Tatsache, dass du hier diese Frage stellst mit dem Tag "überfordert" zeigt dies schon sehr deutlich. 

Du hast eine Ausbildung gemacht und dich scheinbar dort wirklich gut gemacht. Der Beruf macht dir Spaß und du kannst ihn - sonst wärst du jetzt nicht da, wo du bist. Lasse dir deine Kompetenz nicht von deinen Befürchtungen absprechen oder kleinreden, denn das löst den Stress aus, der dich am Ende wieder in eine labile Verfassung nötigt - das Resultat hast du gespürt.

Eine Auszeit zu nehmen war, so meine Sicht, eine wirklich gute Reaktion. Nutze diese Zeit um dir etwas Gutes zu tun und dir zu überlegen, wie du dein Morgen vor der Arbeit besser aufbauen kannst. Besser aufbauen in dem Sinne, dass du ihn mit Kleinigkeiten spickst, die dich entspannen und dir vielleicht auch ein Lächeln aufs Gesicht zaubern. Versuche also bewusst positiv auf deine Stimmung einzuwirken und gehe diese ganze Situation noch einmal frisch an - möglichst Angstfrei. 

Ich gehe davon aus, dass sich diese Situation dann wieder lösen wird, nachdem du wieder einen guten Tag hattest - das könnte diese Wechselwirkung aus Angst/Stress und dieser unangenehmen Situation brechen.

Anbieten für den Morgen tut sich unterhaltsame Ablenkung. Ich höre morgens gerne einen Podcast auf dem Weg - lockere Themen und manchmal sogar so unterhaltsam, dass ich mir das laute Lachen in der Bahn unter höchsten Anstrengungen verkneifen muss. Auch Musik kann einen positiven Effekt erzielen. Weiterhin ein kleines Frühstück nach eigenen Vorstellungen und dabei etwas schauen - was dir eben Freude macht, ist erlaubt.

Ich wünsche dir viel Erfolg weiterhin und hoffe sehr, dass du bald wieder rein findest in deinen Beruf findest.

Liebe Grüße.

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Kommentar von Volkerfant
05.08.2016, 10:38

Hallo Narr,

deine Antwort mit dem psychologishen Hintergrund hat mir sehr gut gefallen.

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@ SweetHanny

Willkommen in der Arbeitswelt der Erwachsenen.

Für dich ist das arbeiten erst mal Neuland und da kann man schon mal an seine Grenzen kommen. Kinder zu betreuen ist auch kein Zuckerschlecken.

Aber alles kein Problem, das wirst du noch lernen und wenn du gleich anfängst zu weinen, dann liegt ganz einfach dein Nervenkostüm blank und deshalb schlägt es dir auf den Magen und zeigt sich durch erbrechen.

Auch das lernst du wie du damit umgehen musst, dafür machst du die Ausbildung.

Rede mal in den Pausen mit deinen Kolleginnen, wie die das am Anfang gemacht haben.

Du solltest aber schon schauen, dass du etwas Durchhaltevermögen entwickelst, denn nach deiner Ausbildung kannst du auch nicht tagelang  zuhause bleiben, nur um dich zu sammeln.

Sollte ich doch vielleicht bei meiner Chefin anfragen ob ich in den Kindergarten wechseln kann?

Das würde dein Problem sicher nicht lösen, wenn du an der einen Stelle schon überfordert reagierst.

Man wirft nicht gleich das Handtuch, sondern versucht an der Stelle wo man  eingesetzt ist, sein bestes zu geben.

Mit den Vorgesetzten zu reden, was man evtl. verbessern könnte, damit man besser klarkommt.

Rede mit deinen Eltern, vielleicht bauen die dich ein bisschen auf und machen dir Mut.

Sicher werden heute Ansprüche an Azubi gestellt, aber die gab es früher auch schon. Da war es teilweise noch schlimmer, nur heute halten Jugendliche ganz einfach weniger aus und bis man sich im Arbeitsleben integriert hat, das dauert auch eine Weile..

Es gab kein Internet wo man sich schlaumachen konnte, da mussten Azubi noch putzen, da krähte kein Hahn und kein Paragraf danach, ob das erlaubt ist oder nicht.

Du schaffst das auch und wenn du tagsüber viel Stress hast, dann schau dass du nach Feierabend etwas runterkommst, sodass du am nächsten Tag wieder fit und einsatzfähig bist.

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Lehrjahre sind keine .....
Naja alter und doofer Spruch
Spruch mit Kollegen drüber. Frag nach deren Anfangszeit
Vielleicht haben die ja Tips

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Du musst in deinem Praktikum ja auch noch nicht die Verantwortung tragen ;)
Sprich mal Kollegen an und schildere ihnen dein Problem.
Kläre es lieber früher, bevor du dann mittendrin steckst und verzweifelst :)

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Kommentar von SweetHanny
05.08.2016, 09:22

Habe ich schon , das ist es ja. aber es hat mir trotzdem nicht geholfen

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Du solltest dir dringend einen Psychiater oder Psychologen suchen.

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Wenn Du selbst nicht einmal eine Ahnung hast, was Deine Emotionen auslösen könnte, helfen Dir die seitenlangen Ergüsse von Leuten, die ihre Gedanken nicht verdichten können, auch nicht weiter. Wenn Du in einem Kernbereich Deines Berufes, den Du über Jahre wirst ausführen müssen, ein Problem hast, such Dir professionelle Hilfe.

https://www.therapie.de/psychotherapie/

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du wirst es lernen damit umzugehen. das geht nicht von heute auf morgen. Deswegen lernt man es.

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Kommentar von SweetHanny
05.08.2016, 09:21

damit hast du schon recht, aber das kann auf die Dauer auch nicht so weiter gehen, das ich jedesmal Anfange zu weinen wenn mich das Babygeschrei 'stresst'

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