Frage von Neutralis, 247

Erklärung zu "Ich weiß, dass ich nichts weiß."?

Ich verstehe nicht, wie man darauf kommt. Klar, es gibt so ein großes Spektrum von Wissen, dass selbst jemand der sein ganzes Leben lang lernt und nachdenkt, nur einen Bruchteil vom gesamten Wissen hat. Aber wieso spricht Sokrates von "nichts" ? Jeder weiß etwas. Manche wissen mehr als andere. Das ist kein Geheimnis, auch wenn manche bei manchen Themen mehr wissen als andere, es gibt höchstwahrscheinlich keine 2 Menschen, die exakt die gleiche Menge an Wissen angesammelt haben. Oder bezieht sich das Zitat darauf, dass wir Menschen nur vermuten können, weil alles auf Vermutungen beruht und wir deshalb nicht "wissen" können ? Oder ist das Zitat das Aushängeschild des Zeitalters in dem wir uns befinden, in den Ethik und Moral über Logik und Rationalität stehen und jeder Mensch auf die gleiche Stufe gesetzt wird (Was das Wissen und die Intelligenz betrifft), auch wenn es logisch gesehen nicht möglich ist  ?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Albrecht, Community-Experte für Philosophie, 62

zur richtigen Fassung der Sokrates-Aussage

„Ich weiß, daß ich nichts weiß.“ ist nicht die richtige Fassung der Sokrates-Aussage. Sokrates spricht in der gemeinten Aussage nicht von „nichts“.

Eine Aussage von der Art „Ich weiß, daß ich nichts weiß.“ würde sich selbst aufheben. Denn es gibt dann die Behauptung eines Wissens und zugleich als behaupteten Inhalt dieses Wissens totales Nicht-Wissen (gar kein Wissen zu haben). Dies ist in logischer Hinsicht ein Widerspruch.

Ein Buchstabe (s) bewirkt eine Sinnverfälschung. Der Fehler geht aber noch darüber hinaus, statt mit „nicht“ mit „nichts“ (altgriechisch: οὐδέν oder μηδέν) zu übersetzen. Es mangelt an Kenntnis und Berücksichtigung, was im antiken Originaltext steht und was die Textstelle für eine Bedeutung hat.

Sokrates hat keine schriftlichen Werke, in denen er seine Philosophie darstellt, verfaßt. Seine Auffassung wird nur von anderen überliefert und daher ist Vorsicht angebracht. Bei der fraglichen Aussage geht es um einen Text des Sokrates-Schülers Platon. Dieser hat eine Apologie (Verteidigungsrede) des Sokrates im Prozeß geschrieben, der mit dem Todesurteil endete. Dies ist keine wörtliche Aufzeichnung der tatsächlich gehaltenen Rede, sondern eine nachher geschriebene literarische Darstellung. Während in den meisten platonischen Dialogen die Dialogfigur Sokrates Gedanken Platons vorträgt und dieser platonische Sokrates nicht mit dem echten historischen Sokrates gleichgesetzt werden kann, ist in der Apologie wohl die Darstellung der von Sokrates vertretenen Philosophie in den Grundzügen geschichtlich zutreffend (ein Anzeichen ist der von platonischen Dialogen abweichende Standpunkt, Menschen könnten gewisse Erkenntnis in einem strengen Sinn nicht erreichen).

Der Unterschied zwischen „nicht“ und „nichts“ kann äußerlich klein wirken (nur ein einziger hinzugefügter Buchstabe), ist aber inhaltlich von großer Bedeutung.

a) Sokrates will nicht aussagen, er sei dumm oder völlig unwissend.

b) Das ausgesagte Nichtwissen ist nicht ganz allgemein und umfassend, sondern hat einen Bezug: Es geht darum, über etwas, worüber Sokrates kein Wissen hat, auch nicht zu glauben/meinen, etwas zu wissen.

c) Der Satz „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ ergibt einen Widerspruch, weil dann der Aussagende einerseits behauptet, nichts zu wissen, andererseits jedoch eben dies als eigenes Wissen aussagt. Der Originalsatz enthält keine Aussage, überhaupt nichts zu wissen, und weist daher keine logische Unstimmigkeit auf.

Von der Sokrates-Aussage sind Kurzformeln hergestellt worden. Diese verkürzenden Sätze haben alle (auch die richtigerweise mit „nicht“ gebildeten) den Mangel, daß gegenüber dem Original ein Bezug der Negation wegfällt.

Zusammenhang der Sokrates-Aussage: Chairephon, ein Freund des Sokrates, so erzählt er, befragte das Orakel des Gottes Apollon in Delphi, ob jemand weiser sei als Sokrates, und die Antwort war ein Nein. Sokrates, der sich ursprünglich nicht für weise hielt, hat im Gespräch geprüft, ob andere Menschen (insbesondere Handwerker, Dichter und Politiker) Wissen haben (dabei ging es um Fragen wie die nach dem Guten, der Gerechtigkeit, der Tapferkeit, der Besonnenheit und Ähnliches). Den Orakelspruch hat er schließlich so gedeutet, darin weise zu sein, sich der Grenzen seines Wissens bewußt zu sein und nicht ein bloß scheinbares Wissen für richtiges Wissen zu halten. Sein Name sei nur als Beispiel dafür genannt worden. Im Gegensatz zu anderen, die meinen, etwas zu wissen, es aber nicht wirklich tun, meine er auch nicht, über etwas wissend zu sein, worüber er kein Wissen hatte. Insofern hat er anderen etwas an Weisheit voraus.

