Frage von Mika2015, 48

Wie ist dieses Verhalten bei einer erkannte Hochbegabung zu bewerten?

Ein Bekannter von mir hat vor einigen Jahren bei einem Test erfahren, dass er hochbegabt ist. Schulisch war er nur gut durchschnittlich, rechnen konnte er schon beizeiten, war im Schach Spitze.

Er vertraute mir an, dass es ihn manchmal erschreckt, dann ist er mal stolz darauf (da er ja etwas hat, was nicht unbedingt jeder hat), und dann erscheint ihm das, als sei das die normalste Sache der Welt. 

Wie ist das psychologisch zu bewerten?

Antwort
von einfachichseinn, 27

Ich muss zu geben, dass ich glaube deine Frage nicht gänzlich zu verstehen.

Wenn ein Psychologe oder sonst wer das beurteilen/bewerten würde, denke ich, dass er sagen würde, dass dieser Bekannte keinerlei psychologische Auffälligkeiten aufweist.

Ich glaube es ist bei jedem Menschen so, dass er manchmal sehr überrascht ist, weil er etwas unerwartetes erbracht hat, dass er manchmal stolz ist auf das was er geschafft hat, aber das es im Alltag eigentlich dennoch ziemlich normal ist.

Da ist es egal, ob es eine kognitive , sportliche oder künstlerische Begabung ist.

Nehmen wir mal als Sportliches Beispiel einen Top-Fußballspieler. 

Es ist ein wichtiges Spiel und er probiert einen Trick oder sonst etwas sehr unerwartetes und schafft damit ein richtig tolles Tor,da ist er vermutlich für ein paar Sekunden vollkommen schockiert (mal kurz so eine Anekdote dazu: man braucht nichts mal ein Topspieler sein, um erschrocken zu sein, als ich in der 5. Klasse war habe ich mal ganz unerwartet ein Kopfball-Tor gemacht und war auch ziemlich schockiert, weil ich nie damit gerechnet habe, dass es funktioniert).

Wenn der Fußballer es in die National 11 geschafft hat, wird er mit Sicherheit auch ungemein stolz auf sich sein, wenn er Weltmeister wird und von Tausenden Fans bejubelt wird. 

Wenn das Leben aber so die geordneten Bahnen zieht und er "nur" in der Bundesliga spielt, ist das vermutlich das normalste der Welt für ihn.

Als Künstler nehmen wir mal einen Schauspieler.

Wenn dieser in einem Film mitspielt und der super gut ankommt, kann es passieren, dass er schockiert ist, weil er eben nie damit gerechnet hätte, dass der Film so gut ankommt.

Stolz ist ein Schauspieler vermutlich, wenn er einen Oscar gewinnt.

Wenn das Leben aber wieder ganz geregelt weiter läuft, ist die Schauspielerei das normalste der Welt für ihn.

Zum Thema kognitive Begabungen kann ich dir von mir berichten

In der Schule hatte ich mal einen Lehrer, der immer so eine Art Quiz mit unserem Physikkurs gemacht hat, mal hat er ganz doofe Scherzfragen gestellt, mal welche zum Thema Mathematik meistens aber zu dem Thema in Physik, was wir durch genommen haben. Ich habe mich immer, wenn ich an der Reihe war gemeldet, weil ich die Antwort kannte. Bis zu der Frage, was denn 27*27 ergebe. Ich habe mich auch da reflexartig gemeldet und meine Lehrer meinte, wenn ich die Antwort nicht wisse, dann würde er mir und meiner Gruppe einen Punkt abziehen, also habe ich kurz überlegt und dann die richtige Antwort genannt. Ich war so schockiert, dass ich wusste was da raus kam. Ich weiß bis heute nicht sicher, wieso ich das wusste. 

Im Sommer habe ich mal ein paar alte Spielsachen auseinander gebaut und habe mir einen Ventilator gebaut und habe den auch mit in die Schule genommen. Den fanden alle richtig cool und da war ich richtig stolz auf mich und diese "Leistung" von mir.

Aber in den meisten Situationen halte ich mich und mein Leben für vollkommen normal und überhaupt nicht außergewöhnlich oder so. Ich kenne es schließlich nicht anders. 

Das einzige, was ich bei dem Bekannten von dir nicht verstehen kann, ist wieso er dir auf die Nase bindet, dass er "hochbegabt" ist. Das finde ich ist Nonsens. 

