Frage von jette19, 148

Erst Herzstillstand und dann Koma, wie gehts weiter?

Hallo Zusammen,

mir geht es derzeit echt schlecht und ich hoffe ihr könnt mir helfen.

Meine Oma hatte vor ca 3 Wochen eine OP an der Herzschlagader. Ich war Sie im Krankenhaus besuchen. Der Besuch hat mich total aus der Bahn geworfen, sie war alles andere als fit und ziemlich schwach. Sie war zwischenzeitlich auch wieder zu Hause.

Nun ist es so, dass sie beim Mittagessen umgefallen ist, Herzstillstand. Sie wurde zurück geholt und ins Krankenhaus gebracht. Sie wurde danach ins künstliche Koma versetzt.

Heute wurde sie wohl aus dem künstlichen Koma geholt. Sie reagiert derzeit nicht und wird beatmet. Sie hat schwere Diabetes. Der Grund für das Umfallen war wohl eine Herz Rhythmus Störung.

Weiß Jemand ob das wieder gut werden kann? Sie ist 83Jahre alt. Ich habe Angst sie im Krankenhaus zu besuchen, Angst es nicht zu verkraften. Sie hilflos zu sehen, nicht ansprechbar und beatmet. Was würdet Ihr machen? Sie besuchen fahren? Wie geht es generell nun weiter? Bzw wie kann es weiter gehen? Wann kann man mit Reaktionen rechnen? Ich bin schon den ganzen Tag nur am heulen, ich bin tierisch KO und weiß nicht weiter.

Antwort
von Thaliasp, 135

Das weiss niemand ob sie sich nochmals erholt. Nur die Zeit wird es zeigen. Bedenke auch, deine Oma ist halt doch schon 83 Jahre alt. Ich weiss, es ist sehr schwer einen geliebten Menschen so zu sehen. Vielleicht tut es dir gut wenn du mit Mama und Papa darüber reden kannst. Unter Umständen kannst du mit ihnen zusammen mal die Oma besuchen? Solltest du das nicht verkraften behalte deine Oma so in Erinnerung wie sie war als es ihr noch gut ging. Alles Gute für euch alle wünsche ich.

Kommentar von jette19 ,

Wir wohnen alle unterschiedlich weit weg, was das zusammen fahren nicht ganz so einfach macht. Wenn dann fahre ich wohl mit meiner Schwester und meinem Mann zusammen. Schon die Vorstellung lässt mich fast zusammen brechen. Ich bin zum Glück mit dem Tod bis bei meiner Uroma (bei beiden war ich 11 und hab das nicht ganz so mitbekommen) und meinem Uropa verschont geblieben, was die ganze Sache für mich jetzt mit 25 wohl noch schwieriger macht. Ich weiß das der Tod dazugehört, jedoch wusste ich nicht wie weh das tut :( bzw schon die Angst das es diesen bedeuten könne

Antwort
von Werwolf1608, 90

Hallo. Ich wünsche Dir und deiner Familie erstmal viel Kraft für die kommende Zeit.
Ich denke, hier kann Dir leider keiner sagen wie es weitergehen wird...
Das ist eine schwierige Zeit.
Es ist sehr verständlich, dass Dich das aus der Bahn wirft. Einen Menschen im Krankenhaus zu besuchen ist immer sehr emotional und vor allem auch ein sehr ungewohnter Anblick den Menschen in einem ganz anderen Zustand zu sehen.
Ich kann Dir nur sagen, egal, ob du ins Krankenhaus gehst oder nicht, deine Oma wird es verstehen. So ein Besuch ist nicht einfach. Wenn du aber das Gefühl hast, dass du hingehen solltest, dann geh. Auch wenn es schwer fällt.

Antwort
von Sonja66, 82

Also was soll da noch groß bzw. lang weitergehen? Was erwartest du noch? Das alles wieder gut und wie früher wird?

Mir tut sie leid, dass sie nicht einfach so schön und würdig sterben durfte, sag ich dir ganz ehrlich, nur, weil wir mit einem so schönen und natürlichen Tod nicht klar kommen.

Trauere, weine, ist doch ok.

Mit dem ersten Atemzug steht halt der letzte auch schon fest. Gehört mit dazu.

Es gibt auch Kulturen, die feiern, weil der Mensch lebte. Alles Ansichtssache.

Kommentar von jette19 ,

Ja doch, die Hoffnung habe ich noch. Vielleicht nicht das Sie topfit wird aber gesund weiterleben kann. Sie soll in Würde sterben, in ein paar Jahren aber nicht so :(

Kommentar von Sonja66 ,

Ich verstehe dich schon, aber Trauer ergeht meist aus eher egoistischen Gründen. Oder denkt einer, wie es ihr jetzt ergeht, soll das noch lebenswert für sie sein?

Gesund weiterleben? Daran glaube ich nicht, um es höflich auszudrücken.

Für mich wäre sie eigentlich ja schon da am Mittagstisch würdig gestorben. Aber nein, darf ja nicht sein......

Kommentar von Werwolf1608 ,

Ich finde deine vorwurfsvolle Formulierung fehl am Platz.