Platon, Apologie 21 d sagt Sokrates nach einem prüfenden Gespräch mit einem Politiker:

πρὸς ἐμαυτὸν δ' οὖν ἀπιὼν ἐλογιζόμην ὅτι τούτου μὲν τοῦ ἀνθρώπου ἐγὼ σοφώτερός εἰμι·κινδυνεύει μὲν γὰρ ἡμῶν οὐδέτερος οὐδὲν καλὸν κἀγαθὸν εἰδέναι, ἀλλ᾽ οὗτος μὲν οἴεταί τι εἰδέναι οὐκ εἰδώς, ἐγὼ δέ, ὥσπερ οὖν οὐκ οἶδα, οὐδὲ οἴομαι·ἔοικα γοῦν τούτου γε σμικρῷ τινι αὐτῷ τούτῳ σοφώτερος εἶναι, ὅτι ἃ μὴ οἶδα οὐδὲ οἴομαι εἰδέναι·

„Bei mir selbst aber überlegte ich im Fortgehen, daß ich weiser als dieser Mann bin. Es scheint ja freilich keiner von uns beiden etwas Schönes und Gutes zu wissen, aber dieser meint, etwas zu wissen, ohne darüber ein Wissen zu haben, ich aber, wie ich eben nicht weiß, so meine ich es auch nicht. Ich scheine also wenigstens um ein kleines Stück weiser zu sein als er, daß ich, was ich nicht weiß, auch nicht zu wissen meine.“

Platons Apologie des Sokrates und Kriton. Übersetzt und erläutert von Otto Apelt. Leipzig : Meiner, 1919 (Philosophische Bibliothek ; Band 180), S. 30:  

„bei mir selber aber dachte ich im Weggehen: „Diesem Mann bin ich allerdings an Weisheit überlegen; denn wie es scheint,weiß von uns beiden keiner etwas Rechtes und Ordentliches, aber er bildet sich ungeachtet seiner Unwissenheit ein, etwas zu wissen, während ich, meiner Unwissenheit mir bewußt, mir auch nicht einbilde, etwas zu wissen. Es scheint also, ich bin doch noch um ein kleines Stück weiser als er, nämlich um dies: was ich nicht weiß, das bilde ich mir auch nicht ein zu wissen.“ "

Von der Textstelle sind verkürzende und ungenaue Wiedergaben entstanden. Greifbar sind sie bei Cicero.

Marcus Tullius Cicero, Lucullus 73:  

is qui hunc maxime est admiratus, Chius Metrodorus initio libri qui est de natura 'Nego' inquit ' scire nos sciamusne aliquid an nihil sciamus, ne id ipsum quidem nescire aut scire ‹scire› nos, nec omnino sitne aliquid an nihil sit'.

Marcus Tullius Cicero, Hortensius. Lucullus. Academici libri. Lateinisch – Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Laila Straume-Zimmermann, Ferdinand Broemser und Olof Gigon. 2. Auflage. Zürich ; Düsseldorf : Artemis & Winkler, 1997 (Sammlung Tusculum), S. 189 (zu Anfang auf Demokrit bezogen):  

„Der Mann, der ihn am meisten bewundert hat, Metrodoros von Chios, sagt zu Beginn seines ›Buches über die Natur‹: ›Ich behaupte, daß wir nicht wissen, ob wir etwas wissen oder ob wir nichts wissen, und daß wir nicht einmal diese Behauptung nicht wissen oder wissen, noch ob überhaupt etwas existiert oder ob nichts existiert.‹“

Marcus Tullius Cicero, Lucullus 74:  

vixisse cum iis equidem videor, ita multi sermones perscripti sunt e quibus dubitari non possit quin Socrati nihil sit visum sciri posse; excepit unum tantum, scire se nihil scire, nihil amplius. quid dicam de Platone, qui certe tam multis libris haec persecutus non esset nisi probavisset; multis libris haec persecutus non esset nisi probavisset; ironeam enim alterius, perpetuam praesertim, nulla fuit ratio persequi.

Marcus Tullius Cicero, Hortensius. Lucullus. Academici libri. Lateinisch – Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Laila Straume-Zimmermann, Ferdinand Broemser und Olof Gigon. 2. Auflage. Zürich ; Düsseldorf : Artemis & Winkler, 1997 (Sammlung Tusculum), S. 191:  

„Mir ist, als hätte ich mit beiden zusammengelebt. So viele Gespräche sind aufgezeichnet worden, nach denen es keinen Zweifel geben kann, daß Sokrates glaubte, man könne nichts wissen; davon nahm er nur das eine aus, er wisse, daß er nichts wisse, nichts mehr. Was soll ich von Platon sagen, der bestimmt nicht in so vielen Werken dieser Überzeugung Ausdruck verliehen hätte, wenn er sie nicht gebilligt hätte. Wäre es lediglich Ironie eines anderen gewesen, und zwar eine dauernde, hätte kein Grund bestanden, sie festzuhalten.“