Antwort
von vonGizycki, 28

Grüß Dich Mika2015!

Das man für seine Begabung nichts kann, ist klar. Ich bin zwar nicht hochbegabt, aber will mal sagen doch sonderbegabt, ich will das mal so ausdrücken. Deshalb weiß ich schon, warum er so ist und das so ausdrückt, zumindest wenn ich von mir ausgehe.

Einerseits kann das erschreckend für ihn sein, weil er merkt, das er anders ist und das er seine Umgebung passend zu seiner Intelligenz aussuchen muss, wenn er dauerhaft mit ihr auskommen und vor allem sich wohl fühlen will. Denn man braucht ja auch Verständnis und Empathie und Partner, mit denen man sich auf Augenhöhe austauschen kann und das können nur diejenigen wirklich verstehen, die in sich ähnliches erleben. Das ist nicht als Arroganz zu verstehen. Der Mensch muss sich immer seinesgleichen suchen, denn er will verstanden werden.

Ein Hochbegabter kann sich in der dauerhaften Umgebung mit Alltagsmenschen doch recht einsam fühlen. Das liegt daran, das solch ein Mensch oft sehr schnell das Verhalten anderer und deren Gründe sowie grundsätzlich Zusammenhänge viel besser durchschaut und sie nicht mit dieser Umgebung erörtern kann, weil Menschen aus diesem Kreis oft keine Lust haben, sich so intensiv mit einem Problem zu beschäftigen, entsprechende Schlüsse zu ziehen, um diese dann eingehend zu erörtern. Das überfordert viele. Solche Dinge bewegen derartige Menschen aber meist stark und brauchen die Kommunikation darüber. D.h. aber nicht, das sie nichts mit einem Otto-Normalverbraucher zu tun haben wollen, sondern verhalten sichzwar offen, aber eher zurückhaltend. Die Empathiefähigkeit leidet deswegen keinesfalls und kann gerade aus der Hochbegabung heraus sehr ausgeprägt sein!

Mir geht das jedenfalls so.

Stolz könnte er möglicherweise sein, weil das eben nicht jeder kann, aber ich denke, den Zahn sollte er sich ziehen, denn es ist nicht sein Verdienst. nur der, was er aus seiner Begabung macht. Und das es die normalste Sache der Welt für ihn zu sein scheint, liegt daran, das er ja schon sehr lange mit sich lebt und die Welt und das Leben aus dieser Sicht her kennt und deshalb an diese spezielle Auffassung gewöhnt ist und sie als ein Teil von sich selbst empfindet und annimmt.

Die unterschiedlichen Gefühle gehören also zusammen und widersprechen sich keineswegs. Ob das alles so für ihn zutrifft, weiß ich nicht, weil ich das aus meiner subjektiven Sicht schilderte. Und den Test hat er sicherlich machen lassen, weil er merkte, das er irgendwie anders ist. Da bin ich ganz sicher!

PS: Die schulische Durchschnittlichkeit liegt oft daran, die Schule solche Menschen nicht genügend fördert und daher Langeweile auftritt und daraus resultierend mangelnde Lernlust.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Antwort
von Schokolinda, 24

Wie ist das psychologisch zu bewerten?

gar nicht- man urteilt je nach lebenslage auch unterschiedlich über das gleiche "ding". manche menschen sind sehr konstant in ihrem urteil, andere nicht. keins von beidem ist grundsätzlich pathologisch.

du kannst dir überlegen, wie die Situationen waren. z.b. ist es eher wahrscheinlich, bescheiden aufzutreten und zu sagen "ist doch normal", wenn jemand mit "Boa, ey, was für ne Leistung!" daherkommt.

Antwort
von Dahika, 25

Mit der Bewertung geben sich nur Küchenpsychologen ab.

Kommentar von vonGizycki ,

Das ist falsch, denn er will ja etwas wissen, weil er versucht, sich in den Bekannten hineinzuversetzen. Ihm ist es nicht egal, es beschäftigt ihn. Ich finde das sehr wertvoll!

Antwort
von Myrine, 26

Das ist doch ganz normal. Ob hochbegabt oder nicht, jeder ist mal stolz auf sich oder zweifelt an sich. Was willst du da groß berwerten?

Antwort
von Smexah, 35

Wenn er manchmal so und manchmal so ist, gar nicht :D

Antwort
von kokomi, 39

warum willst du es bewerten, er ist hochbegabt und geht gut damit um

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten