Frage von Sakira1992, 53

Erste gemeinsame Wohnung - nach 7 Monaten unglaubliches Heimweh - was soll ich tun?

Hi ihr Lieben,

Ich (23) lebe jetzt seit Januar gemeinsam mit meinem Freund in unserer ersten gemeinsamen Wohnung. Wir haben uns die Wohnung schön eingerichtet & allgemein fühle ich mich wohl hier. Trotzdem wohne ich knappe 50km von meinen Eltern entfernt und das wird mir immer bewusster. Meine Mutter hat selbst vor kurzem am Telefon gesagt, das sie mich gerne mal einfach so besuchen möchte, es aber nicht kann, weil ich zu weit weg wohne. Das hat mich schwer getroffen. Mein Vater arbeitet fast den ganzen Tag und meine Mutter ist dadurch oft allein. Natürlich bin ich als ich noch Zuhause gewohnt habe, auch zur Schule oder arbeiten gegangen. Aber jetzt fällt ihr eben sehr stark auf, das sie sich alleine fühlt. Aus diesem Grund nimmt sie ab September ihre Schwester bei sich auf. Natürlich kommt dazu das meine Tante bzw ihre Schwester in Schwierigkeiten steckt, aber mir hat meine Mutter auch erzählt, das sie sich dadurch nicht mehr so einsam fühlt.

Und jetzt wenn ich manchmal die ein oder andere Rechnung sehe, da vermisse ich die Unbeschwertheit die ich noch bei meinen Eltern hatte. Ich denke oft an mein altes Zimmer … an meine Umgebung damals. Abgesehen von meinem Freund kenne ich hier kaum jemanden, habe natürlich seine Leute kennengelernt. Da passt die Chemie aber einfach überhaupt nicht. Ich komme mit denen einfach nicht aus. Mein Freund versteht das auch und hat vorgeschlagen, das wir gemeinsam Menschen kennenlernen können. Das ist auch eine gute Idee. Nur fehlen mir meine Freunde - für die meisten sind 50km einfach zu weit. Und ich kann mir auch nicht jeden Tag ein Bahnticket darunter kaufen. Mein Freund fährt mich einmal in der Woche runter zu meinen Eltern und Freunden. Wir besuchen sie dann gemeinsam & das ist auch wirklich schön. Trotzdem fehlt mir das alles immer mehr ~ ich liebe meinen Freund über alles und will natürlich mit ihm gemeinsam unser Leben aufbauen - dieses Wohnung ist erst der Anfang. Und natürlich ist diese Selbstständigkeit unglaublich schön. Ich möchte auch weiterhin gemeinsam mit ihm unseren Weg gehen. Nur frisst mich das schlechte Gewissen auf - meine Mutter allein gelassen zu haben. Und sie sagt mir das auch ständig - das sie keiner anruft und sie auch von niemanden besucht wird (meine Brüder eingeschlossen) wobei ich doch fast jeden Tag anrufe und sie mindestens einmal in der Woche besuche. Mein Vater ist da um einiges entspannter, wobei er immer schon mehr in sich selbst gekehrt war.

Ich fühle mich schlecht, dabei weiß ich das ich nichts falsch mache.

Und momentan vermisse ich sie einfach unheimlich.

Was soll ich machen bzw ändern? Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht, die er mit mir teilen möchte.

Dankeschön!

Glg Maddi.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Turbomann, 14

@ Sakira1992

Du musst kein schlechtes Gewissen haben, denn so ist das Leben, dass Kinder sich irgendwann abnabeln und ihren eigenen Weg gehen.

Du telefonierst mit deiner Mutter, deinen Eltern und das ist schön, aber wenn deine Mutter keiner anruft und sie keinen hat, der sie besucht, dann helfe ihr, das zu ändern.

Nur frisst mich das schlechte Gewissen auf - meine Mutter allein gelassen zu haben. Und sie sagt mir das auch ständig

Nein das musst du absolut nicht machen. Du bist jung und mussst dein eigenes Leben leben, das bedeutet nicht, dass du diene Eltern nicht liebt. Aber so ist der Lauf des Lebens.

Mache ihr Vorschläge was sie alles noch für Möglichkeiten hat, auch ehrenamtliche Tätigkeiten, wo sie anderen helfen kann.

Vielleicht fehlt deiner Mutter jetzt ganz einfach eine Aufgabe. Es liegt an ihr, auch in ihrem Leben nach neuen Wegen und Aufgaben zu suchen. Sie hat auch noch ein eigenes Leben, das sie so lange du lebst, zurückgesteckt hat.