Marcus Tullius Cicero, Academici libri 1, 45:  

itaque Arcesilas negabat esse quicquam quod sciri posset, ne illud quidem ipsum quod Socrates sibi reliquisset, ut nihil scire se scieret; sic omnia latere censebat in occulto neque esse quicquam quod cerni aut intellegi posset; quibus de causis nihil oportere neque profiteri neque affirmare quemquam neque assensione approbare, cohibereque semper et ab omni lapsu continere temeritatem, quae tum esset insignis cum aut falsa aut incognita res approbaretur, neque hoc quicquam esse turpias quam cognitioni et perceptioni assensionem approbationemque praecurrere. huic rationi quod erat consentaneum faciebat, ut contra omnium sententias disserens de sua plerosque deduceret, ut cum in eadem re paria contrariis in partibus momenta rationum invenirentur facilius ab utraque parte assensio sustineretur.

Marcus Tullius Cicero, Hortensius. Lucullus. Academici libri. Lateinisch – Deutsch. Herausgegeben, übersetzt und kommentiert von Laila Straume-Zimmermann, Ferdinand Broemser und Olof Gigon. 2. Auflage. Zürich ; Düsseldorf : Artemis & Winkler, 1997 (Sammlung Tusculum), S. 307:  

„Deshalb behauptete Arkesialos, daß es nichts gebe, das erkannt werden könne, nicht einmal das, was Sokrates sich für seine Person übriggelassen habe, nämlich, daß er wisse, daß er nichts wisse. Alles liege im Verborgenen, wie er meinte, und es gebe nichts, was gesehen oder erkannt werden könne; aus diesen Gründen dürfe niemand etwas behaupten oder versichern oder durch seine Zustimmung anerkennen; man müsse vielmehr die Zustimmung zurückhalten und sich vor Unüberlegtheit des Urteils hüten: Eine solche Unüberlegtheit sei es offensichtlich, wenn man etwas Falsches oder nicht Begriffenes billige; es gebe aber nichts Beschämenderes, als wenn Zustimmung und Billigung dem Erkennen und Begreifen vorauseilten. So tat er, was mit diesem Prinzip im Einklang stand: Er diskutierte gegen die Ansichten aller Philosophen und überzeugte sehr viele von ihnen von der Unhaltbarkeit ihrer Meinungen; da in ein und derselben Sache gleichgewichtige Vernunftgründe dafür und dagegen zu finden seien, könne man sich leicht genug der Zustimmung zu der einen oder zu der anderen Seite enthalten.“

Erklärung

Sokrates drückt mit seiner Aussage aus, Einsicht in Grenzen seines Wissens zu haben.

Sokrates kommt in seinen Gesprächen wiederholt zu dem Ergebnis, daß Menschen nur vermeintlich Wissen über etwas haben, über das sie Wissen zu haben beanspruchen, aber tatsächlich nicht über Wissen darüber verfügen. Diesen ist er darin überlegen, sich zumindest auch nicht einzubilden, Wissen über etwas zu haben, über das er kein Wissen hat.

Es gibt eine Unterscheidung zwischen Wissen in einem mehr oder weniger strengen Sinn. Im weniger strengen Sinn des Begiffes wird den Menschen Wissen zu gesprochen. In einem sehr strengen Sinn hält Sokrates Wissen für Menschen nicht erreichbar (wobei er wesentlich an Erkenntnisse zu ethischen Fragen denkt). Menschen können über die Wirklichkeit und das Gute nicht zu völlig zuverlässigen, gewissen, endgültigen Erkenntnissen kommen. Sie können darüber kein unverückbares, unumstößliches, unerschütterliches Wissen erlangen. Erreichbar sind sich steigernde Annäherungen. Diese sind vorläufige Ergebnisse. Wissen in sehr strengen Sinn ist nach Auffassungen des Sokrates nur Gottheiten (als vollkommene Wesen gedacht) erreichbar.

Die Überlegung, Sokrates meine, Menschen könnten nur vermuten, kommt von den Vorschlägen seiner Auffassung am nächsten. Hinzugefügt werden sollte aber, daß es auch darum geht, sich auf Begründungen zu stützen, nicht nur irgendwie herumzutappen, Auffassungen unterschiedlich plausibel sein können und es mehr oder weniger gelungene Annäherungen an die Wahrheit gibt.

Die menschliche Begrenzheit wird von Sokrates nicht ausgiebig erläutert. Der Mensch wird von ihm als nicht vollkommenes Wesen verstanden. Nachvollziehbar ist der Gedanke wegen der Grenzen der menschlichen Erkenntisfähigkeiten. Erfahrungen sind auf Sinneswahrnehmung und ihre Leistungskraft angewiesen (wobei in der Neuzeit die Erweiterung mit Hilfe von Techik an Bedeutung gewinnt). Erfahrung ist ausschnitthaft, mit der Beschaffenheit der Sinne als Filter, täuschunsgsanfällig. Beim Denken sind Fehler/Irrtümer möglich und es ist unsicher, wie weit Folgerungen vorankommen.

Sokrates hat sich vor allem als Suchender verstanden. Er möchte Einsichten gewinnen. Er bemüht sich, zumindest ein Stück weit bei diesem Weg voranzukommen.

