Frage von rena101955, 68

Erstattung von Anwalts- und Gerichtskosten?

Bei einer Klage gegen einen Arzt wegen Behandlungsfehler wurde mir aus wirtschaftlichen Gründen in der 1. Instanz Prozesskostenhilfe gewährt! Durch die Folgen des Behandlungsfehlers (bzw. Aufklärungsfehlers) bin ich erwerbsunfähig und erhalte nur eine kleine Rente, welche durch Grundsicherung aufgestockt wird! Nun ist die ganze Angelegenheit in die Berufung gegangen und für die 2. Instanz gewährt das Landgericht nun plötzlich keine Prozesskostenhilfe mehr. Da ich finanziell nicht in der Lage bin, Gerichtskosten und dergl. selbst zu tragen, habe ich dann schweren Herzens die Klage zurückgezogen. Nun erhalte ich auch noch vom gegnerischen Anwalt eine Rechnung über 600,-- € und vom Landgericht eine Rechnung über 290,-- € . Wie kann ich mich dagegen wehren???

Antwort
von Ronox, 38

Dabei dürfte es sich wohl um die Anwaltskosten betreffend die Berufung handeln. Das gleiche gilt für die Gerichtskosten. Da dir keine PKH gewährt wurde, musst du diese auch infolge der Klagerücknahme tragen. Sinnvoller wäre es hier wohl gewesen, separat einen PKH-Antrag einzureichen und dann erst die Berufung nach etwaiger erfolgter Bewilligung. Das ist zwar auch mit Risiken bzgl. der Fristen verbunden, allerdings hättest du dann keine Kosten gehabt.

Antwort
von newcomer, 42

rede mit deinem Anwalt in erster Instanz warum die Kosten für zweite Instanz nicht getragen wurden. Nur so wärest du zu deinem Recht gekommen und alle anderen Kosten wären erstattet geworden

Kommentar von newcomer ,

wenn du schon mit deinem Anwalt redest frag ihn ob er die bei allen Aufwänden Ratenzahlung gewährt und ob Aussicht besteht die zweite Instanz zu gewinnen. Klar streiten Ärzte alles ab und haben hochbezahlte Rechtsanwälte aber es kann nicht sein dass jemand nur weil er unvermögend ist nicht zu seinen Recht kommt. So wäre jede Gerichtsverhandlung sinnlos nur weil der Gegner mehr Geld hat.

Kommentar von newcomer ,

wie es aussieht haste in erster Instanz verloren. Wurde hierbei vorher zu wenig belastendes Material durch ärztliches Gutachten erstellt so dass der Richter dem Arzt zusprach ?
Wenn das so ist könnteste beantragen die erste Instanzsitzung zu wiederholen da neue Fakten aufgetaucht sind. Irgendwie versteh ich nicht dass du trotz des eindeutigen Kunstfehlers verloren hast ?

Kommentar von rena101955 ,

Ja, leider sieht die Realität so aus, dass ich, da finanziell keine Prozesskostenhilfe gewährt wird, nicht in der Lage sein werde, zu meinem Recht zu kommen! Das Schlimmste daran ist auch noch, dass dieser Arzt auch weiterhin Patienten behandelt und nicht seiner Aufklärungspflicht nachkommt! Ich bin zutiefst enttäuscht aber auch richtiggehend wütend über diese Rechtssprechung!!!! 

Antwort
von Novos, 41

Du kannst um Teilzahlung bitten und nach und nach abzahlen.

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