Frage von Oettel98, 41

Erlebnispädagogik, Selbst- und Grenzerfahrung, Spiel?

Ich habe momentan das Thema Erlebnispädagogik. In diesem Bereich muss ich ein Spiel mit einer Jugendgruppe von ca. 42 Menschen, mit dem Unterthema Selbst und Grenzerfahrungen, durchführen. Wir werden einen Strand und Sportplätze zur verfügung haben. Da wir dort mit dem Bus hinfahren, muss das Material transportierbar sein. Hat also jemand eine Idee zu einem Spiel? Danke im voraus.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von testwiegehtdas, 21

Hallo,

ich weiß nicht wie weit du da schon geschult bist, aber gerade beim Thema Selbst- und Grenzerfahrungen kann es passieren, dass mancher schon an der äußersten Grenze seines Machbaren (physisch und psychisch) angekommen ist, ein anderer aber noch keinerlei "Anstrengung" verspürt.

Da kann das schnell ein heikler Balanceakt werden.

Sei daher sehr aufmerksam und achte auf alle. Gerade bei Jugendlichen könnte es passieren, dass sie aus Angst vor Kommentaren nicht aufgeben wollen und daher über ihre Kräfte hinausgehen, evtl. sogar ins negative. Bei uns (da war ich noch jugendlicher Teilnehmer) ist das in einer Panikattacke eines Mädchens geendet, die so schlimm war dass der Notarzt kommen musste um sie ruhig zu stellen.

Bei der betreffenden Übung ging es nicht mal um Grenzerfahrungen sondern es sollte eine lockere "Füll-Übung" vor der Pause sein, sie war aber eben am Ende ihrer psychischen Kräfte. Daher unbedingt immer alle im Blick behalten. Manche geben es sogar auf Nachfrage nicht zu, da hat man dann schwere Karten... 

In welchem Rahmen machst du es denn?

Studierst du es, machst du da eine Ausbildung?

Ich selber hatte Erlebnispädagogik kurz im Rahmen meiner JuLeiCa und meines FSJs.

Wie alt sind die Jugendlichen?

können sie alle sicher schwimmen? (nur falls es mal Richtung Wasser geht, Leute die nicht sicher schwimmen fühlen sich manchmal schon unwohl, wenn nur die Füße im Waser sind, weil das Meer bedrohlich wirkt)

Wie viel Zeit hast du? (also jeweils bis zur Pause z.B. 2 mal 4 Stunden)

Kommentar von Oettel98 ,

Ich mache mein Fachabitur mit dem Schwerpunkt Sozialpädagogik. Nun fahren wir auf eine Studienfahrt und dort müssen wir in 4er Gruppen mit dem Rest ein Spiel spielen. Die Schüler sind zwischen 16 und 23 Jahren. Mein Unterthema ist Selbst-und Grenzenerfahrung.

Kommentar von Oettel98 ,

Zu der Frage wie lange ich Zeit habe: Jede Gruppe hat ca. 45 Minuten Zeit. Allerdings sollen die Spielbeschreibung und die Reflexion darin untergebracht werden.

Kommentar von testwiegehtdas ,

wie lange hast du für das Spiel Zeit?

Mir fällt da spontan direkt ein Spiel ein, wo mit Bändern zwischen Bäumen "Spinnenweben" gemacht werden. Je nach dem wie viel Platz vor Ort ist darf ein Loch nur ein oder zwei mal benutzt werden (Wäscheklammern können markieren welches schon war). Es gibt größere und kleinere. Manche sind nur knapp überm Boden, andere auf Kopfhöhe. Die Gruppe (man kann die Gruppe auch in zwei teilen) muss von einer Seite zur anderen kommen, ohne die Bänder zu berühren. Wird das Band berührt, so bekommt die Person eine Augenbinde und muss zurück. Kommt ein Blinder noch mal an ein Seil wird ein benutzbares Loch etwas verkleinert oder eine andere "Strafe" gegeben. Problem dabei ist eben, dass man sich genau absprechen muss er welches Loch nimmt. So müssen zu erst ein paar auf die andere Seite, dann kann man manche durchheben und die letzten müssen aber auch noch durch das Netz kommen. Wie das geht muss die Gruppe selber herausfinden und auch auf persönliche Befindlichkeiten (nicht jeder wird gerne von vielen hochgehoben also angefasst und durch das Netz getragen) Rücksicht nehmen, ebenso wie auf körperliche Einschränkungen. Keiner der durchs Netz war darf zurück, man darf aber die Arme durchstrecken und so helfen. Aber ach hier gilt: wer das Netz berührt wird blind. Ist es zu schwer könnt ihr es vereinfachen, aber nicht zu schnell einknicken.