Sokrates hatte die philosophische Haltung, etwas nicht einfach ungeprüft als sicheres Wissen gelten zu lassen und keine scheinbaren Selbstverständlichkeiten ohne Beweise zu übernehmen. Er stellte also vermeintliches Wissen in Frage und wies oft ein bloßes Scheinwissen nach. Eine Methode in seinen Gesprächen war, einen bloßen Anschein von Wissen durch Überprüfung als Nichtwissen nachzuweisen, um so über das Erkennen des Nichtwissens als erreichte Einsicht einen Weg zu wahrhafter Erkenntnis zu öffnen. Die erste Stufe ist die Entlarvung eines vermeintlichen Wissens als mangelhaft, auf der zweiten Stufe (falls der Gesprächspartner dazu bereit ist) findet ein Neuaufbau statt.

Klaus Döring, Sokrates, die Sokratiker und die von ihnen begründete Tradition. In: Sophistik, Sokrates, Sokratik, Mathematik, Medizin (Grundriss der Geschichte der Philosophie. Begründet von Friedrich Ueberweg. Völlig neu bearbeitete Ausgabe. Herausgegeben von Helmut Holzhey. Die Philosophie der Antike - Band 2/1). Herausgegeben von Hellmut Flashar. Basel ; Stuttgart : Schwabe, 1998, S. 155:  

„Wenn Sokrates es für prinzipiell unmöglich erklärt, dass ein Mensch Wissen davon erlange, was das Gute, Fromme, Gerechte usw. sei – nur darum geht es ihm; in bezug auf die Dinge im allgemeinen wurde die Frage nach dem Wesen erst von seinen Schülern gestellt und erörtert -, dann meint er ein allgemeingültiges und unfehlbares Wissen, das unverrückbare und unanfechtbare Normen für das Handeln bereitstellt. Ein solches Wissen ist dem Menschen nach seiner Auffassung grundsätzlich versagt. Was der Mensch allein erreichen kann, ist ein partielles und vorläufiges Wissen, das sich, mag es im Augenblick auch noch so gesichert esrcheinen, dennoch immer bewusst bleibt, das es sich im Nachhinein als revisionsbedürftig erweisen könnte. Je nach Anstrengung kann der Mensch auf dem Weg zum wahren Wissen mehr oder weniger weit vorankommen; das Ziel zu erreichen, ist ihm auf ewig versagt."

S. 161 – 162: „Sokrates ist überzeugt, dass der Mensch, mag er sich auch noch so sehr anstrengen, nie zu einem unverrückbaren und unanfechtbaren Wissen davon gelangen wird, was das Gute ist, sondern sich prinzipiell mit einem aprtiellen und vorläufigen Wissen bescheiden muss. Dieses unvollkommene Wissen in der Hoffnung, sich dem wahren Wissen wenigstens anzunähern, so weit es irgend geht, zu vervollkommnen, das ist der grösste Gefallen, den sich ein Mensch nach Sokrates' Auffassung selbst tun kann, da ein jeder desto besser und glücklicher leben wird, je weiter es es bei seinen Bemühungen bringt.“


Kommentar von Albrecht ,

S. 163 – 164: „Ob Sokrates mit seinem Nicht-Wissen schon selbst zu spielen begann und damit den Anstoss gab, das das Wort, dass das Wort 'Ironie' einen neuen Sinn erhielt, nämlich den der bewußten, gleichsam strategisch eingesetzten Selbstverkleinerung, der Tiefstapelei, läßt sich, wie so vieles, nicht mit Sicherheit entscheiden. Manches spricht dafür, dass, was wir 'Sokratische Ironie' nennen, eine Schöpfung Platons ist. Dem historischen Sokrates war es ernst mit der Überzeugung, dass er nichts wisse; erst der Platonische und, soweit erkennbar, nur er spielt mit seinem Nichtwissen.“

S. 164: „Hat sich eine Erkenntnis in einer Vielzahl von Prüfungen immer wieder als nicht widerlegbar erwiesen, dann kann sie zwar nicht als unumstössliches Wissen gelten - ein solches ist nach Sokrates' Auffassung ja auch allein Gott vorbehalten […] -, wohl aber ein hohes Maß an Gewissheit für sich beanspruchen.“

Kommentar von Neutralis ,

Aber hätte Chairephon das Orakel nicht noch fragen sollen, ob Sokrates denn weiser sei, als alle anderen ?

Kommentar von Albrecht ,

Dies hätte einem Wunsch nach Eindeutigkeit entsprochen. Allerdings ist es für die Orakelsprüche von Delphi kennzeichnend, ausdrückliche sehr deutliche Aussagen zu vermeiden. Die Antworten bedüfen typischerweise einer Deutung. So wie die Antwort gegeben wurde, konnte der Orakekspruch für den sich nicht für besonders weise haltenden Sokrates eine wesentliche Bedeutung bekommen.

Antwort
von EinNarr, 62

Vorweg: Ich bin kein Philosoph und habe weder dieses Fach ausgiebig studiert, noch viel Zeit mit Sokrates verbracht. Es sind also meine, für viele wohl sehr schlichte, Gedanken zu diesem Zitat. Ich strebe nicht an, mich als Pächter der Wahrheit zu inszenieren und diese Auslegung als die einzig Richtige oder überhaupt als richtig zu betiteln liegt mir fern. Ich bitte das beim lesen zu berücksichtigen.

Da ist das berühmte s zu viel.

Eigentlich heißt der Satz, wenn man ihn übersetzt "Ich weiß, dass ich nicht weiß." und zeigt zuerst, dass ein zusätzlicher Buchstabe mehr schaden anrichten kann, als man annehmen könnte.

Sokrates zielt mit diesem Satz auf das ab, was wir meinen zu wissen, ohne wirklich zu wissen, dass wir es wissen - verwirrend. Menschen haben eine Wahrnehmung über unsere Sinne. Wir können bekanntlich fühlen, riechen, schmecken, sehen, hören und haben es auch geschafft, mithilfe unseres Intellekts, "künstliche Wahrnehmungsorgane" zu schaffen, wie Messgeräte, um auch darüber hinaus noch mehr wahrnehmen zu können. 

Mit der Wahrnehmung geht die Empirie einher und um diese zu überprüfen haben wir uns Hilfsmittel geschaffen, um unsere empirischen Erkenntnisse zu validieren, verifizieren und evaluieren - das täglich Brot, der Wissenschaft.

Nun sind aber unsere Fähigkeiten begrenzt. Wir gehen zwar davon aus Dinge zu wissen aber wir wissen nicht, ob dem wirklich so ist. Schlussendlich genügt ein "Gegenbeweis" oder auch nur ein Faktor, der sich mit dem jetzigen "Wissen" nicht vereinbaren lässt und schon fallen die "Wissenskonstrukte" wieder in sich zusammen. Das was wir unter "Wissen" verstehen, ist nur eine zeitlich begrenzte Überzeugung. 

Ein sicheres, unumstößliches Wissen, findet sich bei Menschen nicht.

Wir leben also mit einem Pseudo- oder Scheinwissen aber mit nichts, was darüber hinaus ginge, denn in jedem vermeintlichen Wissen, findet sich immer, mal schon an der Oberfläche, mal weit darunter, die Annahme, die These oder der Glaube - die Vermutung.

Sokrates hat sich dem angenommen und gesagt, dass er weiß, das er nicht weiß - also um kein sicheres Wissen, um ein sicheres Wissen verfügt. An der Stelle greif nämlich der gängige (Übersetzungs-)Fehler mit dem s. Ob er nicht vielleicht doch etwas weiß (mittlerweile eher wusste), was tatsächlich als sicheres Wissen zu bezeichnen ist, weiß er auch nicht. Etwas plump könnte man an der Stelle eine beliebige Seinsfrage einwerfen. 

Wenn ich sage "Aliens gibt es nicht.", dann weiß ich es nicht - jedoch könnte dem tatsächlich so sein und ich spreche damit ein sicheres Wissen aus, ohne es wirklich zu wissen. Sokrates vertritt damit eine agnostische Haltung gegenüber dem seinem Wissen könnte man sagen. 

Kurzum - Ich würde dieser Auslegung deinerseits: "Oder bezieht sich das Zitat darauf, dass wir Menschen nur vermuten können, weil alles auf Vermutungen beruht und wir deshalb nicht "wissen" können ?" am ehesten zustimmen.

Liebe Grüße.

Antwort
von Shiranam, 71

Je mehr man sich mit einem bestimmten Wissensgebiet beschäftigt, desto mehr Fragen tauchen auf. Fragen, auf die man vorher, bevor man sich eingehend mit der Materie beschäftigt hat, hätte nie kommen können.

Erst mit der Zeit erkennt man also, wie komplex das Wissensgebiet ist und wie wenig Konkretes man darüber weiß.

Beispiel: Welches Volumen haben Mitochondrien durchschnittlich?

Diese Frage könnte ich nicht stellen, bevor ich nicht wüßte, was Mitochondrien sind und dass es sie überhaupt gibt.

Also je mehr man weiß, desto mehr Fragen tun sich auf.

Antwort
von Peterwefer, 83

Sokrates wollte  damit seine Zeitgenossen auf ihr tatsächliches Wissen aufmerksam machen. Ich habe mich neulich mit einem vierjährigen Jungen, den ich überhaupt nicht kannte, unterhalten. Er fragte mich, was ich machte. "Ich genieße das schöne Wetter." - "Warum?" - "Ja, morgen soll es wieder regnen." - "Warum?" - Jetzt wusste ich nicht mehr, ob ich dem Jungen meteologische Sachverhalte erklären sollte. Ich erklärte ihm: "Nun, die Wettervorhersage sagt für morgen Regen an." - " Warum?" Bei meiner unendlichen Freude an dem Jungen stellte ich fest, wie schnell ich mit meinem Latein am Ende war. So ein Junge ist wirklich wissbegierig und freut sich, wenn ihm jemand dieses oder jenes erklärt. Sokrates machte das hingegen mit Methode. Er war der festen Überzeugung: Letztlich wissen wir doch nichts. Und? Wie verhält es sich? Weiß ich wirklich, wohin und worin der Sinn meines Daseins besteht? Du sprichst vom Wissen, das etwa die Naturwissenschaft angehäuft hat. Nichts gegen die Forscher, im Gegenteil. Aber zum Ersten: Eine Reihe von Forschungen haben, ohne dass die Forscher es wussten, eine Menge Schaden angerichtet. Ihnen ersparte ein gütiges Schicksal, die Folgen ihrer Forschungen zu erleben: und. Die letzten Fragen des Kommens und Gehens beantwortet ein Naturwissenschaftler nicht. Und eigentlich sind das doch die grundlegenden Fragen, oder? Nicht, wie eine Glühlampe funktioniert oder wie Schwefelsäure hergestellt wird...

