Frage von ausdertonne, 47

Erleben Äthertheorien eine Renaissance?

Im 19. Jahrhundert glaubten die Wissenschaftler ja an ein Ausbreitungsmedium für elektromagnetische Wellen, das homogen im gesamten Universum verteilt ist, den sogenannten Äther.

Heute wissen wir, das so etwas nicht existiert, sondern elektromagnetische Wellen sich im leeren Raum ausbreiten.

Dennoch kommt das Konzept eines solchen im ganzen Universum verteilten Feldes immer wieder in der modernen Physik vor.

Da wäre zum einen das Higgs-Feld, das den schweren Elementarteilchen ihre Masse gibt. Es hat erstaunliche Parallelen zum Äther, es ist homogen im ganzen Raum verteilt und tritt selbst nicht in Erscheinung sondern nur indirekt als Masse von Baryonen.

Auch für die beschleunigte Expansion des Universums existieren Modelle, die von einer Art Feld ausgehen, das dunkle Energie genannt wird.

Sind das nicht alles moderne Spielarten des Äthers? Wie kommt es, dass dieses Konzept immer wieder auftaucht, ist es vielleicht nur eine Denkkategorie und wäre es besser, sich davon zu lösen um offen für neue Erklärungsmodelle zu sein?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von lks72, 32

Lies mal hier, was der liebe Herr Einstein 1920 geschrieben hat, also 4 Jahre nach der Veröffentlichung der ART.

Übrigens gehört in die (.....) jeweils das Wort Äther hin. Aber nicht weitersagen, sonst werden wir von richtigen Physikern gesteinigt :-)


Kommentar von SlowPhil ,

Wobei er jedoch noch einmal klar feststellt, dass man diesem Äther keinen Bewegungszustand zuschreiben kann und seine Existenz nicht im Sinne der alten Äthertheorie das Relativitätsprinzip in Frage stellt.

Kommentar von lks72 ,

Das ist vollkommen richtig. Im Prinzip könnte man seit den Quantenfeldtheorien das Vakuum als Nachfolger des Äthers ansehen, natürlich als einen relativistischen Äther, und natürlich keinen mit den mechanischen angedichteten Eigenschaften des 19. Jahrhunderts. Ob in diesem Zusammenhang das Wort Vakuum in seiner ureigenen Bedeutung allerdings sehr glücklich ist, sei mal dahingestellt und zumindest von mir bezweifelt.

Antwort
von DieMilly, 28

Das Higgsfeld ist kein Äther. Mit einem Äther wird ein Stoff gemeint, der das Universum ausfüllt wie Luft und durch das sich Wellen (wie Schallwellen) ausbreiten können. Der klassische Äther sollte das Medium sein, das auf diese Weise die Lichtwellen trägt.

Ein Feld hingegen ist etwas ganz anderes. Genau genommen sind alles im Universum nur Felder. Alle Elektronen des Universum z.B. sind Teil des Elektronenfeldes, wobei jedes Elektron eine Anregung in diesem Feld ist. Die Elektronen sind demnach auf gewisse Weise alle miteinander verbunden. Man nennt dies ein Quantenfeld. Es gibt für jede Teilchenart ein solches Feld. Das ähnelt zwar dem Äther sprachlich ein bisschen, aber physikalisch ganz und gar nicht :)

Kommentar von SlowPhil ,

Das ähnelt zwar dem Äther sprachlich ein bisschen, aber physikalisch ganz und gar nicht…

Nun, da auch nie bekannt war, welcher Art oder Natur der Äther sein könnte, kann man eigentlich nicht einmal das sagen…

Kommentar von ausdertonne ,

Vom klassichen Äther habe ich mir nur die Bezeichnung ausgeliehen. Unter einem Äther verstehe ich irgendeine raumzeitlich parametrisierte Größe F(x,y,z,t), aus der sich physikalischen Eigenschaften ableiten lassen.

Der Unterschied zum Feld ist, dass dieses eine Quelle hat.

Was ist die Quelle der dunklen Energie? Des Higgs-Feldes?

Der Vakuum-Fluktuationen?

Antwort
von achimhausg, 16

Es ist das konsequente Zuendedenken der Quantenfeldtheorie.

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