Frage von xSimonx3, 89

Ersatz für Atomkraftwerke?

Bis 2022 sollen ja alle Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet worden sein. Nun stelle ich mir die Frage, wie man das ersetzen soll, da diese ja den Großteil an Energie liefern. Kann man das alles wirklich durch Windkraft, Wasserkraft, Solar etc. ausgleichen?

Antwort
von Nomex64, 35

Die Regierung hat das so beschlossen, nur bleibt sie die Antwort schuldig wie das passieren soll.

Ein Aspekt ist die Erzeugung, nur muss die Energie auch dahin kommen wo sie benötigt wird.

Wenn ich KKW in Bayern anschalte aber dort keine alternativen Energien erzeuge muss ich die Energie dorthin transportieren. Und da hapert es ganz gewaltig. Das gegenwärtige Netz ist dafür nicht ausgelegt.

Es gibt Leute die der Meinung sind man könnte bis 2040 alle Energie alternativ erzeugen. Die Vision kommt in aller Regel aus der Lobby der Alternativen. Aber wenn man sich deren Gutachten mal richtig durchliest haben selbst die so ihre Zweifel.

Greenpeace gibt z.B. zu das die Photovoltaik langsam an ihre Grenzen kommt. Und auch bei Windkraft wird das nicht mehr lange dauern, insbesondere wenn man OnShore betrachtet. Im dichtbesiedelten Deutschland kannst du nicht einfach den Leuten ein Windrad vor die Tür stellen.

Bleibt nur die Energie einzukaufen, ob das die Nachbarn aber lange mitmachen ist die Frage. Zu Polen und Tschechien hätte ich da nicht wirklich Vertrauen. Und außerdem was bringt es wenn wir herkömmliche Kraftwerke gegen Null fahren und dann Kohlestrom aus Polen oder Atomstrom aus Frankreich einkaufen.

Die nächsten 50 Jahre werden also spannend, die Versorgungssicherheit der letzten Jahre können wir wohl abschreiben. Aber wir haben ja jetzt dank Zivilschutzkonzept genügend Vorräte.

Die einzige Lösung wäre ein planvoller Übergang mit einem Energiemix, aber so was propagieren ja nur die Fachleute die davon wirklich Ahnung haben. Leider werden die dann gern als Atom- oder Kohlelobby diffamiert.  

Kommentar von Bodaway ,

Die einzige Lösung wäre ein planvoller Übergang mit einem Energiemix,
aber so was propagieren ja nur die Fachleute die davon wirklich Ahnung
haben. Leider werden die dann gern als Atom- oder Kohlelobby diffamiert.

=>vielleicht weil sie für gewisse Konzerne arbeiten....

das sind wirtschaftswissenschaftler aus einer ganz bestimmten richtung, die keine ahnung von energie haben, sondern nur von Wirtschaft, Das hängt zwar zusammen, sollte aber nicht alleine gedacht werden!

Kommentar von Nomex64 ,

Ich habe selbst an einer Schule für Energiewirtschaft studiert und kenne einige Fachleute auf dem Gebiet. Und nein das sind keine BWLer, denen würde ich nicht mal einen Gebrauchtwagen abkaufen, sondern Fachleute auf dem Gebiet Energieerzeugung und Verteilung.

Genau die warnen davor das die Beschlüsse der Regierung so nicht umzusetzen sind. Die Gutachten die ich aus der Richtung der Erneuerbaren dazu gelesen habe bestätigen das sogar, wenn man es versteht sie zu lesen.

Und nein ich arbeite noch habe ich jemals für eine großen Konzern gearbeitet. Ich beschäftige mich mittlerweile mehr mit dem Katastrophenschutz und auch hier wird unter Fachleuten mehr und mehr auf die Gefahr des Versagens der EV betrachtet.

Wenn es im Netz mal zu Ausfällen kommt dann sprechen wir nicht von ein paar Stunden ohne Strom. Das haben wir heute schon ab und an wenn mal ein Trafo o.ä. ausfällt. Bei einem Versagen der EV sprechen wir hier eher von Tagen bis Wochen. Das ist dann nicht mehr lustig und da helfen dann auch nicht ein paar Kerzen.

Antwort
von Franky1112, 27

Einen Überblick der Stromproduktion, sowie des Überschusses in D gibt folgende Seite:

https://www.agora-energiewende.de/de/themen/-agothem-/Produkt/produkt/76/Agorame...

Biogas, bzw. Biomasse sei hier noch genannt, es hat bereits die Größenordnung, dass es im Diagramm auftaucht.

Ergebnis: Es wird mehr produziert (derzeit ca. 5 -10 GW) als verbraucht. 

Diese Leistung könnte recht zügig abgeschalten werden, z.B. durch entsprechende AKW.

Ferner gibt's den Effekt, dass vor allem Windkrafträder auf Grund von Netzengpässen automatisch abregeln müssen. Steigt die Netzspannung am Einspeisepunkt über einen bestimmten Wert, müssen die Erzeuger abregeln oder ganz abschalten, die Einzelheiten gibt der Netzbetreiber vor - Grundsätzlich ist es im Gesetz bzw. Verordnungen festgeschrieben. Abschalten von konventionellen Kraftwerken kann hier schon Netzkapazitäten freigeben.

Die Förderungen im Bereich Stromspeicher sind eine weitere Antwort in diesem Bereich (Berge und Täler der Regenerativen werden dadurch eingeebnet).





Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Energie & Strom, 36

stromimporte aus dem ausland, wo noch atomkraftwerke laufen und wegen der zu erwartenden abnahmen neu gebaut werden... und den rest mit kohle...

das nennt man dann den teufel mit dem belzebub austreiben...

lg, Anna

Kommentar von xSimonx3 ,

Naja, Kohlekraft ist ja auch nicht so toll... 

Kommentar von Bodaway ,

Gibt gute Gründe aus denen E.ON sich grade in einen atom, und einen nicht atomkonzern spaltet: Im Fall der fälle kann der atomkonzern insolvent gehen und der staat bleibt vollständig auf allen entsorgungskosten sitzen...

aber... es wird ziemlich viel strom in deutschland exportiert... mehr als nur der aus den kkw. dann verdient e.on halt weniger. ;)

Antwort
von Tomysailor, 37

Man hat dieses Jahr in Deutschland zum ersten Mal an einem Tag mehr Energie durch Alternative Möglichkeiten (also durch Wind, sonne, Wasser...) erzeugen können als aktuell verbraucht wurde. Die Deutschen Energieversorger produzieren weit mehr als wir verbrauchen, ein Großteil der Überproduktion wird ins Ausland verkauft. Wir werden also auch ohne AKW's auskommen und noch viele Kohlekraftwerke stilllegen können. 

Kommentar von xSimonx3 ,

Danke! :) 

Kommentar von PaddyOfficialLP ,

Naja, du magst schon recht haben, dass es solche Tage gibt. Allerdings ist das Problem bei den erneuerbaren Energien, dass die Stromproduktion schwankt. Ohne konventionelle Kraftwerke wird das nicht lange funktionieren. Wir "verkaufen" jetzt schon Strom nach Frankreich, wenn wir zu viel haben, wobei wir nicht Geld dafür bekommen von denen sondern wir schicken noch Geld mit damit die den Strom nehmen. Wenn dann aber zu wenig Strom da ist, kaufen wir wieder Strom aus Frankreich, Tschechien etc. Und das wird nach 2022 noch schlimmer. De Facto werden also die Strompreise ins unermessliche steigen.

Kommentar von Bodaway ,

komisch, dass nicht alle lichter ausgehen, wenn ständig kkw vom Netz müssen, weil sie kaputt sind (Grohnde, lingen (emsland heitß es), und komisch, dass das abschalten von Krümmel, oder biblis aus Sicherheitsgründen keine Probleme verursacht hat.

Ganz zu schweigen von dem Energieaufwand für die Abfallproblematiken.

Es laufen in Deutschland offiziell noch 8 Atomkraftwerke.
Wobei Grundremmingen als 2 gezählt wird.
5 davon werden regelmäßig runtergefahren, weil es probleme gibt.

Hier ein Leck in einer Leitung im Primärkühlkreislauf, dort eine defekte Pumpe und dann mal wieder ein Traffobrand...

Selbst wenn es so wäre, dass erneuerbare Energien zu so großen Stromschwankungen führen (was nicht so ist und sein muss) dann verzichte ich doch lieber an dunklen windstillen tagen an denen die Flüsse stehen bleiben und die Speichertechnologien flächendeckend ausfallen ein paar Stunden auf Strom und zünde mir Kerzen zum Lesen an, als des Strahlentodes oder in 15 Jahren an Krebs zu sterben. 

Kommentar von Bodaway ,

übrigens ist ews beträchtig günstiger als rwe oder e.on: Weil die strompreise eben nicht ständig erhöht werden.

Kommentar von PaddyOfficialLP ,

KKW's werden regelmäßig heruntergefahren, da hast du recht. In der Regel 1 mal im Jahr. Jedoch nicht, weil etwas kaputt ist, sondern zur Revision. Da werden dann die "ausgebrannten" Brennelemente herausgenommen und frische eingesetzt. Das KKW's regelmäßig abgefahren werden, weil etwas kaputt ist, davon habe ich noch nichts gehört und kann mir das auch nicht vorstellen, da gäbe es viel mehr Medienrummel bei sowas. Und zu deiner Meinung, dass du lieber ein paar Stunden auf Strom verzichtest - so einfach ist das nicht. Fällt der Strom großflächig aus, dann muss danach das komplette Netz neu synchronisiert werden, und das ist für die Netzbetreiber alles andere als einfach. Fällt sogar in anderen Ländern oder in großen Teilen Europas der Strom aus, so kann das schon ein paar Tage dauern. Ist es dir dann auch egal? Ein paar Tage ohne Strom werden ja nicht so schlimm sein... Dazu kann ich das Buch "Blackout" von Marc Elsberg empfehlen.

Antwort
von passaufdichauf, 22
da diese ja den Großteil an Energie liefern

Noch nie wurde der Großteil der Energie in Deutschland durch Kernenergie erzeugt. Der Anteil lag nie bei mehr als 30%.

Ein Verzicht auf Kernenergie ist (und war schon immer) jederzeit möglich.

Antwort
von Bodaway, 24

ganz einfach, alles bleibt wie bisher, nur dass geringfügig weniger energie exportiert wird.

Antwort
von dsshb, 31

Da braucht man schon seeehr viel, wäre aber möglich. Atomausstieg heißt ja nicht gleich auch Kohleausstieg

Antwort
von UniCornisback, 32

So schnell geht das nicht, soweit ich weiß, muss da wieder auf Kohlekraft zurückgegriffen werden.

Kommentar von Bodaway ,

das ist das was die großen atomkonzerne uns weiß machen wollen.

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