Kommentar von korbandallas ,

Und? Wie verhält es sich? Weiß ich wirklich, wohin und worin der Sinn meines Daseins besteht? Du sprichst vom Wissen, das etwa die Naturwissenschaft angehäuft hat. Nichts gegen die Forscher, im Gegenteil. Aber zum Ersten: Eine Reihe von Forschungen haben, ohne dass die Forscher es wussten, eine Menge Schaden angerichtet. Ihnen ersparte ein gütiges Schicksal, die Folgen ihrer Forschungen zu erleben: und. Die letzten Fragen des Kommens und Gehens beantwortet ein Naturwissenschaftler nicht. Und eigentlich sind das doch die grundlegenden Fragen, oder? Nicht, wie eine Glühlampe funktioniert oder wie Schwefelsäure hergestellt wird...

Das kann aber nicht original O-Ton Sokrates sein ; )

jedoch ein schöner Text

Kommentar von Peterwefer ,

Das ist auch nicht Sokrates' Originalton (ganz abgesehen davon, dass wir ohnehin wenig über Sokrates' Denkweise wissen; Sokrates hat - ganz im Gegensatz zu seinem wichtigsten Schüler Platon - nichts geschrieben), sondern meine Auslegung dieses Zitates 'Ich weiß, dass ich nichts weiß'.

Kommentar von korbandallas ,

Auch wenns nur deine Aussage/Denkweise ist bleibt trotzdem ein geiler Text. Also ich find ihn Mega.

Antwort
von Aliyah15, 86

Klar das alles klingt jetzt erstmal unlogisch. aber stell dir mal ein Staubkorn vor. So und jetzt stell dir das Universum vor. Es ist so unendlich! Dagegen ist das Staubkorn doch "nichts".  Klar jeder mensch weiss etwas. Aber im vergleich zu dem, was es da draussen zu wissen gibt, ist das was wir tatsächlich wissen nichts. 

Sokrates war ein Genie. Er hat sein ganzes Leben mit dieser einen Frage verbracht. Doch am ende musste er sagen, er weiss nichts. 

Ich hoffe ich konnte es dir mit meiner improvisierten Erklärung ein wenig erklären ;)

Antwort
von zahlenguide, 31

Früher war ich Links - wir haben alle Jugendsünden - und glaubte fest daran, dass die Regenwälder in Gefahr sind und die Armut immer schlimmer auf der Welt wird.

Heute bin ich Konservativ und weiß, dass es allein an Regenwälder 30 Millionen Quadratkilometer gibt, die also eine Fläche von ganz Europa sowie der USA ohne Texas einnehmen und das Regenwälder nur regional (in Malaysia, Madagascar) in Gefahr sind - aber international immer weniger Holz benötigt wird. So wird in Brasilien nur noch 1/5 abgeholzt von dem was in den 90er Jahren abgeholzt wird. Kurz: die Grünen schwaffeln einen Müll von dem sie keine Ahnung haben. Deshalb wähle ich auch die Tierschutzpartei (keine konservative Partei, ich weiß), damit solche Leute endlich die Regierung verlassen.

Die Linken verkaufen, dass der Kapitalismus schlecht ist und immer mehr Menschen hungern etc. - das Gegenteil ist der Fall. Alleine zwischen 2000-2015 sind die Hungernden um 195 Millionen Menschen zurück gegangen. In den 60 er Jahren waren 2/3 der Weltbevölkerung von Hunger bedroht, heute sprechen 20 Menschenrechtsorganisationen und die UNO von 10-12 Prozent Hungernde und die Anzahl geht weiter zurück.

Ich könnte so weiter machen - aber um es kurz zu machen - alles was ich früher gedacht habe ganz genau zu wissen, war einfach nur falsch! Und umso mehr Fakten man sammelt umso dümmer kommt man sich vor, weil man denkt: wie konnte ich nur so blöd sein, und all das glauben, was mir irgend welche Lobbyisten (Berufspolitiker) erzählt haben?

Kommentar von Peterwefer ,

Grün oder links - gut, ich nehme nicht für mich in Anspruch, perfekt zu sein, aber denen habe ich nie vertraut. Schon mit 18 Jahren habe ich mir über die Grünen gedacht: "So'n Unsinn!" Und der Kommunismus - ja, gäbe es vielleicht im Kommunismus mehr Frieden, mehr Freiheit, weniger Hunger? Man sehe sich doch mal da um, wo heute noch Kommunismus herrscht (tatsächlich oder so genannt - das ist doch wirklich unerheblich). Und das sage ich als einer, der wahrlich auch seine Jugendsünden begangen hat (und noch heute - wie soll ich sagen? Mittelalters-Sünden begeht). Übrigens liegt mir nichts daran, Dich persönlich zu beleidigen.

