Frage von DeadGumbler, 37

Erschafft Druck/Kraft Gravitation?

Nehmen wir mal an, dass jemand mit unvorstellbar hoher Stärke/Kraft (z.B. Superman) seine Hand zu einer Faust ballt und damit unvorstellbar hohen Druck ausübt. Würde er eine Gravitationsänderung um seine Faust erschaffen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von doesanybodyknow, 18

Nein, natürlich nicht. Wird ein Auto in der Schrottpresse leichter?

Antwort
von MrPresident99, 17

Materielle Körper ziehen einander an, und diese Eigenschaft nennt man "Masse". Masse ist meßbar und man korreliert die "Stärke" der Anziehung mit der "Größe" der Masse. DASS - und genauer WIE - die Stärke der Anziehung von der Größe der Eigenschaft "Masse" und der Entfernungzwischen den materiellen Körpern abhängt, war Gegenstand der Gravitationtheorie von Newton. Diese Theorie zeigte, daß die "Schwere" eines Körpers auf der Erde und die Tatsache, daß der Mond um die Erde und die Erde um die Sonne kreist, auf derselben physikalischen Eigenschaft von Körpern beruht.

Damals nannte man diese Anziehung (bzw. Gravitation) eine "Kraft", ein Ausdruck, der unter anderem aus der Geschichte der Magie stammte: Diese Kraft "wirkt" ja durch den leeren Raum zwischen den Körpern, ohne daß zwichen ihnen irgendetwas Körperhaftes zu finden wäre (das ist ja beim Magnetismus ebenso - eine weiteres Beispiel einer solchen "Kraft"). Man sagte damals, die Masse eines Körpers sei die "Quelle" der Anziehungs-Kraft.

Man wußte damals auch, daß die Eigenschaft von Körpern, "schwer" zu sein (man sagte dazu "schwere Masse"), mit der anderen Eigenschaft, sich der Geschwindigkeitsänderung zu widersetzen (beschleunigt oder gebremst zu werden, d.h. "träge" zu sein), quantitativ gleich ist. Diese zweite Eigenschaft nannte man "träge Masse".

Diese Eigenschaft "Masse" (also: Körper sind "schwer" und "träge") wurde von Einstein in einer neuen Gravitationstheorie (die "Allgemeine Relativitätstheorie") anders interpretiert, und diese Interpretation führte zu unzähligen neuen Erkenntnissen über den Raum, die Zeit und die Materie.

Wichtigster Punkt dabei ist, daß nun die Anziehung (bzw. Schwere) ebenso wie die Trägheit nicht mehr als durch den leeren Raum übergreifende "Kraft" verstanden wird, sondern vielmehr als Veränderung der Geometrie des Raums. In dem durch die Präsenz von Körpern mit "Masse" geometrisch veränderten Raum (man nennt das, für den Laien mißverständlich, "Krümmung des Raums") bewegen sich massive Körper so, als würde keinerlei Kraft auf sie einwirken.

Das folgte (unter anderem!) aus einer scharfsinnigen Überlegung Einsteins, daß die Wirkung einer im Raum vorhandenen Masse auf eine andere Masse vollständig ersetzt werden kann durch eine Beschleunigung dieser anderen Masse. Beispiel: Wenn du dich in einem fensterlosen Fahrstuhl befändest, der frei fällt (ja, genau dieses Panikszenario *g*), würdest du "schwerelos" schweben, und du könntest nicht unterschieden, ob der Fahrstuhl "steht" und die "Schwerkraft" der Erde plötzlich aufgehoben wäre, oder ob der Fahrstuhl ungehindert in die Tiefe fällt. Umgekehrt wirst du auch schwerer, wenn der Fahrstuhl beginnt, in die Höhe zu fahren. in der Theorie Einsteins nennt man das das "Prinzip der Äquivalenz von träger und schwerer Masse".

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