Frage von WarumNicht, 48

Erste Hilfe Kurs Psychologie?

Ich weiß nicht genau warum, aber befinde mich des öfteren in der Situation, dass Menschen zu mir kommen und ihre persönlichen und psychischen Probleme mir anvertrauen. Auch wenn ich mich immer über das Vertrauen freue, weiß ich manchmal auch nicht, was ich in solchen Situationen machen soll. Gibt es eine Art "Erste Hilfe Kurs" für Psychologie? Nicht um einen Experten zu ersetzten, sondern nur um in Situationen, in denen Menschen aktiv auf mich zukommen etwas mehr als nur den gesunden Menschenverstand im Kopf zu haben.

Sollte jemand sicher wissen, dass es so etwas nicht gibt, wäre ich auch daran interessiert, was gegen so einen Kurs spricht :)

Vielen Dank schon mal im Voraus!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JaniXfX, 5

Hallo!

Es ist ambivalent, hierauf zu antworten. Einerseits: Menschen suchen mit ihren Problemen (den großen und kleinen) oftmals soziale Kontakte, um zunächst darüber zu sprechen. Viele der Vorfälle können mit Gesprächen oder mal ein Ohr haben sicherlich kuriert werden.

Dann jedoch gibt es einen Punkt, an welchem das Freundesgespräch nicht mehr reicht, sondern klar wird, dass eine Person in professionelles Setting gehört. Und hier wiederum finde ich Laienkurse unangebracht. Denn die Psychologie lernt man nicht umsonst 10 Jahre, um adäquat auf Situationen zu reagieren. Störungsbilder und Behandlungsformen sind komplex, das gehört nach wie vor in professionelle Hände. Das ist, als würdest Du neuerdings auch unter Vollnarkose Knochenbrüche heilen wollen.

Für Dich gilt nur zu erkennen: ist es jemand, der mal sein Herz ausschüttet oder ist es jemand, der offensichtlich in eine Therapie muss. Ritzen, starkes Untergewicht, erlebter Missbrauch, Suizidgedanken und solche Zeichen sind ein dringender Hinweis darauf. In solchen Fällen solltest Du Dich selbst auch zurücknehmen und schützen, denn die Verantwortung möchtest Du dafür nicht übernehmen - glaub mir.

Für alle anderen Anliegen bist Du aber genau die Richtige. Du scheinst vertrauenswürdig und mit Deiner Art der richtige Ansprechpartner zu sein - deshalb mach' es genau so in Deinem Stil.

Antwort
von Dxmklvw, 6

Für solche Anlässe genügt Empathie, gepaart mit Objektivität.

Einen Rat geben kann man zwar, aber meistens paßt dieser nicht sehr gut, weil eben jeder Mensch andere Lebensumstände hat.

Wesentlich besser ist es, den anderen zu verstehen und dann paßgenau kurze Fragen zu stellen, die nicht wirklich Fragen sind, sondern den anderen so zum Nachdenken bewegen, daß dieser die Problemlösung selbst nennt. Die Übung macht es.

Die eigentliche Wirkung im privaten Bereich, wo sich Personen mit Problemen vertrauensvoll an einen wenden, ist im Prinzip das Gespräch als solches und das dabei vermittelte Bewußtsein, zu verstehen ohne zu bewerten, zuzuhören anstatt den anderen dicht zu reden, und stets diskret zu sein.

Kurse halte ich für den beabsichtigen Zweck für wenig hilfreich. Wer es
nicht in sich hat, der kommt auch durch einen Kurs nicht weiter, läuft
aber Gefahr, sich an Sprechblasen zu orientieren. Und wer es in sich
hat, der braucht erst recht keinen Kurs.

Für schwierige Fälle ist ein Psychotherapeut mit Abstand die bessere Wahl, weil anderenfalls die Gefahr sehr groß ist, daß sich schon bestehender Schaden noch weiter verfestigt.

Antwort
von TheTrueSherlock, 16

Mit der Zeit weiß man, was man in bestimmten Situationen machen könnte.

Ich könnte dir mehr helfen, wenn ich weiß, um welche Probleme es ging und in welchen Situationen, du keinen Rat wusstest.

Es ist schon mal gut, wenn du zuhörst! Das hilft den Personen auch schon viel weiter ;) Versuch nicht krampfhaft eine Lösung zu finden.

Antwort
von AriZona04, 22

Psychologie müsste es als Fach in der Schule geben, finde ich, dann wäre der Spruch "für das Leben lernen wir und nicht für die Schule" gerechtfertigt. Nein, solche Kurse gibt es nicht, es sei denn, Du wilst es studieren. Dafür haben wir Fachleute, die gut dafür bezahlt werden und jeder muss dann eben dahin rennen.

Aber: Je älter wir werden, desto mehr Lebenserfahrung sammeln wir und desto schlauer werden wir, was das echte Leben anbetrifft. Ich kann Dir aber nur raten (ich gehe davon aus, dass Du noch recht jung bist), nicht bei jeder Person zum "seelischen Mülleimer" zu werden, sonst frisst Dich das irgendwann auch auf.

Kommentar von TheTrueSherlock ,

In der FOS im Sozialen Zweig hatte ich Psychologie/Pädagogik. Allerdings braucht man das schon viel eher!

Kommentar von AriZona04 ,

Und auf JEDER Schule - nicht nur auserwählte!

Antwort
von Schekki12, 7

Suchst du vielleicht nach einem Kurs für die sogenannte Psychosoziale Notfallversorgung?

So einen Kurs belegen viele Mitglieder von Hilfsorganisationen um Menschen nach schlimmen Erfahrungen helfen zu können bis das Kriseninterventionsteam eintrifft.

Hoffentlich könnte ich helfen :).

Lg

Antwort
von sojosa, 18

In Österreich gibts sowas, in Deutschland? Bin noch nicht sicher.

Antwort
von robi187, 16

da must ehrenamtlich bei der telefonseelsorge arbeiten um so eine ausbidlung zu bekommen? auch wenn es nur erste hilfe ist?

weniger wirt wohl nicht viel wert sein?

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