Kommentar von zahlenguide ,

warum sollte ich beleidigt sein, wir stimmen ja überein, dass es falsch war. aber wenn einem Informationen fehlen, kann das schon passieren. frau Wagenknecht sagt ja heute noch, dass alles immer schlimmer wird. kein Wunder also, dass ihre Anhänger irritiert reagieren, wenn man plötzlich Fakten vor legt, die das Gegenteil sagen. Übrigens nur damit keiner sagen kann: ich habe es nicht gewusst. ja, es kommt eine Wirtschaftskrise auf uns zu, auf die wir uns vorbereiten sollten. Denn wieder wird in China eine riesige Immobilienblase aufgebaut, die dieses mal richtig krachen wird. Deshalb sollten Menschen sich genug Lebensmittelvorräte, Wasser, Heizquellen usw. holen um so eine Zeit zu überstehen, statt immer den neusten Fernseher, aber das hat dann nichts mit dem bösen Kapitalismus zu tun, wie es Kommunisten dann verkaufen sondern mit Fortschritt. Denn nach so einer schweren Zeit folgen dann immer spitzen Phasen, in denen wir über Technologien verfügen werden, die wir heute nicht mal auf dem Schirm haben. Kommunismus löst kein Problem. es stellt nur die falschen Leute ganz nach oben, die Leute die keine Ahnung von Wirtschaft haben und lässt unten alle genauso ackern wie in jedem anderen System auch. Nur dass der Kampf zwischen Arm und Reich zum ständigen Ziel erklärt wird, was bei den heutigen Waffen keine gute Idee ist.

Antwort
von gottesanbeterin, 40

Je mehr man weiß, desto mehr beginnt man zu ahnen, wieviel es (noch) gibt/geben könnte, das man (noch) nicht weiß. So wird ein bewusst Wissender sein eigenes Wissen dann eben als "Nichts" wahrnehmen, weil ihm eben bewusst ist, was es an Wissen gibt/geben könnte, das er niemals erlangen können wird (weil er eben "nur" ein Mensch ist).

Antwort
von julius1963, 71

Wir wissen nicht WIRKLICH. Dieser Gedanke steckt dahinter. Der Mensch "baut" sich sein Weltbild, aber alles kann oder könnte auch ganz anders sein. Triviales Beispiel? JEDER Mensch sieht Farben anders. Viele behaupten, rot sei rot. Aber ist dem tatsächlich so?...

Kommentar von Peterwefer ,

Rot ist rot, das ist Physik. Aber was ist Physik?

Kommentar von julius1963 ,

:-)))

Antwort
von TimeosciIlator, 27

Im unteren Teil Deines Fragenbeitrags kommst Du der Lösung sehr nahe. Es liegt daran, dass wir Menschen ein "Wissen" besitzen, was nur für uns und unsere bisherigen Erfahrungen gilt. Dieses "Wissen" ist im Vergleich dazu, wie sich unsere uns in vielen Dingen unbekannte Welt präsentiert, verhältnismäßig so gut wie gar nichts. Mehr noch: Dieses geringe "Wissen" kann jederzeit auch noch durch neue Entdeckungen in Frage gestellt werden.

Allein schon bei der grundlegenden Frage, warum Existenz eigentlich existiert, kann unser "Wissen" bereits einpacken gehen^^. Wir können darüber nur höchst unbefriedigende Vermutungen anstellen. Wir alle "wissen" dass man niemals dazu in der Lage sein wird hinter das letzte Geheimnis der Existenz kommen zu können. Deshalb ist unser hausgemachtes "Wissen" einfach für solche Fragen unbrauchbar und nichtig. Wie Sokrates sehr richtig behauptete:

"Des is a nix..." :)

Antwort
von Illuminaticus, 27

Dein Wissen besteht aus erinnerten oder auswendig gerlenten Dingen deiner Vergangenheit. Was du weisst, bezieht sich immer auf Gestern.

Warum? Weil du niemals weisst, was als naechstes geschieht und so kann Wissen sogar kontraproduktiv sein, weil du dann nicht aus dem Bauch heraus reagierst, sondern abwaegst, was zu tun ist.

Wissen anzuwenden braucht Zeit, du hinkst dann dem Leben immer einen Denkvorgang hinterher und lebst dein Leben nicht richtig, sondern aus zweiter Hand, weil du eben Zeit braucht, bzw. dein Denken, es auch anzuwenden.

Jede Moment in deinem Leben ist immer wieder neu, alles was du gerlernt hast, kann dich jetzt abhalten, spontan zu reagieren bzw. das Leben vollends zu geniessen, im Moment sein, heisst das ja heutzutage.

Wichtig zu wissen ist auch, dass es sich bei deinem Leben um eine Illusion handelt, nichts ist wirklich permanent, so dass du dich darauf verlassen koenntest, alles veraendert sich stetig. d.h. nur die Veraenderung ist immer absolut.

Es gibt nichts Statisches ausser deinem Sein, dass ist permanent, unteilbar und absolut. Alles andere ist der Illusion bzw. der Vergaengnis unterworfen.