Seither hat sie dich umkümmert und jetzt fehlt ihr eine andere Aufgabe, die sie ausfüllt und die Lücke die du durch deinen Auszug hinterlassen hast wieder schliesst. .

Auf der anderen Seite ist das völlig normal. Deine Mutter hat dich großgezogen, hat alles getan, damit du auf beiden Beinen selbständig stehen  und jetzt sollte sie mal an sich denken.

Eltern haben die Pflicht getan, dir dein eigenes Leben zu ermöglichen, jetzt sind sie dran, mal an sich zu denken.

Jetzt ist ihre Zeit und sie hat alles Recht der Welt, dieses Recht für sich in Anspruch zu nehmen.

Du hast deinen Freund, höre auf ihn und sucht euch Freunde. Dann lenkt dich das auch etwas vom Heimweh ab. Du kannst mit deinen Eltern viel telefonieren, sie sind nicht aus der Welt und wenn ihr euch dann trefft, dann freut ihr euch und habt viel zu erzählen.

Du wirst dich in dein eigenes Leben hineinfühlen und du schaffst das auch, das geht allen so, wenn sie mal von zuhause weg sind.

Kommentar von Sakira1992 ,

Dankeschön für deine Antwort! Das hilft mir wirklich weiter und ich denke das mit der Aufgabe die jetzt fehlt stimmt absolut. Ich werde mit ihr über neue Möglichkeiten sprechen, was sie noch machen könnte. Vielleicht hilft ihr das ja tatsächlich. 

Dankeschön nochmal!  :)

Kommentar von Turbomann ,

@ Sakira1992

Ich danke dir und ich drücke dir die Daumen. Hier wurde bereits die Abnabelung der Mutter gesprochen und das ist tatsächlich so.

Mütter müssen sich früher abnabeln, die Kinder machen das schon von alleine, wenn man sie lässt.

Man kann Mutter sein und trotzdem - wenn die Kinder ein gewisses Alter haben - sich nebenher schon ein klein bisschen sein Leben aufbauen, dann wird man auch nicht in ein Loch fallen, wenn die Kinder aus dem Haus gehen. Weil dann eine plötzliche Leere, auch in der Wohnung da ist und die kann man vorher schon etwas verhindern.

Außerdem schadet es den Kindern nichts, wenn sie auch schon zuhause etwas mit anpacken müssen und es ist hilfreich für die Kinder zum selbständiger werden, wenn die Mutter nicht immer alles abnimmt..

Antwort
von webya, 14

Deine Mutter muss lernen, dich los zu lassen. Du bist erwachsen und nicht für deine Eltern zuständig. Deine Mutter muss sich einen eigenen Kreis von Bekannten suchen. Da gibt es ja z.B. die Möglichkeit im Sportverein mitzumachen, als Vorleseoma im Kindergarten tätig zu sein  oder auch im Altenheim ehrenamtlich tätig zu sein. 

Für dich wäre es sicher auch gut, wenn du neue Freunde an deinem jetzigen Wohnort findest. Täglich länger mit deiner Mutter zu telefonieren ist nicht gut. Versuche etwas Abstand zu gewinnen und ein eigenes Leben zu führen. 

Antwort
von Sei1234, 16

50 km sind euch zu viel? das sind vielleicht 35 Minuten mit dem Auto hin und zurück.

Ich bin von meiner Mutter/Schwester 250km weggezogen, wir telefonieren 2 mal in der Woche. und alle 2-3 Monate besuchen wir uns gegenseitig. Bei eurer Entfernung würde meine Mutter Luftsprünge machen.

Der Vorteil des Entferntwohnens ist das alle Besuch gut verlaufen, weil man sich durch im Alltag nicht auf den Füßen steht.

Die Unbeschwertheit die du ansprichst, ist das was man erwachsen werden nennt. Du bist dem Nest der Eltern entwachsen.

Antwort
von grubenschmalz, 28

Was machst du denn den ganzen Tag? Keine Arbeit? Warum seid ihr 50km weggezogen?

Kommentar von Sakira1992 ,

Ich bin sozialpädagogische Assistentin und arbeite jeden Tag 8 Stunden  in einer Kita - im Grunde sind wir soweit weggezogen, da mein Freund hier eine gut bezahlte Stelle angeboten bekommen hat. 

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