Erklärung Deutsch gramatik?

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4 Antworten

Wenn das Kind die Grammatik nicht für die Schule benötigt, sollte man es damit beim Spracherwerb nicht behelligen.

Kinder lernen, in Nachahmung der Erwachsenen ganze Satzteile und Sätze einfach auswendig zu wiederholen, und so speichert das Gehirn das auch. Also dafür sorgen, dass das Kind jeden Tag mit korrekt Deutsch Sprechenden Kontakt hat (Kita-Personal, Kindergärtner, deutschmuttersprachliche Nachbarn und Freunde).

Sobald das Kind lesen kann, sollte es kindgerechte deutschsprachige Bücher lesen, am besten laut. Der Drang von Kindern zum Ritual kommt der Empfehlung entgegen, dieselben Texte immer wieder neu zu lesen, um sie sich einzuprägen.

Die Grammatik ist nur dazu da, bestimmte sprachliche Phänomene zu erklären, um Zweifelsfälle entscheiden zu können. Dazu braucht man einige Minuten Zeit, die man beim Sprechen nicht hat. Grammatik hilft also bei der Sprachproduktion überhaupt nicht; beim Sprechen wird nur im Gehirn Gespeichertes korrekt reproduziert. Bei spontan Zusammengebasteltem stellen sich Fehler ein, auch noch bei Muttersprachlern, das ist ganz normal. (Tipp: langsamer sprechen!)

Beim Lesen und Schreiben hingegen hat man Zeit, Grammatikregeln anzuwenden.

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Kommentar von N3kr0One
25.07.2016, 09:44

sehr schön formuliert, passt zwar nicht zur Frage, WENN es denn doch für die Schule ist (was ich vermute), aber trotzdem schön zu lesen =)

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  • Subjekt (Satzsäule)

Das Subjekt ist die tragende Säule des Satzes und steht immer im Nominativ. Man fragt: Wer oder was?

Der König der Franken schlachtete die Sachsen.

  • Prädikat (Satzaussage)

Das Prädikat ist der Grund, warum man den Satz überhaupt sagt. Für dich ist das Prädikat vereinfacht immer ein Verb (mit möglichem Zusatz).

Der König der Franken schlachtete die Sachsen.

Der König der Franken war grausam.

  • Objekt (Satzopfer)

Das Objekt ist das Opfer dessen, was das Subjekt durch das Prädikat macht. Es steht immer im Akkusativ. Man fragt: Wen oder Was? (Die germanistische Linguistik kennt noch andere Objekte, die aber besser als Adverbialia zu erklären sind.)

Der König der Franken schlachtete die Sachsen.

  • Attribut (Beifügung)

Ein Attribut bestimmt immer ein Substantiv näher. (In der germanistischen Linguistik wird es falscherweise nicht als Satzglied aufgefasst.)

Der König der Franken schlachtete die Sachsen. Genitivattribut: Welcher König?

Der grausame König war Franke. Adjektivattribut: Welcher König?

  • Adverbiale (Umstandsbestimmung)

Das Adverbiale bezieht sich immer auf ein Verb und bestimmt es näher. Alles, was nicht den anderen Satzgliedern zuordenbar ist, fällt in diese Klasse. 

Der König schenkte den Sachsen den Tod. Dativadverbiale: Wem schenkte er den Tod?

Der König brannte auf die Vernichtung der Sachsen. Präpositionalphrase: Kann immer Dativ oder Akkusativ verlangen, abhängig von der Präposition.

Der König stellte seine Truppen vor der sächsischen Grenze auf. Präpositionalphrase: Kann immer Dativ oder Akkusativ verlangen, abhängig von der Präposition.

Heute schlachtete der König die Sachsen ab. Temporaladverbiale: Wann schlachtete er die Sachsen ab?

In Sachsen schlachtete der König die Sachsen ab. Lokaladverbiale: Wo schlachtete er die die Sachsen ab?

Der König nahm sich frohen Mutes | der Sachsen an. 

Modaladverbiale: Wie nahm er sich der Sachsen an?

Genitivadverbiale: Wessen nahm er sich an?

Und viele mehr …

__________________________

Zu den Fällen an sich habe ich auch eine Antwort geschrieben: 

https://www.gutefrage.net/frage/was-ist-nominativ-dativ-und-akkusativ?foundIn=list-answers-by-user#answer-214481684


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Ich habe es hier einmal an einem Beispiel verdeutlicht. Meine Vorgehensweise wäre bei einem Kind, einen Fall nach dem anderen zu besprechen und zu üben.

Artikel, Nomen, Adjektive und Pronomen werden dekliniert, 
salopp heißt das: durch die Fälle gezogen. Davon gibt es im Deutschen vier Stück:

Nominativ = 1. Fall

Das große Pferd steht im Stall.

Wer oder was steht im Stall? das große Pferd

Genitiv = 2. Fall

Die Mähne des großen Pferdes ist braun.

Wessen Mähne ist braun? (die) des großen Pferdes

Dativ = 3. Fall

Ich reite heute mit dem großen Pferd aus.

Mit wem oder was reitest du aus? mit dem großen Pferd.

Akkusativ = 4. Fall

Ich besuche heute das große Pferd.

Wen oder was besuche ich heute? das große Pferd

Bei diesem Beispiel habe ich jeweils einen Artikel (das/des/dem/das),
ein Adjektiv (große/großes/großen/große) und ein Nomen
(Pferd/Pferdes/Pferd/Pferd) dekliniert.

Was du mit deiner Frage bezüglich der Aufgabenstellung meinst, habe ich nicht verstanden.

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Hallo,

macht die Frageprobe, um die Fälle zu erkennen:

1. Fall / Nominativ / Werfall: Wer (Was) [kocht Suppe]? -----> Die Mutter kocht Suppe.

2. Fall / Genitiv / Wesfall: Wessen [Schürze ist rot]? -----> Die Schürze der Mutter ist rot.

3. Fall / Dativ / Wemfall: Wem [gibt die Mutter einen Teller Suppe]? -----> Die Mutter gibt dem Kind einen Teller Suppe.

4. Fall / Akkusativ / Wenfall: Wen (Was) [isst das Kind]? -----> Das Kind isst die Suppe.

Vielleicht hilft euch folgender Link:

allgemeinbildung.ch/arb/arb=deu/q_Nomen+Artikel_05_Faelle1.pdf

Neben der Frage-Probe bleibt nur stures Auswendiglernen, da auch immer eine Abhängigkeit vom Genus und vom Singular/Plural besteht.

männlich:

1. der / ein / mein

2. des / eines / meines

3. dem / einem / meinem

4. den / einen / meinen

weiblich:

1. die / eine / meine

2. der / einer / meiner

3. der / einer / meiner

4. die / eine / meine

sächlich:

1. das / ein / mein

2. des / eines / meines

3. dem / einem / meinem

4. das / ein / mein

Mehrzahl (männlich, weiblich, sächlich):

1. die / meine

2. der / meiner

3. den / meinen

4. die / meine

Unter folgenden Links findest du gute Arbeitsblätter mit Lösungen zu den 4 Fällen:

- https://www.aduis.de/arbeitsblaetter/faelle/default.aspx?type=1&startId=48147

- http://www.graf-gutfreund.at/m_gramm.htm

:-) AstridDerPu

PS: Eselsbrücke: Der Dativ ist der dritte Fall und hat drei Beine (Wem?)

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