Wir hatten das auch mal mit einer Stange über die wir mussten ohne sie zu berühren, das war aber eine kleinere Gruppe und wir hatten damit Glück, dass der eine so drüber springen konnte, obwohl sie echt hoch war... Daher war das total schnell gelöst. Der erste landete recht unelegant drüben durch werfen, der zweite wurde aufgefangen, dann ganz viele gehoben, der vorletzte über Räuberleiter und drüben gefangen und der letzte ist gesprungen.

Hinterher kann man besprechen wie man sich dabei gefühlt hat.

Kommentar von Oettel98 ,

Hat das nicht eher mit Teamwork zutun? Das ist nämlich auch ein anderes Thema..

Kommentar von testwiegehtdas ,

ich finde es bei Erlebnispädagogik sehr schwer eine Aufgabe nur einem Themengebiet zuzuordnen. Gerade wenn man mit einer so großen Gruppe arbeitet, endet vieles auch in Teamwork.

Bei Einzellaufgaben endet es oft leider stumpf in "wer schafft mehr, wer ist stärker, wer hat mehr Ausdauer", was ja ein eher ungewollter Wettkampf wäre. Mir fällt da ehrlich gesagt so spontan auch nichts ein, außer das mit dem Führen unten.

Kommentar von testwiegehtdas ,

mir fällt noch was ein, das habe ich mal mit Kindern gemacht, geht aber sicher auch bei euch.

Wir haben zwei Parcours abgesteckt auf unbekanntem Gelände. Diese wurden dann blind abgelaufen, indem man von einem geführt wurde. Da hatte man eben das typische man sieht nichts und muss vertrauen, es wurden aber von uns gute Hindernisse geplant. Die blinde Gruppe durfte natürlich ihren Parcour nicht sehen vorher. Also evtl. beim Sportplatz starten und am Strand + Umgebung ausführen. Der Rest deiner Gruppe kann dir beim Aufbauen helfen, ebenso beim bewachen, damit keiner die Routenmarkierungen für Müll hält und entfernt. Also erst führt A Person B auf dem ersten Parcour, dann zurück zum Sportplatz, schnell Parcours umändern und dann führt Person B Person A. Dafür könnt ihr auch Planen mitnehmen, evtl. Moos auslegen (falls ihr es barfuß macht), Hügellandschaften bauen, Slalom einbauen, mal kurz mit den Füßen ins Wasser,... da bleiben euch viele Möglichkeiten offen. Die Route mit Pfeilen oder so kennzeichnen. Dadurch dass keiner seinen Parcours sieht ist es besonders spannend. Einfach mit Partner laufen lassen finde ich eher langweilig und/oder gefährlich, je nach Partner. Ich bin damit mal eine Bergwiese runtergefallen, mir wurde vergessen zu sagen, dass es gleich steil wird, mein Partner war es nicht motiviert und war davor nur auf dem Hof im Kreis gelaufen...  Da ihr alt genug seid könnte man überlegen Redeverbot zu erteilen. Also generell darf nur der Führende reden, damit man andere Paare nicht stört (manche quasseln ohne Ende), evtl. verbiete man aber sogar das. Oder er darf nur im schwierigen Fällen reden, zur Sicherheit für die Blinde Person. Falls ganz stumm, nur in "Notfällen", dann sollten sich Freunde führen, falls Kommandos erlaubt dann gerne darauf achten, dass sich wirklich möglichst Fremde führen.

Antwort
von CharaKardia, 26

Am einfachsten sind dahingehend sicher Sportspiele (Kraft/Ausdauer). Mit Grundschülern spiele ich immer "Wetten, dass...":

Aus einem mit Aufgabenkarten gefüllten Beutel wird eine gezogen. Das kann z.B. "wie viele Situps schaffst du?" sein. Der, der gezogen hat, muss dann schätzen, wie viele er ca. schafft. Schafft er und alle anderen mind. die genannte Anzahl, bekommen sie einen Punkt. Die, die es nicht schaffen, bekommen keinen Punkt - der nächste zieht. Die Anforderungen variieren immer, sodass auch schwächere Punkte holen werden. Das stärkt die Selbsteinschätzung, bringt einen kraftmäßig auch an Grenzen.

Kommentar von Oettel98 ,

Es soll nicht unbedingt einen Gewinner und einen Verlierer geben

Kommentar von CharaKardia ,

Dann fallen die meisten Sport-Spiele schon raus...  schau mal im Bereich der Kooperationsspiele, ob du daraus nicht eine Schnitzeljagd o.ä. bauen kannst.

Kommentar von Oettel98 ,

Schnitzeljagd, also City-Bound ist leider ein eigenes Thema.

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