Frage von ModernSwipe, 47

Erste Gedanken, wenn man erfährt, dass man Krebs hat?

Hallo! Ich würde gerne wissen, was für Gedanken Personen haben, bei denen Krebs diagnostiziert wurde. An was denkt man zuerst, wovor hat man am meisten Angst? Vielen Dank

Antwort
von Herb3472, 18

Das allererste ist das Bedürfnis nach Aufklärung durch einen kompetenten, vertrauenswürdigen Facharzt. Wenn man diesen gefunden hat, möchte man natürlich möglichst viel über die Erkrankung, deren voraussichtlichen Verlauf und die möglichen Therapien erfahren. Und natürlich - last, but not least - wie hoch die Überlebenschance ist.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Die Überlebungschane hat mich nie interessiert. Es sind Zahlen. Und ich bin ein Individium. Da ich mich als gläubig bezeichne, steht es einem anderen Menschen in meinem Weltbild nicht zu, wie meine Chancen sind.

Fachärzte habe ich nur zwei. Da habe ich sehr früh ausgezeichnete Ärzte gefunden.

Ach ja, ich arbeite seit über 18 Jahren als Arzthelferin, bin also gut informiert.

Kommentar von Herb3472 ,

Die Überlebungschane hat mich nie interessiert.

Mich schon, da die Therapietermine nach den Überlebenschancen vergeben werden. Je höher die Überlebenschance, desto eher ein Termin für die Chemotherapie. Ich bekam kurz nach Weihnachten die Diagnose, eine Woche später war Therapiebeginn. Das ist jetzt 8 Jahre her.

Da ich mich als gläubig bezeichne, steht es einem anderen Menschen in meinem Weltbild nicht zu, wie meine Chancen sind.

Dann hast Du ein sehr verschrobenes Weltbild. Es ist statistisch erwiesen, dass die Überlebenschance vom Stadium der Erkrankung abhängt. Je früher die Diagnose erfolgt, desto besser im Allgemeinen die Heilungschancen. Das hat mit Weltbild und Glauben nix zu tun, sondern mit handfesten Zahlen auf Basis von empirischen Untersuchungen.

Ach ja, ich arbeite seit über 18 Jahren als Arzthelferin, bin also gut informiert.

Ich war und bin bei genug Ärzten in Behandlung, um den Wirkungsbereich und die medizinische Fachkompetenz einer Arzthelferin abschätzen zu können. Sei mir bitte nicht böse, aber als Arzthelferin bist Du nicht unbedingt qualifiziert, um onkologische Diagnosen und Therapien nach ihren Erfolgschancen zu beurteilen.

Kommentar von Belladonna1971 ,

Sehen Sie, was der Unterschied ist: ich lasse andere Blickwinkel und Meinungen zu ohne zu bewerten. Sie verurteilen und lassen keine andere Meinung zu.

Ihnen ist schon klar, in welcher Fachrichtung ich arbeite?

Einen schönen Abend noch und weiterhin eine gute Gesundheit!

Antwort
von Belladonna1971, 17

Da die meisten Menschen dann erst einmal einen Schock erleiden, dürfte dann Denken wohl kurzfristig "aussetzen". Kennst Du das Gefühl?

Viele Betroffene bleiben dann auch länger im Schock und reagieren automatisch.

Kommentar von Herb3472 ,

Woher weißt Du denn das? Es entspricht nicht meiner persönlichen Erfahrung. Im Gegenteil, man möchte so schnell wie möglich aktiv tätig werden, um die Erkrankung zu bekämpfen.

Kommentar von Belladonna1971 ,

1. schrieb ich die meisten- also nicht alle.

2. ja.

3. habe ich das Geschehen nie bekämpft- sondern angenommen und akzeptiert. In meinem Weltbild- und ich akzeptiere andere - kann man nur ändern, was man angenommen / akzeptiert hat. Gegen meinen Körper zu kämpfen, geht für mich gar nicht! Ich akzeptiere aber andere Meinungen und jeder muss seinen Weg finden und gehen.

4. ja- es geht mir sehr gut!

Kommentar von Herb3472 ,

@belladonna1971: Du hast mich offensichtlich missverstanden.

Ich verstehe unter kämpfen, dass man sich nicht passiv und achselzuckend dem Schicksal ergibt, sondern sich der Situation stellt und aktiv nach Lösungen und Möglichkeiten sucht, die Situation zu bewältigen. Und dies selbstverständlich unter Hinzuziehung von Fachärzten und Informationsmaterial, um sich ein möglichst abegerundetes Bild machen zu können.

