Frage von rj45abqz, 305

Ermittlungsverfahren fahrlässige Körperverletzung nach Unfall durch Krankenhaus?

Bei einem Autounfall ging es allen beteiligten eigentlich gut, bis auf ein paar kleine kratzer, weshalb die polizei vor ort auch gesagt hat, dass kein ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger körperverletzung eingeleitet wird. anschließend war jedoch ein beteiligter im krankenhaus und der arzt hat wohl gemeint, dass das mit der polizei abgesprochen wird. kann es sein, dass nun trotzdem ein verfahren eingeleitet wird nur durch die mittleilung vom krankenhaus, auch wenn der geschädigte kein interesse daran hat?

Antwort
von Nicops4, 174

Ja, ist oft so. Auch wenn der Verursacher es nicht wollte. Wurde fahrlässig gehandelt, ist das "öffentliche Interesse" geweckt und es kommt zu einem Verfahren.

Das Opfer kann dann nach einem Verfahren mit Verurteilung Schmerzensgeld und Aufwandsentschädigung einklagen.

Antwort
von lesterb42, 28

§ 230 StGB
Strafantrag

(1) Die vorsätzliche Körperverletzung nach § 223 und die fahrlässige Körperverletzung nach § 229
werden nur auf Antrag verfolgt, es sei denn, daß die
Strafverfolgungsbehörde wegen des besonderen öffentlichen Interesses an
der Strafverfolgung ein Einschreiten von Amts wegen für geboten hält.
Stirbt die verletzte Person, so geht bei vorsätzlicher Körperverletzung
das Antragsrecht nach § 77 Abs. 2 auf die Angehörigen über.

Antwort
von HouseOfQuartz, 177

Wenn der Geschädigte kein Interesse hat, dich anzuzeigen, hast du auch nicht zu befürchten! Der Arzt oder das Krankenhaus kann dich nicht einfach wegen einer Sache anzeigen, mit der er/es gar nichts zu tun hat.

Wenn ein vergewaltigtes Mädchen zum Arzt geht und sich untersuchen lässt (um Beweise festzustellen) muss auch SIE den Täter anzeigen... der Arzt hat da gar nichts zu melden.

Du kannst nur hoffen, dass der Arzt den Geschädigten nicht überredet dich anzuzeigen.

Kommentar von rj45abqz ,

aber bei fahrlässiger körperverletzung kann die staatsanwaltschaft doch auch von sich aus ein verfahren einleiten, ohne dass der geschädigte damit irgendwas zu tun hat.

Kommentar von HouseOfQuartz ,

Und danach zeigst du den Arzt an, weil er seine Schweigepflicht gebrochen hat. Er darf nicht einfach irgendwelche Befunde an die Staatsanwaltschaft mitteilen. Wenn er es doch macht, hast du weitaus weniger (wahrscheinlich eine sehr geringe Geldstrafe) zu befürchten... der Arzt ist seinen Job los.

Also wenn der Typ an so einen Arzt geraten ist, hoffe ich fast, dass er zur Staatsanwaltschaft geht... Du kommst nämlich glimpflicher dabei weg als er.

Expertenantwort
von Dommie1306, Community-Experte für Polizei, 214

Hallo,

wir kriegen vom Krankenhaus in so einem Fall keine Mitteilung, ärztliche Schweigepflicht und so;)

Was schon noch sein könnte ist, dass der Geschädigte ursprünglich unter Schock stand und erst im Nachhinein Schmerzen verspürt hat - oder dass es ihm erst dann eingefallen ist, dass er Schmerzensgeld kassieren könnte, wenn er "Nackenschmerzen" hat...

In diesem Fall wird er diesen Befund mit Sicherheit auch an die aufnehmenden Kollegen schicken, welche dann bei der Staatsanwaltschaft eine Anzeige bzgl. der fahrlässigen Körperverletzung vorlegen müssen. Aber um dich zu beruhigen: Auf 8 Dienstjahre hatte ich keine einzige Verhandlung, Verurteilung, Strafbefehl oder sonst etwas wegen einer fahrlässigen Körperverletzung beim Verkehrsunfall... nur Einstellungen:)

Antwort
von mc26lig, 210

Wenn die Polizei schon gesagt hat, dass das ganze nicht von Amtswegen verfolgt werden wird, so hast Du da wohl auch nichts zu befürchten.

Wie HouseOfQuartz aber auch schon gesagt hat, kann es natürlich sein, dass sich der 'geschädigte' aufgrund der Diagnose des Krankenhauses doch dazu entschließt, eine Anzeige aufzugeben.

Allerdings denke ich nach Deiner Schilderung nicht, dass Du da groß was zu befürchten hast.

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