Kommentar von Sonja66 ,

Klar, sieht jeder anders. Die Fragestellerin nahm es mir nicht übel, weil sie keinen Vorwurf rauslesen konnte, sondern lediglich eine Feststellung, eine Meinung, was wohl entscheidender ist.

Kommentar von jette19 ,

Nun, die Aussage hat mich tatsächlich sehr getroffen, jedoch möchte ich keinen Vorwurf machen. Ich denke jeder sieht das Thema anders und geht anders damit um. Jeder hat auch eine andere Art sich zu artikulieren und das nehme ich keinem Übel, solange es keine Beleidigungen sind. Es ist nur sehr schwer aktuell zu entscheiden was das richtige ist bzw auch zu wissen wie es weiter geht. Meine Hoffnung stirbt dennoch zuletzt :(

Kommentar von Sonja66 ,

Nein, ich meinte das sicherlich nicht beleidigend, aber ich versetze mich schon auch in die Lage deiner Oma, und das finde ich persönlich unwürdig. Ich wünschte, ohne zurückgeholt zu werden, sterben zu dürfen.

Ansonsten hast du völlig recht, ich habe keinerlei Grund dazu, Vorwürfe zu machen, wenn dann liest und betont es halt jemand selbst so.

Dass dich meine Aussage getroffen hat, muss ja nicht heißen, dass sie deshalb schlecht für dich oder gar vorwurfsvoll war.

Antwort
von Salat2015, 71

Überlege dir gut, ob du sie wirklich nicht sehen willst. Sollte das schlimmste eintreten, dann kannst du es nicht mehr nachholen. Das du so fertig bist ist sicher ganz normal, denn du hängst ja an deiner Oma und nun musst du dir Sorgen machen, ob sie es überleben wird. Leider gehört aber der Tod zum Leben dazu. So traurig das auch ist.

Antwort
von Deaktiviert720, 68

Wie ihre Chancen stehen, wissen wohl leider nur die Ärzte. Ich an deiner Stelle würde trotzdem so oft es geht zu ihr fahren, das ist man seinen Angehörigen einfach schuldig. Man weiß nie, ob sie die Anwesenheit nicht doch irgendwie spüren.

Antwort
von sinesstar, 68

Auf jedenfall besuchen. Sei für sie da bevor es zu spät ist. Jetzt braucht sie dich am meisten.

Antwort
von LumpiInvictus, 141

Also ich kann dir nur sagen wie es bei meiner Mama und meinen beiden Opas war....

Meine Eltern hatten sich bereits 10 jahre getrennt als sie starb und ich hatte nicht allzuviel kontakt sie lag ca 1 1/4 Jahre in einer Art Wachkoma und konnte nichts mehr machen, weder sprechen noch bewegen nur noch mit den Augen hin und her schauen, ich konnte in dieser Zeit kaum zu ihr weil ich das genau wie du nicht ertragen konnte ganz nach dem Motto aus den Augen aus dem Sinn. Im nachhinenbetrachtet war das für mich der richtige Weg auch wenn ich mich oft desswegen mies meiner Mama gegenüber gefühlt habe. Mein zuerst verstorbener Opa war ungefähr ne Woche im KKH und ich dachte ach das wird schon der kommt schon wieder heim. Irgendwie tut es mir doch leid dass ich ihn nicht wenigstens einmal noch gesehen habe. Beim anderen Opa war es das komplette gegenteil ich war täglich bei ihm zu Hause (wir hatten ein Paar Kaninchen und so, hab ihn da immer geholfen) in der Zeit als es bergab ging war ich noch intensiver da allein schon wegen den Tieren, aber ich bin froh dass ich das gemacht habe weil ich wusste es tut ihm auf seiner letzten Zeit gut. Ich würde zumindest einmal hin fahren und abschied nehmen, den jetzt besteht noch die möglichkeit dass sie dich hört.

Ich wünsche dir ganz viel Kraft.

Antwort
von Wonnepoppen, 70

Deine Fragen kann dir ausschließlich der behandelnde Arzt beantworten!

hier wären es nur Vermutungen u. Spekulationen, die zu nichts führen. 

Mit 83 ist alles nicht mehr so einfach, auf Grund des Alters!

Antwort
von Mumoffline, 116

Wie kann es weitergehen? Alles ist offen.

Mach dich mit dem Gedanken vertraut, dass sie euch vielleicht verlassen könnte, dann kannst du auf diesem letzten Abschnitt noch bei ihr sein und Abschied nehmen.
Und doch kann sie es auch schaffen, und euch bleiben noch ein paar Monate oder Jahre.

Wie jemand über den Tod denkt, hat viel mit Religion und Ansicht zu tun und da möchte ich dir auch nicht etwas vorreden.

Aber ich fand den Satz der Physik immer tröstend: "Energie kann nicht verschwinden, sie kann sich nur umwandeln"

Antwort
von KaeteK, 69

Deine Oma hat das Alter, dass man sie loslassen darf. Es ist natürlich nicht leicht und kostet,bei ihrem Anblick, eine große Überwindung. Dennoch bin ich der Ansicht, sollte man seine Angehörige, die gehen, beistehen. Du wirst es bereuen, wenn du jetzt fern bleibst. Der Tod gehört zum Leben - auch ich bin heute froh, meine Mutter bis zuletzt begleitet zu haben. lg

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