Antwort
von Loris1996, 14

Naja, ich hatte zwar noch nie Krebs, aber ich nehme an, dass man erstmal einen inneren Schweißausbrucht hat weil Krebs nunmal nicht selten tödlich, und noch dazu qualvoll tödlich ausgeht.

Ich kann mir aber auch vorstellen dass Familienväter mit 2 kleinen Kindern (wie es bei meinem Vater war..) eher zuerst daran denken, was ihre Familie tun soll, falls man sterben sollte.

Also da kommts wohl darauf an wie alt man ist und was einem wichtig ist, sich selbst oder die Familie. Aber ich denke in 99% der Fälle denkt man einfach an den Tod....

Kann mir fast nicht vorstellen dass die Leute so eine geistige Stärke haben können, dass sie direkt daran denken wie sie die Krankheit besiegen und wieder gesund werden. Ich denke, der erste Gedanke ist einfach die Gefahr der man durch den Krebs ausgesetzt ist.

Wenn sich dann herausstellt dass die heilungschancen ganz gut aussehen und die Methoden sehr modern sind, dann sieht das bestimmt auch schon wieder anders aus und die Leute sehen eher das Licht am Ende des Tunnels als die Nacht.

Kommentar von Herb3472 ,

Kann mir fast nicht vorstellen dass die Leute so eine geistige Stärke
haben können, dass sie direkt daran denken wie sie die Krankheit
besiegen und wieder gesund werden

Auch wenn Du Dir das fast nicht vorstellen kannst, so ist das doch bei den meisten Krebskranken, die ich kennen gelernt habe, die Realität - auch bei mir selbst.

Kommentar von Loris1996 ,

Na das ist ja erstaunlich, ich hätte viel zu viel Angst vor der "Realität", auch wenn ich sicher einen großen Kämpfergeist hätte. Aber sehr interessant

Kommentar von Herb3472 ,

Wenn Du Dich nicht der Realität stellst, kannst Du den Kampf nicht gewinnen.

Kommentar von Loris1996 ,

nein so war es nicht gemeint.

Ich meinte, ich hätte Angst vor der Realität, die eben leider zu oft tödlich aussieht.

Ich meinte, dass ich mir vorstelle, dass ich mir nicht von Anfang an "einreden" könnte, dass bei mir schon alles gut wird, das würde sich einfach erst in den nächsten Tagen nach der Nachricht entwickeln...

Antwort
von oxygenium, 13

dieser Personenkreis fällt zuerst einmal aus allen Wolken und will das nicht wahr haben.

Oft holen sie sich eine zweite Meinung.

Wenn die Diagnose dann gesichert ist,kämpfen sie gegen das Monster.

Kommentar von Herb3472 ,

Ist ja sehr aufschlussreich, was Du da zusammenschreibst. Woher hast Du denn Deine Weisheiten?

Kommentar von oxygenium ,

aus dem Sterbehospiz

Kommentar von Herb3472 ,

aus dem Sterbehospiz

Nicht jeder, der an Krebs erkrankt ist, ist dadurch dem Tod geweiht. Heutzutage überlebt Gott sei Dank die Mehrzahl auch eine Krebserkrankung.

Antwort
von Chumacera, 13

Ich würde mich fragen, warum es ausgerechnet mich getroffen hat.

Vermute ich zumindest, da ich zum Glück bis jetzt nicht betroffen bin.

Kommentar von Herb3472 ,

Ich würde mich fragen, warum es ausgerechnet mich getroffen hat.

Das wären leere Kilometer, denn das brächte Dich um keinen Schritt weiter.

Kommentar von Chumacera ,

Das weiß ich auch, aber das würde ich mich trotzdem fragen.

Kommentar von Herb3472 ,

Das weiß ich auch, aber das würde ich mich trotzdem fragen.

Wenn Du noch nicht real mit der Diagnose "Krebs" konfrontiert warst, kannst Du überhaupt nicht sagen, wie Du dann wirklich reagieren würdest. Ohne persönliche Erfahrung ist alles graue Theorie und Phantasie.



Kommentar von Chumacera ,

Nö, kann ich nicht und das können auch wohl die Wenigsten hier. Deshalb sind die meisten dieser Antworten wohl reine Theorie und ich denke, die Frage sollte auch hauptsächlich zum Nachdenken anregen, wie man wohl reagieren würde.

Da ich wohl mein Verhalten am besten einschätzen kann, würde ich sagen, dass ich reagiere wie beschrieben. Aber möglicherweise reagiere ich im Echtfall ja auch ganz anders. Ich hoffe, ich erfahre es nie!

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