Frage von dergeraoli, 45

Erstbezug Mietwohnung in einem Fabrikgebäude?

Hallo,

wir sind vor einem halben Jahr in eine Wohnung als Erstbezug gezogen.

Nun haben wir vom Amt für Bauordnung und Denkmalpflege erfahren, dass für dieses Haus (in der sich insgesamt 4 Wohnungen befinden) zwar eine Baugenehmigung Anfang des 20.Jahrhunderts vorliegt aber als Fabrikgebäude und es nie einen Umnutzungsantrag für Wohnzwecke gab.

Welche Rechte haben wir aktuell?

Können wir einfach fristlos kündigen aufgrund von Täuschung?

Antwort
von dergeraoli, 45

Das Amt lässt den Vermieter wohl erst einmal dazu Stellung nehmen, aber wenn er die Umnutzungsänderung nicht gemacht hat, kann er ja auch nichts anderes sagen als seinen Fehler einzugestehen.

Wir wollen nur wissen ob der Mietvertrag eigentlich rechtens ist wenn die Wohnung gar keine Wohnung ist?!

Antwort
von nurlinkehaende, 41

Was sagt eigentlich das Amt dazu? Wenn die nix sagen und Euch die Wohnung gefällt, wozu dann streß machen?

Sonst sucht Ihr erst mal was neues und dann solltet Ihr ein Sonderkündigungsrecht haben.

Kommentar von dergeraoli ,

Das Amt lässt den Vermieter wohl erst einmal dazu Stellung nehmen, aber wenn er die Umnutzungsänderung nicht gemacht hat, kann er ja auch nichts anderes sagen als seinen Fehler einzugestehen.Wir wollen nur wissen ob der Mietvertrag eigentlich rechtens ist wenn die Wohnung gar keine Wohnung ist?!

Antwort
von DerHans, 37

Wenn der Eigentümer Wohnungen in einem Gebäude vermietet, die für Wohnzwecke nicht geeignet (und zugelassen) sind, ist das eine arglistige Täuschung.

Wenn ihr Glück habt, ist bei diesem Vermieter etwas zu holen und ihr könnt ihn  zum Schadensersatz heran ziehen.

Wenn nichts zu holen ist, habt ihr noch einen Haufen Kosten an den Beinen.

Kommentar von bwhoch2 ,

Natürlich ist der Mietvertrag rechtens. Mit dem Mietvertrag habt ihr einen Vertrag geschlossen, aus dem ihr Verpflichtungen habt und der Vermieter. Ihr habt Eure regelmäßig erfüllt und der Vermieter bisher auch.

Sollte es jetzt dazu kommen, dass der Vermieter die Wohnnutzung aufgeben muss und ihr somit ausziehen müßt, ergibt sich für den Vermieter die Verpflichtung, Euch Schadensersatz zu leisten. Das könnten z. B. Umzugs- und Maklerkosten sein. Aber auch z. B., wenn ihr eine Küche einbauen lassen habt, als Schadensersatz die Erstattung des größten Teils des Kaufpreises für die Küche.

Sollte es aber dem Vermieter gelingen, die Umnutzung für Wohnzwecke doch noch genehmigt zu bekommen, könntet ihr weiter dort wohnen und es wäre Euch kein Schaden entstanden.

Falls dafür noch größere Umbauten im oder am Haus zu machen sind, die Euch irgendwie beeinträchtigten, könnt ihr natürlich die Miete mindern.

Man muß dabei bedenken, dass es in vielen Teilen unseres Landes großen Wohnungsmangel gibt und daher solche Genehmigungen wohl nur dann versagt werden, wenn z. B. damit das Denkmal so beeinträchtigt wäre, dass es dazu nicht mehr taugt. Das ist aber kaum anzunehmen. Überall versuchen Denkmalschutzämter sinnvolle Nachfolgenutzungen für Gebäude zu erreichen, die zwar schutzwürdig sind, aber ansonsten nicht mehr zum eigentlich Zweck gebraucht werden können.

Antwort
von Novos, 42

Müsst Ihr mit Auszug von Amtswegen rechnen?

Kommentar von dergeraoli ,

Davon wissen wir noch nichts.

Kommentar von Novos ,

Ernst wird das er, wenn der Abriss droht, dann muss Euch der Vermieter wohl einige Kosten erstatten.

Kommentar von dergeraoli ,

Solange also dahin gehend nichts kommt wäre das ganze trotzdem geduldet obwohl es keine Änderung in Wohnung gibt?

Kommentar von Novos ,

Der Vermieter muss agieren, wenn er vom Amt aufgefordert wird.

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