Ernstgemeinte Frage- Habe ich einen Migrationshintergrund?

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3 Antworten

Wenn Du mich fragst, dann würde ich sagen: Ja, aber Du hast nur einen winzig kleinen Migrationshintergrund. (So, wie viele bedeutende Persönlichkeiten der deutschen Geistesgeschichte.)

Wenn Du die amtlichen Definitionen befragst (so was gibt es tatsächlich zum Thema „Migrationshintergrund“), so wäre eher zu vermuten: Nein.

Das ist mir aber zu kompliziert, da es verschiedene von einander abweichende amtliche Definitionen gibt, und da es auch noch bestimmte von einander abweichende Stichtage gibt usw.

Schau mal bei Wikipedia nach und mach Dir selbst ein Bild:
https://de.wikipedia.org/wiki/Migrationshintergrund

Es wäre wiederum zu fragen, was die Angabe „Migrationshintergrund erfasst“ bedeutet:
Ob es bedeutet, daß bei Dir erfaßt (also festgestellt) worden ist, daß ein Migrationshintergrund vorliegt? (Das wäre meines Erachtens gemessen an der amtlichen Definition eher falsch.)
Oder ob es bedeutet, daß bei Dir geprüft worden ist, ob ein Migrationshintergrund vorliegt? (Und dann keiner entdeckt worden ist?)

Und dann wäre natürlich zu fragen, was mit diesen Informationen gemacht wird. Ich hoffe, daß sie nur verwendet werden, um wissenschaftlich fundiert herauszufinden, wie man dafür sorgen kann, daß Menschen mit Migrationshintergrund (was immer das auch sein mag) die gleichen Chancen in unserem Land bekommen wie die anderen Menschen.

Falls sie zu Ungunsten der Betroffenen verwendet würden, wäre das ja immerhin grundgesetzwidrig.

Nach meiner Privatdefinition für „Migrationshintergrund“ (die von den verschiedenen amtlichen Definitionen stark abweicht) hat jeder einen Migrationshintergrund, der irgendwelche Vorfahren hat, die aus einem anderen Land eingewandert sind. Wenn wir diese Definition anwenden, haben 100% der Einwohner unseres Landes einen Migrationshintergrund, denn wenn wir nur weit genug zurückgehen, sind alle unsere Vorfahren irgendwann mal hier eingewandert, entweder in der Zeit der Völkerwanderung vor knapp 2000 Jahren, oder aber Jahrtausende früher, als der Homo Sapiens von Afrika nach Europa kam.

Und da merkt man, daß die ganze Frage nach dem Migrationshintergrund nur eine graduelle, keine absolute sein kann.

Und dann ist eben zu überlegen, wem es nützt, diese Frage zu stellen (und zu beantworten), zumal man (wenn man eine klare amtliche Definition erstellen will) irgendwo eine willkürliche Grenze ziehen muß.

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Kommentar von Jascha92
08.07.2016, 08:13

Danke für die ausführliche Antwort. Wusste nicht, dass es keine einheitliche Definition in Amtswegen gibt. Ich werde mal einfach nachfragen beim nächsten Termin, was das auf sich hat. Denn bei Wikipedia, reichen die Vorfahren ja nicht so weit zurück, wie es bei mir der Fall ist.

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Im Volksmund wird die Famile mit Türkischem Russischem oder Italienischen Namen vielleicht immer als Migrant gesehen werden ... in den USA trifft das auf alle Bürger zu .. (ausser den Ureinwohnern) zu. Aber was spielt es für eine Rolle ? Ist eine Art von Rassismus, das in den Vordergrund zu rücken, selbst wenn es nicht diskrimierend gemeint ist.

Und gelten polnische und tcheschische Gebiete nun als Ausland oder Deutsch, weil ja früher mal im Deutschen Reich ? (ja nach Statistik Migrant/ Migrationshintergrund) 
Jemand  vor 1991 in der DDR geborenen aber nicht ... 

die amtliche Definition ist wie folgt (siehe Wiki Artikel)
Migrant: wer im Ausland geboren ist (ohne deutschen Pass, wenn die Eltern deutsch sind, und nur im Ausland ein Kind bekommen haben, dann nicht -  aber was ist, wenn die Mutter deutsch und der Vater nicht ? Oder wenn ein Kind im Ausland gezeugt wurde aber hier ohne Beziehung zum Vater aufwächst .. ist das dann ein Migrationshintergrund ? Und was spielt es für eine Rolle ?)

Migrationshintergrund heisst es, wenn mindestens ein Elternteil im Ausland geboren ist.

Wenn beide Eltern hier geboren sind .. (3te Generation) .. erfasst zumindest die Statistik Dich nicht mehr als Migrant ..  

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Ich würde nein sagen. Denn wenn Du Migrationshintergrund hast, dann hat ja so ziemlich jeder einen.

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