Also kannst du nichts wirklich absolut wissen, weil alles immer neu und ein absolutes Mysterium ist, was alle versuchen zu entraetseln, aber es klappt nicht und deswegen entsteht Leid, aus dem Glauben, sein Leben managen zu koennen.

Der Spruch hoert sich gut an, ich unterschreibe, aber mit dem Zusatz, dass Du das Einzige bist, dein Sein, wessen du dir wirklich sicher sein kannst.

Antwort
von IBabyFaceNelson, 69

Sokrates hinterfragte (soweit ich weiß) seiner Zeit die Realität. Und er ging davon aus, dass niemand sagen kann, was denn die Realität eigentlich ist. Und im Gegenzug dazu sollte das "Ich weiß" eher zum Nachdenken anregen.

Kommentar von scatha ,

Voll auf den Punkt gebracht :)

Antwort
von berkersheim, 25

Siehe ein schöner, ausführlicher Beitrag in

wikipedia: Ich_weiß,_dass_ich_nichts_weiß

Antwort
von korbandallas, 39

Der Satz ist eben populär, und klingt eben besser als " ein bisschen was weiß ich auch "

Und bestimmt wusste er auch was all nötig ist um sein Leben zu bestreiten. Was an sich ja schon mal Fundamentales Wissen ist das er sich von Mama und Papa und Konsorten abgekupfert hat.

Ich chek nicht warum der Bob so gefeiert wird, einer der so viel Zeit hatte für Müßiggang schien es zu seiner Zeit ja sehr gut zu gehen : D

Auch wenn er angeblich in einer Mülltone gehaust haben soll, lol

Kommentar von scatha ,

Du verwechselst Sokrates mit Diogenes. Diogenes hat in einem Faß gelebt. Also sowas wie Asketentum.

Sokrates hingegen war der Lehrer von Plato und ist berühmt dafür, daß er den Schierlingsbecher trinken "mußte".

Und "lol" heißt glaube ich sowas wie "Ich fühle mich diesen Spinnern überlegen."

Kommentar von scatha ,
Kommentar von Barney123 ,

guckst du hier:

https://goo.gl/RP8bkR

Kommentar von korbandallas ,

Das wäre schön wenn ich mich mal überlegen fühlen würde, demnächst mach ich nur noch einen Gedankenstrich - schmunzle.

Jetzt wo du es sagst denk ich mir ja klar man, stimmt der war doch der Mentor Platons. Und Platon konnte ganz gut mit Aristoteles. 

Thx a lot, so langsam kommt alles wieder.

Auf alle fälle waren diese Leute so die Udo Lindenbergs ihrer Zeit.

Ach was sag ich, man muss sie einfach gern haben xD

Antwort
von SieWarErst12, 51

Man könnte es so interpretieren: Solange wir nicht wissen wer und was wir sind oder ob wir überhaupt existieren, wissen wir nichts.

Kommentar von scatha ,

So verstehe ich den Satz auch.

Daß wir existieren, ist allerdings so ziemlich das Einzige, das wir mit Sicherheit wissen.

Kommentar von SieWarErst12 ,

Wissen wir wirklich, dass wir existieren?  Ich habe mich noch nicht genügend mit dem Thema beschäftigt. Aber momentan gehe ich davon aus, dass wir nicht wissen, ob wir existieren.

Kommentar von scatha ,

Um es genauer zu formulieren: Wir wissen tatsächlich nicht, WIE wir existieren, aber wir wissen, DASS wir existieren.
Wir sind unserer Existenz bewußt, und genau das ist der Beweis unserer Existenz.
Das ist die m.E. die eigentliche Bedeutung von Descartes' "Cogito ergo sum"

Antwort
von peace1287, 20

Das ist eine Metapher. Sokrates wollte sicher damit verdeutlichen, dass egal wie viel Wissen man im Laufe seines Lebens erlangt, man nie alles wissen wird. Und das, dass menschliche Wissen nur ein Bruchteil dessen ist, was man in und um das Universum wissen könnte. 

Egal wieviel Wissen man hat. Aber angesichts des schier Endlosen Wissens, ist das was Mensch weis, so gut wie Nichts.

Und das hat sich ehrlich gesagt auch bis heute nicht verändert...


"Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. Der wird im Mondschein ungestört von Furcht, die Nacht entdecken.

Der wird zur Pflanze, wenn er will, zum Stier, zum Narr, zum Weisen. Und kann in einer Stunde nur, durchs ganze Weltall reisen.

Der weiß, dass er nichts weiß, wie alle anderen auch nichts wissen. Nur weiß er, was die andern und auch er selbst noch lernen müssen.

Wer in sich fremde Ufer spürt,und Mut hat sich zu recken, der wird allmählich ungestört von Furcht, sich selbst entdecken.

Abwärts zu den Gipfeln seiner selbst blickt er hinauf, den Kampf mit seiner Unterwelt nimmt er gelassen auf.

Wer Schmetterlinge lachen hört, der weiß, wie Wolken schmecken. Der wird im Mondschein ungestört von Furcht, die Nacht entdecken.

Wer mit sich selbst in Frieden lebt, der wird genauso sterben und ist selbst dann lebendiger als alle seine Erben..." (Novalis)


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